Dienstag, 18. Oktober 2022

Deutscher Jugendliteraturpreis 2022 - #djlp22 - Die nominierten Jugendbücher



Jedes Jahr werden auf der Leipziger Buchmesse eine Anzahl Bücher für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Meistens sind das sehr spezielle, besondere Bücher. Gerade im Jugendbuchbereich mag ich das sehr gerne. 
Ich habe zwar nicht alle sechs nominierten Titel gelesen, aber all jene, die ich geschafft habe, kann ich euch empfehlen. 

Hier nun eine Übersicht über die für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 nominierten Jugendbücher.


Die nominierten Jugendbücher:


Krummer Hund 
von Juliane Pickel

Der 15-jährige Daniel ist vor allem eins: wütend. Sein Vater ist weg, seine Mutter schleppt einen Liebhaber nach dem anderen an. Doc, ihr neuester Freund, ist der Mann, der Daniels Hund eingeschläfert hat. Trotzdem gewinnt Daniel ihn lieb. Bis zu einem tödlichen Unfall nach einer Party, durch den Daniel ein schrecklicher Verdacht kommt. Kann er seinen Erinnerungen an diese Nacht glauben? Oder spiegeln sie nur wider, was er gerne glauben würde?
(Bild- und Textquelle: Beltz & Gelberg)


mein Fazit:
"Krummer Hund" von Juliane Pickel zeigt uns auf, welch gewaltige Gefühlsspirale Verlustängste auslösen können. Ein Tornado aus Wut und Angst, der Daniel gefangen hält und ihn zu gewalttätigen Aussetzern drängt.
Ein eindrücklicher Roman voller Emotionen und Dinglichkeit. Worte, die unter die Haut gehen.

meine ganze Rezension: *klick*



Dunkelnacht 
von Kisten Boie

April, 1945. Alle spüren, dass der Krieg und die fürchterliche Ideologie der Nationalsozialisten kurz vor dem Ende stehen. Doch in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945, zwei Tage vor Hitlers Selbstmord, ereignet sich das dunkelste Kapitel der damals noch jungen Stadt Penzberg in Bayern. Denn während der einst von den Nazis abgesetzte Bürgermeister zurück ins Rathaus zieht, erlässt die Wehrmacht den Befehl, alle Widerständler sofort hinzurichten. Und zwischen allen Fronten stehen die Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl.
(Bild- und Textquelle: Verlagsgruppe Oetinger)


„Nur noch ein Kapitel lesen, um besser einschlafen zu können …“, dachte ich.
Und dann musste ich Dunkelnacht an einem Stück durchlesen und konnte danach vor Entsetzen und Herzklopfen gar nicht mehr schlafen …



Wie man eine Raumkapsel verlässt 
von Alison McGhee

Will ist einer, der geht. Von zu Hause zur Schule zur Arbeit und wieder zurück. Tag für Tag. Er geht an diesem kleinen Kerl vorbei, der auf Schmetterlinge wartet. Vorbei an Superman, dem Obdachlosen. Vorbei an dem wahnsinnigen Hund, der immer bellt.
Aber es gibt auch Orte, an die will er nicht, kann er nicht gehen: die Brücke über die Fourth Street, den Laden mit den hundert chinesischen Segenssprüchen – Orte, die er immer mit seinem Vater besucht hat und der sich das Leben genommen hat.
Will muss herausfinden, wie er auf seine Probleme zugehen kann, statt vor ihnen wegzulaufen. Vielleicht, indem er den Mut findet, wieder mit seiner Freundin Playa zu sprechen? Ist das der Weg raus aus der Traurigkeit und ins Leben zurück?
(Bild- und Textquelle: dtv Verlagsgesellschaft)

mein Fazit:
aussergewöhnlich, feinfühlig & poetisch
"Wie man eine Raumkapsel verlässt" ist kein Jugendroman im klassischen Stil sondern eine ganz besondere Geschichte. In kurzen, alltäglichen Episoden lernen wir Will nach und nach kennen. Die komprimierten Texte sind schon fast poetisch und strahlen eine grosse Ruhe aus.
Der Erzählstil ist ganz bestimmt nicht jedermanns Sache. Allen, die gerne besondere Geschichten mögen, kann ich dieses Buch jedoch nur ans Herz legen, denn es ist sehr berührend.

meine ganze Rezension: *klick*



Sanctuary 
von Alison McGhee

USA, 2032: Alle Bürger*innen werden durch einen ID-Chip überwacht. Es ist beinahe unmöglich, undokumentiert zu leben, doch genau das tut die 16-jährige Vali. Nachdem sie aus Kolumbien geflohen ist, hat sich ihre Familie ein Leben in Vermont aufgebaut. Als jedoch der ID-Chip ihrer Mutter nicht mehr funktioniert und ihre Stadt nach Undokumentierten durchsucht wird, müssen sie fliehen. Das Ziel: Kalifornien, der einzige Bundesstaat, der sich der Kontrolle entzogen hat. Doch als Valis Mutter festgenommen wird, muss Vali allein mit ihrem Bruder weiter, quer durchs gesamte Land, bevor es zu spät ist.
(Bild- und Textquelle: Carlsen)

mein Fazit:
packend, eindringlich & erschreckend realistisch
"Sanctuary - Flucht in die Freiheit" von Paola Mendoza und Abby Sher ist keine klassische Dystopie. Sie bezieht sich auf die brisante Situation illegaler Immigranten in den USA. Kein Wunder also, dass die Geschichte brutal, emotional, aber auch hoffnungsvoll ist.
Ein wichtiges Buch, das sensibilisiert und zum Nachdenken anregt.

meine ganze Rezension: *klick*



Die Nacht so gross wie wir 
von Sarah Jäger

«Das ist die Nacht, in der wir sterben müssen. Vom Ungeheuer verschlungen und dann wiedergeboren.»
Suse, Pavlow, Maja, Tolga und Bo sind enge Freund:innen, seit vielen Jahren. Jetzt wartet endlich das echte Leben auf sie, denn nach diesem Tag und dieser Nacht haben sie ihre Schulzeit hinter sich. Gemeinsam beschließen sie, bis zum nächsten Morgen all das zu erledigen, was sie sich bisher nicht getraut haben. Auf jede:n der Fünf warten offene Rechnungen – und innere Ungeheuer. Die Dinge laufen aus dem Ruder. Und nach dieser Nacht ist nichts mehr, wie es vorher war.
(Bild- und Textquelle: Rowohlt Taschenbuch)



Malagash 
von Joey Comeau

Sundays Vater stirbt an Krebs. Die Familie ist nach Malagash am Nordufer von Nova Scotia zurückgekehrt, damit er dort sterben kann, wo er aufgewachsen ist. Ihre Mutter und ihr Bruder sind beide am Boden zerstört. Aber am Boden zerstört sein ist zu wenig. Am Boden zerstört sein nützt nichts. Sunday hat einen Plan, sie hat angefangen, alles aufzunehmen, was ihr Vater sagt. Seine langweiligen Geschichten. Seine dummen Witze. Alles. Sie nimmt jedes einzelne „Ich liebe dich“ direkt neben jedem „Könnten wir die Heizung hier aufdrehen?“ auf. Alles ist wichtig. Weil Sunday einen Computervirus schreibt. Einen Computervirus, der heimlich auf den Festplatten von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt leben wird. Einen Computervirus, der die Gedanken ihres Vaters denkt und die Worte ihres Vaters sagt. Sie hat Tausende von Codezeilen zu schreiben. Kryptografie zu verstehen. Exploits zu testen. Sie hat keine Zeit, traurig zu sein. Ihr Vater wird für immer leben. Joey Comeau liefert mit "Malagash" ein präzise gestaltetes, schwarzhumoriges Porträt einer trauernden Familie. Comeau laviert in kurzen Kapiteln und mit knappen Sätzen zwischen Banalem und Existenziellem, er schildert das Aufbegehren und den Kampf gegen die Sterblichkeit und was – im digitalen Zeitalter – von einem Menschen vielleicht bleibt. Das ist klug, das ist komisch, das ist auch sehr berührend.
(Bild- und Textquelle: Luftschacht)


Welchen der nominierten Titel hast du schon gelesen?
Welches ist dein Favorit?


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