Posts mit dem Label cbj werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label cbj werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 24. August 2017

[Rezigramm] "Ein Kuss aus Sternenstaub" von Jessica Khoury


Titel: Ein Kuss aus Sternenstaub
Autorin: Jessica Khoury
Übersetzerin: Gabriele Haefs
Verlag: cbj (10. Juli 2017)
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3570403532
Seitenzahl: 448
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren


Inhalt:
SIE ist die mächtigste aller Dschinnys. ER ist ein gewitzter Dieb. Gemeinsam sind sie unschlagbar. Doch zunächst sind sie ein Dreamteam wider Willen, denn ER möchte alles aus seinen drei Wünschen rausholen, SIE schnellstmöglich ihre Freiheit zurückgewinnen. Aber nach und nach erkennen die beiden, dass alles Glück dieser Welt bereits an ihrer Seite ist. Doch wenn eine Dschinny und ein Mensch sich verlieben, erwartet sie beide der Tod. Also müssen die beiden, um ihr Glück UND die Freiheit zu gewinnen, alle Regeln brechen.
(Bild- und Textquelle: cbj Verlag)  




Märchenadaptionen und orientalische Welten sind sehr beliebt und können auch mich immer wieder faszinieren. Und dass diese beide Attribute ausgezeichnet kombiniert werden können, beweist uns Jessica Khoury schon im ersten Kapitel von "Ein Kuss aus Sternenstaub". Sand scheint aus jeder Seite zu rieseln und die Magie der eingesperrten Dschinny in der Lampe ist beinahe greifbar.

Sonntag, 17. April 2016

Mein Leben nebenan" von Huntley Fitzpatrick




Titel: Mein Leben nebenan
Reihe: Spin-off zu Mein Sommer nebenan
Autorin: Huntley Fitzpatrick
Übersetzerin: Anja Galic
Genre: Contemporary Young Adult
Verlag: cbj (29. Februar 2016)
ISBN: 978-3570172049
Seiten: 512
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahren




2013 habe ich mein erstes Buch von Huntley Fitzpatrick gelesen. "Mein Sommer nebenan" ist einfach ein wunderschönes, sommerliches Wohlfühlbuch mit tollen Charaktere. Schon lange habe ich mich auf "Mein Leben nebenan" gefreut, denn wer hat sie damals nicht geliebt: die chaotische, herzliche Familie Garrett .... Gemeinsam mit Sandy habe ich die Garretts ein weiteres Mal besucht.




Alice Garretts Leben besteht aus To-do-Listen und Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister. Nichts passt weniger in ihr Leben als der zu Hause rausgeflogene Loser-Freund ihres Bruders Tim. Ein Schulabbrecher mit jeder Menge Problemen – ausgerechnet er zieht nun über der Garage der Garretts ein. Tims Planlosigkeit geht Alice so was von auf die Nerven – und gleichzeitig fühlt sie sich immer wieder magisch zu ihm hingezogen ... Erzählt in zwei unverwechselbaren, entwaffnend ehrlichen Erzählstimmen ist dies eine Geschichte vom Scheitern, Aufstehen und Alles-Riskieren. Und die Geschichte einer sehr besonderen Liebe.
(Bild- und Textquelle: cbj)



Einstieg ins Buch:
Ich bin hier, weil der Nowhere Man mich einbestellt hat.

2013 hatte ich mich in "Mein Sommer nebenan" in die Garretts verliebt. Und so habe ich mich riesig gefreut, als ich vom Spin-off dazu gehört habe. Doch zu grosse Vorfreude kann auch gefährlich sein und die Erwartungen zu hoch schrauben.

Ich war erstaunt, dass „Mein Leben nebenan“ so kurz nach „Mein Sommer nebenan“ spielt. Das hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Ich bin erstaunlich gut in die Geschichte reingekommen und ich fand es super, die Garretts wiederzutreffen. Durch den Perspektivenwechsel von Tim und Alice sieht man nun auch etwas hinter die Fassade der Grossfamilie. Und da geht nach dem Unfall von Mr Garrett einiges drunter und drüber. 

Alice versucht in der Zeit, in der ihre Mutter an der Seite ihres Vaters im Krankenhaus ist, den Haushalt und die Grossfamilie zu managen. Sie schlüpft als Neunzehnjährige in die Rolle ihrer Eltern und lädt sich eine grosse Bürde auf. Ihr Engagement und ihren Willen ist wirklich bewundernswert, doch die Verantwortung ist zu gross und Alice nicht perfekt. Sie verliert ihr eigenes Leben aus den Augen und als Tim, der beste Freund ihres Bruders Jase, in das Appartement über der Garage einzieht, ist ihr das erst gar nicht recht.

"Weisst du, was man über Typen mit grossen Füssen sagt?"
"Dass ihre riesigen Socken umso erbärmlicher stinken?"     (Alice & Tim, Seite 93)

Tim hat ein Suchtproblem und ist von der Schule geflogen. Und da sein Vater ihn für einen totalen Looser hält, setzt er ihm ein Ultimatum und setzt ihn vor die Tür. Niemand traut Tim etwas zu und so glaubt er selber schon, dass er zu nichts nütze ist. Doch er versucht nun, sein Leben in den Griff zu bekommen und Verantwortung zu übernehmen. Seine Perspektive ist oft ironisch und man lernt eine Seite an ihm kennen, die man so wohl nicht erwartet hätte.

Huntley Fitzpatrick hat wirklich ein Händchen, sympathische Charaktere zu entwerfen und ihnen Leben einzuhauchen. So wuchsen mir Alice und Tim sofort ans Herz und die Kinder sind wieder so toll ….. vor allem Patsy und George haben es mir auch dieses Mal angetan.

Dadurch dass Huntley Fitzpatrick eine für mich doch überraschende Wendung ins Zentrum gerückt hat, entwickelte sich die Geschichte anders als erwartet und konnte bei mir punkten. Ihr Schreibstil liest sich auch dieses Mal locker und flüssig und vor allem in den Dialogen beweist die Autorin eine gute Portion Humor. Kaum begonnen, konnte sie mich auch dieses Mal wieder fesseln. 

"Es wird nie alles in Ordnung sein. Die Kunst ist, sich immer wieder aufs Neue den Umständen anzupassen und irgendwie das Gleichgewicht zu halten."     (Mr Garrett, Seite 460/461)

"Mein Leben nebenan" hat viele Höhen und Tiefen, Konflikte und Dramen. Es gibt so viele Baustellen, dass Alice und Tim kaum Zeit finden, sich auf sich zu konzentrieren. Nur gut, dass witzige Anekdoten der Garrett-Sprösslinge die Geschichte immer wieder auflockern.
So ist auch das Spin-off eine schöne Liebesgeschichte, die aufzeigt, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein, Verantwortung zu übernehmen, seine Familie über alles zu lieben, ohne dabei sein eigenen Leben aus den Augen zu verlieren.






Das Wiedersehen mit den Garretts hat sich wirklich gelohnt, denn nach "Mein Leben nebenan" kann ich sie wirklich zu meiner literarischen Lieblingsfamilie küren.
Viele Konflikte und einiges an Drama wird immer wieder durch witzige Sequenzen aufgelockert, so dass Hunteley Fitzpatrick einmal mehr einen tollen, sommerlichen Roman bietet, der ganz meinem Geschmack entspricht.







   






Huntley Fitzpatrick wuchs in einem kleinen Küstenort in Connecticut auf, der die Vorlage für den Ort Stony Bay in ihrem Bestseller Mein Sommer nebenan und dessen Fortsetzung Mein Leben nebenan lieferte. Schon als Kind wollte sie Schriftstellerin werden. Nach dem Universitätsabschluss arbeitete Huntley Fitzpatrick unter anderem als Lektorin in einem großen Verlag. Heute lebt die sechsfache Mutter in Massachusetts und widmet ihre gesamte Zeit dem Schreiben.
(Textquelle: cbj)




© by Favolas Lesestoff


Donnerstag, 27. November 2014

[Bilderbuch] "Nele fährt ans Meer" von Usch Luhn


Titel: Nele fährt ans Meer
Reihe: Ich bin Nele, Band 5
Autorin: Usch Luhn
Illustratorin: Carola Sturm
Verlag: cbj (26. Mai 2014)
ISBN: 978-3570156933
Seiten: 24
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 3 Jahren


Inhalt:
Nele macht mit ihrer Familie Urlaub auf einer Nordseeinsel, wo sie zum ersten Mal das Meer sieht. Am Strand erklärt Papa Nele und David, was es mit Ebbe und Flut auf sich hat. Mama geht mit Nele Muscheln suchen. Sie bauen eine Sandburg, lassen Drachen steigen, besuchen die Seehundbänke vor der Insel und ein alter Bootsmann erzählt Unheimliches über Piraten und Klabautermänner ...
(Bild- und Textquelle: cbj  







Von Nele gibt es seit 2011 die Erstlesereihe, die bei uns in der Bibliothek äusserts beliebt ist. Seit letztem Jahr gibt es nun auch die Bilderbuchvariante für Kinder ab 3 Jahren. Jeder Band behandelt ein Thema, das die Kinder oder aber auch die Eltern interessiert. "Nele fährt ans Meer" ist der fünfte Titel und wirklich ein sommerliches Buch. 

Es sind Sommerferien und Familie Winter macht Urlaub auf einer Nordseeinsel. Und schon zu Beginn kommen die Kinderfragen zum Tragen: Was packe ich alles ein? Wann kann ich denn das Meer sehen? 
Dass sogar Autos mit auf die Fähre dürfen, bringt Nele ins Staunen und als sie endlich beim Ferienhäuschen ankommen, will Nele natürlich sofort an den Strand.
Meine Kinder sind genau im richtigen Alter und als wir diesen Sommer mit dem Auto nach Frankreich gefahren sind, merkte ich, dass Usch Luhn genau ins Schwarze trifft. 

Doch nicht nur die Geschichte sondern auch die Illustrationen sind schön bunt, fröhlich und altersgerecht gemalt, so dass die Kinder sofort begeistert sind. Bei uns werden definitiv noch mehr Bände von "Ich bin Nele" einziehen.





Mit "Ich bin Nele" zieht das aufgestellte Mädchen aus der Erstlesereihe auch ins Bilderbuchregal ein und wird die Herzen der Besitzer ganz bestimmt im Sturm erobern. Bunte und fröhliche Bilder ergänzen eine Geschichte, die genau dem Interessensgebiet der Altersgruppe entspricht. Meine Kinder sind begeistert.







            


Die Reihe "Ich bin Nele" umfasst schon 16 Bände. Hier einmal die ersten sechs Titel zum Reinschnuppern:
  1. Nele kommt in den Kindergarten
  2. Nele räumt auf
  3. Nele macht eine Reise
  4. Nele hat Geschwisterzoff
  5. Nele fährt ans Meer
  6. Nele und der Kindergartenausflug
  7. ....

Nele gibt es übrigens auch noch als ältere Ausführung. Mit "Nele und die neue Klasse" startet diese Reihe und wird ab 8 Jahren empfohlen.



Freitag, 21. November 2014

[Kindersachbuch] "Wunderbare Tierschau. Eine bunte Sammlung von grossen und kleinen Tieren"



Titel: Wunderbare Tierschau
Untertitel: Eine bunte Sammlung von grossen und kleinen Tieren
Verlag: cbj (25. August 2014)
ISBN: 978-3-570-15956-9
Seiten: 64
Grösse: 24,5 x 1,5 x 30,7 cmVom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren


Inhalt:
Gelb, orange, gepunktet und mit stattlichen Streifen – die Welt der Tiere ist vielseitig und kunterbunt. Mehr als 300 farbenprächtige Illustrationen zeigen die schnellsten, größten, erstaunlichsten und faszinierendsten Tiere aus der ganzen Welt. Ein spannendes Tierentdeckerbuch für die ganze Familie – zum gemeinsamen Schauen, Staunen und Bewundern!
(Bild- und Textquelle: cbj  







Tierbücher sind bei allen Kindern sehr beliebt und so gibt es auch entsprechend viele auf dem Buchmarkt. Doch meiner Meinung nach hebt sich die "Wunderbare Tierschau" von den meisten anderen ab. Zum einen sind die Tiere sehr detailliert und naturgetreu abgebildet, zum anderen ist die Aufteilung der einzelnen (Doppel-)Seiten sehr speziell. Es gibt Seiten, die zeigen die unterschiedlichsten Tier zu einer Farbe, dann gibt es welche, die beherbergen Tiere eines speziellen optischen Merkmales, wie zum Beispiel Streifen, ziemlich unheimlich, komische Ohren, Stacheln und Hörner, erstaunliche Nasen, .... Auf einigen Seiten werden auch Gegensätze nebeneinander aufgezeigt (schnell und langsam, gross und klein, heiss und kalt) oder aber man wird zum Zählen animiert, weil es auf einer Seite nur so von 60 Käfern oder 100 Fischen wimmelt.

So ist dieses Tierbuch sehr vielseitig, aber auch sehr hochwertig gemacht. Alle Tiere sind mit dem Namen beschriftet und so kann der Streifzug durch die Tierwelt beginnen. Die "Wunderbare Tierschau" lädt zum Entdecken ein und man sollte nie den Rand ausser acht lassen. Da finden sich passend zur Seite die Themen oder die Zahlen. Auf einigen Seiten gibt es zudem eine Frage, wie zum Beispiel "Welches dieser Tiere ist stärker als es aussieht?". Im Anhang finden sich dann die Antworten zu den kniffligen Rätseln.
Und so spricht dieses Buch mich als Erwachsene aber auch meine Kinder an und es wird sehr oft durchgeblättert und bestaunt.






Die "Wunderbare Tierschau" lädt gross und klein zu einer Expedition quer durch die Tierwelt ein. Es ist ein sehr abwechslungsreiches und hochwertiges Tierbuch, das durch seine detaillierten und naturgetreuen Abbildungen und die speziellen Themenseiten besticht




Mittwoch, 19. November 2014

[Rezension] "Wenn das Leben wie Schokolade schmeckt" von Jane Elson





Titel: Wenn das Leben wie Schokolade schmeckt
Autorin: Jane Elson
Genre: Kinderbuch
Verlag: cbt (1. September 2014)
ISBN: 978-3570158760
Seiten: 240
empfohlenes Lesealter: ab 9 Jahren






Als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau entdeckt hatte, gefiel mir als erstes das Cover, dann der Titel und da auch der Inhalt noch vielversprechend klang, landete "Wenn das Leben wie Schokolade schmeckt" sehr schnell auf meiner Wunschliste. Erstaunt hat mich dann aber doch, dass es schon ab neun Jahren empfohlen wird.





Die neunjährige Grace lebt mit ihrer lebenslustigen Mutter im Norden von London und die beiden verstehen sich wunderbar. Als bei der Mutter Krebs festgestellt wird und sie zur Behandlung ins Krankenhaus muss, wird Grace zu ihrem brummigen Großvater aufs Land geschickt. Bei dem alten Mann, den sie gar nicht kennt, und auch in der neuen Schule fühlt sie sich gar nicht wohl. Und das Heimweh nach ihrer Mutter nimmt ihr fast den Atem. Doch im Haus mit der blauen Tür wohnt Megan, ein Mädchen, das ein zahmes Ferkel besitzt, das die tollsten Ideen hat und mit Grace durch dick und dünn geht.
(Bild- und Textquelle: cbj)






Einstieg ins Buch:
An meinem zehnten Geburtstag entdeckte Mum einen Knoten unter ihrem Arm.

"Wenn das Leben wie Schokolade schmeckt" ist wieder einmal ein Buch für etwas jüngere Leser, empfohlen wird es schon ab 9 Jahren. Mir hat es ausgesprochen gut gefallen, doch ich muss sagen, dass ich es keinem Neunjährigen in die Hand drücken würden. Die Themen sind echt harter Tobak.
Die Mutter von Grace entdeckt einen Knoten unter dem Arm. Der Vater ist dem irgendwie nicht gewachsen (oder die Ehe war vorhin schon nicht mehr zu retten) und zieht aus. Dann muss die Mutter ins Spital um den Knoten rauszuoperieren und Grace muss zu ihrem Grossvater, den sie gar nicht kennt. 

Der wohnt auf einem Hof und sie freundet sich schnell mit dem Nachbarsmädchen an. Der Grossvater will jedoch nicht, dass sie sich mit diesem lebensfrohen, immer Gummistiefel tragenden Mädchen abgibt. Zudem wird sie in der neuen Schule dann wirklich schlimm gemobbt, da kommen bei ihr sogar Drohungen per SMS an.

Jeden Tag liefert mich Opa am Schultor ab. Dort zögert er einen Moment lang, so als würde er mich gleich in den Arm nehmen, aber dann geht er doch weiter. Dann raschelt es im Baum über mir. Ein Paar rote Gummistiefel baumeln vor meiner Nase, und meine Regenbogenfreundin Megan fällt mir vor die Füsse.     (Seite 93)

Jane Elson hat hier ganz tolle Charaktere gezeichnet und der Gegensatz, wie mit Problemen umgegangen werden kann, aufgezeigt. So kann der Grossvater nicht aus seiner Haut und ist immer sehr distanziert und hart zu seiner Enkelin, doch verstehen kann man ihn als Leser auch. Grace flieht vor seiner Gefühlskälte ins Nachbarshaus mit der blauen Tür.
Die etwas unkonventionelle, aber umso herzlichere Nachbarsfamilie 'rettet' Grace: das Mädchen mit den roten Gummistiefeln, deren Mutter, die früher die beste Freundin von Graces Mutter war, aber vor allem auch das freche Schweinchen Claude, das den Alltag ganz schön aufmischt. Alles 'Personen', die man sofort ins Herz schliessen muss und die Grace in ihrer schweren Zeit zur Seite stehen.

Die Sprache ist kindgerecht einfach gehalten und die Aufmachung abwechslungsreich gestaltet. So hat Grace ihr Blaues Spezialbuch, in das sie ihre Gedanken und Ängste aufschreibt. Einzelne Ausschnitte aus diesem Tagebuch bekommen wir optisch abgesetzt auch zu lesen, was die Geschichte gleich noch abwechslungsreicher macht.

Ein Buch mit einigen schweren und vor allem traurigen Themen, das aber aufzeigt, wie wichtig eine beste Freundin ist, dass man gemeinsam stark ist.
Ein wirklich wertvolles Kinderbuch, das ich aber wohl so ab elf Jahren empfehlen würde. Auch die Optik, die mir persönlich wirklich gut gefällt, spricht meiner Erfahrung nach eher ältere Kinder an.

Und mir ist klar geworden, dass Familie nicht immer die Leute sind, bei denen man geboren wird, sondern die Menschen und Schweine, die man auf seinem Weg trifft.     (Seite 239)






"Wenn das Leben wie Schokolade schmeckt" schmeckt eher nach Kakao - bitter -, wird aber durch herzensgute Charaktere versüsst. Es zeigt schön auf, dass wo immer Schatten ist, auch Licht sein muss. Ein nachdenkliches, aber positives Buch, das ich jedoch erst etwa ab elf Jahren empfehlen würde.






Die englische Autorin Jennifer J. Elson hat hier ihr erstes Kinderbuch geschrieben. Bisher ist sie als Schauspielerin aufgetreten, hat Kinder mit Lernschwierigkeiten betreut, Theaterstücke geschrieben und Theater-Workshops für Kinder und Jugendliche geleitet.
(Bild- und Textquelle: cbj)


Dienstag, 13. Mai 2014

[Rezension] "Es duftet nach Sommer" von Huntley Fitzpatrick






Titel: Es dufte nach Sommer
Reihe: nein
Autorin: Huntley Fitzpatrick
Originaltitel: What I Thought Was True
Genre: Jugendbuch, Liebe
Verlag: cbj (29. April 2014)
ISBN: 978-3570157503
Seiten: 480
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahren




Nachdem mich letzes Jahr Huntley Fitzpatricks Debüt "Mein Sommer nebenan" total begeistern konnte, ist "Es duft nach Sommer" für mich ein Sommer-Must-Read .....



Die 17-jährige Gwen kann es nicht fassen: Ausgerechnet der größte Fehler ihres Lebens, Cassidy Somers, lässt sich dazu herab, den Sommer über auf ihrer Heimatinsel als Gärtner zu jobben. Anders als Gwen, die befürchtet, sich wie ihre Eltern mit miesen Jobs durch Leben schlagen zu müssen, ist er einer der reichen Kids vom Festland. Doch Gwen träumt davon, dem allen zu entfliehen. Nur was würde das für ihr Leben bedeuten? Gwen verbringt einen berauschenden Sommer auf der Suche nach Antworten darauf, was ihr wirklich wichtig ist, an ihrem Zuhause, den Menschen, die sie liebt und schließlich an sich selbst. Und an Cassidy, der sie in einen verwirrenden Gefühlstaumel zwischen magnetischer Anziehungskraft und köstlicher Unsicherheit stürzt.
(Bild- und Textquelle: cbj)





Einstieg ins Buch:
Nichts kann mir die Stimmung so vermiesen wie eine Wagenladung Jungs.

"Es duftet nach Sommer" ist nicht nur dem Titel nach ein sommerliches Buch. Wir reisen auf die Seashell Island in Connecticut, eine kleine Insel, die in zwei Hälften geteilt ist. Auf der einen Seite stehen die Villen der Reichen, auf der anderen Seite wohnen die Bediensteten und die anderen 'Arbeiter'.
Das Setting hat mir sehr gut gefallen, denn es lässt sofort ein sommerlich leichtes Gefühl aufkommen und Huntley Fitzpatrick lässt die Insel auch in ihren Text einfliessen.

“Wenn er auf dem Wasser ist, verliert Dad seine scharfen Kanten, er ist wie Strandgut.”     (Gwen, Seite 93)

Schon in "Mein Sommer nebenan" hat mich die Autorin mit ihren liebevoll gezeichneten Charaktere begeistert und nun mit ihrem zweiten Buch konnte sie diese Gabe definitiv bestätigen.
Die Geschichte wird aus der ich-Perspektive von Gwen geschildert. Normalerweise hilft sie im Sommer immer ihrem Vater in dessen Imbiss aus, doch dieses Jahr wird sie als Gesellschafterin bei Mrs Ellington eingestellt. Gwen war mir sofort sympathisch. Sie macht sich stark für ihre Familie und Freunde und ist nicht auf den Mund gefallen. Nicht all ihre Handlungen kann ich nachvollziehen, doch das macht sie einfach noch ein Stück menschlicher, noch lebendiger.

"Oh? Ist das auch eine von diesen nützlichen Männerfähigkeiten? Gläser aufschrauben, Hummer morden, Zitronen in Scheiben schneiden. Na, da danken wir Gott doch für das Y-Chromosom, denn ohne euch würde wir hilfloses Weibervolk ganz bestimmt zu Grunde gehen."     (Gwen zu Cass, Seite 167)

Gwen kann es gar nicht glauben, dass in diesem Sommer ein reicher Hügeljunge den Job des Gartenboys übernimmt - und dann noch ausgerechnet Cass ....
Schnell merkt man, dass die beiden eine gemeinsame Vergangenheit haben, was diese jedoch genau beinhaltet erfahren wir erst nach und nach. Vor allem realisieren wir, dass Cass ein rotes Tuch für Gwen ist, denn sie möchte ihm unbedingt aus dem Weg gehen, doch diesen Vorsatz kann sie nicht umsetzten, denn der Gartenboy taucht immer wieder bei Mrs E auf, denn da muss der Rasen gemäht, die Büsche gestutzt, .... werden.
Die spritzigen Dialoge zwischen den beiden haben mir ein ums andere Mal ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert. Doch mein Lieblingscharakter ist für einmal keiner der Protagonisten. Mrs Ellington stiehlt den beiden die Show, denn bei ihr erlebt Gwen eine urkomische Situation nach der anderen. Das Highlight bilden die Vorleserunden mit der Ladies Liga. Welche Art von Bücher Gwen den älteren Damen vorlesen muss, verrate ich mal nicht ...

Mein Kopf war wie in Watte gepackt, durch die sich langsam die scharfen Spitzen der Selbstverachtung bohrten. Aber Cass sollte ganz gewiss nicht derjenige sein, der mein Ego vom Boden aufklaubte.     (Gwen, Seite 188)

Zwar plätschert "Es duftet nach Sommer" lange einfach so vor sich her, doch es ist mehr als nur eine seichte Liebesgeschichte. Es ist ein Buch der Selbstfindung, dem Entdecken, was man wirklich will und dass man dies auch erreichen kann.
Huntley Fitzpatricks Schreibstil kommt ohne Action und grosse Showdowns aus und trotzdem konnte sie mich auch dieses Mal an die Seiten fesseln. Das liegt ganz bestimmt an ihrem tollen Humor, den sie immer wieder in die Geschichte einfliessen lässt, jedoch auch an ihrem Schreibstil. Meine Liste mit Zitaten war sehr lang, was schon etwas heisst.
Wer die Bücher der Autorin kennt, realisiert schnell, dass ihr die Familie sehr wichtig ist. Hier ist diese zwar nicht mehr intakt, der Vater lebt getrennt von der Familie, doch der Umgang zwischen der Mutter, dem Grossvater, den beiden Kindern und auch dem Cousin ist einfach wunderschön zu lesen. Toll, wie sie für einander einstehen.

Wäre Selbstbetrug 'ne olympische Disiplin, Gold wäre mir sicher.     (Gwen, Seite 200)


Mit "Es duftet nach Sommer" lässt uns Huntley Fitzpatrick in die Zeit der Jugend mit der ersten, zweiten Liebe und ihren Missverständnissen, in den Sommer auf einer Insel und in liebevoll gezeichnete Charaktere eintauchen. 
Es duftet definitiv nach mehr sommerlichen Geschichten der Autorin.









Huntley Fitzpatrick wuchs in einem kleinen Küstenort in Connecticut auf, der die Vorlage für den Ort Stony Bay in Mein Sommer nebenan lieferte. Schon als Kind wollte sie Schriftstellerin werden. Nach dem Universitätsabschluss arbeitete Huntley Fitzpatrick in verschiedenen Berufen, unter anderem in einem akademischen Fachverlag und als Lektorin bei Harlequin. Heute lebt die sechsfache Mutter in Massachusetts und widmet ihre gesamte Zeit dem Schreiben.
(Textquelle: cbj)