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Montag, 12. November 2018

"Angelfall - Am Ende der Welt" von Susan Ee



Titel: Angelfall - Am Ende der Welt
Reihe: Angelfall, Band 3/3
Autorin: Susan Ee
Übersetzerin: Sonja Rebernik-Heidegger
Genre: Postapokalypse, Endzeit, Urban Fantasy
Verlag: Heyne Verlag (9. Januar 2018)
Seiten: 432


Inhalt:
Penryn und Raffe, die Rebellin und der gefallene Engel, sind auf der Flucht vor dem Zorn der Engel. Und sie wissen: Sie müssen einen Arzt zu finden, der Raffe zu seinen Schwingen verhilft und Penryns kleine Schwester vom Fluch der Engel befreit, bevor die letzte Schlacht ansteht. Gelingt ihnen das nicht, sind sie alle verloren. Als Raffe von seiner Vergangenheit eingeholt wird, steht Penryn vor einer schrecklichen Entscheidung: Vertraut sie dem Engel, den sie liebt? Oder muss sie auch gegen ihn kämpfen, um die Menschheit zu retten?
(Bild- und Textquelle: Heyne Verlag)  




Dem Finale von "Angelfall" sah ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Band 1 hatte ich damals sogar die goldene Leseente verliehen, mit Band 2 folgte dann die Ernüchterung: Wie konnte es passieren, dass eine Trilogie, die so fulminant und innovativ gestartet war, so ins Mittelmass abrutschte? Hatte ich meine Erwartungen zu sehr geschürt? Nur gut, dass sich auch der Mittelteil sehr flüssig lesen liess, so dass ich doch unbedingt das Finale lesen wollte.


Donnerstag, 30. März 2017

[Rezigramm] "Angelfall - Tage der Dunkelheit" von Susan Ee


Titel: Angelfall - Tage der Dunkelheit
Reihe: Angelfall, Band 2/3
Autorin: Susan Ee
Übersetzerin: Sonja Rebernik-Heidegger
Genre: Postapokalypse, Endzeit, Urban Fantasy
Verlag: Heyne Verlag (9. Januar 2017)
ISBN: 978-3453317482
Seiten: 448


Inhalt:
Kaum hat Penryn ihre kleine Schwester Paige aus dem Hauptquartier der Engel in San Francisco befreit, wird diese erneut entführt. Und so muss sich Penryn in den rauchenden Trümmern der Stadt erneut auf die Suche nach Paige machen. Dabei findet sie heraus, welch finstere Pläne die Engel wirklich verfolgen. Ihre letzte Hoffnung ist der gefallene Engel Raffe, der jedoch vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens steht: Soll er auf sein Herz hören und Penryn helfen, oder soll er versuchen, seine Flügel zurückzubekommen?
(Bild- und Textquelle: Heyne Verlag 




Was hatte ich mich gefreut, als ich hörte, dass "Angelfall" doch noch weiter übersetzt werden würde. Dem ersten Band "Nacht ohne Morgen" hatte ich damals nämlich sogar die Goldene Leseente verliehen. Da ich das Ende von Band 1 nochmal etwas aufgefrischt hatte, fiel mir der Einstieg in "Tage der Dunkelheit" leicht. Die Handlung setzt nämlich nahtlos an den Vorgänger an, doch Susan Ee hat auch sowieso einige Wiederholungen eingebaut.


So steckt man schnell wieder in der apokalyptischen USA, muss aber leider feststellen, dass die Geschichte etwas auf der Stelle tritt. Penryn versucht immer noch ihre Schwester zu retten und ihre Familie zusammenzuhalten und Raffe ist immer noch auf der Suche nach seinen Engelsflügeln - nun bedauerlicherweise jedoch alleine.
Schon bald musste ich feststellen, dass sich die so spannende Engelsfantasy aus Band 1 in ein etwas zu gewolltes Horrosszenario im Monsterkabinett gewandelt hatte.


Je länger die Geschichte dauerte, desto mehr hatte ich zu bemängeln. Der grösste Kritikpunkt ist ganz klar die Abwesenheit von Raffe. Die spritzigen Dialoge zwischen den beiden so unterschiedlichen Charaktere hatten Band 1 so richtig aufgemischt und ohne die blieb fast nur noch die Angst vor den schrecklichen Skorpionen.
Dann entwickelte Raffes Schwert, das nun in Penryns Besitz war, plötzlich ein Eigenleben und zeigte ihr Einblicke in Raffes Leben. Vielleicht wollte die Autorin damit Raffes Abwesenheit ausgleichen, doch das missriet meiner Meinung nach gleich doppelt. Zum einen war das Schwert weder arrogant, sarkastisch noch sexy und zum anderen waren mir diese Rückblicke fast zu viel, sie zogen die Handlung zu sehr in die Länge.


Dann endlich, leider erst etwa 100 Seite vor dem Ende, tritt Raffe wieder in Action und "Angelfall - Tage der Dunkelheit" zeigt uns kurz, was wir an seinem Vorgänger so geliebt haben: Sarkasmus, einige humorvolle Wortgefechte und die Anziehung der beiden. Und so versöhnt der Abschluss etwas und lässt mich hoffnungsvoll auf das grosse Finale warten.


Auch wenn ich einiges an diesem zweiten Band zu bemängeln habe, ist und bleibt Penryn eine tolle Protagonistin. Obwohl ihre Situation alles andere als rosig ist, versinkt sie nicht in Selbstmitleid. Sie weiss genau, was sie will und dieses Ziel verfolgt sie - knallhart, aber mit der nötigen Portion Menschlichkeit. 

Der Schreibstil von Susan Ee ist einfach und sehr flüssig zu lesen. Auch dieses Mal baut sie eine düstere Atmosphäre auf und schafft einige Gruselmomente, gleich faszinieren konnte mich das Setting jedoch nicht mehr.
Leider ist "Tage der Dunkelheit" doch ein typischer Mittelteil und so stehen wir am Ende des Buches eigentlich wieder am gleichen Punkt wie nach Band 1. Sehr schade.




Ehrlich gesagt bin ich gerade etwas fassungslos. Wie konnte es passieren, dass eine Trilogie, die so fulminant und innovativ gestartet ist, so ins Mittelmass abrutscht? Hatte ich meine Erwartungen zu sehr geschürt?
Nur gut, dass sich "Angelfall - Tage der Dunkelheit" trotz meinen Kritikpunkten sehr flüssig lesen lässt und mich das Ende doch noch etwas versöhnlich stimmen konnte, so dass ich doch unbedingt das Finale lesen möchte. Ich würde doch so gerne nochmals eine Goldene Leseente verleihen ....




Ich beruhige mich mit dem Gedanken, dass ich bloss ein Teenager bin und keine Heldin. Denn Helden haben die Angewohnheit, einen grausamen Tod zu sterben.     (Seite 323)




   

  1. Nacht ohne Morgen     →     meine Rezension
  2. Tage der Dunkelheit

Im Rahmen unseres Specials habe ich 2013 die beiden Protagonisten Penryn und Raffe genauer vorgestellt. Ihre Steckbriefe und das zum Teil hitzige Interview mit den beiden, könnt ihr sehr gerne nachlesen.


© Favolas Lesestoff


Donnerstag, 18. August 2016

[Rezension] "Angelfall. Nacht ohne Morgen" von Susan Ee






Titel: Angelfall. Nacht ohne Morgen
Reihe: Band 1 von 3
Autorin: Susan Ee
Genre: Postapokalypse, Dystopie, Endzeit, Urban Fantasy
Verlag: Heyne Verlag (8. August 2016)
ISBN: 978-3453315204
Seiten: 400


Vor drei Jahren habe ich das HC von "Angelfall" gelesen und war damals sogar bei der Blogtour dabei. Seither habe ich die Fortsetzung sehnlichst erwartet. Im Januar 2017 wird es endlich mit Band 2 weitergehen. Zur Auffrischung und Überbrückung, habe ich die neue Taschenbuchausgabe als Re-read genutzt.





Die Engel sind auf die Erde gekommen, doch sie haben nicht Frieden und Freude, sondern Elend und Zerstörung mit sich gebracht: Weltweit liegen die Städte in Trümmern, und die Menschen trauen sich vor Angst kaum noch auf die Straße. Als eine Gruppe Engel die kleine Schwester der toughen und furchtlosen Penryn entführt, haben sie sich jedoch mit der Falschen angelegt. Penryn zieht los zum Hauptquartier der Engel, um ihre Schwester zu befreien. Aber dafür braucht sie Hilfe – und die kommt ausgerechnet von Raffe, einem flügellosen Engel ...
(Bild- und Textquelle: Heyne)




Einstieg ins Buch:
Auch wenn es ironisch klingt: Seit den Angriffen sind die Sonnenuntergänge herrlich.

Sechs Wochen sind seit dem Angriff der Engel ins Land gezogen, bei dem die Welt total verwüstest und die Menschheit seither unterjocht wird. Gangs machen die Strassen unsicher und plündern nach und nach die Häuser. Penryn macht sich mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester Paige, die im Rollstuhl sitzt, auf, ihre Wohnung zu verlassen und sich auf die Suche nach einer sicheren Unterkunft zu machen, als sie auf eine Gruppe Engel stossen. Dabei wird Paige von einem der rachsüchtigen, geflügelten Wesen entführt.

Die Engel haben in diesem Buch nichts mit den sanftmütigen, Harfe spielenden Geschöpfen in weissen Roben zu tun. In "Angelfall" verkörpern sie das Böse, den leibhaftigen Horror. Sie haben Millionen von Menschen umgebracht und die Welt in Schutt und Asche gelegt.

Doch was mich wirklich davon überzeugt, dass uns die Apokalypse erreicht hat, ist das Knacken der Smartphones unter meinen Füssen. Nur das Ende der Welt würde unsere umweltbewussten Technikfreaks dazu bringen, ihr neustes Spielzeug einfach so auf die Strasse zu werfen.     (Seite 12)

Schnell realisiert Penryn, dass es nur eine Möglichkeit gibt, ihre Schwester zu retten, und zwar eine Teamarbeit mit dem Feind, in Form des Engels Raffe. So bilden die beiden eine Schicksalsgemeinschaft und machen sich auf den Weg nach San Francisco. Penryn ist sehr tough und alles andere als auf den Mund gefallen, Raffe ist arrogant und seine Sprüche triefen oft vor Sarkasmus. So sorgen heftige Wortgefechte für reichlich Schmunzelmomente beim Leser.

Die Geschichte wird komplett im Präsens aus der Sicht von Penryn erzählt. Sie ist eine wirklich ausserordentlich toughe, loyale Protagonistin und sie weiss sich mit Worten und Fäusten zu wehren. Um ihr Ziel, ihre Schwester zu befreien, zu erreichen, tut sie alles. Für einmal ist die Heldin nicht aus dem Nichts entsprungen sondern hat einleuchtende Hintergründe, auch wenn diese wirklich erschüttend sind.
An ihrer Seite finden wir den Engel Raffe, der alle gängigen Klischees sogar noch übertrifft: Er sieht noch besser aus, ist noch arroganter und selbstverliebter, er gibt sich unschlagbar und fühlt sich zu gut für diese Welt. Die Momente, in denen man einen kurzen Blick hinter seine Fassade werfen kann, sind wirklich selten gesät, doch diese reichen aus, um ihn sogleich ins Herz zu schliessen.

Susan Ee hat wahrlich sehr facettenreiche und spezielle Charaktere entworfen. Solch schräge Persönlichkeiten wie die Mutter von Penryn sind mir noch kaum untergekommen. Sie stösst einen Einkaufswagen mit leeren Flaschen und faulen Eiern durch die Gegend, fühlt sich von Dämonen verfolgt, verschwindet regelmässig spurlos und taucht an den scheinbar unmöglichsten Stellen plötzlich wieder auf. Dazu kommt, dass man einfach nicht weiss, woran man bei ihr ist und ich befürchte, dass sie total unterschätzt wird.

Sie ist wie eine verwundete Wildkatze. Niemand kann wirklich auf sie aufpassen, es sei denn , man sperrt sie in einen Käfig.     (Seite 212)

"Angelfall" ist nervenaufreibend spannend, vor allem aber auch äusserst brutal. Dessen muss man sich vor der Lektüre wirklich bewusst sein. Auch wenn man nicht zart besaitet ist, muss man Adrenalinschübe und Herzaussetzer in Kauf nehmen. Vor allem gegen das Ende häufen sich die Schockmomente und enden in einem gruseligen Horrorszenario.
Die Geschichte beinhaltet sowohl Elemente einer Dystopie, eines Endezeit-Romans, von Urban Fantasy und mindestens eine Szene könnte auch in einem Horrorbuch zu finden sein. Eine wirklich teuflische Mischung  -  dramatisch, brisant und mitreissend.

In diesem Moment, während ich den Atem anhalte, rollen die Möglichkeiten wie eine Roulettescheibe durch den Raum.     (Seite 69)

Der Schreibstil von Susan Ee hat mir ausserordentlich gut gefallen. Sie schafft den Spagat zwischen blumigen Beschreibungen und hochgradigen Schockmomenten perfekt. Mit ihren Beschreibungen baut sie eine enorm dichte und düstere Atmosphäre auf, lässt die Spannung immer weiter bis ins beinahe Unermessliche steigen und entwickelt einen so enormen Sog, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte.






Was ist das Geheimrezept von "Angelfall"?
Man nehme die besten Attribute aus den Genres Dystopie, Endzeit-Roman und Urban Fantasy, füge reichlich Schockmomente, Gruseleffekte, Sarkasmus und eine Prise Liebesgeschichte dazu und fertig ist "Angelfall". Eine perfekte Mischung, 1A Lesestoff und alles andere als 0815 .... definitiv lesen!


Hiermit verleihe ich dem Buch "Angelfall. Nacht ohne Morgen"
von Susan Ee die goldene Leseente.





   

  1. Nacht ohne Morgen
  2. Tage der Dunkelheit     (Erscheinungstermin:   9. Januar 2017)

Im Rahmen unseres Specials habe ich 2013 die beiden Protagonisten Penryn und Raffe genauer vorgestellt. Ihre Steckbriefe und das zum Teil hitzige Interview mi den beiden, könnt ihr sehr gerne nachlesen.





Susan Ee war zunächst Anwältin, bevor sie beschloss, ihre Leidenschaft für die Literatur zu ihrem Beruf zu machen. Sie studierte Kreatives Schreiben in Stanford und Clarion West und arbeitet nun als Autorin und Filmemacherin. Sie lebt in San Francisco, Kalifornien.
(Textquelle: Heyne)




Donnerstag, 14. August 2014

[Rezension] "Monument 14. Die Flucht" von Emmy Laybourne






Titel: Monument 14. Die Flucht
Reihe: Band 2
Autorin: Emmy Laybourne
Genre: Jugendliteratur, Science Fiction, Endzeitroman
Verlag: Heyne Verlag (12. Mai 2014)
ISBN: 978-3453534551
Seiten: 304
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren





Mit "Monument 14" ist Emmy Laybourne ein äusserst spannender Reihenauftakt gelungen, der mir kurzweilie Lesestunden beschert hat. So möchte ich natürlich auch erfahren, wie es weiter geht.




Wenn die Zivilisation zusammenbricht, bist du ganz auf dich allein gestellt

Nachdem ein Tsunami die Ostküste der USA getroffen und weite Teile des Landes verwüstet hat, stranden vierzehn Jugendliche in einem Einkaufszentrum. Der Strom fällt aus, die Zivilisation bricht zusammen, und aus einer nahen Chemiefabrik entweicht eine gefährliche Giftwolke. Dann dringt das Gerücht durch, dass die Überlebenden von Denver aus ausgeflogen werden. Die Jugendlichen bestimmen eine Gesandtschaft, die sich nach Denver durchschlagen soll. Der Rest von ihnen bleibt zurück, darunter der eher schüchterne Dean, der sich früher immer aus allem herausgehalten hat. Als sie von einem gewalttätigen Einbrecher bedroht werden, muss Dean über sich selbst hinauswachsen …
(Bild- und Textquelle: Heyne)






Einstieg ins Buch:
An denjenigen, der diesen Brief findet:
Ich hätte da eine Matheaufgabe für Sie.
Acht Kids, die von schrecklichen, psychotischen Krankheitserscheinungen befallen werden, sobald sie sich länger als 30 bis 40 Sekunden der Aussenluft aussetzen, wollen in einem Schulbus, der einen nie dagewesenen Hagelsturm und eine Kollision mit der massiven Glastür eines Greenway-Superstores überlebt hat, auf einem dunklen Highway 108 Kilometer zurücklegen.

Am Ende des ersten Bandes hat sich die Gruppe der Kinder aufgeteilt: die eine wollten mit dem Schulbus zum Flughafen fahren, die anderen blieben im Einkaufszentrum zurück. Damit wir als Leser beide Handlungsstränge mitverfolgen können, erzählen nun die beiden Brüder Dean und Alex abwechselnd, was bei ihnen los ist. Alex schreibt eine Art Tagebuch und mit so einem Text von ihm steigen wir auch in "Die Flucht" ein. Dies hat die Autorin sehr geschickt eingefädelt, denn so kann sie sehr gut einen kurzen Rückblick auf den ersten Teil und eine Übersicht über die Kinder geben.

Ich fand es toll, diese unterschiedlichsten Charaktere wieder zu treffen und mitzuverfolgen, wie sie sich weiterentwickelten. Und es ist positiv anzumerken, dass diese Entwicklung auch bei allen statt fand, was wirklich bemerkenswert ist. Alle Kids hatte ich sofort wieder ins Herz geschlossen, nur Astrid hätte ich zwischendurch gerne einmal die Meinung gesagt. Doch dann muss ich wieder allen zugestehen, dass sie noch sehr jung und vor allem in einer totalen Ausnahmesituation sind, in der nicht jeder rational und immer überlegt handelt.

"Aber was wäre mir vor einem Monat unrealistischer vorgekommen? Eine Fahrt nach Alaska in einem Bus mit Sandwiches und Betten? Oder eine Reihe von Naturkatastrophen, die die Sonne verdunkelt und uns in einer Hölle voller Leichen und Monster aussetzt?"     (Alex, Seite 141)

Durch Alex und 'seine' Gruppe im Bus, erfahren wir, wie schlimm die Zustände ausserhalb des sicheren Greenways sind: die Luft total vergiftet, Reifen lösen sich in weissen Schaum auf, die Nuller veranstalten grausame Menschenjagden, andere verbarrikadieren sich in ihren eigenen vier Wänden und denken nur noch an sich. Eine wirklich düstere Welt, die uns Emmy Laybourne hier aufzeigt. Zum Glück gibt es jedoch auch Ausnahmen, die einen Lichtblick in ihr zum Teil hoffnungsloses Unterfangen bringen.

"War es wirklich so dumm zu glauben, dass wir es nach Denver schaffen könnten? Wahrscheinlich schon. Aber woher sollten wir das wissen? Wir sind doch bloss Kinder."     (Alex, Seite 177)

"Die Flucht" knüpft da an, wo der Vorgänger aufgehört hat. Sei das nun inhaltlich oder aber auch tempomässig. Von Anfang an zieht die Autorin die Spannung an, fährt im höchsten Gang. Dies wird durch die beiden Handlungsstränge zusätzlich gefördert, nur im Greenway fährt sie zwischenzeitlich einen Gang runter. 

Im Anhang des Buchs findet sich noch die Kurzgeschichte "Monument 14. Jakes Geheimnis" als Bonusmaterial. Diese 27 Seiten sind ganz nett, haben mich aber nicht vom Hocker geworfen. Es empfiehlt sich jedoch, diese vor dem eigentlichen Buch zu lesen.





"Monument 14. Die Flucht" konnte inhaltlich und tempomässig mit seinem ersten Band mithalten und hat mir wieder kurzweilige Unterhaltung geboten. 
Wer Lesefutter sucht, das in einer düsteren Zukunftsvision spielt, ist mit Emmy Laybournes Trilogie sicher gut bedient.









         


     1.  Monument 14     zu meiner Rezension
     2.  Monument 14. Die Flucht
     2.5  Monument 14. Jakes Geheimnis     (eBook, Kurzgeschichte)
     3.  Monument 14. Die Rettung     (Erscheinungstermin: 8. Dezember 2014)








© Emmy Laybourne
Emmy Laybourne arbeitete als Schauspielerin, ehe sie zum Schreiben kann. Über den großen Erfolg von MONUMENT 14, ihrem Debütroman, ist sie noch immer selbst erstaunt. Mit ihrem Mann, zwei Kindern und der australischen Echse Goldie lebt sie im Bundesstaat New York.
(Bild- und Textquelle: Heyne)






Dienstag, 15. April 2014

[Rezension] "Monument 14" von Emmy Laybourne






Titel: Monument 14
Reihe: Band 1
Autorin: Emmy Laybourne
Genre: Jugendliteratur, Science Fiction, Endzeitroman
Verlag: Heyne Verlag (13. Januar 2014)
ISBN: 978-3453411630978-3453269170
Seiten: 336
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren




Da ich schon länger keinen Endzeitroman mehr gelesen habe, hat mich "Monument 14" magisch angezogen. 




Vierzehn Jugendliche. Eine Shopping-Mall. Eine Welt, in der nichts mehr ist, wie es einmal war.

An dem Tag, als die Welt untergeht und ein Tsunami die Ostküste der USA trifft, stranden 14 Jugendliche in einem Einkaufszentrum. Schnell wird ihnen klar, dass sie völlig auf sich allein gestellt sind. Während der Strom ausfällt und die Zivilisation zusammenbricht, braut sich am Himmel etwas noch viel Furchtbareres zusammen. Eine Giftwolke aus einer nahen Chemiefabrik nähert sich dem Einkaufszentrum. Diejenigen, die die Chemikalien einatmen, verändern sich in völlig unerwarteter und beängstigender Weise. Der zurückhaltende Dean, bislang eher ein Außenseiter, muss sich mit den anderen verbünden und um sein Überleben kämpfen …
(Bild- und Textquelle: Heyne)





Einstieg ins Buch:
Deine Mutter kreischt, dass du gleich den Bus verpasst. Sie sieht ihn schon kommen. Du bleibst nicht stehen, um sie zu umarmen und ihr zu sagen, dass du sie liebst.

Während der ersten halben Seite spricht Emmy Laybourne den Leser mit der du-Perspektive direkt an, was ich sehr eindrücklich fand und mich sofort in die Geschichte gezogen hat.
Danach wechselt sie in die ich-Perspektive und lässt Dean seine Geschichte erzählen.

Schon nach wenigen Seiten nimmt das Drama seinen Lauf und die Autorin baut schnell Spannung auf. Durch einen starken Hagelsturm verunfallt der eine Schulbus und die Schüler beider Fahrzeuge suchen im Einkaufszentrum Unterschlupf. Als das Netz zusammenbricht und der Strom ausfällt, macht das Gebäude die Schotten dicht und die 14 Schüler sind eingeschlossen.

Das Setting des Einkaufszentrums hat mir ausgezeichnet gefallen. Erste Hilfe Artikel, Lebensmittel und alles andere zum Überleben ist also vorhanden und doch müssen sich die 'Jugendlichen' organisieren.

Davor waren wir ein gutes Team gewesen: Er war superschlau, ich war superstabil. Ein bisschen, wie unsere Eltern.    (Seite 89)

Dean ist ein sehr sympathischer Protagonist und alles andere als der momentane Trend zum attraktiven Sixpack-Bad-Boy. Er ist schüchtern, blass und dünn. In der Schule ist er eher der Aussenseiter und wird öfters gehänselt. Er uns sein kleiner Bruder Alex müssen sich also mit 12 weiteren Schülern in einer Notsituation organisieren. Na ist es vorprogarmmiert, dass die unterschiedlichsten Meinungen aufeinander prallen und Konflikte sind absehbar.
Im Klappentext ist zwar die Rede von 14 Jugendlichen, doch beim Lesen wird schnell klar, dass die jüngsten Kinder im Vorschulalter sind. Ein sehr positiver, denn er bringt frischen Wind in die Story. Die älteren Kids sind in diesem Ausnahmezustand also auch noch für die Kleineren verantwortlich.

Emmy Laybourne hat die Personen gut skizziert und jede Persönlichkeit mit eigenen Charakterzügen versehen, so dass ein Wiedererkennen gewährleistet ist. So trifft der tapfere Jägersmann auf die beste Turmspringerin, der beliebte Footballheld auf den nerdigen 'Booker'. Trotzdem hätte ich mich hier etwas mehr Tiefe gewünscht.
Dazu kommt, dass sich die Jugendlichen sehr oft in pubertierenden Streitigkeiten verstricken und so das wirkliche Drama fast ein bisschen in den Hintergrund rückt.

Manchmal riss einem die Trauer plötzlich den Boden unter den Füssen weg. Oft wenn man am wenigsten damit rechnete.     (Seite 245)


Emmy Laybournes Schreibstil ist einfach gehalten und sehr flüssig zu lesen. Durch das interessante Setting, eine aufgeheizte Atmosphäre und viel Spannung lässt sich das Buch innerhalb kürzester Zeit lesen.
Das Endzeitszenario ist realistsch beschrieben, so dass man sich die Ereignisse gut vorstellen kann und sich ab und zu fragt, was wohl die Zukunft für uns bereit hält.




Das Cover aus dem Heyne Verlag ist nicht wirklich spektakulär, doch wirkungsvoll.
Innen ist das Buch sehr übersichtlich aufgebaut. Unten an jeder Seite ist der aktuelle Tag vermerkt und jedes Kapitel besitzt eine informative Überschrift, die neugierig macht.


Mit "Monument 14" ist Emmy Laybourne ein äusserst spannender Reihenauftakt gelungen, der mir kurzweilie Lesestunden beschert hat. Ein tolles Setting, individuelle und sympathische Charaktere und permanente Spannung zeichen dieses Enzeitszenario aus.









      


     1.  Monument 14
     2.  Monument 14. Die Flucht     (Erscheinungstermin: 12. Mai 2014)
     2.5  Monument 14. Jakes Geheimnis     (eBook, Erscheinungstermin: 12. Mai 2014)








© Emmy Laybourne
Emmy Laybourne arbeitete als Schauspielerin, ehe sie zum Schreiben kann. Über den großen Erfolg von MONUMENT 14, ihrem Debütroman, ist sie noch immer selbst erstaunt. Mit ihrem Mann, zwei Kindern und der australischen Echse Goldie lebt sie im Bundesstaat New York.
(Bild- und Textquelle: Heyne)