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Donnerstag, 14. September 2023

"Future Fairy Tales - Geschichten aus einer anderen Welt" von Holly-Jane Rahlens






Titel: Future Fairy Tales
Untertitel: Geschichten aus einer anderen Welt
Autorin: Holly-Jane Rahlens
Übersetzerin: Christiane Steen
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (8. März 2022)
Seiten: 272
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 13 Jahren



Ich muss ja ehrlich zugeben, dass mir "Future Fairy Tales" zuvor überhaupt nicht aufgefallen ist - auch wenn ich die Autorin kenne. Als das Buch dann für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde, musste ich mir diese Geschichten aus einer anderen Welt genauer anschauen...



Mittwoch, 8. Juni 2016

[Rezension] "The School for Good and Evil 01. Es kann nur eine geben" von Soman Chainani

Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem



Titel: Es kann nur eine geben
Reihe: The School for Good an Evil, Band 1
Autor: Soman Chainani
Übersetzerin: Ilse Rothfuss
Verlag: Ravensburger Buchverlag (28. August 2016)
Genre: Fantasy, Märchen
ISBN: 978-3473401413
Seiten: 544
vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre



Ich bin schon vor recht langer Zei auf "The School for Good and Evil" aufmerksam geworden. Zum ersten Mal gesehen habe ich es vor zwei Jahren bei Lisa, danach jedoch auch noch auf anderen Blogs. Das Cover finde ich wieder einmal etwas anderes und richtig toll. Und da schon einige, die das Buch auf Englisch gelesen haben, davon schwärmten, hatte ich lange darauf gehofft, dass es übersetzt wird. Der Ravensburger Buchverlag erfüllte mir zum Glück diesen Wunsch.





Auf der Schule der Guten und der Schule der Bösen werden Jugendliche für ihre spätere Karriere in einem Märchen ausgebildet: als Helden und Prinzessinnen oder aber als Schurken und Hexen. Sophie träumt seit Jahren davon, Prinzessin zu werden. Ihre Freundin Agatha dagegen scheint mit ihrem etwas düsteren Wesen für die entgegengesetzte Laufbahn vorbestimmt. Doch das Schicksal entscheidet anders und stellt die Freundschaft der Mädchen auf eine harte Probe ...
(Textquelle: Ravensburger Buchverlag)



Einstieg ins Buch:
Sophie hatte sich ihr Leben lang auf den Tag ihrer Entführung gefreut. Die anderen Kinder von Gavaldon lagen jetzt schlotternd in ihren Betten, denn sie wussten, dass sie ihr Zuhause nie wiedersehen würden, wenn der Schulmeister sie holte.

"The School for Good and Evil" sticht einem nur schon optisch sofort ins Auge. Das Cover ist toll gezeichnet und das Wappen der Schule wird durch Spotlack zusätzlich hervorgehoben. Wenn man den Buchdeckel aufklappt, erwartet einen eine detaillierte Darstellung der Schule, so dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann.

Inhaltlich kommen Fans von Magie, Märchenadaptionen und Internatsgeschichten sicher auf ihre Kosten. Aber Achtung, in Soman Chainanis Werk nimmt nicht immer alles seinen richtigen Lauf. Er jongliert mit den bekannten Märchenklischees, erschafft eine sehr kreative und abwechslungsreiche Welt und setzt kitschig-rosa-Plüschszenen bitterbösen Reaktionen gegenüber.

"Warum ist es so wichtig, dass wir uns möglichst hässlich und abstossend machen?", bellte Professor Manley weiter.
"Hester?"
"Damit alle Angst vor uns kriegen", sagte Hester und schlürfte ihren Kaulquappensud, bis ihr ganzes Gesicht mir roten Punkten gesprenkelt war.
"Falsch!", brüllte der Lehrer. "Falsch und dumm! Der Grund ist ein ganz anderer. Wer in die Tiefe gehen will, muss sich von der Oberfläche lösen. Nur wenn ihr eure Eitelkeit besiegt, könnt ihr ganz ihr selbst sein."     (Seite 121)

Wie man es von Märchen gewohnt ist, wird der personale Erzählstil verwendet. Dies ist jedoch auch der Grund, dass mir die beiden Protagonistinnen etwas zu distanziert blieben, dafür bekam man als Leser einen tollen Einblick in beide Schulen.
Aghatha und Sophie könnten unterschiedlicher nicht sein. Die hübsche Sophie fiebert schon lange der Nacht entgegen, in der der Schulmeister die Kinder entführt, denn für sie steht fest, dass sie die Hauptrolle in einem Märchen übernehmen wird - selbstverständlich als Prinzessin - und dort ihren Helden bekommt. Agatha hingegen ist hässlich und garstig. So ist allen klar, welches der Mädchen in die Schule für die Guten und welches in die Schule für die Bösen kommen wird. Doch das Schicksal hat etwas ganz anderes geplant ....

Der Einstieg in die Geschichte hat mir grossen Spass gemacht, denn Soman Chainani beweist einen wahnsinnigen Ideenreichtum und schafft es, für einmal eine ganz andere, frische Märchenadaption aufzugleisen. Zwischenzeitlich verliert er sich mit seiner Geschichte etwas, bevor er die Fäden dann wieder in die Hand nimmt und zu einem rasanten Ende hinführt, bei dem mir dann alles ein wenig zu schnell geht. 

Der Schreibstl ist schlicht gehalten und sehr flüssig zu lesen, so dass man in dem doch eher umfangreichen Buch zügig vorwärts kommt. Wie es bei Märchen meist der Fall ist, bleiben die Gefühle an der Oberfläche, so dass man als Leser emotional nicht wirklich mitgerissen wird. Dafür besticht dieser erste Teil durch viel Kreativität und Witz, so dass ich unterhaltsame Stunden in "The School for Good and Evil" verbracht habe.



"Es wird nur eine geben" ist ein kurzweiliger Einstieg in die Trilogie "The School for Good and Evil". Trotz dem einen oder anderen Kritikpunkte konnte mich Soman Chainani mit seiner spritzigen Märchenadaption, seiner kuriosen Internatsgeschichte, seiner turbulenten Fantasiewelt fesseln und auf die Fortsetzung neugierig machen.










Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem   

  1. Es wird nur eine geben
  2. Eine Welt ohne Prinzen     (Erscheinungstermin: 28. August 2016)




Soman Chainani, Schriftsteller und Drehbuchautor, glaubt noch mehr an Märchen als die Bewohner von Gavaldon. Deshalb schrieb er seine Doktorarbeit in Harvard über die Frage, warum Frauen im Märchen die besseren Bösewichte sind. Und warum in jeder Prinzessin auch ein bisschen Hexe steckt – und umgekehrt. Aus dieser Idee entstand seine Roman-Trilogie „The School for Good and Evil“, mit der er die New- York-Times-Bestsellerliste eroberte.

(Bild- und Textquelle: Ravensburger Verlag)





© by Favolas Lesestoff


Montag, 13. Juli 2015

[Kinderbuch] "LeYo!: Mein grosser Märchenschatz" von Ingmar Wendland & Nina Dulleck




Titel: LeYo!: Mein grosser Märchenschatz
Reihe: LeYo!
Autor: Ingmar Wendland
Illustratorin: Nina Dulleck
Ausführung: Pappbilderbuch, 26,9 x 2,1 x 36 cm
Verlag: Carlsen (20. November 2014)
ISBN: 978-3551221810
Seiten: 16
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren


Wer schon immer einmal wissen wollte, was im bösen Wolf vorging, als er die große Dummheit beging Rotkäppchens Großmutter zu verspeisen oder wie Rapunzel und ihr Prinz doch noch zueinander fanden, wird mit diesem Märchenschatz große Freude haben. Die acht beliebtesten Grimmschen Kindermärchen laden in zeitgemäßem Gewand und den Stimmen ihrer Helden und Schurken zum Zuhören und Mitmachen ein.
Mit wundervollen, großformatigen Bildtafeln, lustigen Dialogen, überraschenden multimedialen Zusatzszenen und vielen Spielen ist Familienspaß garantiert.
(Bild- und Textquelle: Carlsen)







Eigentlich müsste ich hier meine Rezension aufteilen, denn ich halte zuerst einmal natürlich das Buch "Mein grosser Märchenschatz" in den Händen. Von diesem bin ich richtig angetan, denn die Illustrationen von Nina Dulleck sind einfach toll. Auf jeder Doppelseite hat sie ein Mädchen aufbereitet, so dass wir insgesamt acht Klassiker der Gebrüder Grimm geboten bekommen:

  1. Rotkäppchen
  2. Rapunzel
  3. Schneewittchen
  4. Das tapfere Schneiderlein
  5. Rumpelstilzchen
  6. Aschenputtel
  7. Die Bremer Stadtmusikanten
  8. Hänsel und Gretel
Einmal muss man das Buch quer, dann wieder im Hochformat in die Hände nehmen und das Märchen wird dann wie eine fortlaufende Bildergeschichte in einer Zeichnung erzählt. Darunter ist der Text abgebildet, so dass man das Märchen auch gut vorlesen kann. Wenn das Kind die Geschichte schon kennt, kann diese so auch gut vom Kind alleine erzählt werden. Und gemeinsam lassen sich auf den Bildern viele Dinge entdecken. Also von den Illustrationen her ist dieses Buch für mich wirklich ein Schatz.

"Mein grosser Märchenschatz" gehört aber zur LeYo! Reihe vom Carlsen Verlag. Vielen kennen bestimmt schon den tiptoi- oder TING-Stift. Auch LeYo! ist interaktiv, doch dafür braucht man lediglich ein Handy oder ein Tablet. Man muss nur die kostenlose LeYo! App runterladen und dann kann es losgehen. Es gibt drei Möglichkeiten:
  • Durchblick (eigentlich eine digitale Klappenform, denn sie zeigt Unsichtbares)
  • Hören (Das Märchen wird einem erzählt, inklusive Geräusche und zum Teil Musik)
  • Spielen (Hiermit kann die Geschichte erlebt werden)

Die Durchblick-Funktion sieht richtig toll aus, da die Elemente wie rauskommen. Einige sind auch wirklich witzig, doch die meisten haben dann nicht mehr viel mit dem Märchen zu tun.
Das Hören wäre für mich die wichtigste Option, denn meine Kinder lieben beide Hörspiele. Doch ich muss zugeben, dass ich die Handhabung recht schwierig finde. Meine Tochter ist 5 Jahre alt und entspricht also genau dem Zielpublikum. Aber um das Märchen richtig zu hören, muss sie genau den Weg auf dem Bild kennen und das Handy schön ruhig halten können. Ein Schlänker zu weit nach rechts oder links und der Text beginnt von neuem oder sie hat einen Teil übersprungen. Bisher musste ich immer das Handy halten und dann kann ich die Geschichte ja auch gleich selber erzählen. Kinder in dem Alter wollen aber viel lieber alleine mit dem Handy umgehen und alles selber machen ....
Die Spielen-Funktion hat sich mir bisher leider noch nicht erschlossen. Zwar bewegen sich da einige Dinge, doch ich weiss nicht genau, was das mir spielen zu tun hat. 
Ich werde mir aber bestimmt noch das eine oder andere LeYo! Buch anschauen, damit ich die App noch genauer unter die Lupe nehmen kann.





Mit wunderbaren Illustrationen führt uns Nina Dulleck in "Mein grosser Märchenschatz" durch acht Märchen der Gebrüder Grimm.
Das gross Pappbuch gehört zur ineraktiven LeYo! Reihe vom Carlsen Verlag. Toll, dass man dafür einfach eine kostenlose App herunterladen kann. Die App selber konnte mich aber noch nicht ganz überzeugen. Ich werde sie jedoch noch am einen oder anderen Buch ausprobieren.










Mittwoch, 1. April 2015

[Rezension] "Marmorkuss" von Jennifer Benkau






Titel: Marmorkuss
Autorin: Jennifer Benkau
Verlag: script5 (14. Oktober 2014)
Genre: Jugendliteratur, Urban Fantasy, Märchen
ISBN: 978-3839001660
Seiten: 432
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren






Nachdem mich Jennifer Benkau mit "Dark Canopy" und "Dark Destiny" richtig begeistern konnte - Band 1 hat von mir sogar die goldene Leseente verliehen bekommen - war ich sehr gespannt auf ein anderes Buch von ihr.





Jarno, ein rastloser Underdog, küsst ein Dornröschen aus dem letzten Jahrhundert wach – und wird mit ihr in einen Strudel aus Liebe und Gefahr gezogen. Ein berührender Roman mit zwei Liebenden aus verschiedenen Zeiten, meisterhaft erzählt.

Er war ihr in einer alten, mit Rosen überwucherten Villa begegnet – der geheimnisvollen Figur aus weißem Marmor. Und Jarno hatte sich tatsächlich beim Fotografieren der steinernen Schönheit ein bisschen in sie verliebt. Wie verwirrt ist er nun, als nach seinem schüchternen Kuss eine lebendige junge Frau vor ihm steht, die weder elektrisches Licht noch zerrissene Jeans kennt und offenbar hundert Jahre geschlafen hat.
Es beginnt eine märchenhafte Liebesgeschichte und gleichzeitig ein Spiel auf Leben und Tod. Denn Jarno ist kein Prinz – im wirklichen Leben steckt er tief in einem Sumpf aus Verbrechen ...

(Text- und Bildquelle: Script5)



Einstieg ins Buch:
Pisseflecken an grauer Betonwand. Eine umgeworfene Bierflasche; ihr auslaufender Inhalt mischt sich mit Schneetau, der aus dem Profil von Springerstiefeln rinnt.

Märchenadaptionen sind ja schwer in Mode, doch Jennifer Benkaus modernes Dornröschen hebt sich definitiv von der breiten Masse ab.
Ich muss jedoch zugeben, dass sie es mir nicht ganz einfach gemacht hat, in "Marmorkuss" Tritt zu fassen, denn es ist eine recht komplexe Märchenadaption. Die Geschichte enthält zwei Handlungsstränge. Im Jetzt begleiten wir Jarno (Präteritum & personaler Erzählstil), der mit seiner Canon auf der Jagd nach dem perfekten Foto ist, damit er eine Ausbildung zum Fotografen machen kann. In der Vergangenheit erleben wir Klaras Geschichte (Präsens und ich-Perspektive), die sich für Frauenrechte einsetzt, die Ausbildung zur Lehrerin absolviert und gerne Hosen tragen würde.
Die einzelnen Abschnitte in den verschiedenen Zeiten sind meistens sehr kurz, was es mir anfangs erschwerte, richtig reinzukommen. Die Übergänge zwischen den Handlungssträngen sind jedoch richtig gut gemacht. Ein Satz, der zu beiden passt, wird wie als Brücke genutzt.
Da merkt man wieder, dass die Autorin einfach ihr Handwerk versteht, tolle Ideen und einen brillanten Schreibstil auszuweisen hat. 

Einen Traum hatte er auch, so war es nicht. Aber seiner war ein Luftschloss in den Loken und die Leitern, die er zu bauen versuchte, trugen sein Gewicht nicht. Nie.      (Seite 20)

Doch "Marmorkuss" ist weit mehr als 'nur' eine Märchenadaption. Jennifer Benkau arbeitet hier nicht nur die Grundidee der Gebrüder Grimm auf, nein, sie bietet dem Leser zudem auch noch eine Art von Zeitreisegeschichte. Wenn man Klaras Passagen liest, wird einem schnell klar, dass sie in einer früheren Zeit lebt, denn die Regeln der Gesellschaft und auch ihr Erzählstil sind sehr 'altmodisch' und zeigen einen tollen Gegensatz zu Jarnos Sequenzen auf. Durch Klara lernen wir einiges aus der Zeit vor 111 Jahren und vor allem muss die Protagonistin erleben, wie viel sich in dieser Zeit alles verändert hat, was ab und zu sehr amüsant ist. 

Jarno hat sich selber so im Sumpf der bösen Machenschaften verstrickt, dass er unmöglich der Märchenprinz sein kann. Oder brauchen Prinzen heute keine schimmernde Rüstung und keinen Schimmel mehr?
"Marmorkuss" ist definitiv eine sehr realistische Märchenadaption, das uns aber nicht dieses typische schwarz-weiss aufzeigt, sondern sehr viele Graunuancen. Und trotzdem bringt die Autorin gekonnt einig klassische Märchenelemente unter, die Farbe und Magie ins Spiel bringen.

Im zweiten Teil werden die Fäden langsam zusammengezogen und wir durchleben mit Klara und Jarno einen eher ruhigen Abschnitt, bevor die Autorin nochmals aufs Gas tritt und einen astreinen Zielspurt hinlegt. Ob uns Jennifer Benkau bei einem 'Märchen' ein Happy End gönnt? Das wird hier nicht verraten. 

Mut kann sehr viel sein, wenn man sonst nichts hat.     (Seite 422)






Wer einen Ritter in schimmernder Rüstung und auf einem Schimmel sucht ist bei Jennifer Benkau an der falschen Adresse.
Doch wenn man erst einige Dornenranken durchbrochen hat, gibt "Marmorkuss" einem vieles: eine moderne Dornröschen-Adaption mit klassischen Märchenelementen, einer Zeitreisegeschichte mit viel Atmosphäre und einem Schuss Romantik und vor allem hohe Schreibkunst. 






 

Jennifer Benkau lebt mit ihrem Mann, vier Kindern und zwei Hunden inmitten lauter Musik und vieler Bücher im Rheinland. Nachdem sie in ihrer Kindheit Geschichten in eine Schreibmaschine gehämmert hatte, verfiel sie pünktlich zum Erwachsenwerden in einen literarischen Dornröschenschlaf, aus dem sie zehn Jahre später, an einem verregneten Dezembermorgen, von ihrer ersten Romanidee stürmisch wachgeküsst wurde. Von dem Moment an gab es kein Halten mehr.

(Textquelle: Script5)




Mittwoch, 28. Januar 2015

[Rezension] "Lillesang. Das Geheimnis der dunklen Nixe" von Nina Blazon





Titel: Lillesang. Das Geheimnis der dunklen Nixe
Autorin: Nina Blazon
Genre: Kinderbuch, Urban Fantasy. Märchen
Verlag: cbt (1. September 2014)
ISBN: 978-3570162873
Seiten: 416
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren





Von Nina Blazon habe ich schon einige Bücher gelesen und enttäuscht wurde ich bisher von keinem. Richtig begeistern konnte sie mich im November mit "Der dunkle Kuss der Sterne". Ich finde es bewundernswert, wie breit gefächert die Autorin schreibt. High Fantasy, Urban Fantasy, historisch angehaucht .... und kein Buch gleicht dem anderen. So wollte ich natürlich auch herausfinden, was zwischen diesen wunderschön schillernden, glitzernden Buchdeckeln von "Lillesang" steckt. 





Als Jo und ihre Familie das alte Haus an der dänischen Küste erben, erzählt die kauzige Nachbarin Bente die Geschichte von dem Gongur, der an Land kommt und Menschen ins Meer zieht. Anders als ihre Mutter, die das Wasser meidet, lässt Jo sich von der Alten nicht ins Bockshorn jagen. In der Nacht jedoch wird sie tatsächlich von einer Stimme an den Strand gelockt. Bente kann das schlafwandelnde Mädchen in letzter Minute retten. Was hat es mit dem Nixen-Wesen auf sich? Und warum versteckt Jos Mutter alte Fotos, auf denen Gesichter herausgekratzt sind? Jo ahnt, dass ein uraltes Geheimnis auf ihrer Familie lastet. Sie ahnt nicht, dass Bente den Schlüssel dafür in der Hand hält ...
(Bild- und Textquelle: cbt)




Einstieg ins Buch:
Du willst wohin?" Jos Mutter schrie nicht, aber ihre blauen Augen blitzten vor Empörung und auf ihrer Stirn braute sich das Gewitter zusammen, das gleich auf Jo niedergehen würde.

Mit "Lillesang" richtet sich Nina Blazon wieder einmal an ein etwas jüngeres Publikum, empfohlen wird das Buch ab 10 Jahren. Beim Lesen merkt man das auch, doch geschadet hat es meinem Lesegenuss überhaupt nicht, denn das Buch ist nicht nur optisch ein richtiges Highlight.
Wir begleiten die elfjährige Jo, die wahnsinnig gerne schwimmt und so gerne einmal ans Meer reisen würde. Doch genau damit gerät sie immer wieder mit ihrer Mutter aneinander, denn diese möchte sie am liebsten von allem, das nass ist, fernhalten. Als sie dann das Häuschen direkt an der dänischen Küste erbt, kommt sie nicht mehr drumherum und reist mit Mann und Tochter nach Ishøj, in der Nähe von Kopenhagen. Erst erwartet man eine typische Mädchen-Feriengeschichte, doch dann entdeckt Jo mit ihren neuen Freunden seltsame Dinge in Mettes Häuschen, eine sonderbare Frau taucht auf, Mama verhält sich komisch und in der Nacht geschehen geheimnisvolle und vor allem richtig gruselige Dinge.

"Das Meer ist ein Labyrinth magischer Spiegelungen. Es täuscht und verzerrt, du wirst alles darin sehen, was du erwartest."     (Seite 283)

"Lillesang" ist eine Märchenadaption und obwohl diese gerade recht in Mode sind, hebt sie sich von den anderen ab. Hier verarbeitet die Autorin "Die kleine Meerjungfrau" von Hans Christian Andersen und bietet dem Leser ein rasantes und gruseliges Abenteuer durch Kopenhagen und Umgebung. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wird die Spannung nämlich gekonnt angezogen und man hängt gebannt an den Seiten von "Lillesang".
Neben der kleine Meerjungfrau verwebt Nina Blazon auch noch die Sage der Gongur in ihre Geschichte und bringt so nicht nur junge Leser zum Gruseln. Und auch sonst wurde es mir als schon erwachsene Leserin nie langweilig, denn die Autorin erwischte mich mehr als einmal auf dem falschen Bein und weiss zu überraschen.

"Siehst du? Nichts ist nur böse oder nur gut. Und wie bei den Drachen und den Prinzessinnen weiss man nie, ob in der schlimmsten Kreatur nicht doch etwas Gutes steckt."     (Seite 404)

Gant toll finde ich, wie Nina Blazon das Meer überall mit einbindet. Durch die Handlung, steht die See schon im Mittelpunkt, doch sie schafft es, diese auch durch Redewendungen oder andere Begriffe in die Sprache, in die Geschichte mit einzubinden und zaubert so auch in diesem Kinderbuch eine ganz tolle Atmosphäre.
In "Lillesang" werden einem jedoch nicht nur "Die kleine Meerjungfrau", Hans Christian Anderson und die Gongur näher gebracht. Die Autorin zeigt auch auf, wie wichtig Freundschaft und die Familie ist - und das auf eine sehr schöne Art, denn man soll immer auf sein Herz hören.






Einmal mehr beweist Nina Blazon ihre anscheinend unerschöpfliche Fantasie und entwirft eine eindrückliche Story rund um das Märchen "Die kleine Meerjungfrau" und andere 'meerige' Sagen.
"Lillesang" ist ein rasantes und gruseliges Abenteuer quer durch Kopenhagen und Umgebung und weiss Gross und Klein zu fesseln.









© Random House/Isabelle Grubert
Nina Blazon, geboren 1969 in Koper bei Triest, aufgewachsen in Neu-Ulm, las schon als Jugendliche mit Begeisterung Fantasy-Literatur. Selbst zu schreiben begann sie während ihres Germanistik-Studiums – Theaterstücke und Kurzgeschichten –, bevor sie den Fantasy-Jugendroman Im Bann des Fluchträgersschrieb, der 2003 mit dem Wolfgang-Hohlbein-Preis und 2004 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet wurde. Seither haben Nina Blazons Bücher zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Die erfolgreiche Jugendbuchautorin lebt in Stuttgart.
(Bild- und Textquelle: cbt)


Montag, 29. Dezember 2014

[Rezension] "Dark Wonderland 01. Herzkönigin" von A. G. Howard




Titel: Dark Wonderland. Herzkönigin
Reihe: Dark Wonderland, Band 1
Autorin: Anita Grace Howard
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Verlag: cbt (24. November 2014)
ISBN: 978-3570163191
Seiten: 464
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren





Ich muss zugeben, dass ich noch nie "Alice im Wunderland" gelesen habe. Ich kenne die Geschichte nur vom Film aus meiner Kindheit. Doch das Cover hat mich hier so gereizt, dass ich einfach herausfinden musste, was dahinter steckt.





Alyssa kann Blumen und Insekten flüstern hören, eine Gabe, die schon ihre Mutter um den Verstand brachte. Denn sie sind die Nachfahrinnen von Alice Liddell – besser bekannt als Alice im Wunderland. Als sich der Zustand ihrer Mutter verschlechtert, kann Alyssa ihr Erbe nicht mehr leugnen, sie muss jenen Fluch brechen, den Alice damals verschuldet hat. Durch einen Riss im Spiegel gelangt sie in das Reich, das so viel finsterer ist, als sie es aus den Büchern kennt, und zieht dabei ihren besten Freund und geheime Liebe Jeb mit sich. Auf der anderen Seite erwartet sie jedoch schon der zwielichtige und verführerische Morpheus, der sie auf ihrer Suche leitet. Aber wem kann sie wirklich trauen?
(Bild- und Textquelle: cbt)



Einstieg ins Buch:
Seit meinem zehnten Lebensjahr sammle ich Insekten, nur so kann ich ihrem Geflüster ein Ende machen. Wenn ich einem Insekt eine Nadel durch die Eingeweide stosse, verstummt es ziemlich schnell. 

Alyssas Urururgrossmutter ist besagte Alice Liddell, besser bekannt als Alice im Wunderland. Seit damals lastet auf den weiblichen Familienmitgliedern ein Fluch. Alyssas Mutter ist in einer psychiatrischen Klinik und auch sie selber hört Insekten und Blumen sprechen. Als sich der Zustand ihrer Mutter drastisch verschlimmert, entscheidet sie sich, den Familienfluch zu brechen und das Kaninchenloch zu suchen.

Schon lange kennt sie die Geschichte von Lewis Carroll und als sie wirklich im Wunderland eintrifft, erkennt sie das meiste aus dem Buch. Doch sie realisiert schnell, dass nichts ganz so ist, wie sie es bisher angenommen hatte, denn allem Anschein nach hat Alice als Kind vieles nicht richtig wahrgenommen und Lewis Carroll hat vielleicht auch noch einiges anders interpretiert.

Und so ist"Dark Wonderland" wortwörtlich eine düstere Adaption des originalen Märchens. Ich finde es toll, wie A. G. Howard all diese Elemente von Lewis Carroll übernommen, abgeändert und an ihre neue, moderne Version angepasst hat. So hat sie eine düstere und mysteriöse Atmosphäre geschaffen, die mich total überzeugen konnte.

Die Geschichte wird aus der ich-Perspektive von Alyssa erzählt. Sie ist eine starke Persönlichkeit, was wohl aufgrund ihrer Familiensituation auch nötig ist. Sie ist mutig und recht rebellisch, was sie gleich sympathisch macht. Ihr zur Seite steht Jeb, ihr bester Freund, der sie liebevoll 'Skatergirl' nennt. Insgeheim ist sie schon seit langem in den attraktiven Jungen verliebt und man ahnt schnell, dass sich da im Wunderland wohl etwas anbahnen könnte.

Dort treffen die beiden dann auf Morpheus, der Alyssa irgendwie bekannt vorkommt. Anscheinend hat er sie oft in ihren Träumen besucht und ihr einiges beigebracht. Es ist sehr schwer zu durchschauen und Alyssa und auch der Leser weiss einfach nicht so recht, woran sie mit ihm ist. Doch sobald Alyssa in seiner Nähe ist, wird sie zur Marionette und fühlt sich stark zu Morpheus hingezogen. Dieses Liebesdreieck konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen und hat mich an manchen Stellen auch gestört.

Die Autorin punktet mit überbordender Fantasie, vielseitigen Charaktere, dieser tollen, düsteren Atmosphäre und unerwarteten Wendungen, so dass es einem beim Lesen ganz bestimmt nie langweilig wird. Mir persönlich waren einige Szenen etwas gar skurril, doch ich denke, dass sich jeder Alice-Fan auch gerne in Howards düstere Version entführen lässt. Aber auch für alle, die Carrolls Märchen nicht gelesen haben, ist "Herzkönigin" eine fantastische Reise.







"Dark Wonderland. Herzkönigin" ist ein toller Reihenauftakt. Howard interpretiert Carrolls Originalfassung ganz neu und taucht alles in eine düstere, mysteriös Atmosphäre, die zu überzeugen weiss. Obwohl es mir ab zu etwas gar skurril zu und her ging, bescherte mir die Nachfahrin von Alice Liddell kurzweilige Lesestunden.






         

  1. Herzkönigin (Splintered #1)
  2. ?     (Originaltitel: The Moth in the Mirror - Splintered #1.5)
  3. ?     (Originaltitel:  Unhinged - Splintered #2)
  4. ?     (Originaltitel:  Ensnared - Splintered #3)





© Pam Lary Photography

A.G. Howard wurde durch ihre Arbeit in einer Schulbibliothek zu "Dark Wonderland" inspiriert. Sie hatte sich schon immer gefragt, was wohl passiert wäre, wenn die gruselige Stimmung in Alice im Wunderland deutlicher zutage getreten wäre. "Dark Wonderland" ist ihr Tribut an Lewis Carroll. Wenn A.G. Howard nicht schreibt, liest sie, fährt Rollerblades, gärtnert und macht Urlaub mit ihre Familie - inklusive Ausflügen zu uralten Friedhöfen und von Geistern heimgesuchten alten Schulen, die ihr als weitere Inspiration dienen.
(Bild- und Textquelle: cbt)