Mittwoch, 2. März 2016

[Rezension] "Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens" von Sarah Moore Fitzgerald





Titel: Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens
Autorin: Sarah Moore Fitzgerald
Übersetzerin: Adelheid Zöfel
Genre: Jugendbuch, Freundschaft
Verlag: FISCHER KJB  (20. August 2015)
ISBN: 978-3737351966
Seiten: 256
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahren





"Das Apfelkuchenwunder" ist mir wegen seinem wunderschönen Cover sofort ins Auge gestochen. So musste ich mir die Inhaltsangabe sofort durchlesen und auch diese sprach mich an. Oscar scheint ein sehr spezieller und etwas anderer Junge zu sein und ich liebe Charaktere, die nicht 0815 sind. Zudem tönt "Das Apfelkuchenwunder" nach einer wunderbaren Geschichte über Freundschaft .... und selbstverständlich mag ich Apfelkuchen. Mein bisheriger Favorit ist Apfelstreusel ....




Oscar ist Megs bester Freund. Er hat ein besonderes Gespür für seine Mitmenschen und ist mit seinem Apfelkuchen stets zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Doch als er selbst Hilfe braucht, ist Meg am anderen Ende der Welt. Und auch sonst ist niemand für ihn da. Oscar verschwindet spurlos – und alle befürchten das Schlimmste. Alle, bis auf Meg. Sie ist fest entschlossen, herauszufinden, was wirklich passiert ist …
(Bild- und Textquelle: Fischer KJB)





Einstieg ins Buch:
Vor der Kirche stand ein Krankenwagen beriet, für den Fall, dass jemand ohnmächtig wurde. 

Oft sind es die kleinen Büchlein, die einem mit ihrem Charme und vielen Lebensweisheiten das Herz erwärmen und einen besonderen Platz im Bücherregal einnehmen. "Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens" ist genau eines von diesen Exemplaren. Sarah Moore Fitzgerald erzählt uns eine ruhige, feinfühlige Geschichte über verschiedene Facetten von Freundschaft, zeigt aber auch auf, welche Abgründe sich auftun können, wenn man an falsche Freunde gerät.

Oscar und Meg sind ewigbeste Freunde. Sie sind Nachbarn und ihre Zimmerfenster liegen genau gegenüber, so dass sie Stunden damit verbringen, auf ihren Fenstersimsen zu sitzen und zu reden. Doch dann entscheiden sich Megs Eltern, einen lang gehegten Traum umzusetzen und für mehrere Monate nach Neuseeland auszuwandern. Für ihre Tochter geht eine Welt unter, denn sie kann sich gar nicht vorstellen, wie ihr Leben ohne Oscar aussehen soll. Doch es bleibt ihr nichts anderes übrig als mitzugehen und es sind ja nur ein paar Monate .... doch während sie sich in Neuseeland langsam einlebt, gerät Oscars Leben völlig aus den Fugen und gipfelt in einer Katastrophe.

Panik fühlt sich zwar nicht besonders angenehm an, aber letzten Endes enthält sie tausend kleine Hoffnungssplitter.       (Meg, Seite 31)

So sehr sogar, dass Meg mit ihren Eltern zurück nach Irland kommt und die Geschichte beginnt mit dem Fürbittegottesdienst für Oscar. Er ist nämlich verschwunden, nur noch sein Mountainbike hat man im Meer gefunden, so dass alle davon ausgehen, dass er tot ist, seinem Leben vielleicht sogar selber ein Ende gesetzt hat. 
Doch das kann und will Meg nicht glauben, denn der lebensfrohe Oscar, den sie gekannt hat, hätte nicht einen Gedanken an so etwas verschwendet. Sie beginnt nachzuforschen, findet Dinge heraus und gerät plötzlich selber ins Zweifeln.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Megs und Oscars Perspektive erzählt. So erfahren wir von Meg, wie die momentane Situation aussieht, Oscar schildert uns, was alles passiert ist.
Erst musste ich mich etwas in die Geschichte einlesen. Es ist wie bei einer richtigen Freundschaft: nach dem Kennenlernen geht man dann durch dick und dünn und möchte den anderen nicht mehr ziehen lassen. So habe ich die beiden Charaktere schnell in mein Herz geschlossen und konnte tief in das Buch eintauchen, dass ich viel zu schnell beim Ende angelangt war.

Ich gab mir grosse Mühe, mich und meine Stimme zu beherrschen, als ich sagte: "Hoffnung ist nie destruktiv. Hoffnung ist das, was uns am Leben erhält."     (Meg, Seite 166)

Oscar ist ein aussergewöhnlicher Junge. Er backt einen so guten Apfelkuchen, dass man beim Geniessen die Welt um sich herum vergisst und ein Stück glücklicher wird. So möchte er mit seinem Apfelkuchen Menschen helfen.. Doch er hat noch ein weiteres Talent. Er hat nämlich ein besonderes Gespür für Menschen und so kann er mit seinem Apfelkuchen das ein oder andere Mal ein Wunder bewirken.

Sarah Moore Fitzgerald hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Er ist locker und einfach und bringt mich den Charaktere so nah, berührt mich dermassen, dass ich Freundschaft fürs Leben schliessen möchte. 
Die Autorin zeigt uns mit ihrem Apfelkuchenwunder, wie wichtig Freundschaft ist, sie macht Mut zum anders sein und beweist, dass man nie die Hoffnung aufgeben soll.
Ein eindrucksvolles, wunderschönes Buch, bei dem mir nur etwas gefehlt hat: das Rezept von Oscars Apfelkuchen. Unbedingt geniessen!

"Eins weiss ich über den Freden - dass nämlich nicht jede Form von Frieden gut ist. Frieden kann zerbrechlich sein, Frieden kann hässlich sein, Frieden kann falsch sein. Und ein Frieden, der auf Lügen beruht, ist überhaupt kein Frieden."     (Oscar, Seite 209/210) 






"Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens" ist ein ruhiges Buch, das sich mit seinem Charme, seiner Wärme in unser Herz schleicht. Sarah Moore Fitzgerald überzeugt mit zauberhaften Charaktere und einem wundervollen Apfelkuchen, von dem ich gerne noch ein Stück geniessen würde. Unbedingt lesen und Freunde fürs Leben finden!







Sarah Moore Fitzgerald, geboren 1965 in New York, USA, ist Professorin für Psychologie. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Limerick, Irland, und glaubt ganz fest an die magische Wirkung von Apfelkuchen. Und daran, dass man die Hoffnung niemals aufgeben darf.

(Textquelle: Fischer Verlage)




© by Favolas Lesestoff

Kommentare:

  1. Das Buch hört sich irgendwie gut an. Danke für die Rezension!
    Lg Sonja

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    1. Hey Sonja
      Ich kann es dir wirklich nur ans Herz legen, ein ganz besonderes Büchlein.
      lg Favola

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  2. Hallo Favola,

    oh das Buch steht schon lange, also eigentlich seit der Rezension von Damaris auf meiner Wunschliste und deine Rezension zeigt, dass es da berechtigt drauf ist bzw. bald mal auf dem SuB landen sollte! :)

    Danke für die tolle Rezension!

    Liebe Grüße,
    Anna

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  3. Hoi Favola,
    wenn ich deine Rezi durchlese, kommen mir wieder alle Erinnerungen an das Buch und mir wird erneut bewusst, was für ein Schatz es ist. Trotzdem war es auch irgendwie "anders", das Grundthema hätte ich gar nicht erwartet. Ich liebe Bücher mit Protagonisten wie Oscar - er ist einfach komplett herzensgut und freundlich. Ein echtes Vorbild für Unvoreingenommenheit.
    Drück!
    Damaris

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