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Samstag, 9. April 2022

"Prison Healer - Die Schattenheilerin" von Lynette Noni






Titel: Prison Healer - Die Schattenheilerin
Reihe: Prison Healer, Band 1
Autorin: Lynette Noni
Übersetzerinnen: Sandra Knuffinke, Jessika Komina
Verlag: Loewe (9. Februar 2022)
Genre: Fantasy
Seiten: 528
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren




Schon bei der Programmvorschau vom Loewe Verlag stand für mich fest, dass ich "Prison Healer - Die Schattenheilerin" von Lynette Noni unbedingt lesen muss.
Nicht nur das Setting in einem Gefängnis, auch die hochaktuellen Themen Seuchen, Krankheiten, Heilen und Suche nach Heilmitteln reizten mich. Zudem scheint das Buch im Original sehr gut anzukommen.


Mittwoch, 11. März 2020

"Alles okay" von Nina LaCour






Titel: Alles okay
Autorin: Nina LaCour
Übersetzerin: Sophie Zeitz
Verlag: Carl Hanser Verlag (19. August 2019)
Genre: Fantasy
Seiten: 208
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren



Vor einigen Jahren habe ich von Nina LaCour "Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem" gelesen, was mir gut gefallen hatte. Bei "Alles okay" sprach mich nicht nur das Cover sonder auch die Inhaltsangabe sofort an.


Freitag, 28. Februar 2020

"Strange the Dreamer - Ein Traum von Liebe; Buch 2" von Laini Taylor






Titel: Ein Traum von Liebe
Reihe: Strange the Dreamer #2
Autorin: Laini Taylor
Verlag: ONE (27. November 2019)
Genre: Fantasy
Seiten: 384
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren




Da der Verlag bei der deutschen Übersetzung die Originalgeschichte in zwei Bücher gesplittet hat, ist es von Vorteil, wenn man den zweiten Band gleich griffbereit hat, damit man direkt weiterlesen kann.


Montag, 17. September 2018

"Das Gold der Krähen" von Leigh Bardugo





Titel: Das Gold der Krähen
Reihe: Glory or Grave 2/2
Autorin: Leigh Bardugo
Übersetzer: Michelle Gyo
Originaltitel: Crooked Kingdom
Genre: High Fantasy
Verlag: Knaur HC (3. September 2018)
ISBN: 978-3426654491
Seiten: 592








"Das Lied der Krähen" war mein erstes Buch von Leigh Bardugo. Es konnte mich dermassen begeistern, dass ich mich nach der Lektüre fragte, warum ich so lange damit gewartet hatte. Kein Wunder also, dass ich mich schon lange auf "Das Gold der Krähen" gefreut habe.


Mittwoch, 3. Mai 2017

[Rezension] "Ich gebe dir die Sonne" von Jandy Nelson






Titel: Ich gebe dir die Sonne
Autorin: Judy Nelson
Übersetzerin: Catrin Frischer
Genre: Jugendroman, Coming-of-Age
Verlag: cbt (21. November 2016)
ISBN: 978-3570164594
Seiten: 480
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren









"Ich gebe dir die Sonne" ist eine Empfehlung vom Verlag. 



Am Anfang sind Jude und ihr Zwillingsbruder Noah unzertrennlich. Noah malt ununterbrochen und verliebt sich Hals über Kopf in den neuen, faszinierenden Jungen von nebenan, während Draufgängerin Jude knallroten Lippenstift entdeckt, in ihrer Freizeit Kopfsprünge von den Klippen macht und für zwei redet. Ein paar Jahre später sprechen die Zwillinge kaum ein Wort miteinander. Etwas ist passiert, das die beiden auf unterschiedliche Art verändert und ihre Welt zerstört hat. Doch dann trifft Jude einen wilden, unwiderstehlichen Jungen und einen geheimnisvollen, charismatischen Künstler ...
(Bild- und Textquelle: cbt Verlag)





Einstieg ins Buch:
So fängt alles an.
Mit Zephyr und Fry - den Soziopathen von nebenan -, die hinter mir hergeschossen kommen, und dem Waldboden, der unter meinen Füssen bebt, während ich durch Luft, Bäume, gleissend grelle Panik sprenge.     (Noah, 13 Jahre)

Es gibt Bücher, da weiss man schon nach wenigen Seiten, dass man sie lieben wird. "Ich gebe dir die Sonne" von Jandy Nelson ist so eine Geschichte. Eine Geschichte, die mich tief beeindruckt und begeistert hat und die ich kaum in Worte fassen kann. Eine Geschichte, die man selber erleben muss.

Die Zwillinge Noah und Jude sind mit 13 Jahren zwar sehr unterschiedlich, aber unzertrennlich. Doch dann schleicht sich die Eifersucht ein, um den Stellenwert bei den Eltern aber auch aufeinander. Drei Jahre später sprechen sie kaum noch ein Wort miteinander und es hat den Anschein, als hätten sie die Rollen getauscht. Mit 13 Jahren war Noah sehr introvertiert und drückte sich vor allem durch das Malen aus, Jude war dagegen draufgängerisch und frei. Doch heute studiert sie an der Kunsthochschule, die immer Noahs Traum war. Er hingegen nimmt keinen Pinsel, keine Stifte mehr in die Hand.

Die Erzählweise ist etwas ganz Besonderes, denn wir erleben Noah als 13-jährigen in der Vergangenheit und Jude heute als 16-jährige. Obwohl wir so mit jedem Perspektivenwechsel auch noch einen Zeitsprung haben, bereitet es keine Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen.

Ich dachte immerzu, es ist in Ordnung, ich komme damit klar. Ich kann das. Es ist okay, okay, okay. Aber das war es nicht und ich kam nicht damit klar.
Ich wusste nicht, dass man in seinem eigenen Schweigen begraben werden kann.
Und dann war es vorbei.
Und dann war alles vorbei.          (Jude, 16 Jahre / Seite 68)

Erst nach und nach erkennt man, wie die unterschiedlichen Charkatere zusammenspielen, was es mit den Familiengeheimnissen auf sich hat und was dann schlussendlich wirklich zum Bruch zwischen den Zwillingen geführt hat. Jandy Nelson zieht im Hintergrund geschickt die Fäden und schafft die Balance zwischen dem individuellen Schicksal und dem gemeinsamen Drama.

"Ich gebe dir die Sonne" ist ein ruhiges Buch, das mit facettenreichen Charaktere überzeugt. Was die Geschichte jedoch hervorhebt ist die Sprache. Jandy Nelson erzählt so intensiv, zum Teil poetisch, dass man als Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitgerissen wird. Einmal begonnen, konnte ich mich dieser Sprachgewalt nicht mehr entziehen. Das ist Erzählkunst!

Jandy Nelson hat mir ein wundervolles und intensives Leseerlebnis geschenkt und obwohl das Buch doch knapp 500 Seiten umfasst, hätte ich NoahundJude nur zu gerne noch ein Stück weiter begleitet.

Die Realität ist erdrückend. Die Welt ist ein Schuh, in der falschen Grösse. Wie soll man das aushalten?     (Noah, 13.5 Jahre / Seite 152)






tiefgründig, intensiv, sprachgewaltig
 Jandy Nelson vereint in "Ich gebe dir die Sonne" eine tiefgründige, fesselnde Geschichte mit Sprachkunst. Mir fehlen immer noch die Worte, um diesem Meisterwerk der Jugendliteratur gerecht zu werden. Ich kann euch nur ans Herz legen, NoahundJude selber kennenzulernen.





Hiermit verleihe ich dem Buch "Ich gebe dir die Sonne"
von Jandy Nelson die goldene Leseente.







Jandy Nelsons Debüt Über mir der Himmel stand auf mehreren Bestenlisten und wurde ein großer internationaler Erfolg. Ihr zweiter Roman Ich gebe dir die Sonne ist New York Times-Bestseller, die Filmrechte sind an Warner Brothers verkauft, er stand ebenfalls auf mehreren Bestenlisten und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Printz Award. Derzeit lebt Jandy Nelson in Kalifornien – nicht weit von den Schauplätzen aus Über mir der Himmel und Ich gebe dir die Sonne -, wo sie sich ganz dem Schreiben widmet.





© Favolas Lesestoff

Freitag, 4. November 2016

[Rezension] "Eine Woche voller Montage" von Jessica Brody

Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem



Titel: Eine Woche voller Montage
Autorin: Jessica Brody
Übersetzer: Lara Tunnat
Originaltitel: Crow Mountain
Verlag: Magellan (25. Juli 2016)
Genre: Jugendroman
ISBN: 978-3734850226
Seiten: 448
vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre




Am liebsten würde ich ja jeweils alle Jugendbücher vom Magellan Verlag kaufen, doch weil ich ja erst einmal meinen SuB etwas verringern wollte, setzte ich alle neuen Titel auf die Wunschliste. "Eine Woche voller Montage" erhielt ich dann als Überraschungspost vom Verlag. 



Ellie erlebt den schrecklichsten Montag ihres Lebens: Eine Katastrophe jagt die nächste, und als wären alle Peinlichkeiten nicht schon schlimm genug, macht ihr Freund Tristan aus heiterem Himmel mit ihr Schluss! Ellie wünscht sich nur eines: Sie möchte bitte, bitte eine zweite Chance.

Die kriegt sie – am nächsten Morgen wacht sie auf und stellt fest: Es ist wieder Montag! Ellie setzt alles daran, die Fehler von gestern/heute zu vermeiden und für ihr eigenes Happy End zu sorgen. Doch wer hätte gedacht, dass ein Montag so hartnäckig sein kann?
(Textquelle: Magellan)





Einstieg ins Buch:
7:04 Uhr
Blub-di-di-blub-blub-ding!
Als am Montagmorgen klingelnd eine Nachricht auf meinem Handy landet, schwebe ich noch in diesem angenehm verträumten Zustand zwischen Schlafen und Wachen, in dem man sich so ziemlich alles einreden kann.

Ich habe "Eine Woche voller Montage geliebt" - und das, obwohl ich ab Seite 17 wusste, wie es wohl ausgehen würde. Tja, gegen einige Klischees ist auch Jessica Brody nicht gefeit, doch nutzt sie diese mit einem derartigen Charme, dass man sich sogar darauf freut.

Den Film "Und täglich grüsst das Murmeltier", in dem Bill Murray immer und immer wieder den gleichen Montag erlebt, kennen wohl die meisten. Und so ergeht es nun Ellisons Sparks in "Eine Woche voller Montage". 
Ihr Freund ist der Mädchenschwarm schlechthin, denn er ist der Schulrockstar, den alle anhimmeln. Doch am Sonntagabend hatten Ellie und Tristan ihren ersten grossen Streit und so möchte die Protagonistin am nächsten Tag ihre Beziehung wieder kitten. Doch es wird ein Montag wie er im Buche steht, alles geht schief und er endet in Ellisons persönlicher Katastrophe. Was könnte noch schlimmer sein? Genau! Wenn am nächsten Morgen genau dieser schlimmste Tag noch einmal von vorne beginnt ....

Okay, denken wir eine Minute lang darüber nach.
Was, wenn ich tatsächlich denselben Tag noch einmal erlebe - selbst wenn es nur ein Traum, die Folge abgelaufener rezeptfreier Schmerzmittel oder was auch immer ist. Sollte ich dann nicht wenigstens das Beste daraus machen? Sollte ich mein Wissen von gestern nicht nutzen, um den heutigen Tag zu optimieren?     (Seite 130)

Eigentlich will sie es ja nicht wahr haben, doch nach einer Weile muss sich Ellie einfach eingestehen, dass sie wirklich in ihrem ganz eigenen Montag-Alptraum gefangen ist. So möchte sie die Katastrophe abwenden und beginnt, Dinge anders zu machen als am Vortag. Doch dadurch löst sie eine Kettenreaktion aus und jeder einzelne Montag ist ganz anders, obwohl natürlich einige Elemente festen Bestand haben. Klar ist Handlung zu einem Teil vorhersehbar, doch genau damit spielt die Autorin gekonnt und weiss zu überraschen. 
Entgegen der Vermutung, das Buch könnte langweilig werden, war es wunderbar spritzig und abwechslungsreich. Ich klebte regelrecht an den Seiten und fieberte dem nächsten Montag entgegen.

Das Buch punktet mit tollem Humor und einem enorm hohen Unterhaltungswert. Und trotz diesen beiden Attributen gewinnt die Geschichte auch immer mehr an Tiefe, denn Ellison beginnt, sich mit sich selber und ihrer Umwelt genauer auseinanderzusetzten, was sehr spannend ist. 

Der Schreibstil von Jessica Brody ist frisch und jugendlich, so dass man eine moderne und authentische Geschichte geboten bekommt. Von der ersten Seite an habe ich mich in ihrer Erzählung wohl gefühlt und Ellison ist mir mit ihrer Selbstironie sofort ans Herz gewachsen, so dass ich gar nicht wollte, dass das Buch endet. 

Tristan war der Soundtrack meines Sommers. Der Takt, zu dem ich mich bewegte. Die Melodie, zu der ich ein- und ausatmete. Die Songtexte, von denen ich lebte.      (Seite 277/278)


humorvoll, frisch, erstklassig
Da soll noch jemand sagen, Montage seien doof .....   In "Eine Woche voller Montage" bekommt man gleich einige davon geboten und hält damit definitiv ein Lesehighlight in der Hand. Jessica Brody überzeugt mit ihren Charaktere, ihrem klug eingefädelten Plot, ausgezeichnetem Humor und auch immer wieder mit Musik.
Mit einem Buch wie "Eine Woche voller Montage" könnte ich gerne in einer Zeitschlaufe gefangen sein .... 




Hiermit verleihe ich dem Buch "Eine Woche voller Montage"
von Jessica Brody die goldene Leseente.






Dass sie Autorin werden würde, war für Jessica Brody schon früh klar: Mit sieben schrieb sie ihre erste Geschichte und bastelte mit Pappe, Tapete und Isolierband auch gleich ein Buch daraus. Nach der Uni arbeitete sie einige Jahre für ein großes Filmstudio in Hollywood, ehe sie ihren Traum wahr machte und sich ganz aufs Schreiben konzentrierte. Ihre Bücher wurden in mehr als zwanzig Ländern veröffentlicht. Sie lebt heute abwechselnd in Kalifornien und Colorado.

(Bild- und Textquelle: Magellan)




© by Favolas Lesestoff


Donnerstag, 18. August 2016

[Rezension] "Angelfall. Nacht ohne Morgen" von Susan Ee






Titel: Angelfall. Nacht ohne Morgen
Reihe: Band 1 von 3
Autorin: Susan Ee
Genre: Postapokalypse, Dystopie, Endzeit, Urban Fantasy
Verlag: Heyne Verlag (8. August 2016)
ISBN: 978-3453315204
Seiten: 400


Vor drei Jahren habe ich das HC von "Angelfall" gelesen und war damals sogar bei der Blogtour dabei. Seither habe ich die Fortsetzung sehnlichst erwartet. Im Januar 2017 wird es endlich mit Band 2 weitergehen. Zur Auffrischung und Überbrückung, habe ich die neue Taschenbuchausgabe als Re-read genutzt.





Die Engel sind auf die Erde gekommen, doch sie haben nicht Frieden und Freude, sondern Elend und Zerstörung mit sich gebracht: Weltweit liegen die Städte in Trümmern, und die Menschen trauen sich vor Angst kaum noch auf die Straße. Als eine Gruppe Engel die kleine Schwester der toughen und furchtlosen Penryn entführt, haben sie sich jedoch mit der Falschen angelegt. Penryn zieht los zum Hauptquartier der Engel, um ihre Schwester zu befreien. Aber dafür braucht sie Hilfe – und die kommt ausgerechnet von Raffe, einem flügellosen Engel ...
(Bild- und Textquelle: Heyne)




Einstieg ins Buch:
Auch wenn es ironisch klingt: Seit den Angriffen sind die Sonnenuntergänge herrlich.

Sechs Wochen sind seit dem Angriff der Engel ins Land gezogen, bei dem die Welt total verwüstest und die Menschheit seither unterjocht wird. Gangs machen die Strassen unsicher und plündern nach und nach die Häuser. Penryn macht sich mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester Paige, die im Rollstuhl sitzt, auf, ihre Wohnung zu verlassen und sich auf die Suche nach einer sicheren Unterkunft zu machen, als sie auf eine Gruppe Engel stossen. Dabei wird Paige von einem der rachsüchtigen, geflügelten Wesen entführt.

Die Engel haben in diesem Buch nichts mit den sanftmütigen, Harfe spielenden Geschöpfen in weissen Roben zu tun. In "Angelfall" verkörpern sie das Böse, den leibhaftigen Horror. Sie haben Millionen von Menschen umgebracht und die Welt in Schutt und Asche gelegt.

Doch was mich wirklich davon überzeugt, dass uns die Apokalypse erreicht hat, ist das Knacken der Smartphones unter meinen Füssen. Nur das Ende der Welt würde unsere umweltbewussten Technikfreaks dazu bringen, ihr neustes Spielzeug einfach so auf die Strasse zu werfen.     (Seite 12)

Schnell realisiert Penryn, dass es nur eine Möglichkeit gibt, ihre Schwester zu retten, und zwar eine Teamarbeit mit dem Feind, in Form des Engels Raffe. So bilden die beiden eine Schicksalsgemeinschaft und machen sich auf den Weg nach San Francisco. Penryn ist sehr tough und alles andere als auf den Mund gefallen, Raffe ist arrogant und seine Sprüche triefen oft vor Sarkasmus. So sorgen heftige Wortgefechte für reichlich Schmunzelmomente beim Leser.

Die Geschichte wird komplett im Präsens aus der Sicht von Penryn erzählt. Sie ist eine wirklich ausserordentlich toughe, loyale Protagonistin und sie weiss sich mit Worten und Fäusten zu wehren. Um ihr Ziel, ihre Schwester zu befreien, zu erreichen, tut sie alles. Für einmal ist die Heldin nicht aus dem Nichts entsprungen sondern hat einleuchtende Hintergründe, auch wenn diese wirklich erschüttend sind.
An ihrer Seite finden wir den Engel Raffe, der alle gängigen Klischees sogar noch übertrifft: Er sieht noch besser aus, ist noch arroganter und selbstverliebter, er gibt sich unschlagbar und fühlt sich zu gut für diese Welt. Die Momente, in denen man einen kurzen Blick hinter seine Fassade werfen kann, sind wirklich selten gesät, doch diese reichen aus, um ihn sogleich ins Herz zu schliessen.

Susan Ee hat wahrlich sehr facettenreiche und spezielle Charaktere entworfen. Solch schräge Persönlichkeiten wie die Mutter von Penryn sind mir noch kaum untergekommen. Sie stösst einen Einkaufswagen mit leeren Flaschen und faulen Eiern durch die Gegend, fühlt sich von Dämonen verfolgt, verschwindet regelmässig spurlos und taucht an den scheinbar unmöglichsten Stellen plötzlich wieder auf. Dazu kommt, dass man einfach nicht weiss, woran man bei ihr ist und ich befürchte, dass sie total unterschätzt wird.

Sie ist wie eine verwundete Wildkatze. Niemand kann wirklich auf sie aufpassen, es sei denn , man sperrt sie in einen Käfig.     (Seite 212)

"Angelfall" ist nervenaufreibend spannend, vor allem aber auch äusserst brutal. Dessen muss man sich vor der Lektüre wirklich bewusst sein. Auch wenn man nicht zart besaitet ist, muss man Adrenalinschübe und Herzaussetzer in Kauf nehmen. Vor allem gegen das Ende häufen sich die Schockmomente und enden in einem gruseligen Horrorszenario.
Die Geschichte beinhaltet sowohl Elemente einer Dystopie, eines Endezeit-Romans, von Urban Fantasy und mindestens eine Szene könnte auch in einem Horrorbuch zu finden sein. Eine wirklich teuflische Mischung  -  dramatisch, brisant und mitreissend.

In diesem Moment, während ich den Atem anhalte, rollen die Möglichkeiten wie eine Roulettescheibe durch den Raum.     (Seite 69)

Der Schreibstil von Susan Ee hat mir ausserordentlich gut gefallen. Sie schafft den Spagat zwischen blumigen Beschreibungen und hochgradigen Schockmomenten perfekt. Mit ihren Beschreibungen baut sie eine enorm dichte und düstere Atmosphäre auf, lässt die Spannung immer weiter bis ins beinahe Unermessliche steigen und entwickelt einen so enormen Sog, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte.






Was ist das Geheimrezept von "Angelfall"?
Man nehme die besten Attribute aus den Genres Dystopie, Endzeit-Roman und Urban Fantasy, füge reichlich Schockmomente, Gruseleffekte, Sarkasmus und eine Prise Liebesgeschichte dazu und fertig ist "Angelfall". Eine perfekte Mischung, 1A Lesestoff und alles andere als 0815 .... definitiv lesen!


Hiermit verleihe ich dem Buch "Angelfall. Nacht ohne Morgen"
von Susan Ee die goldene Leseente.





   

  1. Nacht ohne Morgen
  2. Tage der Dunkelheit     (Erscheinungstermin:   9. Januar 2017)

Im Rahmen unseres Specials habe ich 2013 die beiden Protagonisten Penryn und Raffe genauer vorgestellt. Ihre Steckbriefe und das zum Teil hitzige Interview mi den beiden, könnt ihr sehr gerne nachlesen.





Susan Ee war zunächst Anwältin, bevor sie beschloss, ihre Leidenschaft für die Literatur zu ihrem Beruf zu machen. Sie studierte Kreatives Schreiben in Stanford und Clarion West und arbeitet nun als Autorin und Filmemacherin. Sie lebt in San Francisco, Kalifornien.
(Textquelle: Heyne)




Samstag, 26. März 2016

[Rezension] "Zorn und Morgenröte" von Renée Ahdieh




Titel: Zorn und Morgenröte
Reihe: ja, Band 1
Autorin: Renée Ahdieh
Übersetzer: Dietmar Schmidt
Genre: Fantasy, Märchenadaption, 1001 Nacht
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe) (12. Februar 2016)
ISBN: 978-3846600207
Seiten: 400
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 16 Jahren





"Zorn und Morgenröte" wurde mir schon an der Buchmesse empfohlen. Es soll eine Mischung aus Dystopie und 1001 Nacht sein. Überraschend bekam ich das Buch vom Verlag geschickt.




Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis überleben will. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und könnten unterschiedlicher nicht sein ... Und doch werden sie magisch voneinander angezogen ...
(Bild- und Textquelle: Bastei Lübbe)



Einstieg ins Buch:
Niemand sehnte den Sonnenaufgang herbei.

Nur schon die Optik lockt bei "Zorn und Morgenröte" und auch der Genremix klingt verlockend. Märchenadaptionen sind zwar seit einiger Zeit sehr beliebt, aber bisher wurden dafür überwiegend klassische Märchen als Grundlage genommen. Renée Ahdiehs Werk ist jedoch an "Scheherazade" angelehnt.  Der Kalif von Chorasan nimmt jeden Abend ein neues Mädchen zur Braut, lässt es dann aber bei Sonnenaufgang hinrichten. Shahrzad hat so ihre beste Freundin verloren und will sich unbedingt rächen. Aus diesem Grund meldet sie sich freiwillig. Es scheint, dass sie damit ihre Hinrichtung selber unterschreibt, doch sie hat nur ein Ziel: unbedingt den Sonnenaufgang zu überleben. 1001 Nacht im Young Adult Bereich verspricht frischen Wind und eine reizvolle Mischung.

Doch ist hier alles so schwarz und weiss wie zu Beginn angenommen? Ist Chalid Ibn al-Rashid wirklich durch und durch böse? Schon der Prolog lässt durchblicken, dass da doch noch etwas mehr dahinter steckt. Doch als Leser muss man sich ganz schön gedulden, bis man mehr erfährt, denn die 16-jährige Shahrzad  kann den Kalifen zwar faszinieren, doch schafft sie es nicht, seine Fassade aufzubrechen. 

"Es wird gehen, wenn wir bei unseren Überzeugungen bleiben und sie Wirklichkeit werden lassen. Unsere Hoffnung wird unser Zunder sein, meine Rechtschaffenheit unser Funke."     (Reza, Seite 123)

Das Setting der Wüstenlandschaft und dem Marmorpalast entführt einen sofort in die arabische Märchenwelt und die für uns exotischen Namen und Begriffe unterstützen das noch. So konnte mich Renée Ahdieh von Anfang an fesseln, denn die Geschichte, die sie erzählt, ist atemberaubend und schockierend, so unvergleichlich und faszinierend.

Die Atmosphäre macht ganz bestimmt viel aus, doch auch die Handlung weiss zu überzeugen. Der Leser bekommt wirklich viel geboten: Geheimnisse, politische Unruhen, Intrigen, Spannung und vor allem die ganze Bandbreite an Gefühlen.
Zwar ist die Lovestory absehbar, doch mit der schlagfertig-aufbrausenden Shahrzad und dem pessimistisch-herrschsüchtigen Chalid prallen zwei sture Charaktere aufeinander, die nicht so schnell aufgeben. Und so entwickelt sich schnell eine prickelnde Spannung zwischen den beiden. Wir erleben, wie Hass in Liebe umschlägt und auch wenn ich sonst kitschigen Liebesgeschichten eher abgeneigt bin, passen hier die zum Teil etwas überspitzen Szenen, denn schliesslich sind wir in einem orientalischen Märchen.

"Manche Dinge gibt es nur einen kurzen Augenblick lang in unserem Leben. Dann müssen wir sie loslassen, damit sie fortgehen und einen anderen Himmel erleuchten können."      (Omar, Seite 299)

Renée Ahdieh jongliert gekonnt mit verschiedenen Handlungssträngen und einer Geschichte in der Geschichte. Zudem konnte sie mich auch mit ihrem wunderbaren Schreibstil überzeugen. Sie schreibt bildgewaltig und versprüht einen orientalischen Charme, dem ich mich einfach nicht entziehen konnte.

Zum Schluss wartet "Zorn und Morgenröte" mit einem derart fiesen Cliffhanger auf, dass man entgeistert da sitzt und es nicht fassen kann, dass es hier zu Ende sein soll. Hoffentlich müssen wir nicht allzu lange auf die Fortsetzung warten.







"Zorn und Morgenröte" ist ein Genre-Mix Deluxe. 1001 Nacht trifft auf Fantasy und bringt frischen Wind in die Buchwelt. Tiefer Hass schlägt in knisternde Liebe um und alles ist in ein atemberaubendes Setting gebettet. Ein märchenhaftes Buch, das man sich nicht entgehen lassen sollte.



Hiermit verleihe ich dem Buch "Zorn und Morgenröte"
von Renée Ahdieh die goldene Leseente.




   

  1. Zorn und Morgenröte
  2. Rache und Rosenblüte     (Erscheinungstermin 16. März 2017)







Renée Ahdieh hat die ersten Jahre ihrer Kindheit in Südkorea verbracht, inzwischen lebt sie mit ihrem Mann und einem kleinen Hund in North Carolina, USA. In ihrer Freizeit ist die Autorin eine begeisterte Salsa-Tänzerin, sie kann sich für Currys, Schuhe, das Sammeln von Schuhen und Basketball begeistern. Mit Zorn und Morgenröte legt sie ihren ersten Roman vor, zu dem es eine Fortsetzung geben wird, an dem die Autorin gerade arbeitet.
(Textquelle: Bastei Lübbe)




© Favolas Lesestoff