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Dienstag, 13. September 2016

[Rezension] "Elanus" von Ursula Poznanski





Titel: Elanus
Reihe: nein
Autorin: Ursula Poznanski
Genre: Jugendthriller
Verlag: Loewe (22. August 2016)
ISBN: 978-3785582312
Seiten: 416
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre








Wo Ursula Poznanski draufsteht, muss ich auch reinlesen .... In "Elanus" greift die österreichische Autorin wieder sehr aktuelle Themen auf: Drohnen, Überwachung und dadurch verbundene Manipulation. 




Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme. 
Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.
(Bild- und Textquelle: Loewe Verlag)





Einstieg ins Buch:
Der Zug hielt mit einem Ruck. Als wäre der Lokführer an der Station Rothenheim lieber vorbeigerauscht und hätte sich erst im letzten Moment dazu durchringen können, doch die Bremse zu ziehen.

Mit "Elanus" bringt Ursula Poznanski einen weiteren Jugendthriller auf den Markt. Wer die österreichische Autorin kennt, weiss von ihrer Affinität zu technischen Themen. Nach dem Online-Rollenspiel in "Erebos" und dem Visioner in "Layers" steht nun eine Drohne im Mittelpunkt. 

Der 17-jährige Jona ist alles andere als ein sympathischer Protagonist. Er ist hochbegabt und hat ein Vollstipendium an einer Elite-Uni bekommen. Aus diesem Grund zieht er zu einer Gastfamilie und hofft, die fortgeschrittenen Vorlesungen besuchen zu dürfen, denn die im ersten Semester sind für ihn ein Kinderspiel und das lässt er die anderen Studenten auch spüren. So intelligent er ist, so wenig Sozialkompetenz kann er aufweisen. Obwohl Jona oft unausstehlich ist, fand ich es sehr spannend, seine Entwicklung mitzuverfolgen. 

"Doch. Ich bin ein Idiot." Der Satz kam ihm erstaunlich schwer über die Lippen. Wenn er etwas nicht war, dann dumm, aber das würde das Mädchen früh genug herausfinden.     (Seite 27)

Mit der Drohne hat Ursula Poznanski ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen, denn wer hat nicht auch einen Mann zuhause, der auch gerne so ein 'Spielzeug' hätte. Jona hat seine Elanus verfeinert, mit einer Kamera versehen und kann über eine App Personen finden, deren Handynummer er kennt. So kann er von seinem Laptop aus, Leute ausspionieren, doch das geht nicht immer gut aus. 

Eigentlich möchte Jona nur ein Mädchen aus den Reserven locken, doch seine Methode geht völlig schief und ruft eine Reihe Unfälle auf den Plan. Nun setzt er Elanus ein, um weitere Nachforschungen anzustellen, doch bald wird die Drohne entdeckt und er gerät ins Visier skrupelloser Männer. 

Du denkst, keiner weiss, was du tust.
Aber da irrst du dich.
Es kann dich kein Vorhang schützen, und sei er noch so rot. Ich kenne dein Geheimnis. Vielleicht
hast du Glück und ich bewahre es.     (Seite 91)

"Elanus" zeigt auch auf, wie wichtig Freundschaft und Vertrauen ist. Und genau das waren für Jona bisher Fremdwörter. Er muss lernen, sich auf jemanden einzulassen, was für ihn alles andere als einfach ist. Nur gut, dass es da zwei hartnäckige Menschen in seinem neuen Umfeld gibt. 
  
Doch auch der Leser muss sich auf Jona einlassen, ihn besser kennenlernen, bevor die Autorin die Spannung anzieht. Bald verstrickt sie einen in ein ganzes Netz von Geheimnissen und üblen Machenschaften. Gespannt verfolgt man die Flüge von Elanus, denn jedes Mal deckt Jona ein neues Puzzleteil auf, findet neue Hinweise oder aber weitere Geheimnisse. Obwohl man als Leser relativ früh eine Ahnung hat, liest sich "Elanus" fesselnd. 

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Einmal mehr nutzt Ursula Poznanski den personalen Schreibstil, der hier meiner Meinung nach auch perfekt passt. So hat man die Möglichkeit, Jona gut kennenzulernen, bekommt aber trotzdem einen guten Überblick. 





Einmal mehr wartet Ursula Poznanski mit einem aktuellen und brisanten Thema auf: Der hochbegabte Jona wird durch seine Drohne in üble Machenschaften verwickelt und bietet uns in "Elanus" einen interessanten Jugendthriller.










Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen Deutschlands und schreibt zudem Thriller-Bestseller für Erwachsene. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.

Hier geht es zur Webseite von Ursula Poznanski:

Mehr Infos und Extras zum Buch unter:
Elanus - Das Special zum Buch

(Textquelle: Loewe Verlag)




© Favolas Lesestoff


Freitag, 15. Juli 2016

[coming soon] "Elanus" von Ursula Poznanski

Ursula Poznanski hat sich schnell zu einer meiner Lieblingsautorin gemausert. Mit der Eleria-Trilogie konnte sie mich begeistern, "Die Verschworenen" hat sogar die goldene Leseente verliehen bekommen, und auch "Layers" hat mir gut gefallen.
In "Elanus" greift die österreichische Autorin wieder sehr aktuelle Themen auf: Drohnen, Überwachung und dadurch verbundene Manipulation. Einmal mehr verwebt sie geschickt die Realität mit Fiktion. Also ich bin schon sehr gespannt auf "Elanus".

In Leipzig hat Ursula Poznanski aus ihrem neusten Werk gelesen:








Titel: Elanus
Autor: Ursula Poznanski
Reihe: nein
Verlag: Loewe
Genre: Jugendthriller
ISBN: 978-3-7855-8231-2
Seitenzahl: 416 Seiten
Format: Klappenbroschur mit Spotlack und Prägung
empfohlenes Lesealter: 14-17 Jahre
Erscheinungstermin: 22. August 2016



Inhalt:
Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme. 
Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.
(Bild- und Textquelle: Loewe Verlag)  



Und wer nun noch mehr über "Elanus" erfahren möchte, schaut am besten bei Special zum Buch vorbei.



Was meint ihr? Ist das Buch etwas für euch?
Und wie gefällt euch das Cover?


Freitag, 13. November 2015

[Rezension] "Layers" von Ursula Poznanski





Titel: Layers
Reihe: nein
Autorin: Ursula Poznanski
Genre: Jugendthriller
Verlag: Loewe (17. August 2015)
ISBN: 978-3785582305
Seiten: 448
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren








Ursula Poznanski hat sich mit ihrer Eleria-Trilogie klammheimlich zu einer meiner Lieblingsautorinnen geschrieben und so musste ich natürlich auch ihr neues Werk "Layers" unbedingt haben. Es ist dieses Mal ein Thriller, der uns aufzeigt, dass die Wahrheit vielschichtig ist ....




Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun? 
In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf – denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält. 
Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke – sehr aufwendig versiegelt. Und als Dorian ein solches Geschenk nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt.
(Bild- und Textquelle: Loewe Verlag)





Einstieg ins Buch:
Er befand sich noch im Halbschlaf, trotzdem spürte er genau, dass der Hauch, der sein Gesicht streifte, kein Wind war. Zu warm, zu übel riechend.
Atem.

"Layers" ist eine Klappenbroschur, die es in sich hat, denn auch sie passt perfekt zum Titel und besteht somit aus mehreren Lagen, mehreren Schichten. Sie lädt zum Durchgucken und Erkunden ein, denn schliesslich möchte man dem Geheimnis auf den Grund gehen.

Gleich zu Beginn lernen wir Dorian kennen, der bewusst das harte Leben auf der Strasse gewählt hat.  Nach und nach erfahren wir auch seine Gründe dafür und begleiten ihn ein Stück auf seiner Suche nach Essbarem und einem warmen Platz für die Nacht. Nachdem eine Situation eskaliert, wird ihm Hilfe angeboten. Aber wie ist es möglich, dass ihm in einer Villa Kleidung, Essen und Schulbildung geboten wird und er dafür nur ein paar Flugblätter verteilen muss? Dorian hat von Anfang an ein mulmiges Gefühl dabei und ist sich sicher, dass irgend etwas nicht stimmt ...

"Alle Welt beschwert sich darüber, zu wenig Zeit zu haben, doch es war viel schlimmer, im Zeitüberschuss fast zu ertrinken."       (Seite 9)

Ursula Poznanski versteht es, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln und mit ihm ihr Spiel zu treiben. Doch das geht ein wenig ungerecht zu und her, denn weder der Protagonist noch der Leser kennt ihre Regeln und wird so ein ums anderes Mal überrascht - zum Teil sehr böse ... Wir werden zu Dorians Komplizen, versuchen herauszufinden, wem wir trauen können, was die Wahrheit ist und hetzten mit gesenktem Kopf durch die Strassen, äh Seiten.

Dorian ist ein sympathischer und facettenreicher Protagonist. Die Autorin erzählt die Geschichte in der dritten Person, transportiert seine Ratlosigkeit und seine Zweifel jedoch sehr gut, die sich mit denen des Lesers decken. So fühlen wir uns ihm schnell verbunden und fiebern und rätseln mit ihm mit. Trotz vielen Ungereimtheiten stellt er sich seinen Ängsten und tut alles dafür, um sein Ziel zu erreichen.
Die Nebencharaktere hätten hier meiner Meinung nach gerne etwas kräftiger skizziert werden können, sie blieben mir oft etwas zu blass.

"Unsere Ziele sind grösser als wir, bedeutender als wir und sie rechtfertigen jedes Opfer", zitiert er.
"Auch unser Leben. Auch dein Leben."    (Seite 312)

Mit "Layers" halten wir einen sehr modernen und aktuellen Jugendthriller in den Händen. Ursula Poznanski zeigt uns ein Zukunftsvision auf, die sie geschickt mit einer Verfolgungsjagd verknüpft. So spielt sie mit unserem Vertrauen, verstrickt sich in Lügen und lässt die Skepsis wachsen. Die technischen Details im Buch sind sehr spannend und auch glaubwürdig, da sie in naher Zukunft schon Realität sein könnten. Dazu werden einige fiese und gruselige Elemente eingebaut, so dass bestimmt keine Langeweile aufkommt und auch Jungs auf ihre Kosten kommen.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Die Sätze sind meistens klar und schlicht und laden ein, die verschiedenen Schichten von "Layers" freizulegen.






Ursula Poznanski zeigt uns in "Layers" ein Zukunftsvision auf, die sie geschickt mit einer Verfolgungsjagd verknüpft. Sie spielt mit ihrem Protagonisten und dem Leser, mit Vertrauen, Intrigen, den Gefühlen.
Ein Jugendthriller, der bei mir punkten konnte.













Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen Deutschlands und schreibt zudem Thriller-Bestseller für Erwachsene. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.

Hier geht es zur Webseite von Ursula Poznanski:

Mehr Infos und Extras zum Buch unter:
www.layers-buch.de
(Textquelle: Loewe Verlag)





© Favolas Lesestoff

Montag, 14. April 2014

[Montagsfrage] Wer ist eure Autorenentdeckung der letzten Monate?



Wer ist eure Autorenentdeckung der letzten Monate?


© Doris Bretterbauer


Die meisten von euch haben bestimmt schon vor mir Ursula Poznanski entdeckt. Ich wollte ja auch schon lange "Erebos" lesen, doch bis heute habe ich das leider noch nicht geschafft. Dafür habe ich "Die Verratenen" und "Die Verschworenen" verschlungen. Die Autorin konnte mich mit diesen beiden Büchern so begeistern, dass ich ganz bestimmt auch noch alle anderen Werke von ihr lesen werde. Der Anfang ist schon getan, denn "Blinde Vögel" wartet auf meinem SuB.





            



Und wer war in letzter Zeit eure Autorenentdeckung?




Donnerstag, 17. Oktober 2013

[Rezension] "Die Verschworenen" von Ursula Poznanski






Titel: Die Verschworenen
Reihe: ja, Band 2 / 3
Autorin: Ursula Poznanski
Genre: Jugendliteratur, Dystopie, Thriller
Verlag: Loewe Verlag (16. Oktober 2013)
ISBN: 978-3-7855-7386-0
Seiten: 464
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren



Da "Die Verratenen" seit letzter Weihnacht ungelesen im Regal stand, versuchte ich mein Glück bei der Blogger-Aktion des Loewe Verlags und bekam "Die Verschworenen" tatsächlich vorab zum Lesen. So hatte ich endlich einen Grund, mein erstes Buch von Ursula Poznanski in Angriff zu nehmen und war nach dessen Ende froh, dass Band 2 schon bereit lag ...





In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann.

Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet.
Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen.
(Bild- und Textquelle: Loewe)






Einstieg ins Buch:
Die Kinder sind ein bebender Schatten im ersten Licht der Morgendämmerung. Ihre Stimmen dringen bis zu meinem Versteck. Aufgeregte, hohe Töne, manchmal ein Lachen, das tapfer klingen soll.

Mit einem Ritual der Schwarzdorn steigen wir wieder in die Geschichte ein, ganz nach dem Motto 'mittendrin statt nur dabei'.
Gegen Ende des ersten Bandes fanden die Verratenen Ria, Aureljo, Tomma, Tycho und Dantorian Unterschlupf bei Quirin in der Stadt unter der Stadt. Nun erleben wir einen ersten ruhigeren Teil, in dem Arueljo und Dantorian ihren Plan, in die Sphäre Vienna 2 zu gelangen, ausarbeiten und Tycho die unterirdischen Gänge auskundschaftet. Als Ria per Zufall beim Sortieren der Bibliothek auf eine Seite aus Jordans Chronik stösst, macht sie sich fieberhaft auf die Suche nach weiteren Teilen, denn darauf muss die Lösung für ihr Problem stehen. Nicht ohne Grund hatte der farblose Sentinel damals auf diese Chronik hingewiesen und die sechs Studenten als Verräter abgestempelt. Nur Tomma kann sich mit der neuen Situation gar nicht anfreunden und versinkt je länger je mehr in einer ernsten Lethargie.

Auch "Die Verschworenen" wird aus der ich-Perspektive von Ria erzählt. Sie hat sich seit dem Anfang enorm weiterentwickelt und ihre Denkweise hat sich um 180 Grad gedreht. Sie kann sich nicht vorstellen, mit Aureljo unter falscher Identität in eine Sphäre zu 'flüchten'. Sie vermisst das Tageslicht und die Sonne und versucht versteckt an die Erdoberfläche zu gelangen. Doch vor Sandor scheint sie das nicht verbergen zu können und so beginnt er, sie jeweils in den frühen Morgenstunden an die Luft zu 'entführen'. Er bringt ihr vieles bei, was sie braucht, um in der Wildnis überleben zu können.

Sandors Körper gleicht einer Landkarte und ich frage mich, ob ich sie lesen könnte, wenn der Abstand zwischen und kleiner wäre.     (Ria, Seite 11)

Ria ist immer noch ein enorm faszinierender Charakter.  Zwar beginnt sie innerlich zu schwanken, doch es ist äusserst interessant mitzuverfolgen, wie sie sich immer wieder auf ihre alte Stärke konzentrieren und ihr Talent wie auf Knopfdruck abrufen kann. Das ist ihr Anker, denn ihr (See)Weg hat hohen Wellengang und hält einige Schicksalsschläge für sie bereit.

Wach bleiben, während alle um mich herum sich in das sorglose Vergessen des Schlafs retten dürfen, ist eine Sache, die ich noch nie gemocht habe. In der Nacht bekommen meine Gedanken Zähne und meine Ängste eine zusätzliche Dimension.     (Ria, Seite 90)

Die Ausarbeitung der Charaktere ist eine grosse Stärke der Autorin. Diese sind enorm vielseitig und facettenreich. Jede Person hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Beweggründe so zu handeln, wie sie es tut. Dadurch wird jedem Leben eingehaucht und lässt den Leser mitfiebern und mitleiden.

Mit "Die Verschworenen" ist Ursula Poznanski ein weiteres Buchjuwel gelungen. Ihr Schreibstil konnte mich wieder begeistern und fesselte mich an die Seiten. Und das, obwohl sie in diesem zweiten Band ruhige und spannungsgelandene Szenen gekonnt abwechselt. So lässt sie die Leser mitfiebern und deren Puls ansteigen, gibt ihnen jedoch auch Zeit zum Durchschnaufen und Mitdenken. Einzelne Geschehnisse lassen sich zwar vorhersehen, doch die Autorin überrascht auch immer wieder und erwischt einem ganz schön auf dem falschen Fuss. Meisterhaft hat sie ihre Fäden gesponnen, das Netz immer enger gezogen. Und das Ende .... ja, das hebt die Welt wirklich aus den Angeln ...

"Wir müssen nur dieses eine Missverständnis aus der Welt schaffen, dann können wir sie aus den Angeln heben!"      (Aureljo, Seite 157)



Auch dieses Cover besticht durch seine Schlichtheit und ergänzt Band 1 perfekt.



Mit "Die Verschworenen" hat sich Ursula Poznanski direkt in mein Leserherz geschrieben. 
spannungsgeladen, dicht, überraschend, mitreissend ... 
Lest dieses Buch und ihr werdet in meine Lobeshymne mit einstimmen.



Hiermit verleihe ich dem Buch "Die Verschworenen"
von Ursula Poznanski die goldene Leseente.
















      
  1. Die Verratenen     → zu meinem Rezigramm
  2. Die Verschworenen
  3. ?

Mehr Infos zur Trilogie und Autorin unter:
www.Ursula-Poznanski.de




© Doris Bretterbauer
Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.
(Bild- und Textquelle: Loewe)


Mittwoch, 16. Oktober 2013

[Rezigramm] "Die Verratenen" von Ursula Poznanski




Titel: Die Verratenen
Reihe: ja, Band 1 / 3
Autorin: Ursula Poznanski
Genre: Jugendbuch, Dystopie, Thriller
Verlag: Loewe Verlag (9. Oktober 2012)
ISBN: 78-3785575468
Seiten: 460
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre



Inhalt:
Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein.
Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.
Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.

(Bild- und Textquelle: Loewe 




"Ich weiss, dass etwas Furchtbares passiert sein muss, ..."
Schon mit dem allerersten Satz hat mich Ursula Poznanski. Sie stösst uns ins kalte Wasser und so erleben wir, wie eine Mitstudentin der Protagonistin mitteilt, dass drei Kollegen tot seien: bei ihrer Exkursion von Prims überfallen. Erst danach bringt uns die Autorin nach und nach ihre entworfene, dystopische Welt näher. Die Menschen haben sogenannte Sphären gebaut. Diese hoch technologisierten Schutzkuppeln beheimatet aber nur einen Teil der Erdbevölkerung, andere leben in der Aussenwelt. Diese werden von den Sphärenbewohner Prims (von primitiv) genannt.


Als die Protagonistin Ria per Zufall ein Gespräch belauscht, bricht für sie die Welt zusammen. Sie und fünf weitere Studenten sollen Verräter sein und beseitigt werden. Ria ist hin und hergerissen. Wem kann sie noch trauen? Wird sie wirklich abgehört?
Vom ersten Satz an baut Ursula Poznanski eine enorme Spannung auf, die sie ständig noch erhöht, so dass man das Ende regelrecht herbeisehnt und das Buch kaum aus den Händen legen kann.


Die Geschichte wird aus der ich-Perspektive der Elite-Studentin Eleria erzählt. Alle Studierenden werden nach ihrer Leistung, ihrem Können aufgelistet und der Top Ten steht eine glorreiche Zukunft bevor. Ria belegt Platz 7, ihre Talente liegen im Bereich der Kommunikation und Rhetorik. So kann sie aus ihrem Gegenüber lesen wie aus einem Buch. Ria ist wirklich ein toller Charakter. Sie ist sehr ehrgeizig und kann durch ihre Talente ihr Gefühle und die ihrer Mitmenschen beeinflussen und hat alles unter Kontrolle. Als sie dann besagtes Gespräch belauscht, bricht sie innerlich auseinander. Sie weiss nicht mehr, was und wem sie glauben kann und beginnt alles zu hinterfragen. Diese innere Zerrissenheit bringt die Autorin ausgezeichnet aufs Papier.
Ihr Freund Aureljo ist sogar auf Platz eins gereiht. Ihm steht Grosses bevor, vielleicht sogar als zukünftiger Präsident. Nur mich konnte er leider nicht so ganz für sich gewinnen.

Warum habe ich nicht schon vorher Ursula Poznanski gelesen? Ich wollte doch eigentlich schon so lange ...
"Der Verratenen" konnten mich als Gesamtpaket überzeugen. Vor allem die atemlose Spannung, die facettenreichen und so unterschiedlichen Charaktere und die dystopische Welt mit seinen Gegensätzen begeisterten mich.
Aber auch die tolle Verpackung sollte hier erwähnt werden. Mit dem schlichten schwarz-weiss-Cover sticht das Buch definitiv hervor.


Kritikpunkt? Hm, da muss ich erst etwas überlegen .... Ich hätte ganz gerne mehr über die lange Nacht erfahren und Aureljo konnte mich nicht ganz überzeugen ... aber ansonsten war ich einfach froh, dass ich Band 2 gleich griffbereit hatte.



Ich habe mich in Ursula Poznanskis brillianten Schreibstil verliebt!
Sie schreibt sehr flüssig, so dass die Seiten an einem vorbeirasen und obwohl sie das eher auf eine ruhige Art tut, bringt sie das Blut in Wallung, beschleunigt den Puls, und lässt einen selber ein bisschen paranoid werden.





In "Die Verratenen" vereint Ursula Poznanski Dystopie und Thriller und baut eine so enorme Spannung und eine wahnsinnig dichte Atmosphäre auf, dass mich das Buch nach dem Geniessen atemlos zurück liess.
Klar sind einige Aspekte bereits bekannt, aber hier werden sie gekonnt in Szene gesetzt und mit vielschichtigen Charaktere und einem grossartigen Schreibstil abgerundet.
Unbedingt lesen!







Verräter müssen sterben, sagt das Gesetz; wer die Existenz der Sphären aufs Spiel setzt, hat sein Leben verwirkt. Der Bund ist und Vater und Mutter zugleich, aber Abtrünnige dürfen nicht mit Nachsicht rechnen.     (Seite 60)
Wir legen uns die merkwürdigsten Wahrheiten zurecht, wenn die Realität zu furchterregend wird.      (Seite 172)




      
  1. Die Verratenen
  2. Die Verschworenen
  3. ?

Mehr Infos zur Trilogie und Autorin unter:
www.Ursula-Poznanski.de




© by Favolas Lesestoff