Samstag, 25. August 2012

[Wer "A" sagt . . .] mit Britta Sabbag










Vor meiner Karriere als Autorin war ich . . . .

. . . war ich Personalerin, 7 Jahre lang, und hatte immer das Gefühl, nicht richtig „rund“ zu sein, irgendwas fehlte. Dann kam die Kündigung und damit die Entscheidung, das zu tun, was ich schon immer wollte: schreiben. Und nun ist das „unrunde“ Gefühl weg, und zwar vollkommen J


Mir gefällt an meinem Beruf . . . .

. . . dass ich mich kreativ austoben kann, irre Geschichten aus meinem verrückten Leben recyceln kann (glaubt mir ohnehin nie jemand, selbst die Lektorin sagt oft: „Auch wenn du das erlebt hast, das glaubt dir kein Mensch, raus damit  J ), dass ich nie vor meinem persönlichen Leistungshoch (11 Uhr) irgendwo ins Büro muss, dass ich Glück, Humor, Drama, Sorge und Wut mit den Figuren im Minutentakt abwechselnd teilen kann, und am besten gefällt mir, dass ich den ganzen Tag in der Babyelefantenhose schreiben kann und keiner es sieht  J


Ein Tag im Leben einer Autorin . . . .

. . . ein geplanter Tag sieht so aus: Ich stehe auf, trinke einen Kaffee, setze mich an den Schreibtisch, checke und beantworte Mails, schreibe dann 5-10 Seiten je nach Tagesform, führe Telefonate mit Agentin und Lektorin, und verbringe dann den Abend mit Freunden in der Sonne oder im Kino. In Wirklichkeit stehe ich auf, stoße mir den Kopf, verbringe den Tag in der Notaufnahme, habe wirklich witzige Ideen während ich im Behandlungszimmer liege, die ich schlagartig vergesse, wenn ich eine Spritze sehe, finde mein Auto nicht in der Parkgarage oder auf dem Parkplatz, wahlweise mit Knöllchen, verfahre mich auf dem Nachhauseweg und komme total geschafft zu Hause an, habe keine Seite geschrieben und höre dann beim Reinkommen: „Gehört das so, dass dein Kleid da in der Strumpfhose steckt?“


Meine Ideen für ein Buch . . .

… kommen immer und überall. Meist dann, wenn ich gar nicht damit rechne. Oft muss man dann aber auch schreiben, um Abgabetermine zu halten, auch wenn man gerade keinen Musenkuss hatte – das sind dann die harten Tage. Die schönen sind, wenn ich bereits nachts von einer Szene geträumt habe oder sie beim Spaziergang bekomme oder in einem Gespräch und es kaum erwarten kann, sie aufzuschreiben.


Ein unvergessliches Erlebnis als Autorin . . .

… da gab es viele! Die Pinguinpatenschaftsübergaben in den verschiedenen Zoos zu „Pinguinwetter“ waren allesamt außergewöhnliche Erlebnisse. Ich habe gelernt, dass Pinguine Pullover tragen, homosexuell sein können und sich beim „ersten Date“ ein Steinchen schenken (analog zu unserem Blumenstrauß wohl). Ein toller Moment war natürlich auch der Anruf der Lektorin zum Einstieg auf Platz 15 der Spiegel-Bestsellerliste. Ich bin beinahe in Ohnmacht gefallen  J


Mein Lieblingsbuch . . .

… zu viele! Aber ich liebe den Schreibstil von Conni Lubek z.B. über alles.


Als nächstes plane ich . . .

… Buch Nr. 3 und Nr. 4  J









Als Kind . . . .

… habe ich immer so viel geredet, dass unser Kinderarzt gesagt hat, dass meine Mutter mir den Mund verbieten sollte, damit mein Bruder endlich anfängt zu reden. So kam ich zum Lesen. Meine Mutter behauptet heute, dass das alles ein ausgefuchster Plan war und sie immer wusste, dass ich mal schreiben würde  J


Bücher . . . .

… sind meine große Liebe!


Es war einmal . . . .

… eine gefeuerte, leicht chaotische Personalerin mit einem Pappkarton mit Büropflanze und Locher drin in der Hand, die nach der Kündigung im Wald spazieren gegangen ist und dabei beschloss, ein Buch zu schreiben. Drei Jahre später war sie Vollzeitautorin und lebt hoffentlich glücklich bis ans Ende aller Tage ;-)


Am liebsten . . . .

… habe ich meine Freunde um mich, meinen Partner, gutes Essen und / oder ein gutes Buch - an einem freien Tag. Luxus!


Seit gestern weiß ich . . . .

… dass Pinguine auch Schwerenöter sein können und noch nicht einmal eine Brutphase lang treu sein müssen ;-)


Schon immer . . . .

… wollte ich mal in einem Schokoladenhaus wohnen. Oder zumindest in einem Pralinenladen eingesperrt sein.


Ich will gar nicht wissen, . . . .

… was aus mir ohne diese Kündigung geworden wäre. Mann, war das ein Glück!!!






Britta Sabbag, geboren in Osnabrück (Sternzeichen Skorpion; für alle, die das wichtig finden), studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Universität Bonn. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums arbeitete sie sechs Jahre als Personalerin in verschiedenen Firmen. Als die Krise zuschlug, nutzte sie die Chance, um das zu tun, was sie schon immer tun wollte: schreiben. Nach Fertigstellung des ersten Romans besuchte sie diverse Drehbuchseminare der IFS Köln und die Autorenwerkstatt des Kölner Filmhauses; verschiedene Drehbuchstoffe befinden sich derzeit in der Entwicklung. Heute schreibt, lebt und liebt sie immer noch in Bonn und will ihrer Wahlheimat auch weiterhin treu bleiben.


Mehr zu Britta Sabbag auf ihrer tollen Homepage: http://www.brittasabbag.de/














Liebe Britta, herzlichen Dank, dass du bei meiner Aktion "Wer A sagt . . " mitgemacht hast. Deine Satzenden sind sehr aufschlussreich - vor allem, wenn man dein Buch gelesen hat. Ich sage nur: Babyelefantenhose und Büropflanze im Pappkarton. J
Es war ein sehr interessanter Kontakt mit dir und ich bin jetzt schon gespannt, wie es mit Charlotte und den Pinguinen weitergeht.



Und wer die ersten B-Sagerinnen verpasst hat, kann diese gerne noch nachlesen:


 

1 Kommentar:

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