Dienstag, 2. Juni 2026

"Empire of Burning Shadows" von Maxime Herbord




Titel: Empire of Burning Shadows
Reihe: Magical FateBand 1
Autorin: Maxime Herbord
Verlag: Cove (30. April 2026)
Genre: Romantasy
Seiten: 432
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 16 Jahren  
 





Lesegrund:

Bei der Programmvorschau wurde das Buch allen ans Herz gelegt, so dass ich mir dachte, dem Debüt eine Chance zu geben...


Kurzbeschreibung:

Echter Magie begegnet Joslin nur einmal im Jahr: während der Nacht des Lichterschattenfests, das mit einem Kuss um Mitternacht endet. Doch dieses Mal ist alles anders. Zwei mächtige Magier erkennen in ihr etwas Einzigartiges – und Gefährliches. Als Schattenläufer das Dorf überfallen, wird Joslins Familie auseinandergerissen. Entschlossen, ihren Bruder zu retten, stürzt sie sich in eine gefährliche Mission, die sie mitten in den Krieg zwischen Licht und Schatten führt – und zu den Männern, die Joslins Magie zum Leuchten bringen: einer so hell wie der Tag, der andere so verlockend wie die Nacht. 
(Bild- und Textquelle: Cove) 



meine Meinung:



Einstieg ins Buch:Hastig verliess ich den Waldweg, der von unserem Hof direkt zum Marktplatz führte. Die Sonne war bereits fast verschwunden, und die Baumwipfel glühten warm im Abendrot - ein klares Zeichen dafür, dass ich viel zu spät dran war.



Die Inhaltsangabe von "Empire of Burning Shadows" klang vielversprechend: Magie, ein Krieg zwischen Licht und Schatten, Geheimnisse und eine gefährliche Reise. Umso grösser war leider meine Enttäuschung beim Lesen.

Dabei merkt man dem Buch durchaus an, wie viel Herzblut darin steckt. Besonders die Illustrationen im Buchinneren fallen sofort ins Auge und zeigen, wie viel Mühe die Autorin in ihr Werk investiert hat. Leider konnte mich die Geschichte selbst jedoch kaum überzeugen.

Im Mittelpunkt steht Joslin, die nach einem Angriff auf ihr Dorf ihren entführten Zwillingsbruder retten möchte. Die Ausgangslage bietet eigentlich viel Potenzial, doch schon nach wenigen Kapiteln verlor die Handlung für mich an Glaubwürdigkeit. Obwohl Joslins grösstes Ziel die Rettung ihres Bruders sein sollte, verliert sie dieses immer wieder aus den Augen. Statt konsequent ihrer Mission zu folgen, lässt sie sich von anderen Figuren treiben und trifft Entscheidungen, die oft wenig nachvollziehbar wirken.

Auch die beiden männlichen Hauptfiguren Lanir und Khiran konnten bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Beide bleiben über weite Strecken erstaunlich blass und werden vor allem über ihre geheimnisvolle Ausstrahlung definiert. Gerade das angekündigte Liebesdreieck wirkte dadurch wenig überzeugend. Noch weniger nachvollziehen konnte ich die als Slow Burn beworbene Liebesgeschichte. Die emotionale Entwicklung ging für mein Empfinden viel zu schnell und wirkte eher konstruiert als natürlich gewachsen. 

Mein grösster Kritikpunkt betrifft jedoch das Worldbuilding. Für eine Geschichte, die als High Fantasy vermarktet wird, bleiben erstaunlich viele Fragen offen. Die Welt, die verschiedenen Völker, die Magie und auch der Konflikt zwischen Licht- und Schattenläufern werden nur oberflächlich angeschnitten. Statt Antworten zu liefern, häufen sich im Verlauf der Handlung immer mehr offene Fragen. Dadurch fiel es mir schwer, wirklich in die Geschichte einzutauchen oder eine Verbindung zur Welt aufzubauen.

Der Schreibstil hat mir die Lektüre zusätzlich erschwert. Meiner Klasse erkläre ich immer, dass sie Adjektive in ihre Geschichten einbauen sollen, damit diese bildhaft und spannend wird. 
Meiner Meinung nach war das hier definitiv zu viel des Guten. Zu viele Adjektive, zu viele Metapher, so dass der Schreibstil zu gewollt besonders, ja zu schwülstig wurde. 
Zudem stolperte ich immer wieder über logische Ungereimtheiten und Widersprüche, die meinen Lesefluss zusätzlich beeinträchtigten.


Fazit:

Natürlich gab es einzelne interessante Ansätze und die Grundidee besitzt durchaus Potenzial. Insgesamt wirkte die Geschichte für mich jedoch unfertig und unausgereift. Weder die Figuren noch die Welt konnten mich emotional erreichen. So bleibt "Empire of Burning Shadows" für mich leider weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Fortsetzung werde ich mir daher sparen.





© Favolas Lesestoff

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