Donnerstag, 20. April 2017

Eine Rezension in Listen: "Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatasache, dass du du bist" von Todd Hasak-Lowy


Titel: Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatasache, dass du du bist
Untertitel: Ein Roman in Listen
Autor: Todd Hasak-Lowy
Übersetzer: Karsten Singelmann
Genre: Coming-Of-Age
Verlag: Beltz & Gelberg; Auflage (11. Juli 2016)
ISBN: 978-3407821713
Seiten: 654
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre


Inhalt:
Eltern geschieden, Bruder auf ein entferntes College gezogen, keine Beziehung in Sicht: Darrens Leben ist eine einzige Baustelle. Und dann steht eines Morgens sein Dad unangekündigt in der Küche und beichtet ihm beim Donutessen, dass er schwul ist. Darren ist komplett überrumpelt und flüchtet spontan zu seinem Bruder. Ein durchgeknallter Selbstfindungstrip beginnt ...
(Bild- und Textquelle: Beltz & Gelberg 


Spezielle Bücher verlangen nach einer speziellen Rezension.
Damit ihr ein genaueres Bild davon bekommt, wie sich "Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatasache, dass du du bist" von Todd Hasak-Lowy liest, habe ich meine Meinung im gleichen Stil verfasst.


Eine Rezension in Listen


 erste Gedanken zum Buch

  1. Wow, ist das ein Wälzer!
  2. Oh ja, ein spezielles Buch braucht auch eine besondere Aufmachung.
  3. Ein Roman in Listen .... ich bin gespannt, wie das der Autor löst.

 Themen, die "Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass du du bist" anspricht

  1. Homosexualität eines Vaters
  2. Die Suche nach Liebe und sich selbst
  3. Drogensucht
  4. Pubertät

 Fakten zum Protagonisten Darren Jacob
  1. Darren ist 15 Jahre alt und geht zur North High School
  2. Er ist weder mit seinem Namen noch mit sich selbst zufrieden.
  3. Darren vermisst seinen Bruder Nate, der in Ann Arbor aufs College geht
  4. Nachdem sich seine Eltern haben scheiden lassen, eröffnet ihm nun sein Vater, dass er schwul ist. Daraufhin ist er so verwirrt und wütend, dass er mit dem Bus zu seinem Bruder fährt
  5. Darren hat ein gutes Herz, ihn plagen aber die ganz normalen Probleme der Pubertät.

 bestimmte Orte, an denen ich dieses Buch gelesen habe
  1. in der Toskana, wo ich mit meiner Familie und der meines Bruder für eine Woche im Urlaub war
  2. auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Wolldecke, weil es zurück in der Schweiz richtig kalt ist
  3. am Esstisch, nachdem die Kinder fertig gegessen hatten
  4. auf dem Klo, als ich für fünf Minuten meine Ruhe suchte  -  naja, vielleicht auch für zehn Minuten

 Wörter, die ich mir beim Lesen notiert habe
  1. Darren Jacobs
  2. North High School
  3. Vater
  4. schwul
  5. Nate, Bruder
  6. Spind
  7. Maggie
  8. Ensemble
  9. Busfahr
  10. Zoe
  11. Ann Arbor
  12. küssen
  13. Drogen

 positive Punkte zum Buch
  1. Ich mag spezielle Bücher und das ist "Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatasache, dass du du bist" ganz klar.
  2. Ein Buch nur in Listen zu verfassen ist eine tolle Idee und ich war erstaunt, wie gut es Todd Hasak-Lowy gelingt, damit auch eine fortlaufende Handlung zu erzählen.
  3. Die Charaktere sind sehr facettenreich und zeigen wunderbar, dass niemand perfekt ist.
  4. Toll, wie der Autor Musik in die Geschichte einfliessen lässt. Zum einen spielt Darren in einem Ensemble Bass, zum anderen hört er in der Pause Jazzmusik. Ihm ist Musik sehr wichtig und so schickt er auch Zoe Songlisten, mit denen er seine Gefühle ausdrückt.
  5. Auch wenn dieser Roman 'nur' aus Listen besteht, gewährt er uns einen authentischen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt eines Teenagers.

 Dinge, die mich beim Lesen gestört haben
  1. Darren verliert mit seinen Listen oft den roten Faden und zählt völlig nebensächliche (aber dafür oft auch amüsante) Dinge auf. So hatte ich oft das Gefühl, in der Handlung nicht vorwärts zu kommen und musste mich an der Nase nehmen, nicht zu überfliegen und nur die Überschriften der Listen zu lesen.
  2. In der Pubertät will man sich abgrenzen und so blieb mir auch Darren stellenweise zu distanziert. Zum Teil hätte ich mir viel mehr Emotionen vom Protagonisten gewünscht.
  3. Darrens Selbstfindungstrip beginnt eigentlich mit dem Coming-out seines Vaters. Er sagt auch immer wieder, dass er keine Problem damit habe und doch ist er wütend. Schade, dass die Thematik immer mehr in den Hintergrund gerückt ist und schlussendlich nicht wirklich gelöst wird.

 Bestandteile meines Lese-Outfits

  1. schwarze Trainingshose
  2. Ringelshirt
  3. Kapuzensweater
  4. graue Socken mit Sternchen
  5. schwarz-lindgrüne Brille 

Schlusswort zum Buch
  1. "Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatasache, dass du du bist" ist ein ganz aussergewöhnlicher Jugendroman. Todd Hasak-Lowy erzählt nur in Listen von den familiären und persönlichen Problemen eines Teenagers. Äusserst spannende Charaktere und der spezielle Schreibstil zeichnen dieses Buch aus. Darrens ausschweifende Gedanken und einige völlig belanglose Listen haben meinen Lesespass jedoch leider in Grenzen gehalten.




 Fakten zum Autor
  1. Todd Hasak-Lowy ist seit über zwanzig Jahren Schriftsteller und lehrt Kreatives Schreiben und Literatur am School of the Arts Institute von Chicago. 
  2. Außerdem übersetzt er hebräische Literatur ins Englische. 
  3. Er lebt mit seiner Frau, zwei Töchtern, einem Hund und zwei Katzen in der Nähe von Chicago.
(Textquelle: Beltz & Gelberg)



© Favolas Lesestoff


Kommentare:

  1. Hey Favola,

    das ist eine wirklich außergewöhnliche und tolle Rezension geworden, die wirklich einen sehr guten Einblick in das Buch zulässt! Es scheint wirklich sehr speziell zu sein, da bekommt man hier ja praktisch schon eine Art "Leseprobe", ob einem der Stil zusagt. :D Ein Buch für mich wäre es wohl leider nicht, da diese belanglosen Listen zwischendurch mein Lesevergnügen enorm einschränken würden (wie das ja auch schon bei dir der Fall war) und insgesamt spricht mich die Geschichte halt einfach nicht an. Ich bin meistens eher in der Fantasy-Ecke zuhause. ;)

    Liebe Grüße
    Lena

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  2. Hi,

    oh, ich mag diese Rezensionsstilanpassung! <3 Grossartiger Einfall, fantastische Umsetzung! ;)

    LG,
    Tanja

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  3. Hallo Favola,
    Tolle Rezension, aber mich schreckt der Stil dann doch eher ab. Mich erinnert die Art an "Sehen wir uns morgen?" (Kommunikation nur über Kühlschrank Zettel), welches mich aus diesen Gründen nicht überzeugen konnte. Mit fehlt da das Persönliche.
    Habe zwar nach deiner Rezi immer noch keine bessere Vorstellung von Inhalt des Buches, aber so bleibt es auch geheimnisvoll und macht neugierig ☺.
    Viele Grüße Andrea

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  4. Was für eine wundervolle Idee, liebe Favola :) Du bist immer so kreativ!!

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  5. Tolle Rezension!! Das Buch klingt wirklich sehr speziell, aber wirklich interessant.

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