Mittwoch, 17. März 2021

"Die Göttinnen von Otera - Golden wie Blut" von Namina Forna






Titel: Golden wie Blut
Reihe: Die Göttinnen von Otera, Band 1
Autorin: Namina Forna
Übersetzerin: Bea Reiter
Verlag: Loewe Verlag (8. Oktober 2020)
Genre: Fantasy
Seiten: 512
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahren




"Die Göttinnen von Otera - Golden wie Blut" von Namina Forna habe ich ganz überraschend vom Verlag zugeschickt bekommen. Optik und Inhalt waren aber so vielversprechend, dass ich mich riesig darüber gefreut habe.




Bitte lass mein Blut rot sein, bitte lass mein Blut rot sein, bete ich.
Als goldenes Blut aus ihren Adern fließt, ist für Deka klar, dass sie nie dazugehören wird. Wegen ihrer dunklen Hautfarbe galt sie schon immer als Außenseiterin. Doch dann kennzeichnet ihr goldenes Blut sie als Alaki, als Dämon. Nur ein Dekret des Kaisers von Otera kann sie retten: Er stellt eine Armee aus den beinahe unsterblichen Alaki zusammen. Deka wird zur Kriegerin ausgebildet und lernt dabei nicht nur zu kämpfen, sondern auch die Gebote infrage zu stellen, durch die sie als Frau ihr Leben lang unterdrückt wurde.
(Textquelle: Loewe Verlag)






Einstieg ins Buch:
Heute findet das Ritual der Reinheit statt.

Ich versuche wenn immer möglich, Vergleiche zwischen Büchern zu vermeiden, und doch erschien ein anderer Titel vor meinem inneren Auge, als ich "Die Götinnen von Otera - Golden wie Blut" in der Hand hielt. Und zwar erinnerte es mich an "Children of Blood an Bone" von Tomi Adeyemi. Auf den ersten Blick gibt es einige Parallelen: beide Bücher haben Golden im Untertitel, beide Bücher handeln von einem starken Mädchen, das sich gegen die Unterdrückung wehrt und die Autorinnen beider Bücher sind Women of Color, die auch die Thematik des Rassismus in ihre Geschichte haben einfliessen lassen.
Auf den zweiten Blick haben sie weniger gemein, als ursprünglich gedacht. Beide Bücher konnten mich total in ihren Bann ziehen, sie sind mitreissend, fantastisch und beide Werke umfassen brutale Szenen, die mir den Atem stocken liessen. Inhaltlich unterscheiden sie sich jedoch zum Glück sehr.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Deka. Als Einstieg lernen wir einiges über das Dorfleben und die Gepflogenheiten in Otera. Deka steht nämlich das sogenannte Ritual der Reinigung bevor, welches darüber entscheidet, welchen Stand sie in der Gesellschaft haben wird. Wegen ihrer dunkleren Hautfarbe galt sie schon immer als Aussenseiterin, beim Ritual kommt nun jedoch heraus, dass ihr Blut golden ist und Deka somit ein Alaki, ein Dämon, ist. Nun wenden sich alle - selbst ihr Vater - gegen sie. Die darauf folgenden Szenen sind nichts für Zartbesaitete, denn Deka wird gefoltert und mehrfach versucht man sie zu töten. Auf der einen Seite will das Dorf sie als Unreine, als Dämonen loswerden, auf der anderen Seite bereichern sie sich an ihrem wertvollen goldenen Blut.

Knapp überlebt Deka die Torturen. Ihre Rettung ist, dass der Kaiser eine besondere Armee aus Alaki rekrutieren will. Nun beginnt ihre Ausbildung zur Kriegerin, doch auch hier sind Gewalt und die Frage, wem sie überhaupt vertrauen kann, an der Tagesordnung.

"Golden wie Blut" ist ein mitreissender Auftakt zu einer Fantasy-Trilogie. Namina Forna konnte mich von der ersten Seite an fesseln. Sie hat eine einzigartige, aber auch erschreckende Welt mit afrikanisch anmutendem Setting geschaffen. Geschockt realisierte ich, wie männerdominiert die Gesellschaft in Otera ist. Die Frauen sind nur da, um die Männer glücklich zu machen. 
Und genau das ist wohl der Punkt, der diese Geschichte so faszinierend macht. Forna schafft es nicht nur, spannende Fantasy zu schreiben, sondern bindet viele Probleme wie Diskriminierung und Sexismus aus unserer realen Welt mit ein.

Die Protagonistin Deka wuchs mir sofort ans Herz. Zu Beginn war sie zwar noch etwas naiv, doch sie macht eine enorme Entwicklung durch. Sie beginnt Dinge in Frage zu stellen und bringt dadurch einiges ins Rollen, was sie noch sympathischer macht. 

"Golden wie Blut" ist zwar der Auftakt zu einer Trilogie, kann aber gut auch als Einzelband gelesen werden. Dass das Buch ohne fiesen Cliffhanger auskommt, ist toll, denn bis zur Fortsetzung müssen wir uns noch etwas gedulden.





mitreissend, fantastisch & schockierend
"Die Götinnen von Otera - Golden wie Blut" von Namina Forna ist eine fesselnde Geschichte, die  Fantasy mit realen Problemen aus unserer Welt vereint und auf sie aufmerksam macht. Vor allem mit dem tollen Setting, rasanter Action und einigen unerwarteten Wendungen konnte die Autorin bei mir punkten. Einige Szenen waren mir jedoch ehrlich gesagt zu brutal und an der Grenze für ein Jugendbuch. Trotzdem werde ich es mir nicht entgehen lassen, herauszufinden, wie es mit Deka weitergeht.










      


Die Götinnen von Otera
  1. Golden wie Blut
  2. Purpur wie Rache     (Erscheinungstermin: Oktober 2021)
  3. Schwarz wie Tod     (Erscheinungstermin: Oktober 2022)







Namina Forna wurde in Sierra Leone geboren und ist in den 90er-Jahren mit ihrer Familie in die USA ausgewandert. Ihre Heimat besucht sie aber auch heute noch regelmäßig. Sie hat bereits erfolgreich als Drehbuchautorin und Produzentin für Film und Fernsehen gearbeitet. Namina liebt scharfes Essen, schwarze Katzen und wurde schon häufiger dabei gesehen, wie sie sich in einem Einhorn-Kostüm am Taco-Stand angestellt hat. Die Göttinnen von Otera ist ihr Debüt.
(Textquelle: Loewe Verlag)



© Favolas Lesestoff

Kommentare:

  1. Hallo Favola,

    auch für mich waren die ähnlichen Settings bei diesem Buch und bei "Children of Blood and Bone" ausschlaggebend, weshalb ich "Die Göttinnen von Otera" lesen wollte. Doch leider konnte mich die Handlung nicht so begeistern, wie "Children of ...", was ich sehr schade fand.

    Die darin vorkommenden Themen sind leider noch immer sehr aktuell und gut ausgearbeitet. Allerdings empfand ich die Ausbildung von Deka als schleppend und gefühlt geschah recht wenig. Erst zum Ende hin wurde es spannender, weckte in mir aber nicht unbedingt die Lust auf eine Fortsetzung. Daher finde ich es gut, dass man das Buch als Einzelband so stehen lassen kann.

    Natürlich freut es mich, dass es dir so gut gefallen hat und ich hoffe, dass es die weiteren Bände ebenfalls können.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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  2. Hallo Uwe

    Mensch, irgendwie kann ich einfach nicht mehr auf Kommentare antworten. Ich habe eben bei "Bloom" gesehen, dass das bei dir funktioniert. Komisch, dass ich nicht mehr auf 'Antworten' klicken kann. Und doof...
    Ja, mir hat "Children of Blood an Bone" auch noch besser gefallen. Ich habe mich zwischendurch mit diesem Magiedings ein bisschen schwer getan.
    Und ja, es ist wirklich gut, dass das Buch für einmal nicht mit einem fiesen Cliffhanger endet.

    liebe Grüsse
    Nicole

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