Donnerstag, 1. Mai 2014

[Rezension] "Was ich dich träumen lasse" von Franziska Moll






Titel: Was ich dich träumen lasse
Reihe: nein
Autorin: Franziska Moll
Verlag: Loewe Verlag (20. Januar 2014)
Genre: Jugendliteratur, Liebe
ISBN: 978-3785578452
Seiten: 256
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre



Das wunderschöne Cover ist mir ja von Anfang an ins Auge gestochen, doch da ich momentan so viele neue Bücher zur Auswahl habe, wollte ich "Was ich dich träumen lasse" erst hinten anstellen. Doch als ich dann immer mehr begeisterte Stimmen dazu hörte, konnte ich auch nicht mehr nein sagen ....




Elena hat ihr Glück gefunden – mit Rico. Doch ein schwerer Autounfall reißt Rico aus Elenas Leben in die Tiefen eines Komas. Tag für Tag zeigt Elena ihm nun, was das Leben für ihn bereithält, und wofür es sich lohnt, zurückzukommen: für ihre Liebe.
(Bild- & Textquelle: Loewe Verlag)





Einstieg ins Buch:
Wie schön er ist.

Ohne die beiden Protagonisten gross kennezulernen, steigen wir mir ihnen in die Geschichte ein und sind durch die Präsens-Form direkt mitten in ihrem Leben. Nach und nach lernen wir Rico und Elena besser kennen. Er, offenherzig, der Liebling der Schule, immer gut gelaunt, stets einen Witz auf Lager, leuchtet von innen. Sie, die kaum jemanden an sich heranlässt, einen dunklen Fleck in der Vergangenheit hat, eine harte Nuss ist, die nur von ihm geknackt werden kann. Zusammen sind sie alles, ein Ganzes.

“Was soll das eigentlich heißen, passt auf euch auf. Ich auf mich. Und du auf mich. Oder wir aufeinander?”     (Seite 14)

Weisst du, wie sehr ich dein Universum liebte? Du hattest so viel davon, dass sogar etwas für mich abfiel. Ich konnte mich täglich darin aalen. In deiner Sorglosigkeit. Deiner Zuversicht. Deiner Unschuld.     (Seite 109/110)

Und dann, durch einen kurzen Augenblick der Unaufmerksamkeit, wird ihr ganzes Leben aus der Bahn geworden. Rico liegt im Koma, Elena sitzt am Krankenbett und hält sich an ihm, ihrem Strohhalm, ihrem Lichtblick im Leben, fest. Taucht ein in ihre gemeinsame Vergangenheit. Passend zu Stichworten, Situationen aus dem Jetzt, kommen Elena Dialoge zwischen ihr und Rico in den Sinn und wir lernen die beiden immer besser kennen. Erst vor allem Rico, dann dringen wir ganz langsam auch zu Elena durch, die sich mit ihrer zum Teil sehr abweisenden Haltung, ihrer Schroffheit, ihrem Zynismus eine dicke Schutzmauer um sich aufgebaut hat. Relativ früh erkennen wir den dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit, und um damit fertig zu werden, muss sie nicht nur einmal über ihren Schatten springen. Doch sie hat ein grosses Ziel: Mit allen Mitteln will sie ihre grosse Liebe zurück ins Leben holen.

Die Welt dreht sich. Aber ohne mich. Ich renne ihr davon.     (Seite 78) 

Viele Bücher handeln von Trauer, Angst und Verlust, doch Franziska Moll setzt das Thema Koma so eindringlich, so greifbar um, dass man stellenweise nur mit einem dicken Kloss im Hals weiterlesen kann.

Manchmal ist weniger mehr. Franziska Moll lässt uns auf 'nur' 250 Seiten die ganze Bandbreite der Gefühle spüren. Ihr schlichter, schon fast poetischer Schreibstil ist sehr intensiv, eindringlich und einfach anders. Ein Buch, das man nicht mehr so schnell vergisst.

Es ist wie bei einem Autounfall. Zu schrecklich, um hinzusehen, und doch kann man den Blick nicht abwenden.     (Seite 212)



Ein kleines Stück Poesie und ganz grosse Emotionen .... "Was ich dich träumen lasse" kann man nicht wirklich beschrieben, man muss es einfach selber erleben, selber lesen ....


Hiermit verleihe ich dem Buch "Was ich dich träumen lasse"

von Franziska Moll die goldene Leseente.








Franziska Moll lebt mit ihren Zwillingsmädchen in einem kleinen idyllischen Dorf in der Nähe von Köln. Nachdem sie schon mit drogenabhängigen Jugendlichen gearbeitet hatte, entdeckte sie das Schreiben für sich, lernte an der Internationalen Filmschule alles, was sie für ein gutes Drehbuch wissen musste und entwickelte Sitcoms und Filmideen. Doch erst, als sie sich entschloss, nur noch Romane zu verfassen, hatte sie endlich ihren absoluten Traumberuf gefunden. Eigene Verluste inspirierten sie zu Was ich dich träumen lasse und bestärktem sie in der Hoffnung, dass aus jedem Schicksalsschlag auch etwas Gutes entstehen kann.
(Textquelle: Loewe Verlag)


Kommentare:

  1. unterschreib ich! Danke für die Rezi.
    Liebe Grüße
    Claudia

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  2. danke, das buch stand "so halb" auf meiner wunschliste, jetzt werd ich es mir ganz sicher besorgen...
    lg
    Birgit Schramm

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  3. Oooh, du bist ja sehr begeistert! Ich werde es in den nächsten Monaten auch auf jeden Fall lesen! <3

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  4. Das sehe ich ganz genauso. Sehr schöne Rezi *_*
    Ich habe dieses Buch auch von Anfang an geliebt. Man kann gar nicht anders.
    Liebe Grüße
    Kim
    http://schmoekermaeuschen.blogspot.de/

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  5. Oh, das steht schon ganz weit oben auf meiner Wunschliste!!! Ich freu mich schon drauf und nach deiner Rezi noch viel mehr :-)

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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  6. Ich habe das Buch vor etwa 20 Minuten beendet und bin noch total eingesogen in diese Geschichte. Ich muss gestehen, dass ich ab der Passage in der Elena sagt "Du kannst jetzt wirklich aufwachen, weißt du. ..." einfach immer wieder weinen musste. Irgendwie war klar, dass Rico das nicht überleben kann, andererseits hofft man ebenso wie Elena, dass er es eben doch schafft.

    Das einzige Buch, das mich emotional so gefesselt hat in der letzten Zeit war "Es wird keine Helden geben". Mit ernsten Themen können ja nun beide aufwaten, aber sie waren ebenso ergreifend.

    Liebe Grüße
    Sarah

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