Donnerstag, 12. September 2019

"Saligia. Spiel der Todsünden" von Swantje Oppermann






Titel: Saligia. Spiel der Todsünden
Reihe: Saligia, Band 1
Autorin: Swantje Oppermann
Genre: Urban Fantasy
Verlag: Gulliver von Beltz & Gelberg (6. Juni 2019)
Seiten: 343









"Saligia" wurde mir damals an der Buchmesse empfohlen. Da es mich interessierte, wie die Thematik mit den Todsünden umgesetzt wird, durfte ich mir das Buch nicht entgehen lassen.





Keira wird getrieben von ihrem Zorn. Überall ist sie die verhasste Außenseiterin, die ständig ausrastet und andere verletzt. Ihr Leben verändert sich radikal, als sie in das Eliteinternat Canterbury kommt. Denn Keira ist eine Saligia mit übernatürlichen Kräften und trägt das Erbe der Todsünde Zorn in sich. Auf der Canterbury School soll sie mit anderen Saligia lernen, ihre ungezügelte Wut zu kontrollieren. Kaum hat Keira sich eingelebt und in den geheimnisvollen Taran verliebt, da wird eine Mitschülerin tot aufgefunden. War es Mord? Als Keira Nachforschungen anstellt, merkt sie schnell, dass jeder Saligia sein eigenes Spiel der Lügen spielt. Befindet sich der Täter unter ihnen?
(Bild- und Textquelle: Beltz & Gelberg)






Einstieg ins Buch:
Der schwarze Ford Mustang lauerte auf dem Asphalt wie ein Panther auf der Pirsch. Im Schatten der Bäume schlich der Wagen auf das schmale Reihenhaus in der Hunter's Lane zu und hielt wenige Meter von der Hausnummer 5 entfernt.

Es gibt Bücher, für die setzt man die Messlatte hoch und Bücher an die man völlig unvoreingenommen herangeht. Zu dieser zweiten Gruppe gehörte für mich "Saligia". Cover und Inhaltsangabe sprachen mich zwar an, ich begann jedoch ohne grosse Erwartungen mit dem Lesen. Und das ist oft das Beste für ein Buch, denn genau in solchen Fällen, wird man oft positiv überrascht. Und genau so war es auch mit "Saligia", denn das ist wieder einmal eine innovative Geschichte, die frischen Wind auf den Jugendbuchmarkt bringt.

Zu Beginn lernt man Keira kennen und realisiert, dass sie ein recht trostloses und einsames Leben führt. Zu ihrer Mutter scheint sie gar keine richtige Beziehung zu haben und in der Schule wird sie Creepy Keira genannt. Sie trägt nämlich eine unbändige Wut in sich, die sie sogar auf ihre Umwelt übertragen kann. Da sie ihre Emotionen jedoch nicht unter Kontrolle hat, löst sie regelmässig Chaos und Schlägereien aus.
Als Elliot auftaucht, der ihr erzählt, dass sie eine der Todsünden verkörpert, ist das zumindest eine Erklärung für sie. Und da sie zuhause sowieso nichts hält, folgt Keira seiner Einladung in das Eliteinternat Canterbury.

Hier ändert sich für Keira alles. Zum ersten Mal muss sie sich nicht verstellen und ist nicht die Aussenseiterin. Alle Mitschüler tragen jeweils die Gabe einer der sieben Todsünden in sich. Auf dem Stundenplan der Saligia stehen die unterschiedlichsten Fächer. Unter anderem lernen sie auch, ihre Emotionen zu beherrschen und zu lenken. Langsam freundet sie sich mit ihren Zimmergenossinnen an, doch dann wird eine Mitschülerin tot aufgefunden. Da Keira der Meinung ist, dass jemand aus der Schule der Täter ist, beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln.

Sie war an diese Schule gekommen, um ihre Emotionen in den Griff zu bekommen. Stattdessen gerieten sie immer mehr durcheinander. Als hätte jemand all ihre Gefühle in einen Mixer geworfen und auf "Turbostart" gedrückt."     (Seite 206)

Ab und zu hätte ich gerne ein paar Seiten mehr gehabt. Vor allem am Anfang geht alles sehr schnell. Zudem wäre eine Übersicht über die sieben Todsünden, ihre lateinischen Bezeichnungen und eine Zuordnung der Personen sehr hilfreich gewesen. So musste ich ab und zu zurückblättern um die verschiedenen Saligia nachzuschauen.

Nach etwa einem Drittel hat mich das Buch richtig gepackt. Neben dem fantastischen Aspekt der Todsünden als Gabe entwickelt sich eine spannende Mystery-Krimi-Geschichte.
Die Thematik der Todsünden ist toll umgesetzt und auch die Botschaft, sich so zu akzeptieren wie man ist, kommt gut an.

Die meisten Kapitel sind aus der Perspektive von Keira geschildert. Zwischendurch bekommen wir immer mal wieder einen Abschnitt aus der Sicht von Elliot zu lesen. Dadurch bekommt man einen guten Blick auf die Welt ausserhalb der Internatsmauern und auf allgemeine Probleme der Saligia. Dieser Perspektivenwechsel bringt der Geschichte zusätzlich Pfiff.
Nach der Lektüre bin ich froh, dass "Saligia" kein Einzelband ist.







"Saligia. Spiel der Todsünden" von Swantje Oppermann hat mich positiv überrascht. Nach einem etwas knapp bemessenen Einstieg hat mich die Geschichte richtig gepackt, so dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Geschickt verbindet die Autorin fantastische Elemente mit einem Kriminalfall.







Swantje Oppermann studierte Literatur, Kultur und Medien an der Universität Siegen sowie Film- und Fernsehwissenschaften an der Universität Utrecht. Nach Zwischenstopps in Santa Barbara, Orlando und Bonn zog sie nach Berlin, wo sie für Film und Fernsehen tätig ist. Ihr erster Roman, der Jugendthriller Blindes Misstrauen, erschien 2016 und war für den SERAPH in der Kategorie Bestes Debüt nominiert.
(Textquelle: Beltz & Gelberg)




© Favolas Lesestoff

Kommentare:

  1. Halli halllo

    Schön konnte dich das Buch überraschen.
    Wir haben es in unserer Biblio und ich habe es nun auf die Merkliste gesetzt, da es wirklich mal nach etwas anderem klingt.
    Im Moment mache ich aber gerade eine Pause in dem Genre, da ich in letzter Zeit doch recht enttäuscht wurde..

    Liebe Grüsse
    Bea

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  2. Hoi Bea
    Ja, manchmal tut eine Lesepause in einem Genre wirklich gut. Ich hoffe, dass dir "Saligia" dann aber auch gefällt.
    lg Nicole

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  3. Hallo Nicole,

    ich mochte Saligia von der interessanten Idee sehr gerne. Konnte allerdings auch leicht mit den vielen lateinischen Begriffen durcheinander gebracht werden. Eine Übersicht wäre da definitiv hilfreich. Vielleicht gibt es dir in der Fortsetzung.
    Liebe Grüße Cindy

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