Donnerstag, 19. Januar 2012

[Rezension] Beth Revis - Godspeed; die Reise beginnt








Titel: Godspeed - Die Reise beginnt
Reihe: Godspeed
Band: 1
Autorin: Beth Revis
Originaltitel: Across the Universe
Genre: Jugendbuch, Science-Fiction
Verlag: Dressler (August 2011)
ISBN: 9783791516769
Seiten: 448
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren





Die Welt von morgen - ein Thriller der Extra-Klasse

Die 17-jährige Amy ist einer der eingefrorenen Passagiere an Bord der "Godspeed". Sie und ihre Eltern sollen am Ende der Reise zu einem neuen Planeten wieder erweckt werden – 300 Jahre in der Zukunft. Doch Amys Kühlkasten wird zu früh abgeschaltet. Wollte jemand sie ermorden? Gewaltsam ins Leben zurückgerissen, findet sie sich in einer fremden Welt wieder, in der alle Menschen einem tyrannischen Anführer folgen, dem Ältesten. Nur einer widersteht: der rebellische Junior, der sich fast magisch angezogen fühlt von Amy. Gemeinsam versuchen die beiden, den schrecklichen Geheimnissen der "Godspeed" auf die Spur zu kommen. Doch kann Amy Junior trauen?
Eine packende Gesellschaftsvision und ein fesselnder Pageturner um eine große Liebe, der Traum von Freiheit und tödliche Gefahren.Erster Band der Trilogie.




erster Satz:
"Lass Mom als Erste gehen", sagte Dad.

Beth Revis steigt gleich mit einem extremen Szenario in ihr Buch ein. Amys Eltern lassen sich lebendig einfrieren, um dann 300 Jahre später beim Aufbau einer neuen Gesellschaft auf einem fremden Planeten zu helfen. Mir ist die Vorstellung, eingefroren zu werden, gar nicht geheuer und so geht es auch Amy. Sie erlebt mit, wie ihre Eltern die unangenehme Prozedur über sich ergehen lassen und steht dann alleine mit der Frage da, was sie mit ihrer Zukunft anfangen möchte. Soll sie ihren Eltern auf die Godspeed folgen oder bei ihren Verwandten auf der Erde bleiben? Eine sehr schwierige Entscheidung für eine 17-jährige, die sie auch noch in sehr kurzer Zeit fällen muss. Und auch wenn mir vor der Vorstellung graut, eingefroren zu werden, kann ich ihre Entscheidung, bei ihren Eltern zu bleiben, gut nachvollziehen.

Die Kapitel in "Godspeed" sind abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Amy und Junior geschrieben. Dieser häufige Wechsel der Blickwinkel macht die Geschichte sehr abwechslungsreich und der Leser erhält so gute Einblicke in die Gefühlswelten der beiden Teenager. Es ist spannend, ihre Denkweisen besser kennenzulernen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Amy, die sich an viele Freiheiten und Individualität gewöhnt ist und Junior, der nur die Gleichartigkeit und die diktatorisch organisierte Gesellschaft an Bord der Godspeed kennt.

Die beiden lernen sich besser kennen und während die Bewohner der Godspeed und der Älteste Amy wegen ihrer Andersartigkeit verabscheuen und fürchten, fühlt sich Junior gerade deshalb zu ihr hingezogen.

Als an Bord des Kyrodecks immer mehr Kühlkästen ausgeschaltet werden, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, während dem Amy und Junior immer mehr Geheimnisse und erschreckende Lügen aufdecken.

Die Charakteren von Amy, Junior und auch dem Ältesten finde ich sehr schön ausgearbeitet und überzeugen als Persönlichkeiten. Sonst lernt man nicht sehr viele Menschen kennen und die, die man trifft, werden nur kurz gestreift. Auch der Doktor und und Harley, ein Freund von Junior, konnten mich nicht ganz überzeugen. Zudem hätte ich es schön gefunden, wenn das eine oder andere Detail des Lebens auf dem Raumschiff noch genauer beschrieben worden wäre. So bleiben auch "die Versorger" im Hintergrund und etwas blass.

Die Story von Beth Revis ist neu und zur Zeit einzigartig auf dem Buchmarkt, was mich sehr fasziniert hat. Endlich mal wieder eine Autorin, die nicht einfach auf das Vampir-Trittbrett aufspringt oder dem allgemeinen Dystopien-Run folgt.

Ich empfand die Geschichte als sehr interessant und das beklemmende Gefühl von Amy hat mich auch als Leser erreicht. Obwohl die Geschichte bis auf den kurzen Einstieg "nur" an Bord eines Raumschiffes spielt, ist der Plot so spannend umgesetzt, dass bei der Lektüre nie Langeweile aufkam. Im Gegenteil: Das Buch entwickelte einen Sog, der mich regelrecht mit sich zog. Zuerst durch Amys und Juniors Geschichten, dann aber auch durch den kriminalistischen Teil mit der Suche nach der Peson, die die Kühlkästen abstellt.

Nur gegen Ende ging mir alles ein bisschen zu schnell und zu einfach. Da hätte ich mir noch etwas mehr erwartet.

Beth Revis hat einen sehr angenehmen Schreibstil und die Idee, mit dem Wechsel der Ich-Perspektiven hat mir sehr gut gefallen. Ihre Ausdrucksweise ist mit einfachen, klaren Sätzen sehr prägnant. Einzelne Situationen werden zum Teil durch kursiv geschriebene Wörter oder das Untereinandersetzen einzelner Sätze zusätzlich hervorgehoben, was für mich die Geschichte noch lebendiger wirken liess.

Einen Moment lang denke ich - ich habe mich geirrt; es wäre besser nichts zu fühlen als dies - und dann

höre

ich auf

zu denken.

Mir hat das Cover und die ganze Aufmachung des Buches sehr gut gefallen. Vor allem der Plan der Godspeed auf der Innenseite des Schutzumschlages finde ich eine zusätzliche Bereicherung. Nach der Lektüre fragte ich mich jedoch, wer die zwei Gesichter auf dem Cover darstellen sollen - eigentlich hätte ich ja Amy und Junior erwartet . . . oder soll es einfach die Gleichartigkeit an Bord der Godspeed darstellen?








Dieser Auftakt zu einer neuen Trilogie macht definitiv Lust auf mehr. Und obwohl ich sonst weder Science-Ficiton-Bücher lese noch Filme aus diesem Genre schaue, warte ich gespannt auf die Fortsetzung.







© Visio Photography
Beth Revis, geboren und aufgewachsen in den Ausläufern der Appalachen in North Carolina/USA, schrieb schon während der Schule lieber Kurzgeschichten, statt dem Unterricht zu folgen. Diese Gewohnheit behielt sie auch an der Universität bei - aus ihren Kurzgeschichten waren mitlerweile halbe Romane geworden. Nach ihrem Abschluss an der NC State University in Englischer Literatur wurde Beth Revis Lehrerin. Da sie es auch weiterhin nicht lassen konnte, Geschichten zu schreiben, statt Essays zu korrigieren und Unterrichtspläne zu erstellen, hat sie sich inzwischen ganz dem Schreiben gewidmet. Beth Revis lebt mit ihrem Ehemann und einem Hund im ländlichen North Carolina/USA. "Godspeed - Die Reise beginnt" ist ihr Debütroman und der Auftakt einer Trilogie. (Quelle)

Kommentare:

  1. Sehr schöne Rezension! Das lässt meine Vorfreude nur noch wachsen, denn das Buch ist als Wanderbuch auf dem Weg zu mir :) Werde es gleich nächste Woche von der Post holen und mich hinein stürzen!

    LG,
    Linda

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  2. Habe schon eine sehr gute Rezi zu dem Buch gelesen und freue mich drauf es auf meine Kaufliste zu setzen. Ich mag aber auch gerne mal ein Buch aus dem Bereich und bin zum Beispiel begeisterter Stargate und Stargate Atlantis Fan, also von daher :D
    Schön geschriebene Rezi und danke dafür :)

    LG
    Lilly

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  3. Ich bin immer noch so unschlüssig, ob ich es mit dem Buch mal versuchen soll...

    Hier noch ein Tag für dich:
    http://bluenaversum.blogspot.com/2012/01/tag-11-fragen.html

    LG
    Kathi

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  4. Das kommt davon, wenn der Verlag das Cover "eindeutscht". Im Original sind es tatsächlich Amy und Elder, allerdings hat Elder dort noch afroamerikanische Züge und ist dunkel dargestellt.

    Guck mal hier:
    http://www.goodreads.com/book/show/8235178-across-the-universe

    Rechts kannst du dir auch die anderen Editionen anzeigen lassen.

    Übrigens wurde im Gegensatz zum Original auch eine Passage leicht umformuliert und der Hitlerbezug entfernt.

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  5. @MissBlackXXL:
    Dann viel Spass bei der Lektüre.

    @Lilly:
    Ich kenne zwar weder Stargate noch Stargate Atlantis, aber ich denke, dass das Buch nicht sehr viel mit diesen TV-Serien zu tun hat, ausser dass es auch auf einem Raumschiff spiel. Aber ich denke, dass dir das Buch bestimmt gefällt.

    @BlueNa:
    Na ein Versuch ist es doch Wert :-) . Wie wäre es sonst mit einem Wanderbuch? MissBlackXXL bekommt es ja als Wanderbuch . . . dann müsstest du kein Geld dafür ausgeben ;-)

    @Elena:
    Danke für die Info :-) Elder ist dann der Älteste?
    Ich kann mir schon vorstellen, dass sie den Hitlerbezug für die deutsche Übersetzung umformuliert haben . . .

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  6. ...klasse beschrieben! Ich fand den ersten Godspeed--Teil auch gut. Und wie du beschreibst, ging es auch mir am Ende etwas zu schnell...

    LG

    Kay

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Ich freue mich über jeden Kommentar :-)