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Mittwoch, 27. Februar 2013

[Rezension] "Spiegelriss" von Alina Bronsky



 
 




Titel: Spiegelriss
Band: 2 / 3
Autorin: Alina Bronsky
Genre: Jugendbuch, Urban-Fantasy - Dystopie
Verlag: Arena (Januar 2013)
ISBN: 978-3401067995
Seiten: 261
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 15 Jahre





Obwohl mich der erste Band "Spiegelkind" nicht ganz überzeugen konnte, wollte ich wissen, wie es mit den Pheen weitergeht. Zudem haben mir die ersten beiden Romane von Alina Bronsky einfach zu gut gefallen, als dass ich sie einfach so abschreiben möchte.







Sie hat eine Gabe. Sie wird verfolgt. Sie ist deine Mutter. Und wer bist du?

Im Leben der 15jährigen Juli ist alles geregelt. Auffallen ist gefährlich, wer der Norm nicht entspricht, wird verfolgt. Doch dann verschwindet Julis Mutter plötzlich spurlos und der Vater zittert vor Angst. Nach und nach kommt Juli hinter das Geheimnis ihrer Familie: Ihre Mutter ist eine der wenigen Pheen, die wegen ihrer besonderen Fähigkeiten in der Gesellschaft der totalen Normalität gefürchtet und verachtet werden. Gehört auch Juli bald zu den Ausgestoßenen? Zusammen mit ihrer neuen Freundin Ksü und deren Bruder Ivan macht sie sich auf eine gefährliche Suche - nach der verschwundenen Mutter, der verbotenen Welt der Pheen und der Wahrheit über sich selbst.
(Bild- und Textquelle: Arena)








Einstieg ins Buch:
Ich sehe das Feuer nicht, aber ich spüre seine Nähe.

Ganz abrupt und ohne Vorwarnung wird man als Leser in die Geschichte von "Spiegelriss" hineingeworfen und man blickt sich zuerst einmal verwirrt um und fragt sich, wo man ist. Die Protagonistin wird nicht mehr mit ihrem Namen sondern mit Babyfuss angesprochen, sie ist nicht mehr bei ihrer Mutter und ihren Geschwistern im Wald sondern in einem Rudel von Freaks und vor allem wurde aus der ich-will-wissen-was-mit-meiner-Mutter-ist-Juli ein ich-duck-mich-und-bleib-unsichtbar-Babyfuss. So hatte ich meine Mühe mit dem Einstieg, denn ich konnte mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass Juli am Ende des ersten Bandes zu diesem Rudel gestossen ist.

Nach und nach bekommt man jedoch erklärt, wie sich das zugetragen hat und die Geschichte bekomm an Fahrt. Das Rudel muss tagtäglich auf Essenssuche, was sich jedoch als immer grössere Herausforderung erweist, da die Normalen immer mehr aufpassen und kontrollieren. Als Goldgrube ist das Lyzeum, Julis alte Schule, bekannt und so möchte Kojote mit ihr genau dort auf Beutezug.
Auf dem Weg dahin entdeckt Juli einige riesige Plakate, auf denen ein altes Foto von ihr zu sehen ist. Dort wird sie als gefährliche und gewalttätige Phee gesucht. Se ist sozusagen der Staatsfeind Nummer 1.
Am Abend fliegt das Rudel durch eine Razzia auf und die Mitgleider verstreuen sich in alle Himmelsrichtungen. Juli ist völlig erstarrt, hat keine Ahnung, wo sie nun hin soll und so nimmt sich Kojote ihrer an.

Damals ging ich fest davon aus, dass mein Leben vorbei war. Ich hatte alles zerstört, was mir irgendwas bedeutet hatte. Allerdings wusste ich zu dem Zeitpunkt auch noch nicht, dass überall in der Stadt Plakate mit meinem Gesicht hängen und dass mein Name Synonym für schlimmste Gefahr geworden ist.


Juliane Rettemie hat den Kopf voller Fragen und stolpert ein bisschen unbeholfen, unwissend und naiv durch die Welt. Hier erkennen wir das behütete Mädchen aus gutem Hause, das sich keine Sorgen machen musste. Und obwohl sie in Band 1 eine schöne Entwicklung durchgemacht hat, scheint sie wieder bei null zu beginnen und handelt mehr als einmal kopflos und bringt damit sich oder andere in Gefahr.
Kojote an ihrer Seite hat mir jedoch sehr gut gefallen. Er ist undurchsichtig, intelligent, zielorientiert und wirkt sehr authentisch. Da er nicht viel von sich erzählt, weiss Juli nicht genau, ob sie ihm wirklich vertrauen kann und das macht die Sache natürlich noch etwas interessanter. Von ihm hätte ich gerne mehr erfahren, aber vielleicht wird das in Band 3 nachgeholt.

Als Leser fragen wir uns immer noch, was eigentlich eine Phee genau ist - und ob Juli nun wirklich ein Exemplar dieser Spezies ist. Gibt es Pheen eigentlich überhaupt oder sind sie eine Erfindung der Gesellschaft? Eigentlich eine praktische Lösung, um alle Probleme und alle Ängste zu projezieren und von sich selber abzulenken. Ein gemeinsamer Feind sollte doch stark machen, aber dem ist nicht so - überhaupt nicht. Denn in Band zwei wird der Graben zwischen den Normalen und den Freaks immer grösser und unüberwindbar, und es kommt zum Eklat. Ob da eine Phee ihre Finger im Spiel hat?

Die Mischung aus Dystopie und Fantasyelementen macht auch "Spiegelriss" aus. Das ist der Autorin wiederum sehr gut gelungen. Toll finde ich auch, dass die futuristische Welt für einmal sehr nah an unserer gehalten ist und sehr real wirkt. So kann man sich die beiden Gesellschaftsgruppen sehr gut vorstellen.

Was mir beim ersten Teil "Spiegelkind" etwas gefehlt hat, schafft Aina Bronsky im zweiten Teil: Sie baut eine Spannung auf, die mich an die Seiten fesselt. Leider schafft sie es nicht ganz, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, denn vor allem der Schluss geht mir einfach zu schnell und ich blätterte etwas vor den Kopf gestossen die letzte Seite um. Hatte ich da etwas verpasst?
Bei Alina Bronsky weiss man nie so genau, woran man ist und so können wir gespannt auf den dritten Band warten.




Das Cover an sich passt super zum Titel, farblich jedoch nicht wirklich zum ersten Band. Jener hat mir auch besser gefallen, aber in Band zwei ist halt fertig mit Harmonie. Von daher finde ich, dass das Buch alleine toll aussieht.






Mit "Spiegelriss" konnte sich Alina Bronsky steigern. Nach Einstiegsschwierigkeiten kam ich wieder in den Genuss des dystopischen Mixes mit Fantasyelementen. Die naive Juli hat einen ausgereiften und authentischen Partner an die Seite bekommen, der ihr und mir mehr als einem über die Runden geholfen hat.










 
 
  1. Spiegelkind
  2. Spiegelriss
  3. ?









Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland, verbrachte ihre Kindheit auf der asiatischen Seite des Ural-Gebirges und ihre Jugend in Marburg und Darmstadt. Nach abgebrochenem Medizinstudium arbeitete sie als Texterin in einer Werbeagentur und als Redakteurin bei einer Tageszeitung. Sie lebt in Frankfurt und telefoniert bis heute fast täglich mit ihren Großeltern in Sibirien. Scherbenpark ist ihre erste literarische Veröffentlichung. (Quelle)


Donnerstag, 9. Februar 2012

[Rezension] Alina Bronsky - Spiegelkind







Titel: Spiegelkind
Band: 1 / 3
Autorin: Alina Bronsky
Genre: Jugendbuch, Urban-Fantasy
Verlag: Arena (Januar 2012)
ISBN: 978-3401067988
Seiten: 304
vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 - 13 Jahre

 

Ich habe schon die zwei ersten Bücher von Alina Bronsky "Scherbenpark" und "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche" gelesen und war begeistert. Sie hat einen sehr speziellen Schreibstil und einen wahnsinnig schwarzen Humor, der vor allem in "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche" extrem herauskommt. Das Buch ist stellenweise bitterböse. Vor allem "Scherbenpark", ihr Debütroman, kann ich euch nur ans Herz legen.

Als ich dann erfahren habe, dass im Arena Verlag ein Jugendbuch von ihr erscheint, musste ich das natürlich sofort haben und war sehr gespannt, wie sich ein Buch für Jüngere von ihr liest.





Sie hat eine Gabe. Sie wird verfolgt. Sie ist deine Mutter. Und wer bist du?

Im Leben der 15jährigen Juli ist alles geregelt. Auffallen ist gefährlich, wer der Norm nicht entspricht, wird verfolgt. Doch dann verschwindet Julis Mutter plötzlich spurlos und der Vater zittert vor Angst. Nach und nach kommt Juli hinter das Geheimnis ihrer Familie: Ihre Mutter ist eine der wenigen Pheen, die wegen ihrer besonderen Fähigkeiten in der Gesellschaft der totalen Normalität gefürchtet und verachtet werden. Gehört auch Juli bald zu den Ausgestoßenen? Zusammen mit ihrer neuen Freundin Ksü und deren Bruder Ivan macht sie sich auf eine gefährliche Suche - nach der verschwundenen Mutter, der verbotenen Welt der Pheen und der Wahrheit über sich selbst.



erster Satz:

"Du musst mir helfen", sagte er.

Worauf achtet ihr beim Buchkauf als erstes? Also ich auf`s Cover, dann auf den Titel und wer es geschrieben hat. Und damit hatte "Spiegelkind" bei mir schon gewonnen.  Ein neues Buch von Alina Bronsky und dann noch mit so einem wundervollen Titelbild .  In Blau- und Grüntönen wurde Natur aufs Papier gebracht und das ganze Bild ist mit feinen silbernen "Fäden" überzogen, wie ein zersprungener Spiegel oder wie feine Spinnweben. Das Cover ist also ein wirklicher Hingucker.

Durch Alina Bronskys leichten Schreibstil und die eher kurzen Kapitel liest man sich locker durch das Buch. Ich war relativ schnell in der Geschichte drin, sie konnte mich aber nicht von Anfang an packen. Doch nach und nach lernt man immer mehr über die Welt, in der Juli lebt und sobald Ksü auf der Bildfläche erschien, hatte mich das Buch. Da Alina Bronskys ersten beide Romane in Deutschland spielten, hätte mich noch interessiert, ob das auch der Schauplatz von "Spiegelkind" ist. Zudem fehlte mir ein bisschen die Info, wann die Geschichte spielt. Für die Geschichte selber spielen die beiden Informationen eigentlich keine Rolle, das hätte mich persönlich einfach interessiert.

Die Einteilung der Gesellschaft in die Normalen und die Freaks fand ich sehr spannend und es ist natürlich ein provokativer Hieb in Richtung unserer heutigen Gesellschaft, nur halt sehr überspitzt dargestellt. Die Überwachung der Bevölkerung hat wohl ihren Höhepunkt erreicht, denn alle Normalen tragen ein Armand, auf dem alles gespeichert ist. Ob nun bei einem Vergehen in der Schule oder beim Einkaufen, es wird einfach das Armband eingescannt. Aber wie wurde die Gesellschaft so? Da fehlen mir einige Informationen und ich hoffe, dass ich in der Fortsetzung noch Antworten darauf erhalte.

Zu Beginn des Buches verschwindet Juli`s Mutter spurlos und als Leser merkt man schnell, dass da etwas nicht stimmt, denn die Polizei und der Vater wollen das Chaos in der Wohnung und das Verschwinden der Mutter möglichst vertuschen. Komischerweise ist Juli die Einzige, die der Sache auf den Grund gehen möchte. Und so entwickeln sich logischerweise einige Konfliktsituationen mit ihrem Vater.

Irgendwie regt mich das auf. Vielleicht war ich eifersüchtig. Das warf mir mein Vater vor, wenn ihm sagte, er soll Kassie nicht immer so verwöhnen, sie wäre zu gross dazu. Und er sagt, ich sei einfach neidisch, weil ich schon viel zu alt dafür war, bei ihm auf dem Schoss zu sitzen. Dabei behauptete er sonst eigentlich gern, ich wäre für die meisten Dinge im Leben zu jung - als wäre es das einzige Merkmal meines Alters, mit meinem Hintern nicht mehr auf seinen Schoss zu passen.

Juli, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, ist zu beginn als recht unauffällig und "normal" dargestellt. Nach und nach merkt sie aber, dass irgend etwa mit ihr anders ist und das wegen ihrer Mutter, die plötzlich verschwunden ist. Zu Beginn stehen wir ohne Hinweise da, was eine Phee ist, denn komischerweise wusste auch Juli selber darüber nichts. Das fand ich persönlich ein bisschen komisch, denn das Wort wird in ihrer Gesellschaft und auch an ihrer Schule als Schimpfwort benutzt und alle um sie herum wissen über Pheen Bescheid, nur sie selber nicht. Juli macht sich auf die Suche, das Geheimnis um ihre Mutter und die Pheen zu lüften und so erfahren auch wir Leser nach und nach, was es mit diesen Wesen auf sich hat. Sonst fand ich das Handeln von Juli sehr überzeugend und es hat mir gefallen, dass sie sich nicht unterkriegen lässt. Zwar handelt sie oft sehr naiv, doch da ihre Mutter sie von allem abgeschirmt hat, konnte ich das noch nachvollziehen. Schliesslich wurde sie auf das Normal-sein, auf das Nicht-auffallen gedrimmt. Toll fand ich es zu beobachten, wie sich dann ihr Denken und Handeln Schritt für Schritt veränderte und sie vieles immer mehr hinterfragte.

Mehr fasziniert hat mich aber der Charakter von Ksü. Ihre Herzlichkeit und dass sie einfach sich selber war, hat immer wieder Wärme in Juli`s Welt gebracht und ich fand es sehr interessant, was Ksü für eine Persönlichkeit war.  Eine gute Freundin an ihrer Seite zu haben, ist für Juli serh wichtig, doch in ihrer Welt total abnormal. Schnell frag man sich als Leser, wie dieses Mädchen an die Elite-Schule von Juli kam, denn sie unterscheidet sich nicht nur in ihrem Benehmen sondern vor allem auch durch ihr Aussehen total von allen anderen. Lange musste ich mich gedulden, um zu erfahren, warum sie und ihr Bruder so anders waren.

Aber auch die anderen Nebencharakteren haben mir sehr gut gefallen. Allen voran Juli`s Geschwister und Ksü`s Bruder. Und auch wenn sie nur eine kleine Rolle im Buch einnehmen, sind sie doch wichtig und nicht aus der Geschichte wegzudenken, denn sie spielen alle eine wichtige Rolle. Das gefällt mir sehr gut, denn in anderen Jugendbüchern stehen Nebencharakteren oft "neben" der Story und sind nur ein bisschen Beigemüse.

Irgendwo habe ich im Vorfeld gelesen, dass "Spiegelkind" eine Dystopie sei. Das ist es bestimmt, aber gepaart mit Fantasyaspekten und das hat mir wirklich gut gefallen, denn es bringt wieder einmal etwas frischen Wind auf den Buchmarkt. Auch gut fand ich es, dass dieses Buch für einmal auf die sonst obligatorische Liebesgeschichte verzichtet. Zwar findet Juli Ksü`s Bruder toll, doch für mehr hat sie gar keine Zeit, kein Interesse und er sei sowieso zu alt . . . . ob das in den Folgebänden so bleibt? Wer weiss.

"Spiegelkind" hat kein wirkliches Ende, denn es ist der Auftakt einer Trilogie. Und so fand ich den letzten Satz sehr spannend, vielversprehend und passend.

Ich habe mich ja wahnsinnig auf ein neues Werk von Alina Bronsky gefreut, doch "Spiegelkind" konnte meinen Erwartungen nicht ganz gerecht werden.  Mit fehlte das gewisse Etwas von "Scherbenpark" und der bissige, schwarze Humor von "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche". Trotzdem bin ich gespannt, wie es mit ihrer Dystopie-Trilogie für Jugendliche weitergeht.





"Spiegelkind" bringt als Dystopie mit Fantasyelementen neuen Wind auf den Buchmarkt, doch an die ersten beiden Bücher von Alina Bronsky kommt es meiner Meinung nach nicht ran.




© Roman Größer


Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland, verbrachte ihre Kindheit auf der asiatischen Seite des Ural-Gebirges und ihre Jugend in Marburg und Darmstadt. Nach abgebrochenem Medizinstudium arbeitete sie als Texterin in einer Werbeagentur und als Redakteurin bei einer Tageszeitung. Sie lebt in Frankfurt und telefoniert bis heute fast täglich mit ihren Großeltern in Sibirien. Scherbenpark ist ihre erste literarische Veröffentlichung. (Quelle)