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Dienstag, 30. Januar 2018

"Das Juwel. Der Schwarze Schlüssel" von Amy Ewing


Titel: Das Juwel. Der Schwarze Schlüssel
Reihe: Das Juwel, Band 3 / 3
Autorin: Amy Ewing
Übersetzerin: Andrea Fischer
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 2 (27. April 2017)
Genre: Dystopie
ISBN: 978-3841440198
Seitenzahl: 400
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren


Inhalt:
Violet und der Geheimbund Der Schwarze Schlüssel bereiten einen Angriff auf den Adel vor, und Violet soll eine zentrale Rolle dabei spielen. Sie muss die jungen Frauen anführen, die die Auktion manipulieren und die Mauern der Einzigen Stadt zum Einstürzen bringen sollen. Doch Violet ist hin- und hergerissen. Ihre Schwester Hazel ist im Palast der Herzogin vom See gefangen. Um ihre Schwester zu retten, muss sie ihre Freunde und die gute Sache im Stich lassen und in das Juwel zurückkehren.
(Bild- und Textquelle: Fischer Verlage)  




Nachdem mich "Die Weisse Rose" nicht ganz überzeugen konnte, hoffte ich, dass Amy Ewing mich in ihrem Finale wieder mehr fesseln kann.
Violet und Der Schwarze Schlüssel sind bei den letzten Vorbereitungen für den Angriff auf den Adel. Violet hat eine wichtige Rolle inne, denn sie soll mit den anderen Palladininnen die Mauer zum Juwel zum Einstürzen und so die Angreifer ins Herzen der Stadt bringen.

Montag, 7. August 2017

[Rezension] "Du & Ich - Best friends for never" von Hilary T. Smith






Titel: Du und Ich - Best friends for never
Autorin: Hilary T. Smith
Übersetzerin: Jenny Merling
Genre: Drama, coming-of-age
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (23. März 2017)
ISBN: 978-3841440044
Seiten: 368
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahren








"Du & ich - Best friends for never" von Hilary T. Smith wurde mir von Verlagsseite ans Herz gelegt. Es soll eine grosse Freundschaftsgeschichte sein, aber auf eine ganz andere Art. Und da ich andere, besondere Bücher mag, konnte ich nicht widerstehen.

Montag, 10. Juli 2017

[Rezigramm] "Die Seiten der Welt. Blutbuch" von Kai Meyer


Titel: Blutbuch
Reihe: Die Seiten der Welt, Band 3/3
Autor: Kai Meyer
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (10. März 2016)
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3841402264
Seitenzahl: 528
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren


Inhalt:
Das Sanktuarium ist untergegangen, aber schon wird die bibliomantische Welt von einer neuen, übermächtigen Gefahr bedroht. Die Ideen steigen aus dem goldenen Abgrund zwischen den Seiten der Welt auf und verschlingen ein Refugium nach dem anderen. Bald ahnt Furia, dass sie die einzige ist, die die Vernichtung der Welt aufhalten kann und dass sie dafür einen sehr hohen Preis zahlen muss. Doch ist sie dazu bereit?
(Bild- und Textquelle: Fischer Verlage)  




Es gibt wohl kaum eine Buchreihe wie "Die Seiten der Welt" von Kai Meyer, dich sich selber so zum Mittelpunkt macht. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass bibliophile Menschen auch um das Finale der Trilogie nicht herumkommen.
"Blutbuch" steigt mit kurzen Kapiteln ein, so dass man sich rasch einen Überblick verschaffen kann, wer sich gerade womit beschäftigt.

Freitag, 26. Mai 2017

[Rezigramm] "Pearl - Liebe macht sterblich" von Julie Heiland



Titel: Pearl - Liebe macht sterblich
Reihe: nein
Autorin: Julie Heiland
Verlag: FISCHER FJB (24. Mai 2017)
Genre: Urban Fantasy
ISBN: 978-3841440174
Seitenzahl: 352
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren


Inhalt:
Die ungestillte Sehnsucht nach Liebe macht sie unsterblich. Aber alles, was sie will, ist endlich zu lieben. 
„Zweihundert Jahre habe ich die Liebe gesucht, wollte sie mehr als alles andere – nie hat sie sich meiner erbarmt. Ich habe noch nie geliebt. Wurde noch nie geliebt.“
Pearl ist eine Suchende. Ihre Sehnsucht nach Liebe ist so groß, dass sie selbst im Tod keine Ruhe gefunden hat und zur Unsterblichkeit verdammt ist. Sie hat nur eine Möglichkeit, erlöst zu werden: sie muss die wahre, aufrichtige Liebe erfahren. Aber der, den sie endlich lieben kann, stellt sich als ihr größter Feind heraus. Wird er ihre Gefühle erwidern und sie befreien oder wird er ihr Schicksal auf ewig besiegeln?
(Bild- und Textquelle: Fischer FJB)  




Als Einstieg ins Buch begleiten wir Pearl zu ihrem Date mit John. Er könnte der Richtige sein und sie erlösen. Doch sollte er nicht ihr Seelenpartner sein, würde sie ihm durch den Kuss seine Liebe rauben, so dass er nie wieder dieses Gefühl empfinden könnte. Und da sich Pearl einfach nicht sicher ist, schliesslich hat sie selber noch nie Liebe empfunden, lässt sie ihn ziehen.


Trotzdem gerät sie in den Fokus der Jäger, die 'böse' Suchende ausfindig machen und eliminieren.
Julie Heiland startet recht einfach in ihr neues Buch "Pearl - Liebe macht sterblich", bevor sie immer tiefer in ihre Thematik eintaucht. 


Pearl ist damals mit 18 Jahren ungeliebt gestorben und weilt nun schon seit 200 Jahren als Suchende auf der Erde, um ihre wahre Liebe zu finden und erlöst zu werden. Trotz dieser langen Zeit, in der sie Erfahrungen sammeln konnte, erschien sie mir zu Beginn recht naiv. Zum Glück entwickelt sie sich jedoch weiter, so dass sie einem immer mehr ans Herz wächst.
Pearl wohnt mit zwei anderen Suchenden in einem wunderschönen Palazzo. Damian und Alexa sind ihre Familie und ich fand es sehr spannend, die beiden besser kennenzulernen, denn sie zeigen einem sehr schön auf, in welche beiden Richtungen Suchende sich entwickeln können.

Auch in "Pearl" schafft Julie Heiland eine dichte Atmosphäre. Das Setting in Venedig, der Stadt der Liebe, könnte nicht passender sein und die Autorin setzt die typischen Merkmale der Lagunenstadt gekonnt ein.
Die Idee der Suchenden und Jäger bringt wieder einmal etwas frischen Wind in den Buchmarkt und hat mir sehr gut gefallen. Die komplexe Thematik wird sehr gut eingeführt und mit kursiv gedruckten Rückblicken auf Pearls bitteres Leben eindrucksvoll untermauert.

Unsterblichkeit, die Suche nach der wahren Liebe, Venedig .... all diese Stichwörter deuten daraufhin, dass "Pearl" ein Buch der grossen Gefühle ist. Und ja, wir erleben Freundschaft, Eifersucht, Hass, Sehnsucht und selbstverständlich auch die Liebe. Manchmal war mir die Geschichte sogar etwas zu kitschig.


Julie Heilands Schreibstil ist schlicht, aber auch bildhaft und mitreissend. Ihre oft kurzen Sätzen entwickeln beim Lesen eine tolle Dynamik so dass man das Buch kaum noch aus den Händen legen kann.
Die Geschichte ist meistens aus der ich-Perspektive von Pearl erzählt, so dass wir ihre Gefühlswelt sehr schön zu spüren bekommen. Zwischendurch bekommen wir jedoch auch Einblicke in das Leben eines verbittertenJägers, was sehr interessant ist.




Mit "Pearl - Liebe macht sterblich" bietet uns Julie Heiland einmal mehr Lesestoff, den man kaum aus der Hand legen kann. Ihre Idee und das Setting ist grandios umgesetzt und die Geschichte löst beim Lesen viele Emotionen aus - ab und zu jedoch auch ein Augenrollen, weil es etwas zu kitschig ist. Der Ausflug nach Venedig lohnt sich aber trotzdem!






Alles in meinem Dasein ist auf die Liebe ausgerichtet, und dennoch weiss ich so gut wie nichts über sie. Weiss nicht, wie sie sich anfühlt. Kann es nur ahnen. Mir in meiner Phantasie ausmalen.     (Seite 11)

Sein Grinsen ist das eines gerissenen Gauners, der weiss, dass er problemlos aus dem eigentlich so fest verschlossenem Tresor das teure Kunststück erbeuten kann: mein Herz.    (Seite 112)

Die Zeit vergeht, aber das stört mich nicht. Davon habe ich mehr als genug.     (Seite 148)

Mein Herz schlägt laut und heftig. Und mit jedem Schlag reisst das Loch in meiner Brust ein Stück weiter auf. Meine Sehnsucht wächst, seit ich Noah kenne. Breitet sich aus wie Unkraut.     (Seite 152) 






     

  1. Bannwald      →   zu meinem Rezigramm
  2. Blutwald          →    zu meinem Rezigramm
  3. Sternenwald          →    zu meinem Rezigramm



© Favolas Lesestoff

Mittwoch, 19. April 2017

[Rezension] "Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden" von Emily Barr






Titel: Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden
Autorin: Emily Barr
Übersetzerin: Maria Poets
Genre: Jugendroman, Coming-of-Age
VerlagFISCHER FJB (23. März 2017)
ISBN: 978-3841440075
Seiten: 352
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren









"Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden" von Emily Barr wurde mir von Verlagsseite ans Herz gelegt. Zudem gefällt es mir nur schon optisch sehr gut und die Thematik mit dem verlorenen Kurzzeitgedächtnis interessiert mich sehr.




Flora Banks Leben ist wie ein tausendteiliges Puzzle in allen Farben des Regenbogens. Jeden Tag muss sie es erneut zusammensetzen. Sie muss sich daran erinnern, wer sie ist und was los ist. Manchmal stündlich. Nichts, was seit ihrem 10. Geburtstag passiert ist, bleibt ihr im Gedächtnis. Doch auf einmal ist da diese eine Erinnerung in ihrem Kopf. Und sie bleibt, verschwindet nicht wie die anderen Details aus ihrem Leben. Es ist die Erinnerung daran, wie sie nachts am Strand einen Jungen geküsst hat. Bewaffnet mit Handy, Briefen von ihrem Bruder aus Paris, einem prallgefüllten Notizbuch und tausenden von Zettelchen macht sich Flora Banks auf eine Reise, die sie letztendlich zu sich selbst führt. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben kann sie jetzt entscheiden, wer sie wirklich sein will.
(Bild- und Textquelle: Fischer FJB)





Einstieg ins Buch:
Ich stehe ganz oben auf einem Hügel, und obwohl ich weiss, dass ich etwas Schreckliches getan habe, komme ich nicht darauf, was es ist.

Flora Banks ist ein ganz aussergewöhnlicher Teenager. Sie leidet nämlich an anterograder Amnesie, das heisst, dass sie sich an nichts erinnern kann, das nach ihrem 10. Geburtstag passiert ist. Sie hilft sich mit einem Erinnerungs-Buch, einer Flut Notizzettel und den wichtigsten Stichwörtern auf ihren Armen.
Doch dann küsst sie Drake, den Freund ihrer einzigen und besten Freundin. Dies ist für Flora so einschneidend, dass sie sich daran erinnern kann. Drake kann ihr helfen, sich zu erinnern! Nur dumm, dass er zum Studieren in die Arktis fährt und Flora mit ihrem Gefühlschaos alleine lässt. Doch wir erleben, wie sich Flora weiterentwickelt, über sich hinaus wächst und so das Abenteuer ihres Lebens erlebt.

Ich schaue in meine Hand. Flora steht dort, und das bin ich. Diese Zeichen auf meiner Hand stehen für meinen Namen. Daran klammere ich mich. Ich bin Flora. Unter diesem Wort steht: Sei mutig! Ich schliesse die Augen, hole tief Luft und reisse mich zusammen. Ich weiss nicht, warum ich hier bin, aber alles wird gut.     (Seite 17)

"Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden" ist aus der ich-Perspektive der 17-jährigen Flora erzählt. Emily Barrs Schreibstil ist zwar sehr einfach und schlicht gehalten, doch durch die vielen Wiederholungen durch Floras Amnesie, schafft es die Autorin super, uns Floras Leben und Probleme näher zu bringen. Klar können diese sich ständig wiederholenden Sequenzen den Lesefluss etwas stören und man muss sich erst etwas an diesen doch sehr speziellen Erzählstil gewöhnen, doch man kann sich dadurch viel mehr in die Protagonistin hineinversetzen.

Flora Banks ist ein toller Charakter. Komplex und facettenreich gezeichnet, bekommt man einen wunderbaren Einblick in ihr Innerstes. Durch den Kuss realisiert sie immer mehr, dass sie ja keine zehn Jahre mehr ist sondern eine junge Frau. Durch die Amnesie hat sie viele Ängste und Zweifel, doch sie ist mutig und springt immer wieder über ihren Schatten.

Ich glaube, ich habe etwas vergessen. Ich kann mich nicht erinnern, was es ist. Frustriert ziehe ich an meinem Haar und geniesse den plötzlichen Schmerz.     (Seite 105)

"Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden" beginnt sehr ruhig. Emily Barr lässt sich Zeit, uns ihre Protagonistin vorzustellen und uns in ihre Krankheit zumindest zu einem Teil einfühlen zu können. Gekonnt zieht sie nach und nach die Spannung an, Floras Lage spitzt sich immer mehr zu, bis sie sich wirklich auf die Reise macht. Gegen den Schluss überschlagen sich die Dinge regelrecht. Die Autorin überrascht mit unerwarteten Wendungen, gibt eine gehörige Portion Drama hinzu und bringt Licht ins Dunkle. Dazu schleicht sich leider die eine oder andere Ungereimtheit ein. Mir persönlich war es schon fast ein bisschen zu viel in zu kurzer Zeit, doch das Ende lässt einen versöhnlich und hoffnungsvoll zurück.






"Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden" ist ein wirklich aussergewöhnlicher Coming-of-Age Roman! Emily Barrs Debüt ist zwar nicht ganz rund, dafür aber ein ungeschliffener Diamant mit starker Protagonistin, interessanter Thematik und einer wichtigen Botschaft: Sei mutig!










Emily Barr arbeitete lange Zeit begeistert in einer trubeligen Zeitungsredaktion. Manchmal sehnte sie sich jedoch nach einer stillen Ecke, um die Geschichten aufschreiben zu können, die ihr im Kopf rumspukten. Schon als Kind hatte sie nachts immer ihren Vater gehört, der auf seiner alten Schreibmaschine Romane schrieb. Emily lernte dadurch, dass man seine Träume verwirklichen kann, wenn man es nur will. Also begann sie selbst mit ihrem ersten Buch. Mittlerweile hat Emily einige Bücher veröffentlicht. ›Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben sein‹ ist ihr YA-Debüt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Cornwall, England.

(Textquelle: Fischer Verlage)




© Favolas Lesestoff

Sonntag, 6. November 2016

[Rezigramm] "Falsche Schwestern" von Cat Clarke


Titel: Falsche Schwestern
Autorin: Cat Clarke
Übersetzerin: Jenny Merling
Genre: psychologischer Spannungsroman
Themen: Familie, Drama, Psychogramm
Verlag: FISCHER FJB (25. August 2016)
ISBN: 978-3841402257
Seiten: 400
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren


Inhalt:
Stell dir vor, du hast deine Schwester verloren. Kidnapping. Seit der Entführung vergehen deine Eltern vor Kummer. Das Loch, das deine Schwester in der Familie hinterlassen hat, ist immer schmerzhaft präsent. Alles fällt auseinander.
Stell dir vor, deine Schwester taucht plötzlich wieder auf. 13 Jahre später! Bei deinen Eltern ist die Freude riesig. Alle scheinen glücklich, aber sie drängt sich so in den Mittelpunkt, dass für dich kein Platz mehr in der Familie ist. Sogar deinen Freund spannt sie dir aus.

Doch dann passiert etwas, das alles verändert.
(Bild- und Textquelle: Fischer FJB 



Den Fall Natascha Kampusch haben wohl damals sehr viele mitverfolgt, denn wenn jemand nach so langer Gefangenschaft frei kommt, bewegt das die Leute und wirft viele Fragen auf.
"Falsche Schwestern" wird aus der Sicht der jüngeren Schwester erzählt, so dass der Leser hautnah miterlebt, wie es ist, wenn die eigene Schwester 13 Jahre vermisst wird und wie es sich anfühlt, wenn diese dann plötzlich wieder auftaucht.


Wenn einer Familie so ein schwerer Schicksalsschlag wie Kindesentführung widerfährt, hinterlässt dies seine Narben. Faiths Eltern haben sich getrennt. Sie lebt bei ihrer Mutter, die über die Jahre alles dafür getan hat, dass der Fall Laurel Logan nie in Vergessenheit geraten ist. Die Wochenenden verbringt sie bei ihrem Vater, der mit seinem Freund zusammen wohnt. Faith hat sich, so gut es geht, mit ihrer Situation arrangiert und versucht, jegliche Aufmerksamkeit zu vermeiden. Das Auftauchen der Schwester lässt sie sehr vieles hinterfragen.


Faith hat es wirklich nicht einfach. Erst muss sie jahrelang mit der Situation zurecht kommen, dass zum einen ihre Schwester vermisst ist, zum anderen muss sie miterleben, wie sich ihre Eltern unter dieser schweren Last verändern. Als Laurel dann wieder auftaucht, ist sie zwiegespalten. Selbstverständlich freut sie sich, dass ihre Schwester wieder da ist, doch sie muss auch erst lernen, mit der neuen Familiensituation umzugehen, vor allem, weil sich nun noch mehr alles um Laurel dreht und die Presse an jeder Ecke lauert.

Cat Clarke hat eine schwierige und brisante Thematik sehr eindringlich umgesetzt. Zudem erzählt Faith sehr fesselnd. Mit "Falsche Schwestern" bekommen wir eine äusserst interessante Charakterstudie und viel unterschwellige Spannung. Die Emotionen beim Lesen schwanken zwischen Neugierde und Beklemmung, so dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann.


Leider verraten die Inhaltsangabe und vor allem der Titel schon sehr viel über die Geschichte. Doch dies ist nur ein Wermutstropfen, "Falsche Schwestern" ist trotzdem sehr spannend.


Der Schreibstil von Cat Clarke ist ruhig und eindringlich. Allein mit ihren Charaktere und einer unheimlich dichten Atmosphäre schafft die Autorin es, die Leser total an die Seiten zu fesseln. Sie setzt viel mehr auf den psychologischen Blick in Faiths Gefühlswelt als auf actionreiche Szenen.





"Falsche Schwestern" ist ein sehr gelungener psychologischer Spannungsroman. Cat Clarke überzeugt mit facettenreichen Charaktere, einer sehr dichten und bedrückenden Atmosphäre und dem brisanten Thema einer Kindesentführung, die sofort unsere Erinnerungen an den Fall Natascha Kampusch wecken.
Obwohl der Titel leider schon einiges verrät, konnte ich mich dem Lesesog des Buches nicht entziehen und konnte es kaum noch aus der Hand legen. Eine tiefgründige Geschichte, die man nicht so schnell vergessen wird.







In diesem Haus lauern überall Fallen und Schuldgefühle, sie verstecken sich unter den Dielen und hinter der Tapete. Man kann sie nachts sogar flüstern hören .     (Seite 12)

Aber in 13 Jahren kann sich viel ändern. Da kann eine Mutter sich schon mal vor lauter Trauer fast auflösen, ein Vater mit einem tollen Franzosen zusammenziehen und eine kleine Schwester aufhören, Sandburgen zu bauen und stattdessen anfangen, Mauern um sich herum zu errichten.     (Seite 40)

Alle wollen was vom Kuchen abhaben, und Mum hat anscheinend nicht das geringste Problem damit, jedem ein Stück abzuschneiden und auch noch mit einer hübschen Verzierung auf dem Teller zu überreichen.     (Seite 170) 



©  Favolas Lesestoff


Freitag, 7. Oktober 2016

[Rezension] "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" von Cecelia Ahern




Titel: Flawed - Wie perfekt willst du sein?
Reihe: Band 1/2
Autorin: Cecelia Ahern
Übersetzerinnen: Anna Julia Strüh & Christine Strüh
Genre: Dystopie
Verlag: FISCHER FJB (29. September 2016)
ISBN: 978-3841422354
Seiten: 480
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre








Cecelia Ahern ist eine berühmte Autorin, deren Romane viele Frauenherzen höher schlagen lassen und auch schon verfilmt wurden. "Flawed. Wie perfekt willst du sein?" ist nun ihr erstes Jugendbuch und obwohl ich ihre bisherigen Bücher nicht gelesen habe, musste ich dieses einfach in die Hand nehmen, denn es ist eine Dystopie.




Celestines Leben scheint perfekt: Sie ist schön, bei allen beliebt und hat einen unglaublich süßen Freund.
Doch dann handelt sie in einem entscheidenden Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln. Sie könnte im Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden – verurteilt als Fehlerhafte. 
Denn Fehler sind in ihrer Welt nicht erlaubt. Nichts geht über die Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit. Jetzt muss sie kämpfen – um ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe.
(Bild- und Textquelle: Fischer FJB)





Einstieg ins Buch:
Ich bin ein Mädchen, das auf klare Definitionen steht, auf Logik, auf Schwarz oder Weiss.
Vergesst das nicht.

Cecelia Ahern ist für ihre Bestseller im Bereich der Frauenromane weltbekannt. Mit "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" traut sie sich in neue Gefilde vor - und das gleich doppelt. Zum einen ist es ihr erster All-Age-Roman und zum anderen ist "Flawed" der Auftakt zu einer dystopischen Dilogie. Mit der Grundidee einer Gesellschaft, die Perfektion fordert und Fehlerhafte brandmarkt, hatte mich die Autorin sofort neugierig gemacht.

Wir steigen scheinbar ganz entspannt zu einem Festessen mit den Nachbarn in die Geschichte ein und alles scheint wie immer perfekt zu sein. Doch dann erscheinen die Tinders nicht sondern plötzlich heulen die Sirenen los und die Whistleblower holen Angelina Tinder ab. Sie soll fehlerhaft sein? Celestine versteht die Welt nicht mehr, denn ihre Klavierlehrerin war wirklich perfekt. So macht sich die Protagonistin zum ersten Mal Gedanken über die Gesellschaft, das System und ihre heile Welt bekommt leichte Risse.

Ich weiss nicht mehr, was richtig und was falsch ist. Ich, die ich doch immer so sicher bin. Meine schwarzweisse Welt ist undeutlich und grau.     (Seite 145)

"Flawed" wird aus der ich-Perspektive von Celestine erzählt. Und obwohl ich ganz zu Beginn eher für ihre Schwester sympathisierte, wuchs sie mir dann sehr schnell ans Herz und ich bangte und litt mit ihr mit. Sie ist nämlich eigentlich die perfekte Vorzeigetochter, der alles gelingt und die sogar mit dem Sohn von Richter Cravan liiert ist. Für sie ist die Welt in Ordnung, denn sie möchte nichts anderes als perfekt sein und macht dafür auch einiges. Doch nach der Verhaftung der Nachbarin beginnt sie sich Gedanken zu machen und als sie im Bus Mitgefühl zeigt, wird ihre gesamte Welt aus den Fugen gehoben und zerbricht in tausend Stücke.

Für mich ist "Flawed" wieder einmal eine klassische Dystopie und die konnte mich wirklich überzeugen. Gekonnt hat Cecelia Ahern die Fäden gesponnen und immer enger gezogen. Zwischendurch hat sie auch immer wieder Informationen zum System einfliessen lassen. Gut gefallen hat mir, dass der Fokus auf der Entwicklung der Protagonistin und der Gesellschaft lag und nicht auf der Liebesgeschichte.

Wenn man so am Boden ist, fallen die Siege klein aus. Aber trotzdem sind sie da, man muss sie nur erkennen, kleine Lichtflecken, blasse Hoffnungsschimmer, versteckt in der Dunkelheit.     (Seite 243) 

Cecelia Ahern beweist hier einmal mehr, warum ihre Bücher die Bestsellerlisten stürmen. Sie schreibt sehr angenehm und die Geschichte liest sich wahnsinnig süffig. Die Kapitel sind alle recht kurz gehalten, werden aber meistens mit einem kleinen Cliffhanger beendet, so dass man einfach immer weiterlesen muss.
Obwohl es in "Flawed" kaum filmreife Actionszenen gibt, empfand ich das Buch als sehr spannend. Und so bin ich richtig froh, dass Band 2 "Perfect - Willst du die perfekte Welt?" schon am 17. November 2016 erscheinen wird.






faszinierend eindrücklich & schonungslos spannend
Mit "Flawed - Wie perfekt willst du sein" beweist Cecelia Ahern, dass sie nicht nur Bestseller im Bereich der Frauenliteratur schreiben kann. Schonungslos erzählt sie die Geschichte von Celestine, die durch Menschlichkeit zur Fehlerhaften wird und die Gesellschaft, in der sie lebt, nun mit anderen Augen betrachtet.
Jeder, der gerne wieder einmal eine spannende Dystopie lesen möchte, sollte hier zugreifen.












   

  1. Flawed - Wie perfekt willst du sein?
  2. Perfect - Willst du die perfekte Welt?     →   zu meinem Rezigramm






Cecelia Ahern ist eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt. Sie wurde 1981 in Irland geboren und studierte Journalistik und Medienkommunikation in Dublin. Mit 21 Jahren schrieb sie ihren ersten Roman, der sie sofort international berühmt machte: ›P.S. Ich liebe Dich‹, verfilmt mit Hilary Swank. Danach folgten Jahr für Jahr weitere weltweit veröffentlichte Bücher in Millionenauflage. Die Autorin wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, schreibt auch Theaterstücke und Drehbücher und konzipierte die TV-Serie ›Samantha Who?‹ mit Christina Applegate sowie einen Zweiteiler für das ZDF. Auch ihr Roman ›Für immer vielleicht‹ wurde fürs Kino verfilmt. Cecelia Ahern lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im Norden von Dublin.

(Textquelle: Fischer Verlage)



© Favolas Lesestoff