Donnerstag, 19. Juli 2012

[Rezension] "Halo" von Alexandra Adornetto




Titel: Halo
Reihe: Band 1 / 3
Autorin: Alexandra Adornetto
Übersetzerin: Sonja Fiedler-Tresp
Genre: Urban Fantasy
Verlag: rororo (1. März 2012)
ISBN: 978-3499216008
Seiten: 560
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren






"Halo" war eine Überraschungspost von Rowohlt, worüber ich mich natürlich sehr gefreut hatte. Da Engel aber nicht so mein Ding sind, habe ich mich recht lange nicht an das Buch getraut, habe es aber vor kurzem doch in die Hände genommen.


In dem verschlafenen Ort Venus Cove scheint die Welt noch in Ordnung. Doch dunkle Mächte sammeln sich, immer öfter kommt es zu unerklärlichen Todesfällen. Bis eines Nachts drei Engel auf der Erde landen, vom Himmel gesandt, um dem Bösen Einhalt zu gebieten. Fasziniert vom Leben der Menschen, mischt sich Bethany, die jüngste und unerfahrenste der drei himmlischen Geschwister, unter die Schüler der Highschool– und verliebt sich Hals über Kopf in den attraktiven Schulsprecher Xavier. Doch ihre Liebe bringt die Mission der Engel in Gefahr, denn niemand darf über ihre eigentliche Herkunft Bescheid wissen. Und schlimmer als der Zorn des Himmels ist die Bedrohung durch das Böse, das bereits ein Auge auf Bethany geworfen hat …





Einstieg ins Buch:
Unsere Ankunft verlief nicht ganz nach Plan. Ich erinnere mich, dass es kurz vor Tagesanbruch war, als wir landeten, da die Strassenlaternen noch brannten.

Engelsbücher erleben zur Zeit ja eine Art Renaissance. Von Anfang an bekundete ich meine liebe Mühe mit diesen geflügelten Wesen, denn auch im wahren Leben sind mir die Lausbuben lieber als die "Engel". Doch da ich in letzter Zeit vom einen oder anderen himmlischen Buch positiv überrascht worden bin, nahm ich "Halo" interessiert zur Hand.
Alexandra Adornetto lässt und die Geschichte aus Bethany`s Sicht erleben. Sie ist die jüngste der drei himmlischen Geschwistern, die eines Abends in menschlicher Gestalt auf der Erde landen. Zuerst erzählt sie uns ausgiebig, wie sie und ihre Geschwister sich auf der Erde einleben und man erfährt einiges aus ihrem eigentlichen Leben als Engel. Schon da merkte ich, dass dies nun die Engel waren, die nicht so meinen Geschmack trafen, nämlich die perfekten, himmlischen Boten.

Aber auch sonst treffen wir in "Halo" auf jede Menge Klischees: Neben den perfekten Engeln stossen wir auf einen toll aussehenden, perfekten jungen Mann, wir erleben die Liebe auf den ersten Blick, eine kitschige Liebesgeschichte und lernen einen durch und durch gemeinen Bösewicht kennen. Ich hatte das Gefühl, in "Halo" gibt es nur Schwarz und Weiss und keine Graustufen.

Bethany ist mir von den Engeln noch am sympathischsten, denn da sie noch jung und unerfahren ist, macht sie doch den einen oder anderen Fehler. Erstaunlich finde ich es immer, dass Neuzugezogene in Büchern immer an ihrem ersten Schultag schon eine beste Freundin finden. Diese ist dann meistens noch beliebt und total "in". So auch hier: Molly hat einige Freundinnen und ist meiner Meinung nach ein rechtes "Püppchen". Die Gesprächsthemen der Clique drehen sich vor allem um Mode und Jungs. Darum erstaunte es mich doch recht, dass sie sich so um Beth bemüht, die sich ja nicht viel aus dieses Sachen macht.

Der grösste Fehler, der Bethany unterläuft, ist, dass sie sich Hals über Kopf in den attraktiven Schulsprecher Xavier verliebt. Sie sollte nämlich nicht so etwas wie menschliche Gefühle entwickeln, sondern die Menschen nur verstehen lernen und ihnen helfen. Doch Bethany ist von Anfang an viel mehr von der menschlichen Umwelt fasziniert als ihre grösseren Geschwister, viel mehr als dass es gut für sie ist. Diese Liebesgeschichte füllt dann auch einen grossen Teil des Buches und ist wirklich ziemlich kitschig. Romantiker haben bestimmt grosse Freude daran, denn die zwei passen perfekt zusammen und obwohl mir Xavier zu wenig Ecken und Kanten hat, ist er mir sehr sympathisch. Zudem hat er eine wirklich tolle Familie und die Szenen bei ihm zuhause habe ich sehr gerne gelesen.

Eines der frustrierendsten Wörter der menschlichen Sprache war, soweit ich es beurteilen konnte, Liebe. In diesem kleinen Wort steckte so viel. Die Menschen gingen sehr freigiebig damit um, verwendeten es, um ihre Verbundenheit mit Dingen, Tieren, Urlaubszielen und Leibspeisen zu beschreiben. Im gleichen Atemzug gebrauchten sie es dann für die Person, die für sie das Allerwichtigste auf der Welt war.

Erst als dann Jack Thorn gegen Ende des Buches neu auf der Schule erscheint, bekommt die Geschichte etwas Fahrt, doch für mich war die Story einfach zu vorhersehbar. Dies unterstützt Alexandra Adornetto sogar noch, indem sie manchmal am Ende eines Kapitels etwas vorweg nimmt. Zudem ist die Bedrohung für mich nie wirklich spürbar gewesen. Die Autorin konnte mich nicht davon überzeugen, dass Beth, Venus Cove oder sogar die ganze Erde in Gefahr schwebt. Von mir aus gesehen, hätte hier der Schwerpunkt des Buches liegen sollen. Neben der Liebesgeschichte ist diese Bedrohung etwas zu sehr in den Hintergrund geraten.

Ich hätte schwören können, dass meine Lügen wie kleine Schlangen in mir herumkrochen, sich um mich herumwanden und mich einschnürten. Ich spürte, wie sie mir die Luft aus den Lungen saugten und sich um mein Herz drängten.

Trotz der recht vielen negativen Punkte hat mir das Buch ein paar unterhaltsame Stunden beschert und ich habe es gerne gelesen. Alexandra Adornetta hat einen leichten und jugendlichen Schreibstil, so dass sich das Buch sehr flüssig lesen lässt. Doch leider war es nicht mehr, denn es hat mich nie so fesseln können, dass ich mitgefiebert hätte oder ich zum Nachdenken angeregt wurde.
Die Autorin selber ist ja auch noch sehr jung und ich finde, dass man das diesem Buch anmerkt. Von daher bin ich gespannt, wie sie sich weiterentwickelt.

So muss ich für einmal sagen, dass ich, obwohl ich ja sehr viele Jugendbücher lese, wohl doch zu alt für dieses Buch bin. Ich denke, dass Teenager damit besser bedient sind als ich älteres Semester.




Die Gestaltung des Buches ist wirklich schön gemacht. Auf dem Cover sieht man Bethany und Xavier im Gegenlicht. Unter dem Einband wurden Schnörkel in den gleichen Farben aufgedruckt. Und das Tolle ist, dass sich solche Schnörkel durch das ganze Buch ziehen. Durch die Farbgestaltung fällt einem dieses Buch gleich ins Auge, denn gelb ist auf dem Büchermarkt nicht wahnsinnig oft vertreten.


"Halo" besticht mit einer wirklich tollen Aufmachung, einer flüssigen Sprache und einer schenkt einem ein paar Stunden Unterhaltung. Wer aber etwas gegen Klischees und kitschige Liebesgeschichten hat, sollte eher einen Bogen um das Buch machen. Von mir aus gesehen, ist dieses Jugendbuch für einmal wirklich für das vorgesehene Alter und nicht für Erwachsene.





Alexandra Adornetto, geb. 1992 in Australien, veröffentlichte bereits mit 13 Jahren ihr erstes Buch, «The Shadow Thief». Der erste Band ihrer Engelstrilogie, «Halo», gelangte auf Anhieb auf die «New York Times» Bestsellerliste und ist mittlerweile in über 20 Sprachen übersetzt. Alexandra Adornetto wuchs als Tochter zweier Englischlehrer zusammen mit einer dreibeinigen Katze und zwei Hunden auf. Mittlerweile lebt und studiert sie in Los Angeles. Ihre Hobbys sind Theologie, Country Music, Schauspielerei und Gesang.     (Bild- und Textquelle: rowohlt)
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  1. Halo
  2. Hades 
  3. Heaven 


© by Favolas Lesestoff


Kommentare:

  1. Liebe Favola,

    dieses Buch hatte ich auch schon im Auge, wusste aber nicht so recht was ich machen sollte, aber an sich, klingt das ganze gar nicht so schlecht. Mal sehen, vielleicht hol ich es mir ja dennoch.

    Danke auf alle Fälle für deine tolle Rezi :D

    Liebe Grüsse
    Alexandra

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  2. Eine schöne Rezi, die mal wieder bestätigt, was ich schon so oft über dieses Buch gehört habe. Das muntert mich nicht wirklich auf. Obwohl trotzdem eine gewisse Neugierde vorhanden ist ... wo "Halo" sowieso schon in meinem Besitz ist. Bei der nächsten Buchmesse sollte ich mir öfters mal auf die Finger klopfen lassen und nicht alles kaufen, was mich optisch anspricht. ;)

    LG, Reni

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  3. Eine sehr schöne, ausführliche Rezension! Ich muss aber sagen: Es lag ganz sicher nicht an dir ;) Ich bin 16 Jahre alt und ich fand das Werk wirklich GRAUSAM kitschig, hab letztendlich auch nur 2 Punkte vergeben, weil ich so genervt war. Keine Story und ewige Liebesschwüre = nichts für mich ;)
    Ich kann also nur zustimmen!

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