Montag, 10. Oktober 2011

[Rezension] "Ruht das Licht" von Maggie Stiefvater









Titel: Ruht das Licht
Originaltitel: Linger
Reihe: Die Wölfe von Mercy Falls (Band 2 / 3)
Autorin: Maggie Stiefvater
Genre: Jugendbuch, Romantic Fantasy
Themen: Werwölfe, Liebe
Verlag: Script 5
ISBN:  978-3839001189
Seiten:
  400
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 16 Jahren



 
 

Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiss: Sie rufen nach ihr.
Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird.


 


Als ich "Ruht das Licht" in der Hand hielt, musste ich natürlich als erstes den Text auf der Rückseite durchlesen. Ich war etwas perplex, dass darin schon so viel verraten wrid. Mir wurde dann gesagt, dass es besser sei, bei Fortsetzungen keine Klappentexte zu lesen. Doch als ich die erste Seite aufschlug und zu lesen begann, merkte ich, dass Maggie Stiefvater mich auch so vor vollende Tatsachen stellte.

erster Satz:
Dies ist die Geschichte eines Jungen, der ein Wolf war, und eines Mädchen, das zu einem wurde.

Nun könnte man auf den Gedanken kommen, dass das Buch langweilig wird, wenn man schon so viel vom Inhalt kennt. Aber wer das denkt, kennt Maggie Stiefvater nicht.

"Nach dem Sommer" war abwechselnd aus Sams und Graces Sicht geschrieben. Im zweiten Band kommen nun die Perspektiven von Isabel und Cole dazu. Ganz am Anfang tat ich mich damit ein bisschen schwer, da ich das Gefühl hatte, nicht mehr so nah an Sam und Grace zu sein. Es dauerte aber nicht lange, bis ich an den zwei neuen Perspektiven Gefallen fand. Die beiden bringen zusätzliche Würze ins Spiel. Isabel mit ihrer schnippischen und leicht arroganten Art und Cole, der ein düsteres Geheimnis mit sich herumträgt und mit seinem eigensinnigen Charakter bei vielen aneckt.

Und nach kurzen Startschwierigkeiten bin auch wieder in Sams und Graces Gefühlswelt eingetaucht. Grace möchte nun mit Sam die Zukunft planen, doch er muss sich erst noch daran gewöhnen, dass er nun ein Lebenlang Mensch bleibt. Grace fühlt sich oft krank, sie weiss aber, dass es sich nicht um einen Virus sondern um den Wolf in ihr handelt. Um Sam nicht zu beunruhigen, sagt sie ihm nichts über ihre Probleme, doch er ahnt schon, dass irgendetwas nicht stimmt. Trotzdem ist ihre Liebe unerschütterlich.
Ich hatte mich immer als vollständiges Bild gesehen. In Wirklichkeit aber war ich ein Puzzleteil, doch das wurde mir erst klar, als ich das Teil fand, das zu mir gehörte.

Grace verhält sich in diesem Band wie ein typischer Teenager. Wo sie in "Nach dem Sommer" noch die liebe, vorbildliche Tochter ist, bietet sie ihren Eltern nun die Stirn und will ihre eigenen Interessen durchsetzen. Das hat mir sehr gut gefallen. Etwas erstaunt hat mich die 180°-Wende der Eltern. Klar kann man verstehen, dass ein Vater keine Freude hat, wenn er im Zimmer seiner Tochter ein männliches Wesen entdeckt, aber dass die Eltern gleich von null Aufmerksamkeit zu totale Überwachung wechseln, empfand ich etwas gar extrem. Oder ist es etwa ganau deswegen?

Obwohl die Geschichte alles andere als actionlastig ist, vermag Maggie Stiefvater so ein Spannung aufzubauen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Im Gegenteil, die Geschichte ist eher ruhig und melancholisch. Und am Ende wird es dann nochmals hochdramtaisch, so dass man am liebsten gleich Band drei vor sich haben möchte. Doch nun beginnt leider das lange Warten.
In Japan gibt es einen Mythos, der besagt, dass man einen Wunsch frei hat, wenn man tausend Papierkraniche faltet.



Ich bin einfach begeistert von Maggie Stiefvaters Schreibstil. Nur schon die Landschaftsbeschreibungen sind wunderschön. Aber auch sonst ist die Sprache beinahe poetisch und ein bisschen melancholisch. Manche Sätze sind so ausdrucksstark, dass ich mir auch bei "Ruht das Licht" einige Zitate notieren musste.

Das Cover gefällt mir auch dieses Mal sehr gut. Die beiden Bände passen optisch super zusammen. Meine Frage ist nur, warum da dieser einzelne Wolf auf dem Cover ist . . .


 


"Ruht das Licht" ist wie sein Vorgänger sehr emotional und wunderschön geschrieben.





 


Maggie Stiefvater, geboren im November 1981 in Virginia, verlebte eine nach eigenen Worten sehr chaotische aber sehr kreative und musisch geprägte Kindheit und Jugend. Nach dem College versuchte sie u.a. als Kellnerin, Zeichenlehrerin beruflich Fuß zu fassen. Doch sehr bald schon meldeten sich ihre kreativen Talente und verlangten, ausgelebt zu werden - zunächst als Musikerin und Songwriterin, dann zunehmend als bildende Künstlerin. Für ihre künstlerischen Arbeiten wurde sie inzwischen mit einigen wichtigen Preisen ausgezeichnet. Seit 2007 hat sich Stiefvater aufs Schreiben konzentriert und zählt inzwischen zu den erfolgreichsten Autorinnen der Romantasy.

(Quelle: http://www.maggiestiefvater.de/)




 


  • Nach dem Sommer
  • Ruht das Licht
  • In deinen Augen   (erscheint September 2012)

Kommentare:

  1. Sehr schön Favola! Und du hast Kraniche gefaltet :-) Da hatte ich nach dem Lesen auch Lust dazu *schnief*.
    LG,
    Damaris

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  2. Ich lese grade das Buch und tue mich auch schwer mit dem Anfang. Deine Rezension beruhigt mich da etwas! Denn ich hatte schon Angst das Buch abbrechen zu müssen.
    Lg Lena

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