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Dienstag, 22. Oktober 2019

"Niemalswelt" von Marisha Pessl



Titel: Niemalswelt
Untertitel: Ein Psycho-Thriller in Zeitschleife
Autorin: Marisha Pessl
Verlag: Carlsen (22. März 2019)
Genre: Mystery, Psycho-Thriller
Seitenzahl: 384
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren


Inhalt:
Seit Jims ungeklärtem Tod hat Bee keinen ihrer Freunde mehr gesprochen. Als sich die fünf ein Jahr später in einem noblen Wochenendhaus an der Küste wiedertreffen, entgehen sie nachts nur knapp einem Autounfall. Unter Schock und vom Regen durchnässt kehren sie ins Haus zurück. Doch dann klopft ein geheimnisvoller Unbekannter an die Tür und eröffnet ihnen das Unfassbare: Der Unfall ist wirklich passiert und es gibt nur einen Überlebenden. Die Freunde sind in einer Zeitschleife zwischen Tod und Leben gefangen, in der sie dieselben elf Stunden immer wieder durchlaufen – bis sie sich geeinigt haben, wer von ihnen überlebt. Der Schlüssel zur Entscheidung scheint Jims Tod zu sein – in ihrer Verzweiflung beginnen die Freunde nachzuforschen, was wirklich mit ihm passiert ist, in jener Nacht, in der er in den Steinbruch stürzte. Und langsam wird klar, dass sie alle etwas zu verbergen haben …
(Bild- und Textquelle: Carlsen)  




Ein Jahr ist es her seit Bees Freund Jim gestorben ist. Seither hat sie ihre Freunde gemieden, doch nun treffen sich die fünf wieder. Die Stimmung ist sehr angespannt und dann entgehen sie auch nur knapp einem Autounfall.


Sonntag, 26. April 2015

[Rezension] "Bis aufs Haar" von K. A. Harrington






Titel: Bis aufs Haar
Autorin: K. A. Harrington
Verlag: Magellan (20. Januar 2015)
Genre: Jugendthriller
ISBN: 978-3734850066
Seiten: 288
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre






Das Cover hat mich irgendwie gereizt. Und da dann auch die Inhaltsangabe vielversprechend klang, stand für mich schnell fest, dass ich endlich weider einmal einen Jugendthriller lesen musste.





Morgans Freund Flynn ist tot, gestorben bei einem Autounfall. Doch irgendetwas stimmt nicht. Es gibt keine Beerdigung, kein Grab, keine Aufzeichnungen über ihn im Krankenhaus. War es wirklich ein Unfall? Morgan beginnt nachzuforschen. Als sie zufällig Evan begegnet, werden ihre Zweifel immer lauter, denn Evan sieht haargenau so aus wie Flynn. Wie ist das möglich?

Ihre Suche nach der Wahrheit führt Morgan nicht nur zu den verlassenen Orten der Stadt, sondern bringt sie Schritt für Schritt auch demjenigen näher, der im Geheimen die Fäden in der Hand hält. Morgan ahnt nicht, in welcher Gefahr sie schwebt, bis es beinahe zu spät ist.
(Text- und Bildquelle: Magellan Verlag)




Einstieg ins Buch:
Er hat mich angelogen.
Das war mein erster Gedanke, als ich ihn bemerkte.

Gleich mit dem Prolog steigt K. A. Harrington spannend ein. Morgan trifft unverhofft auf ihren Freund. Der Schock sitzt tief, als dieser angefahren wird und das Auto einfach weiterfährt. Schnell alarmiert Morgan einen Krankenwagen, doch Flynn stirbt.
Drei Monate später ist sie immer noch am Boden zerstört und lenkt sich mit ihrem Hobby ab. Sie fotografiert für ihre Mappe verlassene Orte, um sich für einen Platz im Sommerkurs am College zu bewerben. Zur Seite steht ihr ihre beste Freunde Toni. Sie versucht immer wieder, Morgan bei der Bewältigung ihrer Trauer zu helfen. Eines Nachmittags schlägt sie darum vor, als symbolischen Abschluss auf FreindShare ein Foto von Flynn zu posten. Doch obwohl Flynn nie bei FriendShare war, landet die Gesichtserkennungssoftware einen Treffer. Und als sie das Profil des vorgeschlagenen Evan anklicken, erschrecken sie, denn er sieht wirklich aus wie Flynn. Da Toni einen gemeinsamen Freund hat, entschliessen sie, der Sache auf den Grund zu gehen.

Und von nun an baut die Autorin kontinuierlich Spannung auf, denn sobald Morgan auf Evan trifft, werden immer mehr Fragen aufgeworfen. Sie muss ihren toten Freund hinterfragen und ist sich plötzlich in gar nichts mehr sicher. Waren alles Lügen? Wem kann sie trauen?

Er hatte mich geküsst, meine Hand gehalten, mir zugehört, wenn ich ihm meine Gefühle anvertraut hatte. Aber er selbst war eine einzige wandelnde Lüge.     (Seite 45)

Morgan ist eine sehr sympathische Protagonistin. Sie handelt ruhig und überlegt, lässt jedoch nicht locker und will Gewissheit haben, auch wenn die Wahrheit vielleicht schmerzen könnte. Ihre beste Freundin Toni ist dafür eher impulsiv und immer für einen Spass zu haben. Und so ergänzen sich die beiden perfekt, was sie zu einem unschlagbaren Team macht.

K. A. Harrington baut in ihrem Jugendthriller nicht auf blutige Action und Schockmomente, sondern auf eine dichte Atmosphäre und ein passend schauriges Settinge. Einst war River's End eine aufblühende Wirtschaftsstadt, doch durch einen Eklat in der örtlichen Stell musste diese die Tore schliessen. Zurück blieben viele Häuser und Anlagen, die nun leer stehen und arbeitslose Menschen, die je länger je mehr verhärmten. 
Diese verlassenen Plätze sind natürlich Anziehungspunkte für die Jugendlichen und so werden in den verlassenen Häuser Partys organisiert oder man trifft sich auf der geschlossenen Minigolf-Anlage oder dem ehemals beliebten Vergnügungspark. Diese zum Teil gruseligen Schauplätze verleihen der Geschichte das besondere Etwas und das Cover bringt das ganze auf den Punkt.

"Genauso fangen diese ganzen billigen Horrrfilme an. Und du bist das dämliche Mädchen, das man in so einem Film am liebsten anschreien würde.    (Seite 144)

Harringtons Schreibstil lässt sich locker und flüssig lesen, so dass man sehr gut in die Geschichte reinkommt und diese einen sehr schnell packt. Das Setting fasziniert und das Geheimnis will gelüftet werden, so dass man sich von Seite zu Seite, von Kapitel zu Kapitel liest und gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht. Fast zu schnell ist das Buch dann ausgelesen, doch ein in sicher abgeschlossener Einzelband ist zwischendurch auch immer schön.







"Bis aufs Haar" beweist, dass auch auf gerade einmal 280 Seiten ein packender Thriller erzählt werden kann. Und da auch noch Freundschaft, Familie und Liebe im Zentrum der Geschichte stehen, ist es sogar mehr als 'nur' ein Thriller. Harrington weiss zu fesseln und spricht ganz bestimmt die Jugendlichen an. Ich für meinen Teil konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, bevor ich das Geheimnis um Flynn und Evan gelüftet hatte.






 


K. A. Harrington lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Massachusetts. Wenn sie nicht gerade schreibt, sieht sie sich eine ihrer Lieblingsserien an oder denkt über ihren nächsten Urlaub nach. Besonders gerne fährt K. A. Harrington nach Disney World. Sie hat den Vergnügungspark bereits siebzehn Mal besucht.

(Textquelle: Magellan Verlag)




Samstag, 24. Januar 2015

[Rezension] "Schrei" von Eric Berg





Titel: Schrei
Autor: Eric Berg
Genre: Jugendthriller
Verlag: bloomoon (8. Januar 2015)
ISBN: 978-3845807751
Seiten: 160
empfohlenes Lesealter: 14 - 17 Jahren





Früher habe ich sehr oft Thriller gelesen, doch in letzter Zeit ist dieses Genre definitiv zu kurz gekommen. Da Cover und Inhalt von "Schrei" vielversprechend aussahen, habe ich mich dazu entschlossen, es zumindest mit einem Jugendthriller wieder einmal zu versuchen.





Es sind schwüle Tage im August, als Lulu ins Internat am See zurückkehrt. Aber ihr graut vor dem bevorstehenden Schuljahr. Nicht nur, dass ihre beste Freundin plötzlich wie besessen Todesszenen zeichnet und Lulu fies gemobbt wird. Ausgerechnet Niko geht ihr nicht mehr aus dem Kopf, obwohl sie doch eigentlich glücklich mit Lars zusammen ist. Lulu muss sich endlich entscheiden, wen sie wirklich liebt, bevor es zu spät ist …
(Bild- und Textquelle: bloomoon)




Einstieg ins Buch:
Scheisse gelaufen. Das ist das Erst und Letzte, was mir durch den Kopf geht wenn ich daran denke. 

Im ersten Kapitel spricht Heiko den Leser direkt an und wirft ihm einige reisserische Infobrocken vor, macht jedoch nur Andeutungen, so dass man sofort gepackt wird und herausfinden möchte, was da wirklich geschehen ist, dass die Internatsleitung die Schule dicht gemacht hat. 
Danach begleiten wir Lulu auf dem letzten Wegstück zurück nach Sommerfeld, zurück ins Internat , ins Haus Lombardi, an den zukünftigen Unglücksstelle.

Eric Berg geht ungewohnte Wege. Er vereint in "Schrei" zwei ganz unterschiedliche Erzählweisen. Zum einen erleben wir an der Seite von Lulu die Vergangenheit bis zum Unglück. Hier erzählt der Autor in der 3. Person und zeigt uns die Sicht der einst sehr beliebte Kapitänin der Volleyballmannschaft, Schülersprecherin und Redakteurin der Schülerzeitung. Doch dann erleben wir, wie die Situation kippt und Lulu mehr und mehr gemobbt wird.

Am liebsten hätte sie sich auf der Stelle in den Schatten eines Baumes gesetzt und ausgiebig geweint, um alles rauszukriegen, was an Frust und Mutlosigkeit in ihr war. Doch die Zukunft konnte man leider nicht einfach wegweinen oder mit Tränen besänftigen, man konnte sie nur durchstehen.     (Lulu, Seite 19)

Zwischen diesen Kapiteln kommen die verschiedensten Mitschüler zu Wort und zwar in der Gegenwart, also nach dem Unglück. Diese schildern ihre Meinung zu den Geschehnissen und zur Person von Lulu und sprechen dabei den Leser zum Teil direkt an. Durch diese Abschnitte bekommen wir von Lulu ein ganz anderes Bild und setzten nach und nach das Puzzle zusammen.

Auf der einen Seite fand ich das richtig toll, denn wir erleben die unterschiedlichsten Blickwinkel, was äusserst spannend ist. Lulu wird von allen Seiten beleuchtet und wird in Schatten und Licht getaucht. Auf der anderen Seite kommen so auf gerade einmal 160 Seiten 13 Personen zu Wort, was die Lektüre auch anspruchsvoll macht. Über diese Erzähler erfahren wir nämlich nicht viel, sie dienen nur als Informationsquelle, um den Nebel um das Unglück zu zu lichten, und so wird es manchmal schwierig, diese ins Gesamtbild einzuordnen.

"Du siehst nicht seinen Charakter, sondern nur das Drumherum. Jenny ist das Drumherum völlig egal. So ist das, wenn man jemanden liebt."     (Simon zu Lulu, Seite 125)

Eric Berg passt seinen Schreibstil perfekt dem Erzähler an, was ein interessantes Spannungsfeld gibt. Lulus Kapitel schildert er recht sachlich und ruhig, für die Berichte der Mitschüler verwendet er eine sehr direkte und jugendliche Sprache.





Eric Berg begeht interessante Wege und führt die Vergangenheit und das Jetzt an den gleichen Platz namens 'Unglücksstelle', auch als 'Tatort' bekannt. Die unterschiedlichsten Blickwinkel erzeugen Spannung und führen uns Schritt für Schritt Richtung Ziel.
"Schrei" ist ein Jugendthriller, der es in sich hat.




Zum Buch gibt es auch eine interessante Seite: *klick*





© Derek Henthorn
Eric Berg ist das Pseudonym des deutschen Schriftstellers Eric Walz. Er wurde 1966 in Königstein geboren und beschloss im Jahr 2002, seinen lang gehegten Kindheitstraum zu verwirklichen und Bücher zu schreiben. Bereits mit seinem Debütroman „Die Herrin der Päpste“konnte er einen großen Erfolg verbuchen. Weitere Romane historischen Inhalts folgten, ehe sich Walz kriminalistischen Themen widmete, die er unter dem Pseudonym Eric Berg veröffentlicht. Sein Kriminalroman „Das Nebelhaus“ stand monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, auch der Nachfolger „Das Küstengrab“ entwickelt sich zum Verkaufsschlager.

Im Frühjahr 2015 erscheint mit „SCHREI“ Walz‘ erster Roman für Jugendliche bei bloomoon, ebenfalls unter dem Pseudonym Eric Berg.
(Bild- Textquelle: bloomoon)


Sonntag, 14. September 2014

[Rezension] "Ihr seid nicht allein" von Robison Wells




Titel: Ihr seid nicht allein
Reihe: ja, Band 2/2
Originaltitel: Feedback
Autor: Robison Wells
Genre: Jugendbuch, Thriller
Verlag: FISCHER FJB (21. August 2014)
ISBN: 978-3841421418
Seiten: 400
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren





"Du kannst keinem trauen" hatte mich positiv überrascht und liess mich mit einem unbefriedigendem Ende zurück, so dass ich de Fortsetzung möglichst schnell lesen musste.




Nach der Flucht aus dem Elite-Internat haben von über 50 Schülern nur der 18-jährige Benson und Becky überlebt. Doch jenseits der Mauern und Stacheldrahtzäune lauert eine noch viel größere Gefahr. 
Plötzlich steht die verstorbene Jane vor Benson. Sie ist lebendig und fristet ihr Dasein in einem Fort für Schüler der Maxfield Academy, die durch Duplikate ersetzt wurden. Aber auch sie alle sind Gefangene und durch einen Chip im Kopf auf seltsame Art mit ihren Duplikaten in der Schule verbunden. Ein Kampf mit unklaren Fronten beginnt, denn Benson und Becky können sich nicht sicher sein, wer Freund und wer Feind in diesem wahnsinnigen Experiment ist.
(Bild- und Textquelle: Fischer FJB)



Einstieg ins Buch:
Wie versteinert starrte mich Jane an. Sie war älter, als ich sie in Erinnerung hatte - älter als die Jane, die ich kannte. 

"Du kannst keinem trauen" fesselte mich mit einem ausgeklügelten Schulsystem, spannenden Gruppenkonstellationen, überraschenden Wendungen und einem Waffenstillstand, der gebrochen wurde. Das Ende liess mich dann etwas verwirrt und mit vielen Mutmassungen zurück, so dass ich richtig froh war, nicht lange auf Band 2 warten zu müssen.

Von "Ihr seid nicht alleine" erwartete ich also wieder viel Spannung, aber vor allem auch viele Antworten. Doch nun nach der Lektüre muss ich leider sagen, dass Robison Wells an den so vielversprechenden ersten Band nicht anknüpfen konnte. Der wurde für mich nämlich schnell zum Pageturner, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte. Bei "Ihr seid nicht alleine" hatte ich oft das Gefühl auf der Stelle zu treten, kaum vorwärts zu kommen. Immer auf den grossen Clou hoffend, hangelte ich mich von Seite zu Seite, doch wirklich spannend wurde es erst ganz am Schluss. Dank seinem kurzweiligen Schreibstil konnte mich Robison Wells trotzdem bei der Stange halten. 

Becky und Benson finden auf ihrer Flucht Zuflucht in einem Dorf, in dem sie auch auf die echte Jane und einige andere Schüler der Maxfield treffen. Diesen Punkt fand ich sehr interessant, denn Benson muss merken, dass die wahren Personen  anders sind als ihre Doubles in der Schule - anders, aber doch ähnlich - und er muss sich ihnen erst wieder neu annähern. 

Benson als Protagonist konnte mich weitgehendst überzeugen. Durch seine Schuldgefühle den vielen Toten gegenüber, die ihm folgen und ausbrechen wollten, entwickelt er ein enormes Beschützersyndrom gegenüber Becky. Unter keinen Umständen will er sie alleine lassen. Vor allem ihr, aber auch allen anderen Dorfbewohner möchte er unbedingt zur Flucht verhelfen und beweist wirklich Mut. Er lässt sich nicht unterkriegen und denkt sich immer wieder neue Möglichkeiten aus. 

Von 'schockierend und fesselnd' ist hier leider nicht mehr wirklich viel übrig geblieben. Band 2 gehört nun definitiv ins Regal der Science Fiction und ist auch noch anders - vor allem das Ende .... Hier hat es sich der Autor meiner Meinung nach viel zu einfach gemacht und die Auflösung liess mir den Mund offen stehen. Auch Fragen zum Inhalt bleiben zurück, doch vor allem eine steht im Vordergrund: Warum muss es unbedingt SO enden ....




Schade, schade .....
Leider konnte Robison Wells nicht an seinen so vielversprechenden ersten Band anknüpfen. 
Er hat zwar auch in "Ihr seid nicht allein" einige interessante Ideen, doch wirklich zu fesseln wusste mich die Geschichte nicht. Erst kurz vor Ende wurde die Spannung angezogen, die Auflösung hat mich dann jedoch etwas sprachlos zurück gelassen.






   

  1. Du kannst keinem trauen     zu meiner Rezension
  2. Ihr seid nicht allein    




Robison Wells hat während seines Studiums viel lieber gelesen und geschrieben, als etwas über Finanzwirtschaft zu lernen. Dabei herausgekommen sind diese spannenden Actionthriller. Das Studium hat er dennoch beendet. Robison Wells lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Holladay, Utah.

(Bild- & Textquelle: Fischer Verlage)


Donnerstag, 3. Juli 2014

[Rezension] "Du kannst keinem trauen" von Robison Wells





Titel: Du kannst keinem trauen
Reihe: ja, Band 1
Originaltitel: Variant #1
Autor: Robison Wells
Genre: Jugendbuch, Thriller
Verlag: FISCHER FJB (22. Mai 2014)
ISBN: 978-3841421401
Seiten: 480





Schon lange habe ich keinen Thriller mehr gelesen - und das, obwohl ich früher sehr oft zu Bücher aus diesem Genre gegriffen habe. Der Fischer Verlag hat mir dann mit Appetithäppchen den Mund wässrig gemacht, so dass ich schlussendlich der Versuchung nicht widerstehen konnte.




Der 18-jährige Benson hat ein Stipendium für ein Elite-Internat ergattert. Doch die Schule ist nicht wie erwartet: Umgeben von Stacheldraht und hohen Mauern, ohne Kontakt zur Außenwelt sind die Schüler dort Gefangene. Es gibt keine Lehrer, aber strikte Regeln, deren Einhaltung durch Kameras überwacht und mit harten Strafen geahndet wird.
Die Schüler sind gezwungen, um ihr Überleben an der Schule zu kämpfen. Gegen die Regeln verliebt sich Benson in Jane. Als sie bei einem brutalen Kampf schwer verletzt wird, macht Benson eine grauenvolle Entdeckung …

(Bild- und Textquelle: Fischer FJB)



Einstieg ins Buch:
"Das ist aber keine von diesen megastrengen Schule, oder?", fragte ich Ms Vaughn, als wir durch das schwere Maschendrahttor fuhren. Der Zaun mochte gut dreieinhalb Meter hoch sein und war oben mit Stacheldraht verstärkt, wie bei einem Gefängnis oder einem Sicherheitsdepot der Polizei.

Wir steigen mit Benson Fisher zusammen ins Auto und lassen uns von Ms Vaughn zur Maxfield Academy chauffieren. Auf der Fahrt erfahren wir von Bensons düsterer Vergangenheit, seinen vielen Pflegefamilien, ständigen Ortswechsel und seiner Hoffnung, mit dem Stipendium dieser Schule endlich einen normalen Alltag zu finden - im Internet sah die Schule ja sehr vielversprechend aus.
Doch bei seiner Ankunft sieht alles anders aus. Das Schulgelände ist wie ein Gefängnis gesichert, überall sind Kameras installiert und die Schüler müssen sich selber organisieren. Erwachsene gibt es auf dem Gelände nämlich keine, doch es herrschen klare Vorschriften und über einen Bildschirm erhalten sie jeweils das Tagesprogramm.

Dieser Bildschirm beherrschte unser Leben – er sagte uns, wo wir hinmussten, wann wir dort sein mussten und welche Kleidung wir zu tragen hatten.      (Seite 203)

Die Schüler formieren sich in drei unterschiedlichen Banden. Die meisten gehören zu der Society, die davon überzeugt sind, durch Gehorsam zum Ziel zu kommen. Die Havoc sind sehr laut und wollen vor allem Party feiern und dann gibt es noch die Variants, das ist der Rest. Jeder muss sich für eine Gruppe entscheiden, sonst hat er keine Überlebenschancen. Durch Arbeiten können Punkte gesammelt werden, die in der Maxfield Academy eine Art Währung darstellen. 
Wer gegen eine der vier grossen Vorschriften verstösst wird zum Arrest abgeholt. Alle wissen, dass das das Todesurteil ist, denn von da ist noch kein Schüler zurückgekommen.

Benson hat grosse Mühe, die Zustände der Schule zu akzeptieren und sofort ist ihm klar, dass er so schnell wie möglich fliehen muss. Doch das System der Schule greift und so muss er sich mit seiner neuen Bande arrangieren. Insgeheim plant er aber weiter und versucht das Geheimnis der Schule zu lüften. Die Entwicklung des Protagonisten wird schön aufgezeigt, aber durch seine Vergangenheit, hätte ich bei Benson noch mehr Ecken und Kanten vermutet. Er war mir stellenweise zu glatt.

Interessant fand ich, wie Robison Wells das Paintball in die Story eingebaut hat, denn das ist erfrischend neu und passt sehr gut. 

Die Idee, Jugendliche sich selber zu überlassen, ist nicht neu, doch Robison Wells hat diese Basis sehr gut ausgearbeitet. Nachdem man sich schockiert in den Schulalltag eingelesen hat, baut der Autor permanent an Spannung auf, so dass das Buch kaum mehr aus der Hand gelegt werden kann.
Und dann kommt der Punkt, der alles verändert, die grosse Überraschung, das grosse 'Oh'. Und man realisiert, wie passend der Titel ist, denn ab da, kann Benson keinem mehr vertrauen ....

Das Ende kommt dann etwas gar schnell und abrupt und hat mich verwirrt und mit vielen Mutmassungen zurück gelassen. Nur gut, dass der zweite Band "Ihr seid nicht alleine" schon am 21. August 2014 erscheinen wird.




schockierend, fesselnd, anders
"Du kannst keinem trauen" ist nichts für zarte Seiten. Robison Wells hat mehr als 'nur' einen Thriller geschaffen. Ein ausgeklügeltes Schulsystem, spannende Gruppenkonstellationen, überraschende Wendungen und ein Waffenstillstand, der gebrochen wird, machen das Buch zu einem absoluten Pageturner.






   

  1. Du kannst keinem trauen
  2. Ihr seid nicht allein     (Erscheinungstermin: 21. August 2014)




Robison Wells hat während seines Studiums viel lieber gelesen und geschrieben, als etwas über Finanzwirtschaft zu lernen. Dabei herausgekommen sind diese spannenden Actionthriller. Das Studium hat er dennoch beendet. Robison Wells lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Holladay, Utah.

(Bild- & Textquelle: Fischer Verlage)


Dienstag, 24. April 2012

[Rezension] Wie du ihr von Bernard Beckett






 
Lesegrund:
Dieses Buch habe ich wegen der Lieblingsbuch-Challenge ausgesucht.


Kurzbeschreibung:
Alles, was du willst, ist Gerechtigkeit.
Das, was dir bleibt, ist Rache.
Orientierungslos wacht Marko in einer psychiatrischen Klinik auf: Wie kam er hierher? Warum wurde er betäubt? Was wird mit ihm geschehen? Dann erkennt er jemanden aus seiner Vergangenheit – und begreift, dass er sterben soll. Marko muss Zeit gewinnen. Genügend Zeit, um seine Geschichte aufzuschreiben: die Geschichte eines harmlos beginnenden Ausflugs, eines Erdbebens, das Markos Welt zum Einsturz brachte, und eines Mordes, der nie gesühnt wurde. In der fiebrigen Atmosphäre einer Gesellschaft am Abgrund fasst Marko einen Plan: Er wird den Täter zur Rechenschaft ziehen.


Meine Meinung:

Einstieg ins Buch:

15. April

Als ich sieben war, habe ich dem Lehrer mal die Kreide geklaut. Ich brauchte sie für ein Spiel. Ein Mädchen aus meiner Klasse names Susanna verpetzte mich und zur Strafe musste ich in der Mittagspause drinnen bleiben. An diesem Nachmittag habe ich zum ersten Mal in meinem Leben die Schule geschwänzt.

Als Marko mit einigen Mitschülern im Rahmen eines Outdoorkurses zu einer Expedition durch die Wildnis Neuseelands aufbricht, ahnt er noch nicht, dass er schon bald um sein Leben kämpfen muss. In seiner Wandergruppe gibt es von Anfang an Stress, denn sie sind die "Übriggebliebenen": der manipulative Jonathan, der allen den Ausflug versauen und dem Lehrer etwas beweisen will, die stille, in sich gekehrte Lisa, die beliebte Rebecca, die in diese Aussenseiter-Gruppe abgeschoben wurde und eben Marko. Erst klappt in ihrem Viererteam überhaupt nichts, ihre Begleitperson bleibt aber ruhig und gelassen. Nach und nach entwickeln sie sich trotz allen Hindernissen zu einer Gruppe und ein Erdbeben, das alles verwüstet und der Mord an ihrer Begleitperson schweisst die Vier toal zusammen.

Tage später wacht Marko in einer Psychieatrie auf und kann sich an kaum mehr etwas erinnern, da er unter starken Medikamenten steht. Er erkennt im Krankenhaus jedoch einen der Mörder und entscheidet für sich, dass der Arzt sterben muss. Heimlich setzt er seine Medikamente ab und beginnt seine Rache zu schmieden. Da er aber Angst hat, dass der Arzt ihm zuvorkommen möchte, schreibt er seine Geschichte auf.

"Gestern Abend habe ich den Arzt gesehen und wusste sofort, was ich tun musste. Ich habe keine Wahl. Ich werde ihn töten. Ich habe ihn nur kurz auf der Station gesehen. Er hat so getan, als wäre er ein ganz normaler Arzt. Als könnten die Risse, die beim Erdbeben entstanden sind, seine Vergangenheit verschlucken."

So wechseln sich die Kapitel zwischen Gegenwart und Vergangenheit ab. Die gesamte Geschichte ist aus der Sicht von Marko geschrieben. Einmal erfährt man, was aktuell in der psychiatrischen Klinik vor sich geht und die Kapitel dazwischen sind dann eine Art Tagebuchaufzeichnung von Marko, in denen man nach und nach erfährt, was passiert ist, warum er in dieser Lage ist.  Dies bringt Tempo in die gesamte Geschichte und die Spannung steigt, da man unbedingt erfahren möchte, was denn genau geschehen ist.

"Ich bin meine Geschichte und ich werde meine Geschichte am Leben halten. Ich werde nicht schlafen. Ich werde alles aufschreiben. Ich will nicht sterben."

Die Protagonisten wirken wie reale Schüler, sind aber recht einfach dargestellt.

Am meisten erfährt man natürlich über den Hauptprotagonist Marko, von dem man vom Einsteig des Buches her weiss, dass er sehr starke Rachegefühl hat. Sonst ist er ein sehr stiller Aussenseiter, der seine Meinung lieber für sich behält und nicht oft das Wort ergreift. Da er den Mord beobachtet, jedoch nicht eingegriffen hat, plagen ihn grosse Schuldgefühle und er hält sich für einen Feigling. So möchte er wenigstens die Mörder nicht ungeschoren davonkommen lassen und die Rache ist sein Ziel. Doch wie weit darf Rache gehen?

Das Buch ist sehr flüssig geschrieben und mit seinen lediglich 182 Seiten rasch ausgelesen. Gerade dass sich der Autor nicht mir vielen Nebensächlichkeiten abgegeben hat, verleiht dem Buch mehr Tempo und Spannung. Für mich war nur der Teil mit dem Mord etwas gar kurz geraten. Was machen die Männer so kurz nach dem Erdbeben in der Wildnis? Möchte man da nicht lieber in der Not helfen statt eine Frau zu bedrängen? Diese Situation fand ich etwas unglaubwürdig.

Fazit:
"Wie du ihr" ist ein temporeicher und fesselnder Jugend-Krimi, der gekonnt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und herhüpft.



der Autor:
© privat
Bernard Beckett, geboren 1967, ist einer der bekanntesten und profiliertesten neuseeländischen Autoren für junge Erwachsene. Seit 1999 hat er acht Romane veröffentlicht, von denen viele mit den wichtigsten Literaturpreisen Neuseelands ausgezeichnet wurden. “Wie du ihr” war in der Kategorie Junge Erwachsene für den New Zealand Post Book Award nominiert. Beckett lebt mit seiner Frau Clare in Wellington. Er unterrichtet Mathematik und Englisch an einer Highschool.    (Bild- und Textquelle: Script 5)

Infos zum Buch:
Titel: Wie du ihr
Originaltitel:   Jolt
Autoren: Bernard Beckett
Genre: Jugendliteratur, Thriller
Verlag: Script5 (15. Januar 2011)
ISBN: 978-3839001240
Seiten:  182