Titel: Monument 14
Reihe: Band 1
Autorin: Emmy Laybourne
Genre: Jugendliteratur, Science Fiction, Endzeitroman
Verlag: Heyne Verlag (13. Januar 2014)
ISBN: 978-3453411630978-3453269170
Seiten: 336
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Da ich schon länger keinen Endzeitroman mehr gelesen habe, hat mich "Monument 14" magisch angezogen.
Vierzehn Jugendliche. Eine Shopping-Mall. Eine Welt, in der nichts mehr ist, wie es einmal war.
An dem Tag, als die Welt untergeht und ein Tsunami die Ostküste der USA trifft, stranden 14 Jugendliche in einem Einkaufszentrum. Schnell wird ihnen klar, dass sie völlig auf sich allein gestellt sind. Während der Strom ausfällt und die Zivilisation zusammenbricht, braut sich am Himmel etwas noch viel Furchtbareres zusammen. Eine Giftwolke aus einer nahen Chemiefabrik nähert sich dem Einkaufszentrum. Diejenigen, die die Chemikalien einatmen, verändern sich in völlig unerwarteter und beängstigender Weise. Der zurückhaltende Dean, bislang eher ein Außenseiter, muss sich mit den anderen verbünden und um sein Überleben kämpfen …
(Bild- und Textquelle:
Heyne)
Einstieg ins Buch:
Deine Mutter kreischt, dass du gleich den Bus verpasst. Sie sieht ihn schon kommen. Du bleibst nicht stehen, um sie zu umarmen und ihr zu sagen, dass du sie liebst.
Während der ersten halben Seite spricht Emmy Laybourne den Leser mit der du-Perspektive direkt an, was ich sehr eindrücklich fand und mich sofort in die Geschichte gezogen hat.
Danach wechselt sie in die ich-Perspektive und lässt Dean seine Geschichte erzählen.
Schon nach wenigen Seiten nimmt das Drama seinen Lauf und die Autorin baut schnell Spannung auf. Durch einen starken Hagelsturm verunfallt der eine Schulbus und die Schüler beider Fahrzeuge suchen im Einkaufszentrum Unterschlupf. Als das Netz zusammenbricht und der Strom ausfällt, macht das Gebäude die Schotten dicht und die 14 Schüler sind eingeschlossen.
Das Setting des Einkaufszentrums hat mir ausgezeichnet gefallen. Erste Hilfe Artikel, Lebensmittel und alles andere zum Überleben ist also vorhanden und doch müssen sich die 'Jugendlichen' organisieren.
Davor waren wir ein gutes Team gewesen: Er war superschlau, ich war superstabil. Ein bisschen, wie unsere Eltern. (Seite 89)
Dean ist ein sehr sympathischer Protagonist und alles andere als der momentane Trend zum attraktiven Sixpack-Bad-Boy. Er ist schüchtern, blass und dünn. In der Schule ist er eher der Aussenseiter und wird öfters gehänselt. Er uns sein kleiner Bruder Alex müssen sich also mit 12 weiteren Schülern in einer Notsituation organisieren. Na ist es vorprogarmmiert, dass die unterschiedlichsten Meinungen aufeinander prallen und Konflikte sind absehbar.
Im Klappentext ist zwar die Rede von 14 Jugendlichen, doch beim Lesen wird schnell klar, dass die jüngsten Kinder im Vorschulalter sind. Ein sehr positiver, denn er bringt frischen Wind in die Story. Die älteren Kids sind in diesem Ausnahmezustand also auch noch für die Kleineren verantwortlich.
Emmy Laybourne hat die Personen gut skizziert und jede Persönlichkeit mit eigenen Charakterzügen versehen, so dass ein Wiedererkennen gewährleistet ist. So trifft der tapfere Jägersmann auf die beste Turmspringerin, der beliebte Footballheld auf den nerdigen 'Booker'. Trotzdem hätte ich mich hier etwas mehr Tiefe gewünscht.
Dazu kommt, dass sich die Jugendlichen sehr oft in pubertierenden Streitigkeiten verstricken und so das wirkliche Drama fast ein bisschen in den Hintergrund rückt.
Manchmal riss einem die Trauer plötzlich den Boden unter den Füssen weg. Oft wenn man am wenigsten damit rechnete. (Seite 245)
Emmy Laybournes Schreibstil ist einfach gehalten und sehr flüssig zu lesen. Durch das interessante Setting, eine aufgeheizte Atmosphäre und viel Spannung lässt sich das Buch innerhalb kürzester Zeit lesen.
Das Endzeitszenario ist realistsch beschrieben, so dass man sich die Ereignisse gut vorstellen kann und sich ab und zu fragt, was wohl die Zukunft für uns bereit hält.
Das Cover aus dem Heyne Verlag ist nicht wirklich spektakulär, doch wirkungsvoll.
Innen ist das Buch sehr übersichtlich aufgebaut. Unten an jeder Seite ist der aktuelle Tag vermerkt und jedes Kapitel besitzt eine informative Überschrift, die neugierig macht.
Mit "Monument 14" ist Emmy Laybourne ein äusserst spannender Reihenauftakt gelungen, der mir kurzweilie Lesestunden beschert hat. Ein tolles Setting, individuelle und sympathische Charaktere und permanente Spannung zeichen dieses Enzeitszenario aus.
1. Monument 14
2. Monument 14. Die Flucht (Erscheinungstermin: 12. Mai 2014)
2.5 Monument 14. Jakes Geheimnis (eBook, Erscheinungstermin: 12. Mai 2014)
 |
| © Emmy Laybourne |
Emmy Laybourne arbeitete als Schauspielerin, ehe sie zum Schreiben kann. Über den großen Erfolg von MONUMENT 14, ihrem Debütroman, ist sie noch immer selbst erstaunt. Mit ihrem Mann, zwei Kindern und der australischen Echse Goldie lebt sie im Bundesstaat New York.
(Bild- und Textquelle:
Heyne)