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Donnerstag, 10. März 2016

[Kinderbuch] "Gestatten, die Osterkatze!" von Deborah Underwood



Titel: Gestatten, die Osterkatze!
Autorin: Deborah Underwood
Illustratorin: Claudia Rueda
Verlag: Loewe (18. Januar 2016)
Ausstattung: Hardcover mit Spotlack, durchgehend farbig illustriert, 20.5 x 18.3 cm
ISBN: 978-3785584897
Seiten: 80
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 3 Jahren


Schon bald ist wieder Ostern
und eigentlich wartet jeder auf die Ankunft
eines ganz bestimmten Hasen ...
Fast jeder.

(Bild- und Textquelle: Loewe Verlag)







Es gibt eine grosse Anzahl an Osterbücher, viele davon sind klassisch angehaucht. Da kam mir "Gestatten, die Osterkatze" gerade recht, denn nicht nur der Titel, auch das Cover wirkte auf mich frisch und frech, so dass ich nicht widerstehen konnte.

Erst erschrak ich dann etwas, dass ein Buch, das ab 3 Jahren empfohlen wird, 80 Seiten umfasst, doch auf den zweiten Blick legte sich dann ein zufriedenes Schmunzeln auf mein Gesicht. Jede Doppelseite besteht nämlich aus einer Illustration und einem kurzen Text. Dieser umfasst ein Wort bis etwa drei Sätze und ist so also sehr übersichtlich gehalten.

"Gestatten, die Osterkatze!" ist wirklich etwas sehr Spezielles, denn die Geschichte ist eigentlich ein Dialog zwischen der Katze und dem Leser, dem Erzähler. Die Katze kommuniziert mittels ihrer Mimik und mit Schildern, die sie hochhält. Der Leser fragt die Katze, warum sie so grummelig aussehe und diese erklärt, dass sie eifersüchtig auf den Osterhasen sei, weil dieser den Kindern Schokohasen und Ostereier bringe und so von allen geliebt werde. Die Idee, dass sie doch die Osterkatze sein könnte, findet sie sofort toll und sie beginnt zu überlegen, wie das ablaufen sollte. Was soll sie den Kindern bringen? Wie soll sie es ausliefern und was soll sie dabei tragen? Doch die Osterkatze merkt schnell, dass der Osterhase wirklich sehr viel zu tun hat und dabei braucht sie doch so viele Nickerchen .... als ihr dann der Osterhase auch noch ein Osterei vorbeibringt und dabei einen so müden Eindruck macht, beschliesst sie, ihm zu helfen ....

Durch die spezielle Dialogform und die ausdrucksstarken und witzigen Illustrationen von Claudia Rueda ist "Gestatten, die Osterkatze"für einmal ein total anderes Osterbuch, was die Kinder auch fasziniert. Junior findet das Bild mit der Osterkatze auf dem Motorrad spitze und dem Töchterchen gefällt es, dass die Katze dem Osterhasen schlussendlich sogar helfen möchte.

Ich bin mir aber fast sicher, dass dieses Osterbüchlein grössere (Kinder) sogar noch besser unterhält als das 'normale' Bilderbuchpublikum.



witzig & frech
"Gestatten, die Osterkatze!" punktet mit lustigen Illustrationen und einem sehr speziellen Erzählstil.
Wer schon lange nach einer total anderen Ostergeschichte sucht, sollte hier zugreifen, denn die Osterkatze unterhält gross und klein.







Samstag, 24. Oktober 2015

[Rezension] "Die Seiten der Welt. Nachtland" von Kai Meyer






Titel: Die Seiten der Welt. Nachtland
Reihe: Die Seiten der Welt, Band 2
Autor: Kai Meyer
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Verlag: FISCHER FJB (22. Juni 2015)
ISBN: 978-3841421661
Seiten: 592





Kai Meyers "Die Seiten der Welt" Trilogie ist wohl ein Must-Read für jeden Buchbegeisterten. Und so musste ich trotz dem einen oder anderen Kritikpunkt im ersten Band wissen, wie es mit Furia und den anderen weitergeht.





Immer tiefer dringt Furia in die magische Welt der Bücher vor. Das phantastische Reich mit seinen uralten Bibliotheken und Geschichten wird von den tyrannischen Drei Häusern regiert. Von einem geheimen Ort aus, dem Sanktuarium, herrschen sie über die Geschicke aller Bibliomanten und Exlibri. Doch Furia und ihre Gefährten leisten Widerstand. Um ihre Welt von den Unterdrückern
zu befreien, begeben sie sich auf die gefährliche Suche durch die verborgenen Refugien nach dem Zentrum der Macht – und stoßen auf das größte Geheimnis der Bibliomantik.
(Bild- und Textquelle: Fischer FJB)




Einstieg ins Buch:
Schon seit Wochen roch Furia nach Büchern: Sie war auf dem besten Weg, eine erstklassige Bibliomantin zu werden.

Wir steigen einige Monate nach dem Ende des ersten Teils ein und es geht gleich rasant los, denn Furia und die Rebellen wollen mit Hilfe von Buchegeln einbrechen. Sofort ist man wieder in Kai Meyers buchiger Welt gefangen und durch geschickt gesetzte Rückblicke, hat man die vorangegangenen Handlungen schnell wieder präsent.

Auch in Nachtland steht Furia im Mittelpunkt. Obwohl sie noch keine 'ausgewachsene' und voll ausgebildete Bibliomantin ist, bildet sie mit Isis Nimmernis, Summerbelle und Finnian einen wichtigen Teil der Rebellen.
Isis ist für mich der spannendste Charakter, denn man weiss nie so recht, woran man wirklich bei ihr ist. Zwar hat sie Furias vollstes Vertrauen, doch durch die eine oder andere Handlung schürt sie das Misstrauen und einige sind sich sogar sicher, dass sie eine Spionin ist. 

Grenze waren etwas, das sie sich freiwillig auferlegte, um angesichts ihrer Möglichkeiten nicht den Verstand zu verlieren. Sie fürchtete sich vor dem, was aus ihr geworden war, und fühlte sich wie eine Blinde, die mit Schwarzpulver und Zunder spielt.     (Seite 394)

"Die Seiten der Welt" wird in der dritten Person erzählt. Grösstenteils begleiten wir Furia, doch immer wieder machen wir auch einen Abstecher zu anderen Charaktere - und das sind in diesem zweiten Band nicht wenige. Durch den häufigen Perspektivenwechsel fehlte mir dann jedoch leider die Tiefe der einzelnen Personen.

Einmal mehr staune ich aber über Kai Meyers schier grenzenlosen Ideenreichtum. Er hat die Thematik der Bibliomantik wirklich bis zum äussersten ausgeschöpft. Meiner Meinung nach wäre manchmal weniger mehr gewesen, denn neben der Handlungsstränge der schon bekannten Charaktere erfahren wir nun auch mehr über die Häuser, allen voran dem Haus Himmel. Auch hier lernen wir etliche Familienmitglieder kennen, so dass man bald über ein Personenregister froh gewesen wäre.

All diese Aspekte machen das Buch mächtig, sehr komplex und beinahe überbordend, so dass man "Nachtland nicht einfach mal so locker-flockig nebenher lesen kann. Es verlangt einem Konzentration und Geduld ab, man wird aber mit einer fantastischen Welt belohnt. 

Doch im grossen und ganzen wird der Spannungsbogen aufrecht erhalten und der Autor bringt einen durch seine 'buchigen' Ideen zum Schmunzeln oder überrascht mit unerwarteten Wendungen. 
Kai Meyer schreibt flüssig und bildgewaltig, ab und zu verstrickt er sich jedoch leicht in seinen tollen buchigen Ideen und muss etwas aufpassen, dass er den roten Faden nicht verliert.

In Furias Geschichte hätten Bibliomanten es nicht nötig, einander mit Pistolen und Revolvern zu bedrohen. [...] Furias Geschichte würde mit Bibliomantik enden, nicht mit Kugeln.     (Seite 538)

"Nachtland" ist wahrlich kein stiefmütterlich behandelter zweiter Teil sondern kann mit dem ersten Band mithalten. Durch diverse Handlungsstränge, gibt es sehr viele Möglichkeiten, wie sich das Finale weiterentwickeln wird. "Blutbuch" erscheint am 10. März 2016 und Kai Meyer wird bestimmt ein Feuerwerk an Magie und Fantasie zünden.





Auch im zweiten Band von "Die Seiten der Welt" besticht Kai Meyer mit einem schier grenzenlosen Ideenreichtum, mehreren Handlungssträngen und einer sehr breiten Palette an Charaktere. Und so ist auch "Nachtland" ein Must-Have für alle Buchliebhaber oder die, die es noch werden wollen ....
Nur manchmal wäre meiner Meinung nach weniger mehr gewesen ....






      


  1. Die Seiten der Welt     →  zu meiner Rezension
  2. Die Seiten der Welt. Nachtland
  3. Die Seiten der Welt. Blutbuch     →  zu meinem Rezigramm






Kai Meyer wurde am 23. Juli 1969 in Lübeck geboren. Nach dem Abitur studierte er in Bochum einige Semester Film, Theater und Philosophie und volontierte anschließend bei einer Tageszeitung. Währenddessen schrieb er seinen ersten Roman, der 1993 im Lübbe Verlag erschien; weitere Bücher folgten noch während seiner Zeit als Redakteur. Seit 1995 ist er hauptberuflicher Schriftsteller und hat bislang über fünfzig Romane veröffentlicht. Dazu kommen mehrere Drehbücher, Hörspiele und Comics. Er lebt im Rheinland zwischen Köln und Eifel.

Seinen Durchbruch erlebte Kai Meyer 1994 mit seinem ersten fiktionalen Roman DIE GEISTERSEHER, gefolgt vom Bestseller DIE ALCHIMISTIN. Die MERLE-Trilogie, beginnend mit DIE FLIESSENDE KÖNIGIN, wurde sein erster internationaler Erfolg. Weitere Mehrteiler wie DIE WELLENLÄUFER und DAS WOLKENVOLK schlossen sich an. Auch die drei ARKADIEN-Romane standen mehrere Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Die weltweite Auflage seiner Romane beträgt mehrere Millionen Exemplare. Übersetzungen erscheinen in über dreißig Sprachen; es gibt Ausgaben in den USA, England, Japan, Italien, Frankreich, Spanien und Russland.
(Textquelle: Kai Meyer)


Freitag, 23. Oktober 2015

[Rezension] "Das Juwel - Die Gabe" von Amy Ewing




Titel: Das Juwel - Die Gabe
Reihe: Das Juwel, Band 1
Autorin: Amy Ewing
Übersetzerin: Andrea Fischer
Genre: Dystopie
Verlag: FISCHER FJB (20. August 2015)
ISBN: 978-3841421043
Seiten: 448
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren






Auf "Das Juwel - Die Gabe" wurde ich schon sehr früh aufmerksam, denn die Originalausgabe war einem regelrechten Hype ausgesetzt und einige Blogger hatten so schon lange darauf gehofft, dass das Buch auch übersetzt wird. Und so muss ich mir auch ein Bild davon machen.





Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken. 
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen?
Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel.
(Bild- und Textquelle: Fischer FJB)







Einstieg ins Buch:
Heute ist mein letzter Tag als Violet Lasting.

"Das Juwel" ist wirklich ein Hingucker. Das Cover ist mit Glitzer verziert und auf dem Vorsatzblatt sind viele Infos zum Buch grafisch und schön bunt dargestellt. Optisch werden also Mädchenträume war, doch wie sieht es inhaltlich aus?
Violet Lasting ist im Sumpf aufgewachsen, dem ärmsten Viertel der einzigen Stadt. Doch sie ist etwas Besonderes, denn sie kann durch blosse Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Aus diesem Grund wurde sie in die Verwahrungsanstalt Southgate gebracht, in der sie darauf vorbereitet wird, ein Surrogat zu sein. Bei einer Auktion werden all diese Mädchen versteigert um als Leihmutter für die Reichen zu dienen.

Ich würde lieber mit Annabelle in meinem Zimmer essen, als zuhören zu müssen, wie diese Frauen über Surrogate sprechen, als wären sie Haustiere oder ein neues Paar Schuhe.       (Seite 254)

Das System und all die Intrigen dahinter sind wirklich grässlich. Gerade als Mutter ist die Idee mit dieser erzwungenen Leihmutterschaft erschreckend - vor allem, weil die reichen Damen ihren Surrogat wie einen Hund an die Leine nehmen und vorführen. So lebt Violet zwar im Luxus des Juwels - doch sie hat weniger Freiheiten als je zuvor. Mich konnte Amy Ewing mit ihrer originellen, aber auch grausamen Idee überzeugen und faszinieren. Die Welt ist gut durchdacht, ich hätte mich jedoch über etwas mehr Hintergrundinformationen gefreut.

Violet ist eine sympathische Protagonistin, denn sie ist sehr bodenständig und wünscht sich eigentlich nichts mehr, als bei ihrer Familie sein und sie unterstützen zu können. Sie möchte unbedingt ein selbstbestimmtes Leben und würde gerne gegen das System aufbegehren. Ab und zu handelt sie jedoch etwas gar unüberlegt und je länger die Geschichte dauert, desto blauäugier wird sie.

"Hoffnung ist ein kostbares Gut, nicht wahr?", sagt sie leise. "Und doch wissen wir sie erst zu schätzen, wenn sie fort ist."        (Seite 312)

Ein richtiger Wermutstropfen ist für mich leider die Liebesgeschichte. Innerhalb kürzester Zeit lernen sich Violet und Ash kennen und dann ist es gleich die grosse Liebe. Für mich ist das nicht wirklich nachvollziehbar und vor allem auch kitschig. Sobald sie Ash kennenlernt, wirft sie jegliche Vorsicht über Bord und handelt immer naiver.
Bei Ash fehlte mir sowieso jegliche Substanz. Zwar hat man das eine oder andere über ihn erfahren, doch er blieb mir zu blass und konnte mich leider gar nicht überzeugen.

Viel besser gefallen hat mir da Violets beste Freundin Raven. Sie ist alles andere als auf den Mund gefallen und tritt sehr selbstsicher auf. Ich hoffe doch, dass sie im zweiten Band etwas mehr Platz bekommt.

"Es ist schwer, sich daran zu erinnern, wer man mal war, wenn man immer so tut, als wäre man jemand anders."     (Seite 327) 

Amy Ewing erzählt aus der ich-Perspektive der Protagonistin, wodurch wir ihre Gefühls- und Gedankenwelt schön geschildert bekommen. Ihr Schreibstil ist sehr schlicht, lässt sich dafür aber sehr flüssig lesen.
Zu Beginn wird man gleich in die Geschichte hineingeworfen, so dass man sich Seite um Seite in Ewings dystopische Welt einlesen muss. Dann zieht die Autorin die Spannung immer mehr an und streut regelmässig dramatische Ereignisse ein, so dass es einem bei der Lektüre nie langweilig wird. Im Gegenteil: Man möchte unbedingt alle Fragen klären und gerät dadurch in einen regelrechten Lesesog, der in einem Showdown inklusive Cliffhanger endet. So warte ich schon gespannt auf die Übersetzung von "The White Rose".





"Das Juwel - Die Gabe" ist ein vielversprechender Reihenauftakt, der mich mit einem grausamen System, vielfältigen Intrigen, einem durchdachten Weltenaufbau und einer klasse Optik überzeugen konnte. Die Liebesgeschichte lässt leider zu wünschen übrig, denn sie erscheint mir viel zu erzwungen und unglaubwürdig.
Ich bin aber schon sehr gespannt, wie es im zweiten Band weitergehen wird.










            


          1.      Die Gabe     
          1.5    Das Haus vom Stein   (E-Short)
          2.      Die Weisse Rose     →   zu meiner Rezension
          2.5    Garnets Geschichte
          3.      Der Schwarze Schlüssel     →   zu meiner Rezension






AMY EWING ist in einer Kleinstadt in der Nähe von Boston aufgewachsen und hat in New York Kreatives Schreiben studiert. Die Autorin wohnt im New Yorker Stadtteil Harlem und verbringt ihre Zeit mit Schreiben, Käse essen und gelegentlichem Schauen von »Vampire Diaries«-Folgen.

(Textquelle: Fischer Verlage)



Montag, 13. Juli 2015

[Kinderbuch] "LeYo!: Mein grosser Märchenschatz" von Ingmar Wendland & Nina Dulleck




Titel: LeYo!: Mein grosser Märchenschatz
Reihe: LeYo!
Autor: Ingmar Wendland
Illustratorin: Nina Dulleck
Ausführung: Pappbilderbuch, 26,9 x 2,1 x 36 cm
Verlag: Carlsen (20. November 2014)
ISBN: 978-3551221810
Seiten: 16
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren


Wer schon immer einmal wissen wollte, was im bösen Wolf vorging, als er die große Dummheit beging Rotkäppchens Großmutter zu verspeisen oder wie Rapunzel und ihr Prinz doch noch zueinander fanden, wird mit diesem Märchenschatz große Freude haben. Die acht beliebtesten Grimmschen Kindermärchen laden in zeitgemäßem Gewand und den Stimmen ihrer Helden und Schurken zum Zuhören und Mitmachen ein.
Mit wundervollen, großformatigen Bildtafeln, lustigen Dialogen, überraschenden multimedialen Zusatzszenen und vielen Spielen ist Familienspaß garantiert.
(Bild- und Textquelle: Carlsen)







Eigentlich müsste ich hier meine Rezension aufteilen, denn ich halte zuerst einmal natürlich das Buch "Mein grosser Märchenschatz" in den Händen. Von diesem bin ich richtig angetan, denn die Illustrationen von Nina Dulleck sind einfach toll. Auf jeder Doppelseite hat sie ein Mädchen aufbereitet, so dass wir insgesamt acht Klassiker der Gebrüder Grimm geboten bekommen:

  1. Rotkäppchen
  2. Rapunzel
  3. Schneewittchen
  4. Das tapfere Schneiderlein
  5. Rumpelstilzchen
  6. Aschenputtel
  7. Die Bremer Stadtmusikanten
  8. Hänsel und Gretel
Einmal muss man das Buch quer, dann wieder im Hochformat in die Hände nehmen und das Märchen wird dann wie eine fortlaufende Bildergeschichte in einer Zeichnung erzählt. Darunter ist der Text abgebildet, so dass man das Märchen auch gut vorlesen kann. Wenn das Kind die Geschichte schon kennt, kann diese so auch gut vom Kind alleine erzählt werden. Und gemeinsam lassen sich auf den Bildern viele Dinge entdecken. Also von den Illustrationen her ist dieses Buch für mich wirklich ein Schatz.

"Mein grosser Märchenschatz" gehört aber zur LeYo! Reihe vom Carlsen Verlag. Vielen kennen bestimmt schon den tiptoi- oder TING-Stift. Auch LeYo! ist interaktiv, doch dafür braucht man lediglich ein Handy oder ein Tablet. Man muss nur die kostenlose LeYo! App runterladen und dann kann es losgehen. Es gibt drei Möglichkeiten:
  • Durchblick (eigentlich eine digitale Klappenform, denn sie zeigt Unsichtbares)
  • Hören (Das Märchen wird einem erzählt, inklusive Geräusche und zum Teil Musik)
  • Spielen (Hiermit kann die Geschichte erlebt werden)

Die Durchblick-Funktion sieht richtig toll aus, da die Elemente wie rauskommen. Einige sind auch wirklich witzig, doch die meisten haben dann nicht mehr viel mit dem Märchen zu tun.
Das Hören wäre für mich die wichtigste Option, denn meine Kinder lieben beide Hörspiele. Doch ich muss zugeben, dass ich die Handhabung recht schwierig finde. Meine Tochter ist 5 Jahre alt und entspricht also genau dem Zielpublikum. Aber um das Märchen richtig zu hören, muss sie genau den Weg auf dem Bild kennen und das Handy schön ruhig halten können. Ein Schlänker zu weit nach rechts oder links und der Text beginnt von neuem oder sie hat einen Teil übersprungen. Bisher musste ich immer das Handy halten und dann kann ich die Geschichte ja auch gleich selber erzählen. Kinder in dem Alter wollen aber viel lieber alleine mit dem Handy umgehen und alles selber machen ....
Die Spielen-Funktion hat sich mir bisher leider noch nicht erschlossen. Zwar bewegen sich da einige Dinge, doch ich weiss nicht genau, was das mir spielen zu tun hat. 
Ich werde mir aber bestimmt noch das eine oder andere LeYo! Buch anschauen, damit ich die App noch genauer unter die Lupe nehmen kann.





Mit wunderbaren Illustrationen führt uns Nina Dulleck in "Mein grosser Märchenschatz" durch acht Märchen der Gebrüder Grimm.
Das gross Pappbuch gehört zur ineraktiven LeYo! Reihe vom Carlsen Verlag. Toll, dass man dafür einfach eine kostenlose App herunterladen kann. Die App selber konnte mich aber noch nicht ganz überzeugen. Ich werde sie jedoch noch am einen oder anderen Buch ausprobieren.










Dienstag, 7. Juli 2015

[Kinderbuch] "Johnny Cowboy und die Vorstadt-Indianer" von Barbara Rose




Titel: Johnny Cowboy und die Vorstadt-Indianer
Reihe: Johnny Cowboy, Band 1
Autorin: Barbara Rose
Illustratorin: Stefanie Jeschke
Verlag: Coppenrath (Februar 2015)
ISBN: 978-3649616740
Seiten: 112
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 7 Jahren


Yeeehaw! Hier kommt Johnny Cowboy! Eines Tages taucht er hoch zu Pferd in Samuels Schule auf, und vorbei ist es seitdem mit der Kleinstadt-Idylle. Zum Glück! Johnnys Familie, zu der auch zwei Indianer gehören, eröffnen einen tollen Wildwestpark mit Tipis, einer riesigen Wasserrutsche und einer echten Bisonherde. Samuel und Johnny Cowboy werden schnell echte Blutsbrüder. Gemeinsam jagen sie Tierquäler und sogar Wildwest-Banditen – schließlich war Johnnys Vater, Daddy Cool, mal ein gefürchteter Sheriff! Eine witzige Western-Reihe mit coolen Lassotricks und Indianer-Geheimnissen.
(Bild- und Textquelle: Coppenrath Verlag)







Johnny Cowboy liefert von Beginn an eine bühnenreife Vorstellung ab. Er platzt nämlich als neuer Schüler in die Hauptprobe von Samuels Klasse. Mit Pferd und seiner Familie rettet er dann gleich das Theaterstück, das völlig aus den Fugen gerät. 
Johnny ist mit seiner Familie und zwei Indianern aus Amerika hergezogen und sie planen auf dem geerbten Land einen Wildwestpark zu eröffnen. Dies ist jedoch vielen Bewohnern ein Dorn im Auge und so werden den 'Fremden' viele Steine in den Weg gelegt. Doch Samuel und Johnny werden Blutsbrüder und gehen der Sache auf den Grund.

Mit persönlich war der Einstieg in die Geschichte etwas zu turbulent, denn es geht da wirklich alles drunter und drüber. Doch sobald die Theateraufführung zu Ende war, konnte mich die Geschichte richtig begeistern. Johnny Cowboy zeigt uns, was wahre Freundschaft ist und dass man mit Vorurteilen wirklich aufräumen sollte. 

Die Geschichte wird aus der ich-Perspektive von Samuel erzählt, so dass wir Johnny und seine Familie schön Schritt für Schritt kennenlernen. Er ist ein wirklich sympathischer Protagonist, mit dem nicht nur Johnny Cowboy ins kalte Wasser springen würde. 
Doch hier ist natürlich Johnny der grosse Held, der sich aber erst als Cowboy in der Kleinstadt-Idylle behaupten muss. 

Schon der erste Band der neuen Western-Reihe ist gespickt mit witzigen Ideen, so dass die Lektüre grossen Spass bereitet. Die Geschichte wird durch tolle schwarz-weiss-Illustrationen von Stefanie Jeschke abgerundet, so dass sich "Johnny Cowboy und die Vorstadt-Indianer" sehr gut zum Vorlesen, aber auch zum Selberlesen eignet. 

Eine alte Cowboy-Weisheit sagt: Rache ist Bisonkacke! Und so geht es natürlich weiter .... Band 2 "Johnny Cowboy jagt Banditen-Bob" ist schon erhältlich und noch diesen Monat wird der dritte Teil erscheinen. Also ich werde mich ganz bestimmt in ein weiteres Abenteuer mit Samuel, Johnny Cowboy und Pferd stürzen.



Nach einem sehr turbulenten Start konnte mich die Geschichte um Johnny Cowboy richtig begeistern. Sie zeigt uns wichtige Werte wie Freundschaft und Akzeptanz und bringt ein richtiges Western-Feeling ins Haus.








[Kinderbuch] "Ich für dich, du für mich – Fohlengeschichten" von Annette Moser




Titel: Fohlengeschichten
Reihe: Ich für dich, du für mich
Autorin: Annette Moser
Illustratorin: Dorothea Ackroyd
Verlag: Loewe (16. Januar 2013)
ISBN: 978-3-7855-7277-1
Seiten: 64
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 6 Jahren


Mona ist überglücklich! Ihr Lieblingspferd Leila bekommt ein Fohlen. Doch dann geht alles schief – wird es Mona rechtzeitig zur Geburt schaffen?
Das freche Fohlen Josch hat ganz andere Sorgen: Keiner will mit ihm spielen! Da kann er eigentlich auch gleich verschwinden. Entschlossen trabt Josch davon und landet schließlich auf einem anderen Bauernhof – ob er hier einen neuen Freund findet?
(Bild- und Textquelle: Loewe Verlag)







Mit dem Leselöwen lernen Kinder schon sehr lange lesen, denn der Loewe Verlag war einer der ersten, der ein richtiges Konzept für Erstleser entwickelt hat. So wird man in 4 Stufen zum Lesechampion. Die zweite Lesestufe ist die Reihe Ich für dich, du für mich ab 6 Jahren. Diese Bücher sind ideal um gemeinsam zu lesen, denn es gibt immer wieder kurze Abschnitte, die viel grösser und in einer anderen Farbe geschrieben sind. Diese liest der Erstleser, die längeren Stücke werden vom geübten Leser übernommen.
Thematisch deckt die Reihe ein breites Spektrum ab. Es gibt typische Mädchen- und Jungsbücher, aber auch Titel wie "Sag NEIN zu Fremden!" oder "Christkindgeschichten".

"Fohlengeschichten" beinhaltete drei Geschichten, in denen das Hauptaugenmerk selbstverständlich auf jeweils einem Fohlen liegt.
In der ersten Geschichte ist Mona ganz aufgeregt, da ihr Lieblingspferd bald Nachwuchs bekommen wird. Sie ist sehr aufgeregt und möchte unbedingt bei der Geburt dabei sein. Doch dann passiert ein Missgeschick und sie landet statt im Stall im Krankenhaus.
Das ist die Lieblingsgeschichte meiner Tochter. Nicht nur, weil sie selber auch Mona heisst, nein, vor allem weil ein Mädchen die Protagonistin ist und sie sich so gut identifizieren kann. So leidet sie mit dem Mädchen mit und hofft, dass alles gut ausgehen wird.

Die zwei anderen Geschichten werden aus Sicht des Fohlens erzählt. In der zweiten kommen zwar noch Menschen vor, jedoch nur am Rande, die letzte kommt dann ganz ohne Menschen aus. Dafür macht diese einen Abstecher in den Fantasybereich und beinhaltet Feen, die ja bei den Mädchen auch sehr gut ankommen.

So bieten die drei Fohlengeschichten eine schöne Abwechslung und die vielen bunten Illustrationen von Dorothea Ackroyd untermalen diese schön. So macht das gemeinsam Lesen gleich dreifach Spass.




"Ich für dich, du für mich – Fohlengeschichten" ist ideal um gemeinsam das erste Lesen zu üben. Kurze, grossgedruckte Abschnitte machen den Einstieg in die Lesewelt einfach und durch die Hilfe eines geübten Lesers bekommt das Kind trotzdem eine schöne Geschichte geboten.