Dienstag, 1. April 2014

[Rezension] "Schlaf nicht ein" von Michelle Harrison





Titel: Schlaf nicht ein
Originaltitel: Unrest
Reihe: nein
Autorin: Michelle Harrison
Verlag: Loewe (10. März 2014)
Genre: Jugendbuch, Mystery
ISBN: 978-3785577264
Seiten: 528
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14- 17 Jahre



Die Aufmachung von "Schlaf nicht ein" ist einfach ein Hingucker. Das geheimnisvolle Cover mit dem milchig-transparenten Schutzumschlag versprach eine geisterhafte Mysterygeschichte zu werden.



Seit Monaten versucht Elliot, sich mit allen Mitteln wachzuhalten. Denn nachdem er bei einem Unfall für einige Minuten klinisch tot war, passieren schaurige Dinge mit ihm, während er schläft: Er kann sich nicht rühren, spürt Schatten, die sich um ihn herum bewegen, oder er wandelt durchs Haus, während sein Körper schlafend im Bett liegt. Als er sich in Ophelia verliebt, wird es noch unheimlicher: Offenbar versucht ein Toter, Besitz von Elliots Körper zu ergreifen …
(Bild- & Textquelle: Loewe Verlag)




Einstieg ins Buch:
Es begann, wie es immer begann.

Die Aufmachung von "Schlaf nicht ein" ist einfach ein Hingucker. Das geheimnisvolle Cover mit dem milchig-transparenten Schutzumschlag versprach eine geisterhafte Mysterygeschichte zu werden. Und schon nach den ersten Sätzen bekommt man dafür die Bestätigung, denn Michelle Harrison steigt gleich mit einem Spukmoment ein und so lernen wir Elliotts Problem, Fluch oder gar Begabung (?) kennen. Schon seit längerer Zeit versucht er wach zu bleiben, da er seit seinem Unfall im Schlaf Schattengestalten sieht und zum Teil sogar ausserkörperliche Erfahrungen macht, was ihn sehr ängstigt.

So lernen wir einen zermürbten, verängstigen Protagonisten kennnen, der nur noch der Schatten seiner selbst ist. Früher war er so wie sein Bruder Adam: attraktiv und beliebt.

Jetzt war ich nur noch ein müder Abklatsch von ihm. Ein schlecht gemachter Coversong.     (Seite 22)

Äusserst spannend finde ich die Tatsache, dass vor allem im ersten Drittel der Geschichte fast ausschliesslich Männer im Mittelpunkt der Geschichte stehen: Elliott, sein Bruder Adam und ihr Vater. Dies ist bei Jugendbücher immer seltener der Fall, um so erfrischender habe ich diesen Aspekt empfunden.

Geister, Spuk und auch Astralreisen sind nicht neu in Jugendbücher, aber Michelle Harrison ist die Sache von einem sehr interessanten Gesichtspunkt angegangen. Sie bindet einige Fachausdrücke mit ein und versucht eine Erklärung dafür zu finden. Zudem schildert sie diese ausserkörperlichen Erfahrungen und die beängstigende Schlafstarre so eindrücklich, dass man sich selber manchmal kaum mehr zu rühren wagt.

Durch den personalen Erzählstil ist man noch näher an Elliott dran und leidet mit ihm mit, so dass einem beim Lesen selber ab und zu ein Schauer über den Rücken läuft.

Erst später trifft Elliott auf Ophelia, die auch einen wichtigen Part spielt. Sie ist ein sehr interessanter Charakter. Zuerst sehr speziell, eher abweisend und undurchschaubar. Erst nach und nach bekommt ihre Fassade Risse und man kann einen Blick dahinter werfen. Sie bringt die nötige Würze mit ins Spiel und weiss auch Überraschungmomente hervorzuzaubern, so dass die Geschichte immer wieder an Fahrt gewinnt. Zwischendurch schweift die Autorin nämlich doch gerne ein bisschen aus.

Mich konnte "Schlaf nicht ein" faszinieren und mit einer stetig ansteigenden Spannung und vielen Gruselmomenten tatsächlich vom Schlafen abhalten, denn ich wollte einfach wissen, was dahinter steckt ....
Und es ist auch einfach wieder einmal toll, einen schön abgeschlossenen Einzelband zu lesen, ohne nach dem Zuklappen des Buches auf die Fortsetzung warten zu müssen.





"Schlaf nicht ein" entwickelt im Laufe der Geschichte immer mehr Spannung und übt auf den Leser eine gewisse Faszination aus. Zusammen mit gezielt gestreuten Gruselmomenten, lässt das Buch wirklich nicht mehr an Schlaf denken ....








© privat
Michelle Harrison wurde 1979 in Grays, Essex geboren und verbrachte dort ihre Kindheit. Bereits in der Schule machte sie auf ihr literarisches und zeichnerisches Talent aufmerksam: Sie gewann einige Kunstpreise und einen Literaturpreis in ihrem Abschlussjahr. Bevor sie die Schule verließ, bemerkte ihr Englischlehrer in ihrem Abschluss-Jahrbuch: „Mach weiter mit dem Schreiben, Michelle. Du könntest eines Tages berühmt werden.“ Mit 19 zog sie nach Staffordshire, um dort Illustration zu studieren. Dort kam sie auch zum ersten Mal mit den Werken von Künstlern wie Arthur Rackham, Alan Lee und Brian Froud in Berührung. Sie alle haben Michelles Illustrationsstil geprägt. Die Grundlage für Hinter dem Augenblick, dem ersten Band ihrer Elfenseele-Trilogie, bildet eine Erinnerung an ein Ereignis aus ihrer Kindheit: Mit zehn Jahren erkundete sie mit einer Gruppe von Freunden ein nah gelegenes Waldstück, bekannt als Hangman’s Wood, d.h. Henkerswald. Sie und ihre Freunden hatten alle von den mysteriösen Höhlensystemen unter der Erde gehört und wollten sie mit ihren eigenen Augen sehen. Diese Höhlen waren genauso Angst einflößend und gespenstisch wie sie sie sich vorgestellt hatte und wurden damit zur Grundlage für die Katakomben in Hinter dem Augenblick. Michelle Harrison war bereits als Buchhändlerin, Aufseherin in einer Galerie und als Kellnerin tätig. Zur Zeit arbeitet sie für die Oxford University Press als Redaktionsassistentin für Kinderbücher. Sie lebt in Oxford mit ihrem Lebensgefährten Darren und ihrer Katze Pepper.
(Bild- & Textquelle: Loewe Verlag)

Kommentare:

  1. Hallöchen Favola..
    Jetzt hast du mich aber. Mist mist mist. Mal wieder ein Buch was ich sofort auf meine Wunschliste setzen werde. Verdammt aber auch. Ich hoffe du hast ein schlechtes Gewissen. Wie soll ich das denn alles lesen können was ich mir wünsche? O: Unfassbar ;)
    Vielen dank für diese tolle und neugierig machende Rezension :*

    Liebst, Lotta

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    1. Guten Morgen Lotta :-)

      Naja, ich muss jetzt zugeben, dass sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen hält ;-) Mit geht es ja nicht besser als dir .... und vor allem freue ich mich natürlich immer, wenn meine Rezensionen ankommen und andere inspirieren, das Buch auf ihre Wunschliste zu packen. Und "Schlaf nicht ein" macht sich nur schon optisch in jedem Regal gut :-)

      lg Favola

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  2. Hallooooo....und zack die Wunschliste wächst wieder. Wundervoll Rezi ich freeeu mich schon auf diese Buch :-). Lg Franzi

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