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Freitag, 9. September 2016

[Rezension] "Das Juwel. Die Weisse Rose" von Amy Ewing




Titel: Das Juwel - Die Weisse Rose
Reihe: Das Juwel, Band 2
Autorin: Amy Ewing
Übersetzerin: Andrea Fischer
Genre: Dystopie
Verlag: FISCHER FJB (25. August 2016)
ISBN: 978-3841422439
Seiten: 400
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre








"Das Juwel - Die Gabe" war ein vielversprechender Reihenauftakt, der mich mit einem grausamen System, vielfältigen Intrigen, einem durchdachten Weltenaufbau und einer klasse Optik überzeugen konnte. So war ich sehr gespannt, wie es im zweiten Band "Die weisse Rose" weitergehen würde und hoffte, dass Amy Ewing bei der Liebesgeschichte noch die Kurve kriegt.





Violet ist auf der Flucht. Nachdem die Herzogin vom See sie mit Ash, dem angestellten Gefährten des Hauses, ertappt hat, bleibt Violet keine Wahl, als aus dem Palast zu fliehen oder dem sicheren Tod ins Auge zu sehen. Zusammen mit Ash und ihrer besten Freundin Raven rennt Violet aus ihrem unerträglichen Dasein als Surrogat der Herzogin davon. Doch das Juwel zu verlassen ist alles andere als einfach. Auf ihrem Weg durch die Kreise der Einzigen Stadt verfolgen die Regimenter des Adels sie auf Schritt und Tritt. Die drei Geflohenen schaffen es nur äußerst knapp, sich in die sichere Umgebung eines geheimnisvollen Hauses in der Farm zu retten. Hier befindet sich das Herz der Rebellion gegen den Adel. Zusammen mit einer neuen Verbündeten entdeckt Violet, dass ihre Gabe sehr viel mächtiger ist, als sie sich vorstellen konnte. Aber ist Violet stark genug, sich gegen das Juwel zu erheben?
(Bild- und Textquelle: Fischer FJB)





Einstieg ins Buch:
Das Arkanum schweigt.
Ich betrachte die kleine silberne Stimmgabel, die inmitten des Schmucks auf meiner Frisierkommode liegt. Garnets Worte hallen mir durch den Kopf:
Wir holen dich da raus.

Optisch ist auch der zweite Band von "Das Juwel" ein richtiger Mädchentraum. Das wunderschöne Kleid ist ein Hingucker und der Spotlack ein richtiges Highlight. So passen "Die Gabe" und "Die Weisse Rose" optisch perfekt zusammen. Doch wo die Protagonistin auf dem ersten Cover noch unsicher zusammengekauert ist, hat sie sich nun aufgerichtet und sieht entschlossen aus. Und genau diese Entwicklung von Violet steht im Zentrum.

"Die weisse Rose" schliesst direkt an seinen Vorgänger an, so dass ich keinerlei Probleme hatte, mich wieder in der Geschichte zurecht zu finden. Nachdem Violet und Ash von der Herzogin überrascht worden sind, wurde ihr Geliebter in den Kerker geworfen und bei ihr will die Herzogin vom See nun keine Gnade mehr walten lassen. Violet soll ihr so schnell wie möglich ein Kind gebären.

„Du gehörst mir. Der Arzt wird erst dann zufrieden sein, wenn mein Kind in dir wächst. Von nun an werde ich keine Rücksicht mehr auf deine Schmerzen, Beschwerden und Launen nehmen. Du bist für mich wie ein Möbelstück. Ist das klar?“     (Seite 16)

Doch mit Hilfe der männlichen Kammerzofe Lucien und dem Sohn der Herzogin gelingt Violet, Ash und Raven die Flucht aus dem Juwel. Ihr Ziel ist nun die Farm. Unterwegs decken sie noch mehr Gräueltaten des Adels auf, so dass sie schlussendlich unbedingt gegen das Juwel vorgehen wollen.

Auch dieses Mal wird die Geschichte aus der ich-Perspektive der 16-jährigen Violet Lasting erzählt. Sie hat sich im Gegensatz zu Band 1 positiv weiterentwickelt, doch ich muss ehrlich sagen, dass sie immer noch nicht zu meinen Lieblingscharaktere gehört. Irgendwie ist sie mir zu wenig greifbar. 
Mein Wermutstropfen in "Die Gabe" war Ash und die Liebesgeschichte zwischen den beiden. So war ich wirklich froh, dass der Fokus nicht auf den beiden als Paar lag, trotzdem wurde ich mit Ash immer noch nicht ganz warm. Er war mir schlichtweg zu blass.

Überzeugen konnte mich dafür Violets beste Freundin Raven. Ihr wurde im Haus vom Stein böse mitgespielt, sie zeigt aber wahre Stärke.

Der Adel nimmt, aber es ist nie genug. Er nimmt sich die Mädchen, um seine Kinder auszutragen, er nimmt die Jungen als Beschützer, Verführer oder Diener. Doch wir sind keine Gegenstände. Wie sind weder die letzte Mode noch die teuerste Trophäe. Wir sind Menschen. Und ich werde dafür sorgen, dass der Adel das versteht.     (Seite 202) 

Gut gefallen hat mir, dass es nun endlich mehr Hintergrundinformationen gab. 
Auch die Fantasyaspekte, die neu eingewoben wurden, fand ich sehr interessant und ich bin gespannt, was Violet daraus dann im Finale macht.

Amy Ewing schreibt sehr schlicht und flüssig. Dazu kommt, dass die Schrift recht gross gehalten ist, so dass man förmlich durch die Seiten rast. Ab und zu gibt es zwar eine kurze Durststrecke und vieles ist vorhersehrbar, doch sonst versorgt uns die Autorin fortwährend mit Spannung und wartet am Ende mit einem richtig fiesen Cliffhanger auf. Auf Band 3 müssen wir aber wohl noch eine Weile warten, denn das Original erscheint erst diesen Oktober.





"Das Juwel. Die Weisse Rose" ist optisch ein richtiges Highlight, inhaltlich aber nur ein solider Mittelteil. Zwar schenkte mir Amy Ewing unterhaltsame Lesestunden, doch leider hat sie das Potential der Geschichte meiner Meinung nach nicht ganz ausgeschöpft. Ich hoffe, dass dieses Durchschnaufen ein Atemholen für ein fulminantes Finale ist.








            


          1.      Die Gabe     →   zu meiner Rezension
          1.5    Das Haus vom Stein   (E-Short)
          2.      Die Weisse Rose
          2.5    Garnets Geschichte
          3.      Der Schwarze Schlüssel     →   zu meiner Rezension






AMY EWING ist in einer Kleinstadt in der Nähe von Boston aufgewachsen und hat in New York Kreatives Schreiben studiert. Die Autorin wohnt im New Yorker Stadtteil Harlem und verbringt ihre Zeit mit Schreiben, Käse essen und gelegentlichem Schauen von »Vampire Diaries«-Folgen.

(Textquelle: Fischer Verlage)



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