Freitag, 14. Juli 2017

[Rezension] "Wie ein Fisch im Baum" von Lynda Mullaly Hunt






Titel: Wie ein Fisch im Baum
Autorin: Lynda Mullaly Hund
Übersetzerin: Renate Weitbrecht
Genre: Jugendroman
Themen: Schule, Mobbing, Legasthenie
Verlag: cbt (31. Oktober 2016)
ISBN: 978-3570164204
Seiten: 304
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahren







Bei "Wie ein Fisch im Baum" ist mir als erstes das das Cover ins Auge gestochen. Als ich dann die Inhaltsangabe gelesen hatte, wanderte das Buch sofort auf meine Wunschliste. Ally leidet an einer Lese-Rechtschreibschwäche und ist gleichzeitig hochintelligent. Gemeinsam mit einem neuen Lehrer und zwei anderen Aussenseitern geht sie gegen das Mobbing vor. Ein Must-Read als Lehrerin ....



Ally ist elf Jahre alt und eine Einzelgängerin. An der Schule ist sie als Freak bekannt und den Lehrern ein Dorn im Auge. Dabei geht es Ally nur um eins: Um jeden Preis ihr Geheimnis zu wahren – sie kann weder lesen noch schreiben. Da kommt ein neuer Lehrer in die Klasse, Mr. Daniels. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern beobachtet er Ally genau und findet bald heraus, dass Ally an einer Lese-Rechtschreibschwäche leidet und gleichzeitig hochintelligent ist. Langsam lernt Ally, ihm zu vertrauen und schließt nebenbei Freundschaft mit zwei anderen Außenseitern. Gemeinsam widersetzen sie sich mutig dem Mobbing ...
(Bild- und Textquelle: cbt Verlag)





Einstieg ins Buch:
Es ist immer da. Wie der Boden unter meinen Füssen.

"Wie ein Fisch im Baum" ist mir zuerst einmal wegen dem Cover ins Auge gestochen. Danach kam mir das Bilderbuch "Wenn die Ziege schwimmen lernt" in den Sinn, ein wichtiges Bilderbuch, das wohl in jedem Pädagogikstudium thematisiert wird. Es handelt davon, wie schwierig es ist, wenn die unterschiedlichsten Spezies die gleichen Ziele erreichen müssen. So muss die Ziege schwimmen üben und der Elefant versucht, einen Baum hochzuklettern. Vor lauter üben, um ihre Schwächen auszumerzen, vergessen die Tiere ihre eigentlichen Stärken. 

Ally ist elf Jahre alt und kann weder lesen noch schreiben. Doch das darf niemand merken und so überspielt sie ihre Schwächen mit negativem Benehmen. In der Klasse wird sie ein Freak geschimpft und gemobbt, so dass sie mit ihren Problemen ganz alleine da steht. Doch dann bekommt ihre Klasse einen neuen Lehrer und Mr Daniels schickt Ally nicht zur Direktorin. Im Gegenteil: Er merkt, dass sie an Legasthenie leidet, aber auch hochintelligent ist. 

Ich habe schon so oft geübt, gebetet, gehofft, aber einen Text zu lesen ist für mich immer noch so, als würde ich versuchen, in einem Teller Buchstabensuppe einen Sinn zu finden.     (Seite 18)

Die Geschichte ist aus der ich-Perspektive der elfjährigen Protagonisting geschildert, so dass man sich sehr gut in ihre Situation hineinversetzen kann. Es hilft, Legasthenie besser zu verstehen, denn ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, wie es ist, nicht lesen und schreiben zu können. Das ist für mich so etwas Alltägliches, das zu meinem Leben dazugehört, über das ich gar nicht nachdenken muss. Umso wichtiger ist es, dass sich Lynda Mullaly Hunt der Thematik der Lese-Rechtschreibeschwäche annimmt. 

Ally ist eine wunderbare Protagonistin, die trotz dem Mobbing gegen sie ein grosses Herz hat. Sie versucht immer, die anderen zu verstehen, nur sich selber traut sie leider viel zu wenig zu. Doch Mr Daniels macht ihr Mut und zeigt ihr, dass er sie mit ihren Problemen nicht alleine lässt. So einen Lehrer müsste jeder haben. Einer, der die Schwächen (an-)erkennt und einen nicht abstempelt. Einer, der jeden Schüler so nimmt, wie er ist und das Beste aus ihm herausholen will.

"Weisst du, ein weiser Mann sagte einmal: "Jeder ist auf seine Art klug. Aber wenn du einem Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist."     (Seite 180)

"Wie ein Fisch im Baum" wird ab 12 Jahren empfohlen, so dass der Schreibstil sehr einfach gehalten ist und die Kapitel angenehm kurz ausfallen. Lyna Mullaly Hunt vermag mit wenigen Worten sehr viel auszudrücken, und schenkt uns eine tiefgründige, wichtige Geschichte. 






"Wie ein Fisch im Baum" ist ein wunderbar tiefgründiges und wichtiges Buch. Lynda Mullaly Hunt bietet nicht nur eine Geschichte über Freundschaft und (Selbst-)Vertrauen, sondern bringt uns auch noch die Thematik Legasthenie näher. Sie überzeugt mit einem schlichten aber eindrücklichen Schreibstil, bietet eine gute Portion Humor und bringt den Leser zum Nachdenken.
300 Seiten, die sich definitiv lohnen!








Lynda Mullaly Hunt wuchs als Jüngste von fünf Geschwistern auf. Sie arbeitete als Lehrerin, bis sie beschloss, das zum Beruf zu machen, was ihr am meisten am Herzen liegt: Lesen, Geschichten erzählen und Kinder. Ihr erstes Kinderbuch Ich hab mich nie so leicht gefühltschaffte es auf Anhieb auf mehrere Bestenlisten, ihr zweiter Roman Wie ein Fisch im Baumlandete auf der New York Times-Bestsellerliste. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern sowie Hund und Katze in Connecticut.



© Favolas Lesestoff

Kommentare:

  1. Hoi Nicole,
    ach das Buch hätte mich ja auch so stark interessiert! Und jetzt gibst du auch noch Höchstwertung! Dann behalte ich es mal im Auge. Auch das Thema ist so wunderbar, ich habe darüber noch nichts/wenig gelesen, glaube ich.
    Grüße dich lieb,
    Damaris

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  2. Hallo liebe Nicole

    Das klingt nach einem tollen und wunderbaren Buch. Gerade wir Büchernerds können es uns ja oft nur schwer vorstellen, was es bedeutet, gar nicht erst (gut) Lesen und Schreiben zu können. Und trotzdem gibt es viele Menschen, denen diese wichtige Allgemeinbildung verwehrt bleibt, aus verschiedensten Gründen.

    Vielen Dank für den tollen Tipp und die sehr überzeugende Rezension
    Livia

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  3. Klingt nach einer tollen, tiefgründigen Geschichte. Oh man, meine Wunschliste platzt bald aus allen Nähten.

    Schöne Rezension übrigens.

    Lg Kitty

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  4. Hach Favola, das klingt einfach wieder richtig gut und genau nach meinem Geschmack, wenn es um besondere Geschichten geht.

    Danke für die schönen Worte und das Auffüllen der Wunschliste. :)

    Alles Liebe,
    Anna

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