Sonntag, 17. Januar 2016

[Rezension] "Der Winter der schwarzen Rosen" von Nina Blazon





Titel: Der Winter der schwarzen Rosen  
Autorin: Nina Blazon
Reihe: jein
Genre: Jugendliteratur, Fantasy
Verlag: cbt (5. Oktober 2015)
ISBN: 978-3570163641
Seiten: 544
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren


Von Nina Blazon habe ich schon einige Bücher gelesen und enttäuscht wurde ich bisher von keinem. Richtig begeistern konnte sie mich letzten November mit "Der dunkle Kuss der Sterne" und im Januar dann mit "Lillesang. Das Geheimnis der dunklen Nixe". Ich finde es bewundernswert, wie breit gefächert die Autorin schreibt. High Fantasy, Urban Fantasy, historisch angehaucht .... und kein Buch gleicht dem anderen.




In einer Festung, geschützt durch dunkle Magie, suchen die Zwillingsschwestern Tajann und Lili Zuflucht vor ihren Verfolgern. Die eine Schwester versteckt sich hier mit dem Junglord Janeik, um ihre verbotene, aber leidenschaftliche Liebe leben zu können. Die andere ist auf der Flucht vor der zerstörerischen Liebe eines Gestaltwandlers. Doch mit den dunklen Mächten spielt man nicht. Das beginnen auch Tajann und Lili bald zu ahnen. Denn etwas lauert in den Mauern, etwas Unberechenbares, etwas Böses ...
(Bild- und Textquelle: cbt Verlag)



Einstieg ins Buch:
Meine Schwester Tajann war schon immer ein Kind der Feen. Solange ich mich erinnern kann, sah ich jedes Mal, wenn ich nachts aufwachte, die geisterhaften Frauen an ihrem Bett sitzen.

Taris hat seine ganz eigenen Gesetze. So muss die Erstgeborene bis zu ihrem 17. Geburtstag das Elternhaus in eine vorbestimmte Richtung verlassen und darf nie mehr zurückkehren. Wenn dies geschehen ist, ist die Zweitgeborene frei und darf tun und lassen, was sie möchte.
Liljann und Tajann sind Zwillingsschwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Liljann ist schüchtern und kann Magie wahrnehmen, so dass sie immer versucht nicht aufzufallen. Sie ist älter als ihre Schwester und muss sich bald auf den Weg ins Grauland machen. Doch davor fürchtet sie sich, denn dort ist die Wildnis voller Gefahren und kaum einer kehrte lebend zurück.
Tajann ist ein Lebemensch und hat grosse Pläne. Sie kann es kaum erwarten, bis ihre Zwillingsschwester das Haus verlässt und sie endlich frei ist. So wirkte sie auf mich sehr oft selbstsüchtig.

"Das ... macht uns Menschen wohl aus", erwiderte ich leise. "Wenn wir tanzen, dann tanzen wir, bis unser Herz überquillt. Wenn wir lieben, dann so sehr, dass die Welt zu leichten beginnt - und mit dem Hass ist es ebenso. Wir kosten alles bis zu Neige aus und wir geben uns mit Grenzen nicht zufrieden."     (Liljann, Seite 494) 

Nach einem Fest in der Zitadelle scheinen sich ihre Wege zu trennen, denn beide haben einen Mann kennengelernt, der ihr Herz höher schlagen lässt. Viel zu spät realisieren die unterschiedlichen Schwestern, dass ihre Schicksale unweigerlich miteinander verbunden sind, sie nur Spielfiguren in einem von Geheimnissen und Intrigen geprägten Plan sind und dass Liebe viele Schattierungen aufweisen kann.

Das Buch wird abwechselnd aus den Perspektiven von Liljann und Tajann erzählt. Dies wird durch verschiedene Schriftarten verdeutlicht. Doch auch so merkt man immer schnell, welche Schwester man gerade begleitet, denn die Autorin versteht es sehr gut, die beiden Charaktere herauszukristallisieren. Ihr Schreibstil ist bildhaft und zum Teil schon fast poetisch, was die Besonderheit der Geschichte unterstreicht.

"Der Winter der schwarzen Rosen" ist definitiv mehr als ein jugendliches Fantasybuch. Es ist erwachsener, dunkler und komplex. So braucht man zu Beginn etwas um sich in die Welt einzulesen, kann sich dann aber umso tiefer fallen lassen. Nina Blazon fesselt mit facettenreichen Charaktere, einer vielschichtigen Welt, Magie und Mythologie, grossen Emotionen und Intrigen und versteht es, den Leser in die Irre zu leiten.

"Jemanden wirklich zu lieben heisst auch, ihn ohne Masken zu sehen, seine Schwächen zu kennen - und sie ebenfalls zu umarmen."     (Tajann, Seite 503) 




düster, magisch, vielschichtig
Nina Blazon bietet einmal mehr Fantasy vom Feinsten und beweist, dass viele Schattierungen von Liebe existieren. "Der Winter der schwarzen Rosen" ist ein Lesegenuss der Extraklasse.







Die vier Bücher sind keine Reihe im herkömmlichen Sinne, das kann man auch an den unterschiedlichen Covergestaltungen erkennen. Doch sie spielen alle in der gleichen Welt und "Der Winder der schwarzen Rosen" schliesst nun den Kreis um die Wesen und Städte in der Faunblut-Welt. Jedes kann aber problemlos einzeln gelesen werden. Nina Blazon hat das auf ihrer Seite ausführlich erklärt. 


               

  1. Faunblut
  2. Ascheherz
  3. Der dunkle Kuss der Sterne     → zu meiner Rezension
  4. Der Winter der schwarzen Rose




Nina Blazon, geboren 1969 in Koper bei Triest, aufgewachsen in Neu-Ulm, las schon als Jugendliche mit Begeisterung Fantasy-Literatur. Selbst zu schreiben begann sie während ihres Germanistik-Studiums – Theaterstücke und Kurzgeschichten –, bevor sie den Fantasy-Jugendroman Im Bann des Fluchträgers schrieb, der 2003 mit dem Wolfgang-Hohlbein-Preis und 2004 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet wurde. Seither haben Nina Blazons Bücher zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Die erfolgreiche Jugendbuchautorin lebt in Stuttgart.

www.ninablazon.de

(Textquelle: cbt Verlag)




© by Favolas Lesestoff


Kommentare:

  1. Huhu Favola,

    ich mochte das Buch auch sehr gerne. Es ist wieder ein ganz tolles Nina Blazon Buch! Ich fand allerdings, dass die beiden Schriftarten der Schwestern noch deutlich unterschiedlicher hätten sein können. Hier kam ich doch das ein oder andere Mal durcheinander.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Huhu Sandra

      Ja, die Schriften hätten wirklich noch etwas unterschiedlicher sein dürfen, damit sie sich optischer noch mehr voneinander abheben.

      lg Favola

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  2. Huhu liebe Favela,

    also bisher war ich mir nicht wirklich sicher, ob ich das Buch lesen mag. Aber nach deiner tollen Rezi landet es doch mal auf meiner Wunschliste :)

    Liebste Grüße
    Sonja

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    1. Huhu Sonja
      Ach, das freut mich :-)
      Hast du denn schon etwas von Nina Blazon gelesen?
      lg Favola

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  3. Hi Favola,

    das ist wieder mal eine gelungene Rezi. Danach habe ich Lust das Buch sofort zu verschlingen. Mist. :D :D
    Aber es steht schon mal auf meinem WL. Wie eigentlich alle Nina Blazon Bücher, die ich noch nicht besitze. Ich bin bisher immer sehr angetan gewesen von ihren Büchern und auf dieses hier, freue ich mich auch schon sehr.

    Ich wünsche dir noch eine schöne Woche!

    Liebste Grüße
    Lilly

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    1. Hoi Lilly

      Ja, ich muss auch noch die restlichen Bücher von ihr lesen, allen voran "Ascheherz" und "Zweilicht".
      Wenn das Buch noch auf deiner Wunschliste steht, solltest du morgen einmal bei mir vorbei schauen ;-)
      lg Favola

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  4. Halli hallo

    Bei mir sind es vier Sterne geworden ich konnte etwas weniger gut in die Welt eintauchen.
    Manche Passagen empfand ich doch etwas in die Länge gezogen und am Ende ging mir alles fast zu schnell, da fehlte mir die nötige Balance.
    Aber wie immer kein 08/15 Buch und ein wunderbarer Schreibstil <3

    Liebe Grüsse
    Bea

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    1. Hoi Bea

      Ja, wenn ich das nun so betrachte, müsste "Der dunkle Kuss der Sterne" eigentlich die goldene Leseente bekommen .....
      Ich bin schon gespannt auf "Silfur", das ja bald erscheint, und vor allem sollte ich endlich auch einmal "Ascheherz" lesen, doch das besitze ich noch nicht einmal.

      lg Favola

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  5. Huhu Favola,

    Sehr schöne Rezi, vielen Dank! Ich fand "Faunblut" damals großartig, aber seither haben es die Bücher der Autorin komischerweise nur noch auf SuB (Ascheherz, Zweilicht) und Wunschliste (Der dunkle Kuss der Sterne, dieses hier) geschafft. Das muss ich jetzt doch mal wieder ändern!

    Liebe Grüße, Kermit

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    1. Huhu Kermit
      Oh ja, da solltest du wirklich etwas ändern! Aber das Problem mit dem SuB kenne ich selber nur zu gut - leider ....
      Mein Favorit ist bisher immer noch "Der dunkle Kuss der Sterne". Ich selber muss noch "Ascheherz" und "Zweilicht" lesen, doch die besitze ich noch nicht einmal.
      lg Favola

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