Dienstag, 13. September 2016

[Rezension] "Elanus" von Ursula Poznanski





Titel: Elanus
Reihe: nein
Autorin: Ursula Poznanski
Genre: Jugendthriller
Verlag: Loewe (22. August 2016)
ISBN: 978-3785582312
Seiten: 416
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre








Wo Ursula Poznanski draufsteht, muss ich auch reinlesen .... In "Elanus" greift die österreichische Autorin wieder sehr aktuelle Themen auf: Drohnen, Überwachung und dadurch verbundene Manipulation. 




Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme. 
Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.
(Bild- und Textquelle: Loewe Verlag)





Einstieg ins Buch:
Der Zug hielt mit einem Ruck. Als wäre der Lokführer an der Station Rothenheim lieber vorbeigerauscht und hätte sich erst im letzten Moment dazu durchringen können, doch die Bremse zu ziehen.

Mit "Elanus" bringt Ursula Poznanski einen weiteren Jugendthriller auf den Markt. Wer die österreichische Autorin kennt, weiss von ihrer Affinität zu technischen Themen. Nach dem Online-Rollenspiel in "Erebos" und dem Visioner in "Layers" steht nun eine Drohne im Mittelpunkt. 

Der 17-jährige Jona ist alles andere als ein sympathischer Protagonist. Er ist hochbegabt und hat ein Vollstipendium an einer Elite-Uni bekommen. Aus diesem Grund zieht er zu einer Gastfamilie und hofft, die fortgeschrittenen Vorlesungen besuchen zu dürfen, denn die im ersten Semester sind für ihn ein Kinderspiel und das lässt er die anderen Studenten auch spüren. So intelligent er ist, so wenig Sozialkompetenz kann er aufweisen. Obwohl Jona oft unausstehlich ist, fand ich es sehr spannend, seine Entwicklung mitzuverfolgen. 

"Doch. Ich bin ein Idiot." Der Satz kam ihm erstaunlich schwer über die Lippen. Wenn er etwas nicht war, dann dumm, aber das würde das Mädchen früh genug herausfinden.     (Seite 27)

Mit der Drohne hat Ursula Poznanski ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen, denn wer hat nicht auch einen Mann zuhause, der auch gerne so ein 'Spielzeug' hätte. Jona hat seine Elanus verfeinert, mit einer Kamera versehen und kann über eine App Personen finden, deren Handynummer er kennt. So kann er von seinem Laptop aus, Leute ausspionieren, doch das geht nicht immer gut aus. 

Eigentlich möchte Jona nur ein Mädchen aus den Reserven locken, doch seine Methode geht völlig schief und ruft eine Reihe Unfälle auf den Plan. Nun setzt er Elanus ein, um weitere Nachforschungen anzustellen, doch bald wird die Drohne entdeckt und er gerät ins Visier skrupelloser Männer. 

Du denkst, keiner weiss, was du tust.
Aber da irrst du dich.
Es kann dich kein Vorhang schützen, und sei er noch so rot. Ich kenne dein Geheimnis. Vielleicht
hast du Glück und ich bewahre es.     (Seite 91)

"Elanus" zeigt auch auf, wie wichtig Freundschaft und Vertrauen ist. Und genau das waren für Jona bisher Fremdwörter. Er muss lernen, sich auf jemanden einzulassen, was für ihn alles andere als einfach ist. Nur gut, dass es da zwei hartnäckige Menschen in seinem neuen Umfeld gibt. 
  
Doch auch der Leser muss sich auf Jona einlassen, ihn besser kennenlernen, bevor die Autorin die Spannung anzieht. Bald verstrickt sie einen in ein ganzes Netz von Geheimnissen und üblen Machenschaften. Gespannt verfolgt man die Flüge von Elanus, denn jedes Mal deckt Jona ein neues Puzzleteil auf, findet neue Hinweise oder aber weitere Geheimnisse. Obwohl man als Leser relativ früh eine Ahnung hat, liest sich "Elanus" fesselnd. 

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Einmal mehr nutzt Ursula Poznanski den personalen Schreibstil, der hier meiner Meinung nach auch perfekt passt. So hat man die Möglichkeit, Jona gut kennenzulernen, bekommt aber trotzdem einen guten Überblick. 





Einmal mehr wartet Ursula Poznanski mit einem aktuellen und brisanten Thema auf: Der hochbegabte Jona wird durch seine Drohne in üble Machenschaften verwickelt und bietet uns in "Elanus" einen interessanten Jugendthriller.










Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen Deutschlands und schreibt zudem Thriller-Bestseller für Erwachsene. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.

Hier geht es zur Webseite von Ursula Poznanski:

Mehr Infos und Extras zum Buch unter:
Elanus - Das Special zum Buch

(Textquelle: Loewe Verlag)




© Favolas Lesestoff


Kommentare:

  1. Huhu ^^

    irgendwie habe ich bisher nie Glück gehabt mit Jugendthriller. Mir haben die nie so recht gefallen. Aber offensichtlich habe ich einfach nur zu den falschen Büchern gegriffen. :D
    Von Ursula Poznanski habe ich tatsächlich noch kein einziges Buch gelesen. Sollte ich wohl mal ändern...

    Liebste Grüße
    Sonja

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    1. Huhu Sonja
      Ich lese ja auch kaum noch Thriller, obwohl ich früher recht viele Bücher aus diesem Genre gelesen habe.
      Von Ursula Poznanski hat mir aber immer noch die Eleria-Trilogie am besten gefallen. Die ist richtig genial und konnte mich völlig begeistern. Aber das ist eine Dystopie .... trotzdem würde ich dir die Bücher von ihr ans Herz legen.
      lg Favola

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  2. Hallo Favola,

    ich habe das Buch erst letzte Woche beendet und fand es klasse. Gerade weil Jona mal kein glatter Sympathieträger war konnte es mich vollkommen überzeugen.

    Schön, dass es dir auch gefallen hat. Ich bin gespannt, was sich Ursula Poznanski als nächstes einfallen lässt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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