Sonntag, 27. August 2017

[Rezension] "Amrita. Am Ende beginnt der Anfang" von Aditi Khorana





Titel: Amrita. Am Ende beginnt der Anfang
Autorin: Aditi Khorana
Übersetzer: Peter Klöss
Genre: Fantasy
VerlagDressler (21. August 2017)
ISBN: 978-3791500560
Seiten: 320
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren








"Amrita. Am Ende beginnt der Anfang" von Aditi Khorana ist mir zuerst einmal wegen dem detailverliebten Cover aufgefallen. Als ich gelesen habe, dass es literarische Fantasy mit starken, unabhängigen und klugen Heldinnen sein soll, wusste ich, dass ich mir das nicht entgehen lassen konnte.




Dein Schicksal ist ein Buch, das du selbst schreibst! Das Leben von Amrita, 16-jährige Prinzessin des Königreichs Shalingar, ändert sich auf einen Schlag, als der Despot Sikander Shalingar erobert. Gemeinsam mit der Sklavin und Seherin Thala gelingt Amrita die Flucht und beide machen sich auf den Weg, die »Bibliothek aller Dinge« zu finden, um das Schicksal der Welt zu ändern und schließlich zurück in die Vergangenheit zu reisen: an den Punkt, wo das Unheil begann. Doch was, wenn der einzige Weg, ihren Vater und ihr Land zu retten, bedeutet, dass Amrita sich selbst und ihre große Liebe opfern muss?
(Bild- und Textquelle: Dressler Verlag)





Einstieg ins Buch:
In einem Land vor unserer Zeit wuchsen einst die schönsten und ältesten Bäume der ganzen Welt. Die Bäume standen schon, da gab es noch keine Menschen und auch keine Vetalas - jene Unsterblichen, die die Erde neben den ersten Menschen bevölkerten, ehe sie beinahe alle verschwanden.

Ich lasse mich sehr gerne von schönen Covern verführen und wenn der Klappentext dann noch so interessant wie der von "Amrita. Am Ende beginnt der Anfang" klingt, steht schnell fest, dass ich das Buch lesen muss. Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass die Inhaltsangabe viel zu viel verrät und die wunderschöne Optik das Highlight des Buches ist.

Die Geschichte startet allerdings sehr vielversprechend. Sie steigt mit der Parabel vom Land der Bäume ein, einer mythischen Legende über altes Wissen, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Danach begeben wir uns nach Shalingar, wo Prinzessin Amrita alles tun würde, um ihr Königreich zu retten, auch den Tyrannen und Kaiser des Nachbarlandes zu heiraten. Sikander tritt jedoch die Menschenrechte mit Füssen und unterjocht sein Volk. Auch den Besuch im Palast von Amritas Vater missbraucht er für einen Hinterhalt und die Prinzessin ist gezwungen zu flüchten - nicht wie geplant mit ihrem Geliebten sondern an der Seite einer ehemaligen Sklavin Sikanders, dem Orakel Thara.

Manchmal machte ich mir bewusst, wie vieler Zutaten es bedurfte, um diese Dinge zu erschaffen, die doch so einfach schienen - ein rosafarbener Himmel, ein aussergewöhnlicher Tag, Familienglück, eine tiefe Freundschaft, ein Moment reiner Freude.
Und wie wenig es bedurfte, dieselben Dinge zu zerstören.     (Seite 19)

Nachdem wir uns ein Bild von Amritas Umfeld machen konnte, zieht Aditi Khorana das Tempo an und baut Spannung auf. Auch zauberte sie eine dichte Atmosphäre, die mich überzeugen konnte. Zwar ist das Königreich Shalingar ihrer Fantasie entsprungen, doch Sikander hat unter anderem auch Anatolien, Syrien und Persien unterjocht, so dass man sich die Landschaft gut vorstellen kann.
Sobald Amrita jedoch den Palast verlassen hat, ging das orientalische Flair verloren und die Autorin legte ihr Hauptaugenmerk auf die Mythologie und das Fantastische. Und an diesem Punkt beginnt die Geschichte meiner Meinung nach zu schwächeln.

Es gibt viele tolle Ideen und interessante Charaktere, doch dies alles auf gerade einmal 330 Seiten unterzubringen ist ein Kunststück, das Aditi Khorana leider nicht ganz gelingt. Vieles wirkt zu konstruiert, wird zu schnell abgehandelt oder nur angerissen. Interessante Ideen werden so nebensächlich abgehandelt, dass sie im Nachhinein sogar als überflüssig erscheinen. So hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl, in einer total anderen Geschichte gelandet zu sein.

Nach einem verheissungsvollen Start flachte so meine Begeisterung bald ab und machte erst einer Ernüchterung, dann sogar einer Enttäuschung Platz. Nachdem ich mich im Mittelteil ab und zu zum Weiterlesen motivieren musste, wird es dann gegen das Ende immer skurriler und abgedrehter. Schlussendlich habe ich das Buch bedauernd zugeklappt. Es hätte so gut werden können, aber  das mit "Amrita. Am Ende begann der Anfang" und mir hätte nicht sollen sein. Schade ....






Sagt man nicht immer so schön, dass man nicht nach dem Äusseren urteilen sollte?
"Amrita. Am Ende beginnt der Anfang" hat mir dies wieder einmal vor Augen geführt. Zwar startet die Geschichte vielversprechend und Aditi Khorana zaubert ein tolles, orientalisches Flair, doch viel zu schnell schwenkt sie den Fokus auf andere Dinge und schenkt ihren zahlreichen Ideen und Charaktere zu wenig Platz um sich zu entfalten und Gewicht zu bekommen. Die Geschichte wirkte auf mich viel zu konstruiert, als dass sie mich hätte begeistern können.







© Favolas Lesestoff

Kommentare:

  1. Hey Favola,
    schade, dass die Geschichte dich nicht begeistern konnte. Ich kann gut nachvollziehen, was du schreibst, da auch ich ab und an das Gefühl hatte, den roten Faden zu verlieren. Ich glaube, dass die Geschichte durch 200 Seiten mehr und mehr Ausarbeitung der einzelnen Szenen durchaus gewonnen hätte. Trotzdem habe ich 5 Federn gegeben, weil mich die Geschichte begeistern und die Kernaussage dahinter fesseln konnte.
    Hab einen schönen Sonntag
    LG
    Yvonne

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  2. Hi Favola!

    Ich habe gerade schon Damaris' Rezension zum Buch gelesen, die es genauso sieht wie du.

    Es ist wirklich schade, weil der Klappentext sich klasse angehört hat und das Buch so ein Hingucker ist. Mittlerweile habe ich aber gar kein Interesse mehr daran hineinzulesen und bin froh, dass ich mir die gewonnene Zeit dann für ein anderes Buch nehmen kann.

    Liebe Grüße und hab noch einen schönen Sonntag
    Effi

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  3. Ich habe das Buch letztes Wochenende auch gelesen und zurzeit sieht man ja auf vielen Blogs Rezensionen dazu (meine kommt auch noch). Ich habe es einiges besser bewertet als du, obschon mir deine Kritikpunkte auch aufgefallen sind. Aber die Wertung ist bei mir sehr stimmungsabhängig, ich war da wohl in sehr wohlwollender Stimmung, in ein paar Wochen hätte es vielleicht anders ausgesehen.

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  4. Als ich mir eben die Beschreibung durchgelesen hab war ich irgendwie total begeistert. Das klingt für mich recht spannend. Gerade das sie sich und ihre große Liebe opfern muss. Das klingt schon echt hart. Schade das sie dir nicht so gut gefallen hat. Ich finde es auch immer nicht so schön, wenn die Charaktere nur wenig Tiefgang haben und sich nicht richtig entfalten können :(

    Alles Liebe
    Maddie
    https://daydreamer4you.blogspot.de/

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