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Donnerstag, 2. Mai 2013

[Kinderbuch] "Ella in der Schule" von Timo Parvela




Titel: Ella in der Schule
Reihe: Ella, Band 1
Autor: Timo Parvela
Verlag: Carl Hanser (17. April 2013)
ISBN: 978-3423624565
Seiten: 144
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 - 8 Jahre


Inhalt:
Heute war wieder so ein lustiger Schultag: Der Lehrer hat selbst gesagt, Pekka dürfe die Seife nicht mit ins Schwimmbecken nehmen. Da hat Pekka sie eben an den Beckenrand gelegt. Natürlich ist der Lehrer darauf ausgerutscht ... Und weil nirgendwo sonst so komische Sachen wie in der Schule passieren, gehen Ella und ihre Freunde richtig gern zur Schule. Das Buch für die Schultüte, mit witzigen Illustrationen von Sabine Wilharm - zum Vorlesen und ersten Selberlesen!(Bild- und Textquelle: Hanser)  







Ich habe dieses Buch meiner damaligen 6. Klasse vorgelesen und wir haben zusammen tränen gelacht. Es ist mir noch nie passiert, dass ich Buch stellenweise kaum vorlesen konnte, weil ich selber so lachen musste.

Danach habe ich es allen anderen Lehrern zum Vorlesen empfohlen und schon bald wurde in fast allen Klasse “Ella” vorgelesen. Und alle haben es geliebt: Von der 1. bis zur 6. Klasse.
Die Kleinen lachen über den Inhalt und die Streiche, die Ella und ihre Klassenkameraden spielen, die Grossen lachen über den Humor zwischen den Zeilen.

Es ist so besonders witzig, weil die Welt mit den Augen eines Kindes gesehen und erzählt wird. Viele Missverständnisse sind vorprogrammiert, aber Timo Parvela weiss auch zu überraschen. An diesem Buch hat bestimmt die ganze Familie Freude. Die Altersangabe ist zwar als 6 - 8 Jahre angegeben, aber ich finde, da könnte wie bei allen Spielen bis 99 Jahre stehen. Zudem ist es eines der wenigen Kinderbücher, das sowohl von Mädchen wie auch von Jungs gelesen wird.

Viele tolle Bilder von Sabine Wilharm schmücken die Geschichte aus, was die Kinder sehr anspricht.

Und mich als Lehrerin haben natürlich schon die zwei Sätze auf der Rückseite des Buches zum Schmunzeln gebracht:

“In der Schule ist es wirklich lustig. An guten Tagen findet das sogar der Lehrer.”






Frisch, frech, witzig, Ella. Unbedingt lesen und vorlesen!









  • Ella in der Schule
  • Ella in der zweiten Klasse
  • Ella auf Klassenfahrt
  • Ella und der Superstar
  • Ella in den Ferien
  • Ella und die falschen Pusteln
  • Ella und der Neue in der Klasse





Timo Parvela, 1964 geboren, war lange und gern Lehrer, bevor er Schriftsteller wurde. Er schreibt für Erwachsene und Kinder, und wurde für seine Kinderbücher vielfach ausgezeichnet. Seine Ella-Bücher sind in Finnland Schullektüre und Kult zugleich. Sie wurden auf Anhieb Lieblingsbücher von Lesern (und Vorlesern!), die gern Tränen lachen. 2011 erschien sein Kinderbuch Die Wippe. Eine Geschichte von Bären und Freunden. Nach Ella in den Ferien (2011), dem fünften Ella-Buch bei Hanser, erscheint 2012 Ella und die falschen Pusteln.

(Textquelle: Hanser)

Samstag, 1. September 2012

[Rezension] "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green






Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Originaltitel: The Fault In Our Stars
Autor: John Green
Genre: Jugendliteratur,
Verlag: Hanser Verlag (30.07.2012)
ISBN: 978-3-446-24009-4
Seiten: 288
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 13 Jahren











Nachdem mich John Green mit dem Buch "Will & Will" begeistern konnte, wollte ich unbedingt mehr von diesem amerikanischen Superstar-Autor lesen. Und da mich bei seinem neusten Werk Titel, Cover und Inhaltsangabe  sofort ansprach, musste ich zugreifen.




„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.



Einstieg ins Buch:
Im Winter meines sechzehnten Lebensjahrs kam meine Mutter zu dem Schluss, dass ich Depressionen hatte, wahscheinlich, weil ich kaum das Haus verliess, viel Zeit im Bettverbrachte, immer wieder dasselbe Buch las, wenig ass und einen grossen Teil meiner reichlichen Zeit damit verbrachte, über den Tod nachzudenken.

Hazel hat mit ihren 16 Jahren schon viel durchgemacht: Sie leidet an Schilddrüsenkrebs, der sich über die Lunge als Metastasen ausgebreitet hat. Eine Sauerstoffflasche, die ihr das Atmen erleichter, ist ihr ständiger Begleiter. Diagnose: Unheilbar. Aus diesem Grund zieht sie sich immer mehr zurück, denn sie möchte so wenig Menschen wie möglich mit dem Schmerz belasten, den ihr Tod verursachen wird.

Der Grund, aus dem ich zur Selbsthilfegruppe ging, war derselbe, aus dem ich Krankenschwestern mit einer gerade mal achtzehn Monate langen Ausbildung erlaubte, mich mit Medikamenten mit exotischen Namen zu vergiften: Ich wollte meine Eltern glücklich machen. Denn es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit sechzehn an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt.     (Seite 13)

Und nur um ihre Eltern glücklich zu machen, geht sie trotz eigenem Widerwillen zur Selbsthilfegruppe für krebskranke Teenager. Dort lernt sie eines Tages den einbeinigen Augustus Waters kennen. Sofort ist sie von ihm fasziniert, denn er ist witzig und charmant und geht so anders mit seiner Krankheit um als sie. Mit ihm konnte sie über alles reden: über Bücher, Musik, aber auch über den Krebs.

Während er las, verliebte ich mich in ihn, so wie man in den Schlaf gleitet: langsam zuerst und dann rettungslos.      (Seite 117)

John Green erzählt die Geschichte aus der Sicht von Hazel Grace. Wir erfahren viel über ihr Leben und ihre Gefühlswelt. Dabei durchleben wir mir ihr die gesamte Gefühlspalette von distanziert sarkastisch, humorvoll offen, tragisch traurig, hoffnungsvoll ängstlich bis erschreckend ehrlich. Sofort habe ich sie in mein Herz geschlossen und mit ihr gelitten, geweint und gelacht.
Hazel und Augustus sind beide ausserordentliche Persönlichkeiten: sympathisch, klug und absolut authentisch. Die Gespräche zwischen den zweien sind herrlich, zum Teil schon fast philosophisch, ab und zu sarkastisch und regen oft zum Nachdenken an.

Auch gefallen hat mir die Geschichte in der Geschichte. Hazel hat ein absolutes Lieblingsbuch: "Ein herrschaftliches Leiden" von Per Van Houten. Schon oft hat sie es gelesen und es ist für sie ein treuer Begleiter. Doch da das Buch sehr aprupt endet, möchte sie unbedingt herausfinden, was aus den verschiedenen Charakteren aus dem Buch veworden ist. So versucht sie gemeinsam mit Gus den Autor zu finden und ihn zur Rede zu stellen.

Recht früh konnte ich mir ausmalen, wie das Buch enden muss und obwohl ich mit meinen Befürchtungen richtig lag, las ich die Seiten atemlos, unendlich traurig und auch ein wenig schockiert.

Selten habe ich ein Buch erlebt, das mir so unter die Haut gegangen ist, das mich Tage später noch mit einem Kloss im Hals zurücklässt, das ich bestimmt nie mehr vergessen werde. Gänsehaut pur!
John Green verzauberte mich mit seinem einfachen aber eindrücklichen Schreibstil von der ersten Seite an. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist ein ganz besonderes Buch und hat bei mir Spuren hinterlassen. Es hat mich sprachlos zurückgelassen und nach der letzten Seite musste ich erst dreimal tief durchatmen.
Es ging mir gleich wie Hazel: Während ich las, verliebte ich mich in das Buch, so wie man in den Schlaf gleitet: langsam zuerst und dann rettungslos.

"Das ist nicht fair“, sagte ich. „Es ist so unglaublich unfair.“ „Die Welt“ sagte er, „ist keine Wunscherfüllmaschine."     (Seite 197)





Die Gestaltung des Buches ist für mich einfach stimmig. Das Cover ist schlicht und kommt ohne Schnörkel aus, wie auch die Geschichte, und ist trotzdem aussagekräftig.Wir können die Skyline von New York, Häuserfassaden von Amsterdam, viele Sterne und einen Löwenzahn erkennen.
Das Buch ist für mich ein Gesamtkunstwerk.



"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" nimmt uns mit in eine Achterbahn der Gefühle. Die Geschichte von Hazel und Gus ist tiefgründig, dramatisch, ironisch, geht unter die Haut und lässt einen nicht mehr los. Deshalb: unbedingt lesen!



Hiermit verleihe ich dem Buch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"
von John Green die goldene Leseente.



John Green, 1977 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt Eine wie Alaska (Hanser, 2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Das Buch wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. war es für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Darauf folgten die Jugendromane Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen) (2008) und Margos Spuren (2010), ebenfalls nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und ausgezeichnet mit der Corine. Inzwischen wird Green mit Philip Roth und John Updike verglichen. Er lebt mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Indianapolis. Das Schicksal ist ein mieser Verräter, das in den USA schon vor dem Erscheinen ein Bestseller war, erschien bei Hanser.

Zahlreiche Infos über den Autor & das Buch findet ihr auch noch hier: