Dienstag, 11. Oktober 2016

[Rezension] "Partials 03. Ruinen" von Dan Wells





Titel: Ruinen
Reihe: Partials, Band 3
Autor: Dan Wells
Übersetzer: Jürgen Langowski
Genre: Dystopie
Verlag: ivi (13. April 2015)
ISBN: 978-3492702843
Seiten: 480
vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre




Nach "Partials" und "Fragmente" musste ich einfach wissen, welches Ende Dan Wells für uns bereit hielt. Menschen oder Partials? Oder gar beides neben-/miteinander?




Die Zeit läuft ab und die Welt steht am Rand des letzten Krieges. Er wird das Schicksal beider Gattungen, der Menschen und der Partials, besiegeln. Während beide Seiten aufrüsten, um den vernichtenden Schlag zu führen, hat Kira Walker endlich ein Heilmittel für die Partials gefunden. In ihrem verzweifelten Bemühen, den Untergang zu verhindern, muss Kira bereit sein, alles zu opfern – selbst wenn es ihr eigenes Leben ist ...
(Bild- und Textquelle: Piper)





Einstieg ins Buch:
"Dies ist eine Botschaft für alle Einwohner von Long Island."
Bei der ersten Durchsage hatte niemand die Stimme erkannt. Allerdings wurde der Text unablässig, Tag für Tag und Woche um Woche, auf sämtlichen verfügbaren Frequenzen wiederholt, damit es alle Bewohner der Insel hörten.

In Dan Wells' Welt sieht es wirklich sehr düster aus.  Die Partials sterben reihenweise wegen ihrem Verfallsdatum und bei den Menschen erkrankt jedes Neugeborene an der RM-Seuche. Zwar wurde ein Heilmittel gefunden und ein Kind gerettet, doch das hat unmittelbar mir dem Feind zu tun. So sind beide Spezies dem Untergang geweiht und doch bekriegen sie sich gegenseitig. 

Kira Walker ist überzeugt, dass es irgendwie einen Zusammenhang zwischen den Menschen und den Partials gibt und sie will nur eines: alle retten. Dafür legt sie sich sogar unter das Messer von Dr. Morgan und lässt eine Untersuchung, ein Experiment nach dem anderen über sich ergehen. Erst als die grosse Forscherin nichts findet, macht sich Kira wieder alleine auf die Suche.

"Du bist Kira Walker, und du wirst die Welt nicht retten, weil du die Auserwählte bist, sondern weil du es tun willst. Niemand auf der Welt setzt sich mehr für seine Ziele ein als du."     (Seite 393/394)

Wer die Partials-Reihe von Dan Wells kennt, weiss, dass er keine einfachen Bücher schreibt. Immer wieder rückt die Wissenschaft und die Forschung  ins Zentrum und man erfährt vieles über seine postapokalyptische Welt.
Wo in "Aufbruch" und "Fragmente" vor allem Kira und Samm im Mittelpunkt standen, greift er hier zu noch mehr Perspektiven. Es gibt so viele Handlungsstränge, dass man in jedem Kapitel an einem anderen Ort ist, jemand anderen begleitet. Zu Beginn ist dies recht anstrengend, doch der Autor zieht geschickt die Fäden, so dass all die einzelnen Geschichten schlussendlich perfekt zusammenlaufen. Hier zeigt Dan Wells wirklich, was er kann und präsentiert uns eine von Anfang bis Ende ausgefeilte Handlung. 

"Liebe findet statt, wenn du jemanden findest, der dir so wichtig ist und den du so sehr brauchst, dass die Begegnung wichtiger ist als deine eigenen Ziele, als dein eigenes Leben. Nicht weil dein Leben ohne ihn sinnlos ist, sondern weil die Liebe deinem Leben einen Sinn gibt, den es vorher nicht besass."     (Samm, Seite 292)

Als Leser muss man sich auf "Ruinen" einlassen, sich wirklich Zeit für die Lektüre nehmen, so dass man länger an der Geschichte dran bleiben kann. Dann kann man in Wells' postapokalyptische Welt eintauchen, wird vom aufwändigen und vielschichtigen Abschlussband gepackt. 

Das Buch ist bedrückend und schonungslos. Zwischenzeitlich kommt einem sogar der Gedanke, ob für einmal wirklich die Welt untergeht, so düster sieht es für die Partials und Menschen aus. Doch Dan Wells hat sich ein passendes Ende ausgedacht; kein spektakulärer Showdown, keine heile-Welt-Versprechungen und doch so, dass es einen zufrieden auf die Trilogie zurückblicken lässt.








komplex, bedrückend, schonungslos
"Ruinen" ist der Abschlussband von Dan Wells' dystopischer Trilogie um den Kampf zwischen den Menschen und den genveränderten Partials.
Einmal mehr muss man sich Zeit nehmen für Wells' Geschichte, denn sie ist komplex, vielschichtig und scheinbar hoffnungslos. Aber auch dieser dritte Band konnte mich mit einem eindrücklichen Setting und spannenden Fakten überzeugen, so dass "Ruinen" ein würdiger Abschluss für eine perfekt durchdachte Reihe ist.








      

  1. Partials 01. Aufbruch     →  zu meiner Rezension
  2. Partials 02. Fragmente     →  zu meiner Rezension
  3. Partials 03. Ruinen



Dan Wells studierte Englisch an der Brigham Young University in Provo, Utah. Der überzeugte Mormone war Redakteur beim Science-Fiction-Magazin »The Leading Edge«. Mit »Ich bin kein Serienkiller« erschuf er das kontroverseste und ungewöhnlichste Thrillerdebüt der letzten Jahre. Seine Romane um den jungen Killer John Cleaver sind große Erfolge. »Partials«, der Auftakt zu seiner neuen Young-Adult-Serie, eroberte den US-Buchmarkt im Sturm.
(Textquelle: Piper)


Kommentare:

  1. Hoi Nicole,
    heute bis du aber fleißig und es hagelt Rezis :-) Ich mochte die ganze Partials-Trilogie sehr, auch wenn sie anspruchsvoll und komplex war. Denke noch immer gerne daran zurück, die Bücher habe ich aber alle weitergegeben.
    Drück!
    Damaris

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    1. Hui, jetzt habe ich eben bemerkt, dass ich da "Soul Beach" irgendwie veröffentlicht habe. Frag mich nicht wie .... auf jeden Fall habe ich dafür entdeckt, dass es nun neu einen Button 'zurück zum Entwurf' gibt. Uff .....
      Ja, ich mochte die Partials-Reihe auch sehr, auch wenn man sich immer ein wenig reinknien musste. Vom Lesegefühl erinnert sie mich ein wenig an Rick Yancey und "Die fünfte Welle" und co. ..... Irgendwie merkt man, dass da Männer am Werk waren ....
      lg Favola

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  2. Ich fand das Buch damals auch sehr gut :) Jetzt habe ich sogar Lust, es mal wieder zu lesen. :) Schöne Rezension!

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    1. Huhu Binzi
      Ach, ich würde ja auch gerne das eine oder andere Buch ein weiteres Mal lesen. Nur irgendwie fehlt mir dazu einfach die Zeit. Eigentlich schade.
      lg Favola

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  3. Hallo Favola,
    danke für die überaus ansprechende Rezension.
    Den ersten Teil habe ich vor einer gefühlten Ewigkeit gelesen und dann habe ich die Reihe aus den Augen verloren. Wenn ich deine Rezensionen zu dieser so lese, sollte ich sie wieder aufnehmen, denn in diesem Genre fühle ich mich ziemlich wohl.
    Liebste Grüße, Hibi

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    1. Liebe Hibi
      Also wenn du den ersten Band gemocht hast, lohnt es sich, die Trilogie zu beenden. Sie ist halt nicht ganz einfach und man muss sich ein wenig reinknien. Aber meiner Meinung nach lohnt es sich.
      lg Favola

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  4. Hach, diese Trilogie ist so wundervoll! <3
    Du bringst es perfekt auf den Punkt, meine Liebe!

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  5. Halli hallo

    Eigentlich ist die Idee und das Setting voll Meins...aber irgendwie wurde ich damals einfach mit dem Schreibstil nicht warm.

    Soviel ich mich noch erinnern kann war mir das alles zu unterkühlt, es fehlten die Emotionen, und es fühlte sich so "actionfilmemässig" an so dass ich beim Lesen immer wieder dachte..." typischer männlicher Stil" ;)

    Deshalb habe ich die Reihe auch nach dem ersten Band nicht mehr weiterverfolgt!

    Liebe Grüsse
    Bea

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    1. Huhu Bea
      Ich finde, man merkt hier schon, dass es von einem Mann geschrieben ist. Erinnert mich vom Schreibstil her an die Flammen von Arcadion.
      Und manchmal ist es ja auch gut, wenn man nicht jede Reihe weiterverfolgen muss, es gibt ja noch genügend davon.
      lg Favola

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