Freitag, 12. April 2013

[Rezension] "Zwischen Ewig und Jetzt" von Marie Lucas





Titel: Zwischen Ewig und Jetzt
Reihe: nein
Autorin: Marie Lucas
Genre: Jugendbuch. Fantasy
Verlag: Fischer FJB (7. März 2013)
ISBN: 978-3841422149
Seiten: 464
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren





Obwohl ich eigentlich alles andere als ein pink-Fan bin, war der Lesegrund wieder einmal das Cover. Mir gefällt die schwarz-weiss-Zeichnung und dann der Kontrast dazu. Und da auch die Inhaltsangabe vielversprechend klang, wollte ich es mit "Zwischen Ewig und Jetzt" versuchen. Irgendwie habe ich es in letzter Zeit mit Liebesgeschichten im Fantasybereich.





Wenn das Jenseits dir noch was zu sagen hat …

Eine wunderschöne Liebesgeschichte, die Gänsehaut macht – weil die Wahrheit stärker ist als der Tod.
Die sechzehnjährige Julia möchte ihr altes Leben am liebsten vergessen. Deshalb spielt sie an der neuen Schule die wohlhabende, unbeschwerte Neue und sucht nach Freunden, die möglichst keine Fragen stellen. Da kommt ihr der gutaussehende, beliebte Felix gerade recht. Schon bald ist sie seine Freundin und damit Teil der angesagtesten Clique der Schule.
Aber sie kann nicht aufhören an Nikolaos zu denken, den sie gleich am ersten Tag kennengelernt hat. Von Anfang an strahlt er etwas Dunkles, Geheimnisvolles aus. Ihre neuen Freunde meiden ihn, weichen Julias Fragen nach ihm aus.
Eines Tages spricht Niki Julia an. Er hat eine Nachricht für sie, von ihrem Großvater. Aber Julias Großvater ist tot …
(Bild- und Textquelle: Fischer FJB)






Einstieg ins Buch:
Auf dem Innenhof habe ich ihn gleich gesehen, noch vor allen anderen, und mich sofort verliebt. Und Minuten später war es vorbei. Trennung, Schmerz, das volle Programm. An Liebe auf den ersten Blick glaubt jeder, oder fast jeder. Aber es gibt auch die Trennung auf den zweiten. Von Menschen, die man sich einfach nicht erlauben kann. Weil sie zu schön sind, zu allein. Oder weil sie ein Geheimnis haben.

In Julias Vergangenheit ist einiges schief gelaufen. Was genau, erfahren wir Schritt für Schritt im Verlaufe der Geschichte. Ihre Erlebnisse waren so einschneidend, dass sie sich vorgenommen hat, an der neuen Schule ihre Vergangenheit ganz hinter sich zu lassen. So schenkt sie ihren Gefühlen zu Niki keine Beachtung, da er in der Schule von allen als Spinner abgetan wird und der totale Aussenseiter ist.
Sie baut sich ihre eigene Identität auf und ist bald an der Seite von Felix zu finden, eines reichen, gut aussehenden und beliebten Mitschülers. Sie verstrickt sich immer mehr in einem Lügennetz und man fragt sich als Leser ob und wann ihr aufgebautes Kartenhaus wohl einstürzen wird.

Ich habe mal geträumt ich wäre eine Prinzessin und hätte alles, was ich mir wünschte: Barbiepuppen, wohin das Auge blickte, Stühle und Tische in Pink und ein Pony - womit klar sein dürfte, dass der Traum schon ein paar Jahre zurückliegt. Und dann, eines Morgens, bin ich aufgewacht und war Aschenputtel, mit nichts weiter als ein paar Tauben, die mir auch noch die letzten Brotkrumen wegpickten.     (Seite 28)

"Zwischen Ewig und Jetzt" ist aus der Perspektive von Julia geschrieben. So bekommt man ihre Alpträume, ihre Ängste und ihre Hin- und Hergerissenheit zwischen Felix und Niki hautnah mit. Einige ihrer Beweggründe konnte ich mir aufgrund ihrer Vergangenheit ja noch erklären, doch es gab doch einige Dinge, die mich an ihrer Person störten. So hatte ich immer das Gefühl, dass ihr Geld und Statussymbole wichtiger waren als zum Beispiel ihre Familie. Und dann diese Dreiecksgeschichte . . . etliche Male hätte ich Julia am liebsten einmal gehörig durchgeschüttelt.

Und eigentlich will ich nur spüren, dass ich eifersüchtig bin. Denn wer eifersüchtig ist, der liebt, oder? Und ich will lieben. Lieben und leben und alles um mich herum wieder leicht nehmen.     (Seite 13)

Felix ist also der gut aussehende, eher oberflächliche Junge aus reichem Haus. Am liebsten ist er mit seiner Elite-Clique unterwegs oder stellt für Julia eine mondäne Kricket-Ablenk-Party auf die Beine. Er war für mich am Anfang recht schnell abgehakt, da ich das Gefühl hatte, dass er Julia nur als ein schönes Accessoire und fürs Küssen (und mehr) an seiner Seite wollte. Ich fand es sehr schön von Marie Lucas, dass sie Felix für einmal nicht in dieses sonst übliche Schema drückte.

Dafür ist Niki wieder der obligatorische düstere, geheimnisvolle Gegenpol. Und auch in diesem Buch ist mir dieser Part sofort sympathisch. Niki kann mit Toten reden und hat diese Gabe als einen Teil von sich akzeptiert. Auch seine Aussenseiterrolle und die zum Teil recht miesen Sprüche in der Schule, scheinen ihn nicht aus der Ruhe zu bringen. Es wird ein regelrechtes Mobbing gegen ihn betrieben. Trotzdem will er allen helfen - Lebenden und Toten. Und als er Julia eine sehr wichtige Botschaft von ihrem erst kürzlich verstorbenen Opa überbringt, verbringen sie immer mehr Zeit gemeinsam.

Meine Vergangenheit wurde durchgerüttelt, das schon, aber meinen Alltag berührt das kaum.     (Seite 88) 

Und genau diese Nachricht von Julias Grossvater bringt nun Krimielemente ins Spiel. Laut ihm soll irgend etwas mit dem Testament ihres Vaters nicht stimmen. Und so macht sich Julia mit ihren zwei Herzmännern auf die Suche nach der Wahrheit.

Marie Lucas hat einen sehr jugendlichen, bildhaften und flüssigen Schreibstil, mit dem sie einen sofort zu fesseln vermag.Sie baut eine dichte und leicht gruselige Atmosphäre auf und mischt gekonnt Krimielemente in ihre jugendliche Fantasy-Liebesgeschichte.
Die Zusammentreffen mit den verschiedenen Toten sind wohl das Highlight dieses Buches. Sind sie wirklich alle gutmütig oder gibt es auch böse Geister? Julia und Niki sind da lange nicht einer Meinung und die Autorin vermag damit ab und zu eine gruselige Stimmung zu erzeugen.




"Zwischen Ewig und Jetzt" ist eine schaurig-schöne Liebesgeschichte mit Fantasyelementen und kriminalistischen Zügen. Das Buch besticht mit einer dichten, leicht gruseligen Atmosphäre, die einen gefangen nimmt und einem kurzweilige Lesestunden beschert.










Marie Lucas liebt Geheimnisse, Schlittschuhlaufen und ihren Hund. Sie lebt in Berlin und Hannover, schreibt ihre Bücher aber am liebsten in einer kleinen Hütte irgendwo in den Bergen.(Bild- und Textquelle: Fischer Verlage)



Kommentare:

  1. Das scheint ein sehr ungewöhnliches Buch zu sein. Das merke ich mir mal.
    Danke für die schöne Rezension!

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  2. Ich weiß nicht, wie oft ich schon dieses Buch angesehen habe und es dann doch nicht gekauft habe. Und noch immer bin ich unentschlossen.
    Das Cover ist wirklich gut gelungen und auch die Story klingt sehr interessant.

    Vielen Dank für die Rezension zum Buch,
    vielleicht wandert es ja doch noch auf meine nächste Bestellliste;).
    Liebe Grüße, Iris

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  3. Verdammt! Warum musste ich das hier jetzt unbedingt lesen? Jetzt will ich mir das ganze genauer angucken - aaaah. Ich hab doch schon so viele Bücher! xD ♥

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