Sonntag, 25. Juni 2017

[Rezigramm] "Der Prinz der Elfen" von Holly Black



Titel: Der Prinz der Elfen
Autorin: Holly Black
Übersetzerin: Anne Brauner
Verlag: cbt (3. April 2017)
Genre: Urban Fantasy
ISBN: 978-3570164099
Seitenzahl: 416
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren


Inhalt:
Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen …
(Bild- und Textquelle: cbt Verlag)  



Am Ende eines Waldweges, hinter einem Bach und einem ausgehöhlten Baumstamm mit Asseln und Termiten, stand auf dem Erdboden ein Sarg aus Glas. Darin schlief ein Junge mit Hörnern und Ohren, so spitz wie Messer

Schon die ersten Sätze versprechen eine magische, sagenhafte Geschichte.
Die Geschwister Hazel und Ben leben in Fairfold, das ans Elfenreich grenzt. Im Wald steht ein gläserner Sarg, in dem ein wunderschöner Elfenprinz schläft. Um ihn ranken sich viele Geschichten und er ist ein grosser Anziehungspunkt für Touristen. Hazel und Ben fühlen sich seit Kindheitstagen zum Elfenprinzen hingezogen, haben sich viele Geschichten um ihn ausgedacht und ihm all ihre Geheimnisse anvertraut.


Doch eines Tages ist der Sarg eingeschlagen und der gehörnte Junge ist weg. Genau an dem Morgen, an dem Hazel mit dreckigen Füssen aufwacht und eine geheime Botschaft findet. Die Geschwister müssen sich den Geheimnissen ihrer Vergangenheit stellen und Hazel muss in die Rolle schlüpfen, die sie sich als Kind immer erträumt hat. Als Ritter möchte sie ihren Bruder und ganz Fairfold retten, denn in dem Ort scheint nichts so zu sein, wie es ist.


Protagonisten sind äusserst wichtig für eine Geschichte. Holly Black hat eine ganze Palette an facettenreichen und interessanten Charaktere geschaffen, die vor allem eines sind: anders. Sympathieträger sind sie auf jeden Fall nicht, was aber meiner Meinung nach perfekt in die Geschichte passt.
Hazel und Ben sind total unterschiedlich und doch sind sie beide in den schlafenden Elfenprinzen verliebt. Während Hazel einen Jungen nach dem anderen küsst und sich mit oberflächlichem Flirten schützen möchte, wartet ihr Bruder auf den einen Richtigen. 

Die Grundidee hat mir sehr gut gefallen.
Tief im Wald herrscht der Erlkönig, dazu kommen die verschiedensten Elfen und andere fantastische Wesen, der geheimnisvolle gehörnte Junge und dann ist da auch noch das Monster, das Fairfold in Angst und Schrecken versetzt. All dies wird mit einigen Mythen und zahlreichen Geheimnissen verwoben, so dass eine unheimlich dichte Atmosphäre entsteht.

Die Geschichte wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zudem bekommt man manchmal das Gefühl, Holly Black, habe den roten Faden verloren. Ab und zu verliert sie sich in Details und die Geschichte wirkt zum Teil etwas skurill und wirr. So muss man etwas Geduld mitbringen und sich durch den Wald an Intrigen und Fragezeichen kämpfen.


Holly Blacks Schreibstil lässt sich flüssig lesen. Sie schreibt meistens in kurzen, prägnanten Sätzen.
"Der Prinz der Elfen" wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was zwar sehr interessant ist, manchmal jedoch etwas sprunghaft wirkt.




In "Der Prinz der Elfen" entführt uns Holly Black in eine magische Welt mit einer dichten Atmosphäre. Die Geschichte ist düster, geheimnisvoll, zum Teil blutig und etwas eklig, wirr und skurill und vor allem anders.
Man muss etwas Durchhaltewillen mitbringen und sich durch den Wald an Fragezeichen und geheimen Machenschaften kämpfen, bevor Holly Black einen in den Bann ziehen kann. Dann bekommt man jedoch eine spezielle Elfengeschichte geboten, in der nichts so ist, wie es scheint.






© Favolas Lesestoff

Kommentare:

  1. Klingt echt gut. :) Hab bisher eigentlich fast nur Gutes über das Buch gehört und freue mich deshalb schon sehr darauf, es auch bald zu lesen.

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    1. Liebe Binzi
      Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich bisher sehr gemischte Meinungen gesehen haben. Es gibt auch einige recht kritische Rezensionen und ich kann die Kritikpunkte auch ganz gut nachvollziehen. Ich bin aber eine Leserin, die gerne Spezielles mag und sich auch in eine Geschichte reinknien kann. Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Lesespass mit "Der Prinz der Elfen".
      lg Favola

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  2. Hey,

    ich habe bisher nicht viele Meinungen zu dem Buch gesehen, aber die waren auch gemischt. Bei mir steht das Buch auf dem Mini SuB, da ich es gerade von der Onleihe habe, und ich bin schon gespannt darauf. Es klingt inhaltlich sehr interessant und deine Rezension macht auf jeden Fall neugierig, aber deine Kritikpunkte klingen so, als könnten sie mich auch stören. Mal abwarten :) Auf jeden Fall ein schönes Rezigramm!

    Liebe Grüße,
    Kerstin

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    1. Hey Kerstin
      Ach, gerade bei Büchern, bei denen man nicht sicher ist, ist die Bibliothek oder die Onleihe perfekt. Hast du denn "Der Prinz der Elfen" inzwischen gelesen? Ich bin gespannt, wie dir das Buch gefällt.
      lg Favola

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  3. Hey Favola,
    ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt und mir sind direkt deine 'Rezigramme' ins Auge gestochen. Kommt die Idee von dir, weil ich bis jetzt noch nirgends gesehen habe. Wenn ja, darf man fragen, ob ich diese Rezensionsart auch in meinem Blog aufnehmen darf (bin noch seehr neu), denn ich finde die Idee richtig toll und es ist mal was anderes. Dein Blog generell ist richtig toll gestaltet und ich liebe ihn jetzt schon <3
    LG Bücherfux

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    1. Hey Bücherfux
      Ich freue mich natürlich, dass dir mein Blog und vor allem die Rezigramme gefallen. Ja, die Rezigramme habe ich für mich entwickelt. Sie sind ein Markenzeichen von mir und haben einen hohen Wiedererkennungswert. Aus diesem Grund möchte ich auch nicht, dass du diese Rezensionsart auf deinem Blog übernimmst. Aber du wirst schon sehen, wenn du eine Weile bloggst, findest du plötzlich deinen Weg. Mein Rezigramm ist auch erst nach 1.5 Jahren bloggen entstanden ;-)
      lg Favola

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