Montag, 27. Juni 2016

5 Jahre - 5 Bücher - 5 Shirts - 2 Blogs .... das grosse Jubiläumsgewinnspiel

Kaum zu glauben, dass es schon fast 5 Jahre her ist, seit Favolas Lesestoff zur Bloggerwelt gekommen ist.
Nie hätte ich gedacht, dass aus meinen holperigen Anfängen einmal das entsteht, was Favolas Lesestoff heute ist: ein Buchblog der lebt. 300 Rezensionen und 102 Rezigramme sind bis heute online gegangen. Bisher haben 22 AutorInnen und 18 BloggerInnen meine Satzanfänge bei "Wer 'A' sagt ...." vervollständigt. 53 Bücher wurden gerahmt und in der Buchgalerie ausgestellt und siebenmal habe ich die goldene Leseente verliehen. Insgesamt sind 1384 Posts online gegangen .... was aber meinen Blog am meisten belebt, sind die 13'114 Kommentare. Ihr seid es, die meinen Blog bereichern und mich motivieren. Denn was gibt es für eine Buchbloggerin Schöneres, als zu lesen, dass wegen der eigenen Rezension ein Buch auf die Wunschliste gewandert ist oder sogar gleich gekauft wurde?

Danke also für 5 Jahre Treue, die vielen lieben Kommentare, buchige Diskussionen, den Austausch und die Freundschaft über das Internet hinaus.



Kurz nachdem ich mit meinem Blog gestartet bin, habe ich Damaris liest. entdeckt. Seither verfolge ich jeden Beitrag, denn manchmal stimmt einfach alles: der Buchgeschmack, die Hobbys, seit einiger Zeit der Wohnort und vor allem die Person dahinter. So sind wir seither bei der Buchmesse, dem Arena Bloggerworkshop, den Pressetagen in Zürich meistens gemeinsam unterwegs oder treffen uns einfach so mal zu einem Buchschwatz, während unsere Kinder gemeinsam spielen.




Da wir 2016 beide das 5-jährige Jubiläum feiern, haben Damaris und ich uns dazu entschieden, gemeinsam ein grosses Gewinnspiel zu organisieren.
Als Preise haben wir uns etwas ganz Besonderes ausgedacht, nämlich 5 unserer Lesehighlights und 5 T-Shirt-Unikate:






.... und nun gleich noch kurz bei Damaris liest. vorbeischauen, Formular ausfüllen und die Gewinnchancen verdoppeln ...



Teilnahmebedingungen: Blogs leben von ihren Lesern. Damaris liest. und Favolas Lesestoff freuen sich über Follower und Leser auf Blog, Facebook, Twitter und Instagram. Voraussetzung für eine Teilnahme am Gewinnspiel ist das jedoch nicht.
Durch die Teilnahme wird bestätigt, 18 Jahre alt zu sein oder das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten zu haben. Jeder darf pro Blog ein Mal teilnehmen, insgesamt also zwei Mal. Mehrfachteilnehmer oder automatisierte Teilnehmer werden vom Gewinnspiel ausgeschlossen. Die Gewinner werden nach Ablauf des Gewinnspiels per E-Mail benachrichtigt und hier im Beitrag genannt. Gewinne von Damaris liest. und Favolas Lesestoff werden nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz versandt. E-Mail Adressen und genannte Versandadressen werden sofort nach Beendigung gelöscht. Die Auslosung erfolgt über Random.org. Teilnahmeschluss ist Montag, der 04.07.2016.


Donnerstag, 16. Juni 2016

Top Ten Thursday #265



Die 10 besten Einzelbände

Es gibt sehr viele Reihen, das wurde mir bei der Suche der heutigen Top Ten Titel wieder einmal bewusst. Umso mehr schätze ich tolle Einzelbände, sozusagen ein All-inclusive-Buch.


            

Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem            



An erster Stelle muss ich da wohl "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green nennen. Das Buch war mein Lesehighlight 2012 und ich habe extra für diesen Titel meine goldene Leseente realisiert, da mir 5 Leseenten einfach nicht ausreichten.
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" nimmt uns mit in eine Achterbahn der Gefühle. Die Geschichte von Hazel und Gus ist tiefgründig, dramatisch, ironisch, geht unter die Haut und lässt einen nicht mehr los.

Auch "Was ich dich träumen lasse" von Franziska Moll hat von mir die goldene Leseente verliehen bekommen. 
Ein kleines Stück Poesie und ganz grosse Emotionen .... "Was ich dich träumen lasse" kann man nicht wirklich beschrieben, man muss es einfach selber erleben, selber lesen ....

Und es hat noch ein dritter Einzelband die goldene Leseente bekommen: "Kirschen im Schnee" von Kat Yen.
GiGi hat im Buch ihre ganz eigenen Erfolgsrezepte und auch Kat Yeh hat ihr Erfolgsrezept für ein besonderes, ein bezauberndes Buch gefunden:
Wohlfühlgeschichte mit Tiefgang + hinreissende Protagonistin + leckere Rezepte + wundervolles Äussere = Kirschen im Schnee = ein Highlight für Jung und Alt.

"Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens" ist ein ruhiges Buch, das sich mit seinem Charme, seiner Wärme in unser Herz schleicht. Sarah Moore Fitzgerald überzeugt mit zauberhaften Charaktere und einem wundervollen Apfelkuchen, von dem ich gerne noch ein Stück geniessen würde. Unbedingt lesen und Freunde fürs Leben finden!

herzerwärmend, bewegend, besonders
Hollly Goldberg Sloan schenkt uns hier ein ganz wunderbares und aussergewöhnliches Jugendbuch, das ich jedem ans Herz legen möchte, der spezielle Charaktere und Geschichten fern vom Mainstream mag.

Obwohl die Thematik Homosexualität momentan in vielen Jugendbüchern auftaucht, hebt sich "Nur drei Worte" von Becky Albertelli ab. Es ist sensibler, ruhiger, authentischer und vor allem erfrischend normal. Es ist ein richtiges Wohlfühlbuch, zu dem man am besten den einen oder anderen Oreo Keks geniesst.
Zum Schluss möchte ich euch nur (noch) drei Wort mit auf den Weg geben: Lest dieses Buch!

Mit "Silfur. Die Nach der silbernen Augen" begeistert Nina Blazon wieder mit einem rundum faszinierenden Buch. Gekonnt verknüpft sie ein Ferienabenteuer mit der Elfenwelt, eine Freundschaftsgeschichte mit den alten nordischen Sagen. Angereichert mit vielen Geheimnissen und einer guten Portion Humor kommt der perfekte Lesegenuss heraus. Für mich steht nun auf jeden Fall fest, dass ich die Insel der Elfen und Trolle selber erkunden möchte. 
Island, ich komme!

warmherzig, eindringlich, wunderschön
"Mein Herz wird dich finden" hat mein Herz im Sturm erobert. Mia und Noah, zwei überaus sympathische Charaktere, die sich kennenlernen, Gefühle für einander entdecken und sich immer mehr in einem Netz aus Lügen und Verschweigen verstricken, haben mir ein Lesehighlight beschert.
So kann ich euch die Geschichte von Jessi Kirby nur ans Herz legen ....

"Rot wie das Meer" ist eine wunderbar atmosphärische Geschichte, die mich mit ihren authentischen Protagonisten und dem wunderbar malerischen Schreibstil in ihren Bann gezogen - und auch als Nicht-Pferde-Narr - total fasziniert hat.
Das Buch ist nicht nur optisch ein Schmuckstück sondern auch inhaltlich ein Highlight, das ich bestimmt nicht mehr vergessen werde.

"Liebe ist was für Idioten. Wie mich." ist ein fesselndes Buch, das für mich alles für ein Lesehighlight hat: Emotionen, Drama, Spannung, Humor und vor allem einen ausserordentlichen Schreibstil.
Seid also keine Idioten und gönnt euch das Debüt von Sabine Schoder!



Was sind eure liebste Einzelbände?





Sonntag, 12. Juni 2016

[ABC Challenge der Protagonisten] Monatsaufgabe Juni


Ich glaube es kaum, aber es ist ja schon der 12. des Monats. Es tut mir leid, dass ihr die Monatsaufgabe erst jetzt bekommt, aber bei mir ist einfach zu viel los ....
Zuerst gibt es wie immer die Lösung des letzten Monats, denn im Mai galt es ja, ein kleines Kreuzworträtsel zu knacken.



Der Juni steht ja nun ganz im Zeichen der Fussball-EM. Aus diesem Grund gibt es eine passende Monatsaufgabe. 
Stellt eure Protagonisten-Mannschaft zusammen. Ihr braucht also einen Torwart, 4 Verteidiger, 4 Mittelfeldspieler und 2 Stürmer. 
Erstellt zu eurem buchigen Fussballteam einen kleine Post auf eurem Blog. In diesem präsentiert ihr eure Aufstellung und begründet jeweils kurz warum dieser Protagonist in eurer Mannschaft und auf dieser Position spielt.
Hinterlasst mir die URL zu eurem Beitrag hier als Kommentar. 
Pro Spieler könnt ihr einen Punkt, insgesamt also elf Punkte ergattern.


Das verwendete Material - New 4-4-2 (flach)


Mittwoch, 8. Juni 2016

[Rezension] "The School for Good and Evil 01. Es kann nur eine geben" von Soman Chainani

Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem



Titel: Es kann nur eine geben
Reihe: The School for Good an Evil, Band 1
Autor: Soman Chainani
Übersetzerin: Ilse Rothfuss
Verlag: Ravensburger Buchverlag (28. August 2016)
Genre: Fantasy, Märchen
ISBN: 978-3473401413
Seiten: 544
vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre



Ich bin schon vor recht langer Zei auf "The School for Good and Evil" aufmerksam geworden. Zum ersten Mal gesehen habe ich es vor zwei Jahren bei Lisa, danach jedoch auch noch auf anderen Blogs. Das Cover finde ich wieder einmal etwas anderes und richtig toll. Und da schon einige, die das Buch auf Englisch gelesen haben, davon schwärmten, hatte ich lange darauf gehofft, dass es übersetzt wird. Der Ravensburger Buchverlag erfüllte mir zum Glück diesen Wunsch.





Auf der Schule der Guten und der Schule der Bösen werden Jugendliche für ihre spätere Karriere in einem Märchen ausgebildet: als Helden und Prinzessinnen oder aber als Schurken und Hexen. Sophie träumt seit Jahren davon, Prinzessin zu werden. Ihre Freundin Agatha dagegen scheint mit ihrem etwas düsteren Wesen für die entgegengesetzte Laufbahn vorbestimmt. Doch das Schicksal entscheidet anders und stellt die Freundschaft der Mädchen auf eine harte Probe ...
(Textquelle: Ravensburger Buchverlag)



Einstieg ins Buch:
Sophie hatte sich ihr Leben lang auf den Tag ihrer Entführung gefreut. Die anderen Kinder von Gavaldon lagen jetzt schlotternd in ihren Betten, denn sie wussten, dass sie ihr Zuhause nie wiedersehen würden, wenn der Schulmeister sie holte.

"The School for Good and Evil" sticht einem nur schon optisch sofort ins Auge. Das Cover ist toll gezeichnet und das Wappen der Schule wird durch Spotlack zusätzlich hervorgehoben. Wenn man den Buchdeckel aufklappt, erwartet einen eine detaillierte Darstellung der Schule, so dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann.

Inhaltlich kommen Fans von Magie, Märchenadaptionen und Internatsgeschichten sicher auf ihre Kosten. Aber Achtung, in Soman Chainanis Werk nimmt nicht immer alles seinen richtigen Lauf. Er jongliert mit den bekannten Märchenklischees, erschafft eine sehr kreative und abwechslungsreiche Welt und setzt kitschig-rosa-Plüschszenen bitterbösen Reaktionen gegenüber.

"Warum ist es so wichtig, dass wir uns möglichst hässlich und abstossend machen?", bellte Professor Manley weiter.
"Hester?"
"Damit alle Angst vor uns kriegen", sagte Hester und schlürfte ihren Kaulquappensud, bis ihr ganzes Gesicht mir roten Punkten gesprenkelt war.
"Falsch!", brüllte der Lehrer. "Falsch und dumm! Der Grund ist ein ganz anderer. Wer in die Tiefe gehen will, muss sich von der Oberfläche lösen. Nur wenn ihr eure Eitelkeit besiegt, könnt ihr ganz ihr selbst sein."     (Seite 121)

Wie man es von Märchen gewohnt ist, wird der personale Erzählstil verwendet. Dies ist jedoch auch der Grund, dass mir die beiden Protagonistinnen etwas zu distanziert blieben, dafür bekam man als Leser einen tollen Einblick in beide Schulen.
Aghatha und Sophie könnten unterschiedlicher nicht sein. Die hübsche Sophie fiebert schon lange der Nacht entgegen, in der der Schulmeister die Kinder entführt, denn für sie steht fest, dass sie die Hauptrolle in einem Märchen übernehmen wird - selbstverständlich als Prinzessin - und dort ihren Helden bekommt. Agatha hingegen ist hässlich und garstig. So ist allen klar, welches der Mädchen in die Schule für die Guten und welches in die Schule für die Bösen kommen wird. Doch das Schicksal hat etwas ganz anderes geplant ....

Der Einstieg in die Geschichte hat mir grossen Spass gemacht, denn Soman Chainani beweist einen wahnsinnigen Ideenreichtum und schafft es, für einmal eine ganz andere, frische Märchenadaption aufzugleisen. Zwischenzeitlich verliert er sich mit seiner Geschichte etwas, bevor er die Fäden dann wieder in die Hand nimmt und zu einem rasanten Ende hinführt, bei dem mir dann alles ein wenig zu schnell geht. 

Der Schreibstl ist schlicht gehalten und sehr flüssig zu lesen, so dass man in dem doch eher umfangreichen Buch zügig vorwärts kommt. Wie es bei Märchen meist der Fall ist, bleiben die Gefühle an der Oberfläche, so dass man als Leser emotional nicht wirklich mitgerissen wird. Dafür besticht dieser erste Teil durch viel Kreativität und Witz, so dass ich unterhaltsame Stunden in "The School for Good and Evil" verbracht habe.



"Es wird nur eine geben" ist ein kurzweiliger Einstieg in die Trilogie "The School for Good and Evil". Trotz dem einen oder anderen Kritikpunkte konnte mich Soman Chainani mit seiner spritzigen Märchenadaption, seiner kuriosen Internatsgeschichte, seiner turbulenten Fantasiewelt fesseln und auf die Fortsetzung neugierig machen.










Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem   

  1. Es wird nur eine geben
  2. Eine Welt ohne Prinzen     (Erscheinungstermin: 28. August 2016)




Soman Chainani, Schriftsteller und Drehbuchautor, glaubt noch mehr an Märchen als die Bewohner von Gavaldon. Deshalb schrieb er seine Doktorarbeit in Harvard über die Frage, warum Frauen im Märchen die besseren Bösewichte sind. Und warum in jeder Prinzessin auch ein bisschen Hexe steckt – und umgekehrt. Aus dieser Idee entstand seine Roman-Trilogie „The School for Good and Evil“, mit der er die New- York-Times-Bestsellerliste eroberte.

(Bild- und Textquelle: Ravensburger Verlag)





© by Favolas Lesestoff


Montag, 6. Juni 2016

[Rezigramm] "Ein Teil von uns" von Kira Gembri


Titel: Ein Teil von uns
Reihe: nein
Autorin: Kira Gembri
Genre: Contemporary Young Adult, Liebesgeschichte
Verlag: Arena (3. März 2016)
ISBN: 978-3401602288
Seiten: 328
empfohlenes Lesealter: 14 - 17 Jahre

Inhalt:
Ein Draufgänger, der sich von einem Risiko ins andere stürzt – das wäre der 19-jährige Aaron gerne. Stattdessen sitzt er seit seinem Nierenversagen fünfzehn Stunden pro Woche im Krankenhaus und erlebt Abenteuer nur im Kopf. Nia hingegen kann auf Abenteuer gut verzichten. Vor lauter Angst, ihre strengen Eltern zu enttäuschen, geht sie lieber gar keine Risiken mehr ein. Klar, dass es nicht gerade Liebe auf den ersten Blick ist. Aber keiner von beiden hätte sich je träumen lassen, dass ein Streit im Krankenhaus sie zum Abenteuer ihres Lebens führen könnte – und bis ans andere Ende der Welt ...
(Bild- und Textquelle: Arena Verlag)  


Drei Hinweise darauf, dass ich ein Cyborg bin:
1. Ich habe seit Jahren keinen Tropfen mehr gepinkelt.
2. Im Laufe der nächsten Minuten wird mein gesamtes Blut meinen Körper verlassen, und das ist völlig okay.
3. Ich hänge an einer anderthalb Meter hohen Maschine. Oder die Maschine an mir. Wie man's nimmt.

Kira Gembri schafft es auch dieses Mal wieder, mich von Anfang an zu fesseln und schon im ersten Abschnitt treffen wir wieder auf ihren Humor, der ihre Bücher auszeichnet und den ich so liebe. Wir lernen den Protagonisten Aaron, der nierenkrank ist, kennen und so geht es um Dialyse, Blutwäsche und auch um Organspende. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und baut alle Komponenten glaubwürdig in ihre Geschichte ein, so dass man als Leser auch noch etwas dazulernt.


Zu viel möchte ich hier natürlich nicht verraten, aber ihr könnt schon erahnen, dass es zwischen den beiden Protagonisten ab und zu zu Streit kommt, denn nur schon ihre Übernamen füreinander zeigen, wie unterschiedlich sie sind: Military Girl und Mr. Ich-bin-so-scharf-wie-Cayennepfeffer. Und als die beiden dann gemeinsam nach Australien fliegen, kann das ja eigentlich gar nicht gut gehen ..... oder doch?


Aaron schliesst wohl jede Leserin sofort ins Herz. Es ist seine Art und seine grosse Portion Sarkasmus, mit denen er einen gleich um den Finger wickelt. Bei so einer schweren Krankheit baut wohl jeder ein Schutzmauer um sich auf - und wenn es nur dumme Sprüche sind, hinter denen man seine Gefühle verstecken oder andere davon abbringen kann, 'nur' Mitleit zu haben.
Mit Nia macht es uns die Autorin nicht ganz so leicht. Diese eifert dem von ihren Eltern vorgelebten Perfektionismus nach und obwohl auch sie Jura studiert, scheint sie es den Eltern einfach nicht recht machen zu können. Doch je länger die Geschichte dauerte, desto mehr erfahren wir die Gründe, warum Nia so ist. Sie agiert aber eigentlich immer so, dass ich sie verstehen kann - und vor allem, legt sie in dieser Geschichte eine enorme Entwicklung an den Tag.
Timo tut der Geschichte richtig gut. Er hat die Rolle des 'Pausenclowns' bekommen und sorgt dafür, dass Aaron und die Leser von Anfang an etwas zu lachen haben.

Kira Gembri hat ein grosses Talent, facettenreiche Charaktere zu entwerfen und diesen Leben einzuhauchen. Nicht nur die Protagonisten sind einfach klasse, sondern auch jeder einzelne Nebencharakter hat seinen Platz und weiss zu überzeugen.
"Ein Teil von uns" ist wieder eine wunderschöne Liebesgeschichte, die sich langsam hochschaukelt und auch zu überraschen vermag. Doch wer denkt, dass er hier eine kitschige Lovestoy am Haken hat, ist falsch gewickelt, denn Kira hat noch viel mehr auf Lager und so bekommen wir eine abenteuerliche Reise nach Down Under - selbstverständlich inklusive Koala und anderen Tieren -, bei der Nia und Aaron viel mehr entdecken als 'nur' den anderen.


Bei Büchern wie diesem frage ich mich dann jeweils, warum ich den 'Daumenrunter' im Rezigramm habe .... da findet sich dann kaum etwas Negatives .... ausser dass es schon zu Ende ist ...



Der Schreibstil ist auch dieses Mal sehr flüssig zu lesen. Wie schon aus "Wenn du dich traust" bekannt, bekommen wir die Geschichte abwechselnd aus der ich-Perspektive von Aaron und Nia geschildert. Durch die recht kurzen, abwechselnden Kapitel bekommt die Geschichte eine sehr gute Dynamik, so dass man sie kaum noch aus der Hand legen kann.
Kira Gembri versteht es, Emotionen zu transportieren und meistert den Balanceakt zwischen dramatischen, traurigen Elementen und viel Sarkasmus, ja sogar Zynismus, zwischen Abenteuer in der Wildnis und Romantik mit Kuschelschaf.






Auch in "Ein Teil von uns" mischt Kira Gembri schwierige und traurige Themen mit einer grossen Portion Humor, Romantik und einem Schuss australischem Insiderwissen, so dass ein äusserst exquisiter Cocktail herauskommt, den man am liebsten in einem Zug leeren möchte.
Liebe Kira, bitte mehr davon!









"Alle Menschen waschen ihre Klamotten, manche waschen Geld, und ich wasche eben mein Blut. Kein Thema, oder? Aber nur ein Idiot würde mir dieses Theater abkaufen."     (Aaron, Seite 7)

Seine Worte fallen wie welkes Laub um mich herum zu Boden, ich kann kein einziges davon festhalten.     (Nia, Seite 39) 
Mein Vater hat schon Recht damit, dass ich aus der Bahn geworfen wurde - allerdings laufe ich nicht bloss ein wenig neben der Spur, wie er es genannt hat. Zwischen mir und dieser Spur liegt bald die ganz Welt.     (Nia, Seite 73)

Wir sind Schauspieler in einem Stück, bei dem es darum geht, Normalität vozugaukeln.     (Nia, Seite 232) 





       





© by Favolas Lesestoff


Freitag, 3. Juni 2016

[Rezension] "Zwei wie Zucker und Zimt. Zurück in die süsse Zukunft" von Stefanie Gerstenberger und Marta Martin

Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem



Titel: Zwei wie Zucker und Zimt. Zurück in die süsse Zukunft
Reihe: nein
Autorinnen: Stefanie Gerstenberger & Marta Martin
Verlag: Arena (15. Juli 2015)
Genre: Jugendroman, Zeitreise
ISBN: 978-3401601298
Seiten: 344
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahren



Die meisten von euch wissen ja inzwischen, dass ich ein totaler Cover-Fetischist bin. Als ich "Zwei wie Zucker und Zimt" das erste Mal sah, habe ich mich sofort in das Cover verliebt. Doch auch die Inhalsangabe tönte wirklich sehr vielversprechend.





Charlotte, genannt Charles, ist einfach nur wütend! Wie kann man nur so nachgiebig sein wie ihre Mutter Marion? Da passiert es: Am Morgen nach einem Streit wacht Charles plötzlich in Marions Jugendzimmer auf. Charles ist in der Zeit zurückgesprungen und sieht sich ihrer fünfzehnjährigen Mutter gegenüber! Marion trägt grässliche Latzhosen, badet nackt und tobt sich aus in den wilden Achtzigern. Charles ist erst fassungslos – und dann fasziniert. Wird sie jemals zurück in die Zukunft gelangen? Und will sie das überhaupt?
(Textquelle: Arena Verlag)



Einstieg ins Buch:
Ich hasste es, wenn Mama so guckte.

Wer nicht mehr ganz so jung ist, wird sich beim Untertitel von "Zwei wie Zucker und Zimt" sofort an den Film "Zurück in die Zukunft" mit Michael J. Fox erinnern. 
Charlotte ist mit ihrer aktuellen Situation und vor allem mit der ihrer Mutter überhaupt nicht zufrieden. Nach einem Streit mit ihr, erwacht Charles zwar in ihrem Zimmer, doch dieses sieht vollkommen anders aus. An den Wänden hängen komische Simon & Garfunkel Plakate und Atomkraft-nein-danke-Aufkleber und im Schrank findet sie nur komische, bunte Latzhosen. Erschrocken muss sie feststellen, dass sie im Jugendzimmer ihrer Mutter gelandet ist und dann lernt sie diese kennen, als sie auch fünfzehn Jahre alt war.

Charlotte versucht nun, gleich zwei Dinge zu erledigen. Zum einen muss sie natürlich unbedingt herausfinden, wie sie wieder zurück nach 2015 kommt, doch sie möchte auch herausfinden, was geschehen ist, dass aus ihrer Mutter Marion die wird, die sie 2015 ist und ob sich da nicht etwas ändern lässt.

Wieder wurde mir klar, dass ich in einer verdammten Zeit festhing, in der ein tröstender Vanille-Milchshake Lichtjahre entfernt war.     (Seite 140)

Die etwas pummelige Charles ist nicht zufrieden mit sich selber und zu Beginn vermisst sie im Jahr 1980 vor allem den elektronischen Fortschritt wie Internet und Handy. Doch der Teenager erlebt mit ihrer jetzt gleichaltrigen Mutter einige Abenteuer und realisiert auch, welche Vorteile die Zeit von Marion hatte.

Die zwei Charaktere mochte ich sehr gerne, denn beide weisen Ecken und Kanten auf, entwickeln sich im Laufe der Geschichte aber auch weiter. Die Idee, die eigene Mutter als gleichaltrigen Teenager kennenzulernen, gefällt mir ausserordentlich gut, denn mich würde es auch interessieren, wie meine Mutter damals so war.

Ein Schwerpunkt in "Zwei wie Zucker und Zimt" ist der Vergleich der Achtzigerjahre mit heute und zwar in allen Bereichen: Sprache, Ortsentwicklung, Kleidungsstil, Freizeitgestaltung und technische Entwicklung. Durch Chalottes Ausdrucksweise ergeben sich nämlich viele witzige Situationen, aus denen sie sich retten muss, denn wie sollte sie jemandem erklären, dass sie aus der Zukunft kommt?

Ich nickte, Neid breitete sich in mir aus. Trotz ihrer Mitarbeit im Café war Marion frei. Kein Anruf, keine SMS kontrollierten sie, die Leine, an der wir (ich und alle, die ich kannte) uns durchs Leben bewegten, war noch nicht erfunden.     (Seite 159) 

"Zwei wie Zucker und Zimt" weist einen sehr dynamischen Schreibstil auf, durch den man gleich in die Geschichte hineingesogen wird. Das Autorenduo nutzt eine schöne Portion Humor und Sarkasmus, so dass es ein richtiges gute-Laune-Buch wird.
Dazu kommt, dass Stefanie Gerstenberger und Marta Martin wirklich Mutter und Tochter sind und somit wissen, wovon sie schreiben. Da ich selber die Achtziger auch erlebt habe (1980 war ich jedoch erst 4 Jahre alt), konnte ich zusammen mit Charlotte und Marion in Erinnerungen schwelgen. Ich war zwar an keiner Anti-AKW-Demo, trug aber als Kind auch Latzhosen, sass als Jugendliche jeden Sonntag mit dem Finger auf der Stopp-Taste am Kassettenrekorder und hörte Hitparade und draussen unterwegs war ich auch - und zwar bis es dunkel wurde.

So hat mir die Mutter-Tochter-Geschichte grossen Spass bereitet, nur am Ende ging es mir etwas zu schnell.


"Zwei wie Zucker und Zimt" ist wirklich ein süsses Leseerlebnis zurück in die Zukunft.
Die Mutter-Tochter-Geschichte zeigt uns äusserst unterhaltsam die Unterschiede von 1980 und heute auf und es stellt sich heraus, dass beide Zeiten ihre Vor- und Nachteile haben. So eignet sich dieses Buch bestens für alle Mütter und Töchter und regt vielleicht sogar zu einem Gespräch an.







Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem   

  1. Zwei wie Zucker und Zimt. Zurück in die süsse Zukunft
  2. Muffins und Marzipan. Vom grossen Glück auf den zweiten Blick   (Erscheinungstermin: Juli 2016)
Zum Reinschnuppern gibt es zu "Muffins und Marzipan" auch eine Leseprobe.




© Marion Koell
Stefanie Gerstenberger wurde 1965 in Osnabrück geboren und studierte Deutsch und Sport. Nach Stationen in der Hotelbranche und beim Film und Fernsehen begann sie selbst zu schreiben. Ihre Italienromane sind hoch erfolgreich.

Marta Martin, geboren 1999 in Köln, ist eine junge Nachwuchsschauspielerin und wurde durch ihre Rolle in „Die Vampirschwestern“ bekannt. Sie lebt in Köln.

(Bild- und Textquelle: Arena Verlag)





© by Favolas Lesestoff