Dienstag, 5. März 2013

[Rezension] "Eve & Caleb - Wo Licht war" von Anna Carey





Titel: Eve & Caleb. Wo Licht war
Reihe: Eve & Caleb, Band 1/3
Autorin: Anna Carey
Genre: Jugendbuch, Dystopie
Verlag: Loewe Verlag (Januar 2013)
ISBN: 978-3785571033
Seitenzahl: 299
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren 










Das Buch ist mir wegen seinem Cover schon beim Durschauen der Verlagsvorschau aufgefallen, zudem lese ich momentan einfach gerne Dystopien. So habe ich mit den Titel gemerkt und auf meinen Wunschzettel gesetzt. Die liebe Anka ist darauf aufmerksam geworden und hat es mir, da sie sich nicht so sehr dafür begeistern konnte, überlassen. Nochmals herzlichen Dank an dieser Stelle :-)






Wie überlebst du, wenn du vor allem fliehen musst, was du kennst?
Seit ihre Mutter während der Großen Seuche vor 16 Jahren gestorben ist, lebt Eve in einem Mädcheninternat. Hier wird sie zu einem wertvollen Mitglied der neuen Gesellschaft ausgebildet – glaubt sie zumindest. Als Eve erkennt, wie sehr sie und die anderen Mädchen ausgebeutet werden sollen, flieht sie. Doch auf ein Überleben in der Wildnis und auf die Flucht vor den Soldaten des Neuen Amerikas ist Eve nicht vorbereitet. Unerwartet hilft ihr Caleb, ein junger Rebell. Kann Eve ihm trauen? Sie weiß, die Soldaten werden die Suche nicht aufgeben, und Caleb ist ihre einzige Möglichkeit zu überleben. Sie muss ihr Leben in die Hände eines Fremden legen.
(Bild- und Textquelle: Loewe)







Einstieg ins Buch:
Als die Sonne hinter der fünfzehn Meter hohen Aussenmauer unterging, waren alle Schülerinnen der Zwölften auf dem Rasen vor der Schule versammelt. Die jüngeren Mädchen lehnten sich aus den Fenstern des Wohnheims und schwenkten zu unserem Gesang und Tanz die Fahnen des Neuen Amerika.

Eve wächst mit vielen anderen Mädchen zusammen in einer Schule auf. Alles sind Waise und haben ihre Eltern bei einer Seuche verloren. Wir steigen einen Tag vor der Abschlussfeier ein und begleiten Eve. Ihr ganzes Leben hat sie gelernt und sich auf ihren nächsten Lebensabschnitt vorbereitet. Sie ist Jahrgangsbeste und soll aus diesem Grund die Abschlussrede halten und die Klasse danach über den See ins Wohnheim führen, in dem sie dann alle ihre Ausbildung geniessen werden. Doch dann kommt es zu einem Zwischenfall mit einer Mitschülerin und Eve macht eine so schreckliche Entdeckung, dass sie aus der Schule in die Wildnis flüchtet.

Die Geschichte startet sehr spannend und hat in mir sofort etliche Fragen geweckt. Die Schule erschien mir von Anfang an in einem komischen Licht, denn die Lehrer bläuen den Schülern unentwegt ein, wie böse, unberechenbar und gefährlich Männer sind. Alles läuft nach genausten Regeln ab und alle zeigen grossen Gehorsam.

Vor mir erstreckte sich der Wald, dessen Hänge nur durch den hellen Vollmond erleuchtet wurde. Das war alles. Woher ich kam, wohin ich ging. Meine Vergangenheit, meine Zukunft.     (Seite 41)

Mit der Flucht von Eve entwickelt sich die Geschichte zu einem richtigen Abenteuerroman. Eve kennt nur das Leben innerhalb der Schulmauern, weiss nur, was ihr in der Schule eingeimpft wurde. Sie war eine Musterschülerin und zufrieden mit ihre Situation. Mit ihrer schrecklichen Entdeckung ist ihr gesamtes Weltbild eingestürzt. Sie weiss nicht mehr, woran sie glauben, wem sie vertrauen kann, doch alleine ist sie in der Wildnis überfordert. Was nützt ihr all ihr Wissen, wenn sie kein Feuer machen kann?
So verstand ich den einen oder anderen Fehltritt von ihrer Seite, doch ab und zu hätte ich sie auch sehr gerne einmal geschüttelt. Zum Teil handelt sie so unüberlegt, dass sie sich und vor allem auch andere in Gefahr bringt.

Ich hatte einmal gelesen, dass Amputierte an der Stelle Schmerzen empfinden, wo früher ihre Arme und Beine gewesen waren. Phantomschmerz nannte man das. Meiner Meinung nach beschrieb dieser Begriff mein Gefühl für meine Mutter am besten.     (Seite 51)

Wie man anhand des Titels schon ahnt, trifft Eve in der Wildnis dann auf Caleb. Jahrelang wurde ihr eingetrichtert wie böse und gefährlich Männer sind und da tritt dieser verschmutze Junge in ihr Leben und hilft ihr aus einer brenzligen Situation. Der musste doch einen Hintergedanken haben . . .
Caleb war mir von Anfang an sofort sehr sympathisch. Er ist sehr ruhig und handelt überlegt - also das pure Gegenteil von Eve. Sehr gerne hätte ich noch etwas mehr von ihm erfahren.

Arden ist die dritte Protagonistin. Sie ist eine wirklich taffe junge Frau und ich muss sagen, dass ich recht lange nicht wusste, was ich von ihr halten sollte. Sie scheint immer sehr überzeugt von sich zu sein und sich als etwas Besseres anzusehen. Im Gegensatz zu Eve kann sie sich in der Wildnis behaupten, sie passt sogar sehr gut dahin. Ein Charakter mit Ecken und Kanten und je weiter die Geschichte fortschritt, desto mehr gefiel er mir.

Obwohl "Eve & Caleb" bestimmt noch ausbaufähig gewesen wäre, hat es mich richtig gut unterhalten. Anne Carey hat einen einfachen und flüssigen Schreibstil, so dass ich die Geschichte sehr schnell ausgelesen hatte. So richtig schönes Lesefutter zum Verschlingen.

Einige Dinge konnte ich sicherlich voraussehen, doch die Autorin konnte mich auch das eine oder andere Mal überraschen und vor allem mit dem Ende habe ich so überhaupt nicht gerechnet. Und obwohl es nicht ein wirklich fieser Cliffhanger ist, lässt es mich doch ungeduldig zurück, denn ich möchte unbedingt wissen, wie es mit den beiden weitergeht.




Optisch gefällt mir das Buch richtig gut. Ob das Cover wirklich zum Inhalt passt sei einmal dahin gestellt. Klar, ist darauf ein Baum zu sehen, doch die Wildnis stelle ich mir doch etwas anders vor . . .






"Eve & Caleb - Wo Licht war" ist der Auftakt zu einer neuen dystopischen Trilogie. Ein sehr interessantes Grundgerüst, ein grosser Abenteueranteil und eine ruhige Liebesgeschichte konnten mich packen und haben mir schöne Lesestunden beschert.








      

  1. Wo Licht war
  2. Die gelobte Stadt     → zu meiner Rezension
  3. Kein Garten Eden     → zu meinem Rezigramm






Anna Carey wuchs in Long Island auf und wollte als Kind Malerin, Staatsanwältin, Flötistin, Physiotherapeut oder Grafikdesignerin werden. Sie entschloss sich schließlich, Bücher zu schreiben, da sie als Autorin alle ihre Kindheitsträume verfolgen konnte. Sie studierte Literatur und Kreatives Schreiben an der New York University und arbeitete als Lektor für Kinder- und Jugendbücher. „Wo Licht war“ ist ihr erster Jugendroman.

(Textquelle: Loewe)

Kommentare:

  1. Da ich ja eigentlich nicht so eine Dystopien-Leserin bin, hast du mich mit deiner Rezension dennoch auf das Buch neugierig gemacht :-) Auch dein Aufbau und die Grafiken gefallen mir sehr bei deinen Rezensionen :-) Hab noch einen schönen Tag. Liebe Grüße, Angela

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  2. Wow!
    Eine tolle Rezension Favola. Das Buch wandert direkt mal auf meine Bücherliste. Du hast mich auf jeden Fall neugierig gemacht :)

    LG
    Lilly

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  3. @Angela:
    Danke :-)
    "Eve & Caleb" empfand ich auch nicht also so eine extreme Dystopie wie zum Beispiel "Die Tribute von Panem" oder "Die Bestimmung" . . . Hier ist sehr viel Abenteuer in der Wildnis . . .

    @Lilly:
    Schön, dass ich dich neugierig gemacht habe . . . "Eve & Caleb" finde ich so richtig schönes Lesefutter :-) Und preislich kann man da ja nicht viel sagen . . .

    lG Favola

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  4. Na das hört sich doch schon mal ganz gut an. Obwohl ich Hardcoverbücher mag ist es auch schön eine Erstausgabe als Taschenbuch in der Hand zu halten.
    Bei den vielen Trilogien auf dem Markt geht das nämlich ganz schön ins Geld!!
    Liebe Grüsse Bea

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  5. Ich habe Dich für den "Best Blogger Award" nominiert - schau doch mal hier:

    http://clarodeluna82.blogspot.de/2013/03/best-blog-adward.htm

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  6. @Bea:
    Ja, preislich kann sich "Eve & Caleb" wirklich sehen lassen . . . und vor allem erscheinen Band 2 und 3 einmal schön zeitnah. Band 2 kommt schon im August :-)

    @Claro de luna:
    Dankeschön :-)

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  7. Mh, wie ich das erste mal über das Buch gelesen war ich sehr am zweifeln ob das meinen Geschmack trifft. Inzwischen schwanke ich schon eher zum "ich glaub das hol ich mir". Du hast mich angefixt. ;)

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  8. Ich war wirklich auch kurz davor, die volle Punktzahl zu vergeben :-)

    Wenn Frau Carey bei Band 2 auch nochmal so an Tempo zulegt, gibt es die dann ganz sicher :-)


    lg
    Steffi

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  9. Hach, ich liebe Deine Rezensionen! Die machen optisch einfach was her :)

    Ich weiß gerade noch nicht, zu welcher Punktzahl mich meine Rezension führen wird, aber an sich teile ich Deine Meinung! Im Verhältnis zum Preis und der Seitenzahl ist es schon echt gelungen, aber der Funke sprang bei mir nicht über..

    Lieben Gruß

    Rica

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  10. @Sara:
    Und? Hast du es dir geholt? :-)

    @Steffi:
    Ich bin schon auf Band 2 gespannt .... lange müssen wir ja nicht mehr warten.

    @Rica:
    Herzlichen Dank für dein Kompliment. Das freut mich natürlich, denn ich sitze jeweils recht lange an so einer Rezension.
    Schade, dass bei dir der Funke nicht übergesprungen ist. Vielleicht zu viel Abenteuerroman mit drin?

    lG Favola

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