Montag, 11. November 2013

[Rezension] "Edelherb" von Gabrielle Zevin





Titel: Edelherb
Reihe: Birthright Trilogy, Band 2
Autor: Gabrielle Zevin
Genre: Jugendbuch, Dystopie
Verlag: FISCHER FJB (23. Oktober 2013)
ISBN: 978-3841421319
Seiten: 528
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren





Nach dem Lesen von "Bitterzart" war ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich die Trilogie von Gabrielle Zevin wirklich weiter verfolgen würde. Doch in mir als Schweizerin steckt wohl einfach ein Schokoladen-Gen und so musste ich einfach herausfinden, was die Autorin aus ihren so tollen Grundideen noch herauszuholen vermag.



Ein Mädchen zwischen High School und Verbrechen, zwischen Liebe und Verantwortung

Eine Familie wie die Corleones, eine Liebe wie in Romeo und Julia – der zweite Band der neuen einzigartigen Serie von US-Bestsellerautorin Gabrielle Zevin

New York 2083: Wasser und Papier sind knapp, Kaffee und Schokolade sind illegal.
Der Oberstaatsanwalt findet einen Grund, um Anya Balanchine in die Erziehungsanstalt Liberty einsperren zu lassen. Und das nicht zum ersten Mal. Aber diesmal gelingt ihr die Flucht auf eine Kakaoplantage in Mexiko. Dort lernt sie alles über die Geheimnisse der Schokoladenherstellung und des Kakaoanbaus.
Wird Anya ihr Erbe als Kartellchefin etwa doch antreten? Und was ist mit Win? Kann ihre Liebe auch diese Herausforderung überstehen?
Anya ist in tödlicher Gefahr, denn vor den Intrigen der eigenen Familie ist sie nirgendwo sicher.
(Bild- und Textquelle: Fischer)





Einstieg ins Buch:
"Komm herein, Anya, nimm Platz! Wir befinden uns in einer besonderen Situation", begrüsste mich Evelyn Cobrawick und öffnete ihre rotgeschminkten Lippen, so dass man einen Streifen gelber Zähne blitzen sah. Sollte das ein Lächeln sein? Ich wollte es nicht hoffen. Meine Mitinsassinnen in der Erziehungsanstalt Liberty waren übereinstimmend der Meinung, dass Mrs. Cobrawick am gefährlichsten war, wenn sie lächelte.

Ohne gross zurückzublicken sitzen wir gemeinsam mit Anya der Anstaltsleiterin von Liberty gegenüber. Es ist ihr Entlassungsgespräch und trotz einiger Zweifel von Anyas Seite, darf sie die Besserungsanstalt am nächsten Tag verlassen.

Zurück zuhause hat sie vieles zu regeln. Da sind ihre hochbegabte Schwester Natty, ihre Freundin Scarlet mit ihrem Freund Gable, ihr Anwalt Mr. Kipling und Simon Green, die Balanchine-Verwandschaft, die ums Schokoladenimperium buhlt ... und vor allem Win ... Win, dessen Umgang ihr verboten wurde ... Win, der nun eine neue Freundin an seiner Seite hat ...
Doch vor allem muss sie sich um eine neue Schule für sich kümmern, denn nach ihrer Straftat wird sie nicht einmal von einem überaus alternativen Lerninstitut akzeptiert.
Doch es geschehen noch Wunder und so kann Anya nach einer anonymen Spende zurück an ihre alte Schule. Doch ihr Glück ist von kurzer Dauer, denn ein weiteres Mal wird sie nach Liberty zurückgebracht.
Die Ereignisse überschlagen sich und scheinbar jeder könnte seine Finger im Spiel haben. Wem kann Anya vertrauen und wer ist ihr Gegenspieler?

Wenn man ein Schachspiel hat, warum dann Halma spielen?     (Rektor Syl, Seite 74)

Im Gesamten hat mit "Edelherb" definitiv besser gefallen. Das Buch ist spannender und vor allem schokoladiger. Endlich rückt der Aufhänger der Trilogie in den Mittelpunkt und wir erleben in Mexiko wie der Kakao angepflanzt wird. Doch auch in Amerika rückt die Anya so verhasste Süssigkeit in der Prioritätenliste weit nach oben. Viele Bürger wollen die Legalisierung von Schokolade und Anya selber realisiert, dass sie eine Balanchine ist und bleibt und die braune Köstlichkeit wohl oder übel ein Teil ihres Lebens ist.

Schokolade ist braun und hässlich, also ästhetisch wenig ansprechend. Sie ist ungesund und verboten. Wenn sie gut ist, ist sie bitter; wenn sie nichts kostet, ist sie zu süss. Ich kann ehrlich nicht verstehen, warum die Leute so verrückt danach sind. Wenn ich morgen aufwachen würde und es gäbe keine Schokolade mehr auf der Welt, wäre ich ein glücklicherer Mensch.     (Anya, Seite 77/78) 

Wie "Bitterzart" ist auch "Edelherb" aus der ich-Perspektive von Anya geschrieben. Doch auch dieses Mal blieb für mich zu viel Distanz zu den Charaktere. Ich vermisste das Mitfiebern und Kribbeln im Bauch und schaute Anya aus einer gewissen Distanz zu.
Die Protagonistin muss erst einmal lernen, was sie selber möchte und macht dann Nägel mit Köpfen. Sie übernimmt mehr Verantwortung und stellt sich der Sache, was mir ausgezeichnet gefallen hat.
Zudem zaubert Gabrielle Zevin den einen oder anderen neuen Charakter aus dem Hut, aber auch die alten bekannten Gesichter sind für die eine oder andere Überraschung gut und werden im dritten Band ganz bestimmt einen grossen Stellenwert haben.

Auch dieses Mal ist Gabrielle Zevins Schreibstil sehr locker und erinnert an ein Tagebuch. Ab und zu sind Anyas Gedanken kursiv gedruckt oder sie fügt Erklärungen in Klammer an. Zudem erstellt sie sich das eine oder andere Mal Listen, so dass das Lesen sehr abwechslungsreich ist.

"Edelherb" bescherte mir unterhaltsame Lesestunden. Es ist eine Geschichte, die sich durch den locker leichten Schreibstil sehr schnell lesen lässt und ihr Potential im Gegensatz zum Vorgänger schon etwas mehr ausschöpft. Aber ich bin mir sicher, da liegt noch einiges drin ... und so lasse ich mir das schokoladige Finale bestimmt nicht entgehen.




Auch die Gestaltung des zweiten Bandes ist einfach toll! Der Retrolook passt wieder ausgezeichnet und macht das Buch zu etwas Besonderem. Auch dieses Mal sind die Kapitelanfänge mit dem Mädchen verziert und die beiden Bücher passen perfekt zueinander.


"Edelherb" ist noch nicht ganz Schweizer Schokolade, doch konnte mich dieser zweite Band schon viel mehr überzeugen als sein Vorgänger. Gabrielle Zevin, arbeitet ihre tollen Grundideeen besser aus, baut mehr Spannung auf und setzt den Aufhänger dieser Trilogie, die Schokolade, endlich in den Mittelpunkt.
Ein schokoladiger Mittelteil, der Lust auf mehr macht.









  1. Bitterzart     → meine Rezension
  2. Edelherb   
  3. ? (erscheint voraussichtlich im Herbst 2014)

   






Gabrielle Zevin hat in Harvard Literatur studiert und lebt in Los Angeles. Sie hat bereits mehrere Romane sowie Drehbücher verfasst. Ihre Bücher wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet.
(Textquelle: Fischer)


Kommentare:

  1. Hallo (:
    Ich kenne die Trilogie nicht aber sie hört sich wirklich sehr "lecker" an (; Ich schau mich gleich mal deine Rezension zu 'Bittzart' an und überlege dann nochmal ob ich mir die Reihe anschaffen sollte.
    Super Rezension wobei ich wirklich sagen muss das du dir unheimlich viel Mühe gibst, es sieht sehr bunt und trotzdem stimmig aus! Toll :)
    Liebe Grüße, Jasi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Jasi
      Herzlichen Dank für dein Kompliment. Das versüsst doch gleich meinen Tag :-)
      Mir ist es halt wirklich wichtig, dass die Rezension auch fürs Auge gut aussieht.
      Ich bin ja gespannt, ob du die schokoladige Trilogie in Angriff nimmst.
      lg Favola

      Löschen
  2. Klingt interessant. Ich mochte schon Bitterzart recht gerne :)
    LG, Sandrina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hoi Sandrina
      Wenn dir schon "Bitterzart" gefallen hat, würde ich die "Edelherb" schon ans Herz legen. Mir hat es nämlich definitiv besser als der erste Band gefallen :-)
      lg Favola

      Löschen

Ich freue mich über jeden Kommentar :-)