Freitag, 25. August 2017

[Rezension] "Überlieben in 10 Schritten" von Rachel McIntyre






Titel: Überlieben in 10 Schritten
Autorin: Rachel McIntyre
Übersetzerinnen: Jessika Komina & Sandra Knuffinke
Genre: Contemporary Young Adult
VerlagMagellan (18. Januar 2017)
ISBN: 978-3734850141
Seiten: 304
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 13 Jahren








Von Rachel McIntyre habe ich schon ihr Debüt "Sternschnuppenstunden" gelesen. Ein wirklich emotional geladenes, frisches und realistisches Buch und so freute ich mich, dass es etwas Neues von ihr zu lesen gab. "Überlieben in 10 Schritten" klingt wirklich toll, vor allem gefällt mir die Message, dass man sich auch in der Liebe selber treu bleiben soll.



Daisy hat die Nase voll! Von Jungs im Allgemeinen und von ihrem Ex im Speziellen. Zeit für einen Neuanfang! Am College ist sowieso alles besser und man hat viel Wichtigeres als Jungs im Kopf. Davon ist Daisy fest überzeugt – zumindest bis sie Toby begegnet. Mr Charming hat es ihr angetan. Alles scheint perfekt, sodass sie die ersten Wolken am Liebeshimmel komplett übersieht. Doch so langsam braut sich ein richtiger Sturm zusammen, dem niemand entkommen kann! Jetzt ist es an Daisy, das Ruder wieder in die Hand zu nehmen …
(Bild- und Textquelle: Magellan Verlag)





Einstieg ins Buch:
Als Ayesha kam, war ich gerade dabei, die Packung mit den Anzündern aufzureissen.

In vielen Jugendbüchern erleben Teenager ihre erste grosse Liebe und schweben dabei auf Wolke 7. Auch in "Überlieben in 10 Schritten" geht es um Liebe, eine Liebe, die erst blind macht, so dass Daisy erst spät merkt, dass sie manipuliert und benutzt wird. Und gerade weil diese Thematik oft totgeschwiegen wird, finde ich McIntyres neustes Werk umso wichtiger.

Die Autorin schafft es sogar, dieses ernste Thema überaus frech und witzig aufzuarbeiten.
Die Geschichte wird aus der ich-Perspektive der Protagonistin Daisy erzählt. Sie ist ein aufgewecktes Mädchen mit einem extravaganten Kleidergeschmack und nicht auf den Mund gefallen. So erstaunt es nicht, dass sich "Überlieben in 10 Schritten" frisch liest und gespickt mit witzigen Details ist. Ich muss zugeben, dass ich mich an den sehr jugendlichen Schreibstil erst etwas gewöhnen musste, denn manchmal wurde es mir schon beinahe zu albern. Dazu kommen ausgeprägte Schwärmereien, was jedoch wieder zu Daisy und zur Situation passte.

Als Daisys Freund Matt mit seiner Mutter nach Spanien zieht, beendet sie die Beziehung und ignoriert seine Mails. Um auf andere Gedanken zu kommen, lässt sie sich auf den schockschönen Toby ein, denn sonst hat sie am neuen College noch kaum Freunde. Umso mehr freut sie sich über die Aufmerksamkeit, die Toby ihr zukommen lässt.

Aaaaahhh. Toby Smith  war nicht bloss potenzielles Freundematerial, sondern potenzielles Freundematerial mit einer Glasur aus Wow!, abgerundet mit dem Puderzucker phänomenaler Perfektion. Und was mache ich? Führte eine Eigenlobotomie durch.     (Seite 38)

Toby scheint sehr galant und freundlich zu sein, doch als Leser realisiert man schnell, wie berechnend er ist und je mehr Zeit er mit Daisy verbringt, desto mehr mutiert er zum Kontrollfreak. Aber bemerkt das auch eine verliebte Sechzehnjährige?

Toll finde ich, dass Rachel McIntyre den Fokus nicht nur auf die Liebesgeschichte gelegt hat, sondern auch der Freundschaft zwischen Daisy, Ayesha und Beth genügend Gewicht gibt. Diese wird sehr authentisch dargestellt. Sie haben zehn Regeln festgelegt, die wir in der Geschichte nach und nach erfahren, die letzte rundet sogar das Ende perfekt ab.

Und so ist "Überlieben in 10 Schritten" ein äusserst unterhaltsames Buch mit ernster Thematik. Neben viele Humor erleben wir auch die Kreativität der Autorin, denn sie lässt ihre Protagonistin auch mit eigenen Wortkreationen um sich werfen. So ist Toby schockschön, sie hält einen Leugnolog (Leugnen - Monolog) und einiges ist glitzinfiziert.

Jungen mögen das Sahnehäubchen sein,
aber Freundinnen sind der Kuchen.     (Seite 301)





bittersüss & glitzinfiziert
"Überlieben in 10 Schritten" ein äusserst unterhaltsames Buch. Es ist schon fast erstaunlich, wie viel Witz Rachel McIntyre in die bittersüsse Liebesgeschichte mit fadem Beigeschmack einfliessen lässt. Manchmal wirkt dies schon etwas überdreht und albern, es passt jedoch gut zur quirligen Protagonistin.








Rachel McIntyre ist in einem Haus voller Bücher aufgewachsen und ihre Leidenschaft für Sprache versucht sie nun als Lehrerin weiterzugeben. Sie weiß, dass Jugendliche gute Geschichten lieben – Geschichten, die ihnen dabei helfen, mit den täglichen Herausforderungen ihres Lebens umzugehen. Rachel McIntyre lebt in Nordengland. Sternschnuppenstunden ist ihr erster Roman.
(Textquelle: Magellan Verlag)



© Favolas Lesestoff

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