Freitag, 23. Oktober 2015

[Rezension] "Das Juwel - Die Gabe" von Amy Ewing




Titel: Das Juwel - Die Gabe
Reihe: Das Juwel, Band 1
Autorin: Amy Ewing
Übersetzerin: Andrea Fischer
Genre: Dystopie
Verlag: FISCHER FJB (20. August 2015)
ISBN: 978-3841421043
Seiten: 448
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren






Auf "Das Juwel - Die Gabe" wurde ich schon sehr früh aufmerksam, denn die Originalausgabe war einem regelrechten Hype ausgesetzt und einige Blogger hatten so schon lange darauf gehofft, dass das Buch auch übersetzt wird. Und so muss ich mir auch ein Bild davon machen.





Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken. 
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen?
Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel.
(Bild- und Textquelle: Fischer FJB)







Einstieg ins Buch:
Heute ist mein letzter Tag als Violet Lasting.

"Das Juwel" ist wirklich ein Hingucker. Das Cover ist mit Glitzer verziert und auf dem Vorsatzblatt sind viele Infos zum Buch grafisch und schön bunt dargestellt. Optisch werden also Mädchenträume war, doch wie sieht es inhaltlich aus?
Violet Lasting ist im Sumpf aufgewachsen, dem ärmsten Viertel der einzigen Stadt. Doch sie ist etwas Besonderes, denn sie kann durch blosse Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Aus diesem Grund wurde sie in die Verwahrungsanstalt Southgate gebracht, in der sie darauf vorbereitet wird, ein Surrogat zu sein. Bei einer Auktion werden all diese Mädchen versteigert um als Leihmutter für die Reichen zu dienen.

Ich würde lieber mit Annabelle in meinem Zimmer essen, als zuhören zu müssen, wie diese Frauen über Surrogate sprechen, als wären sie Haustiere oder ein neues Paar Schuhe.       (Seite 254)

Das System und all die Intrigen dahinter sind wirklich grässlich. Gerade als Mutter ist die Idee mit dieser erzwungenen Leihmutterschaft erschreckend - vor allem, weil die reichen Damen ihren Surrogat wie einen Hund an die Leine nehmen und vorführen. So lebt Violet zwar im Luxus des Juwels - doch sie hat weniger Freiheiten als je zuvor. Mich konnte Amy Ewing mit ihrer originellen, aber auch grausamen Idee überzeugen und faszinieren. Die Welt ist gut durchdacht, ich hätte mich jedoch über etwas mehr Hintergrundinformationen gefreut.

Violet ist eine sympathische Protagonistin, denn sie ist sehr bodenständig und wünscht sich eigentlich nichts mehr, als bei ihrer Familie sein und sie unterstützen zu können. Sie möchte unbedingt ein selbstbestimmtes Leben und würde gerne gegen das System aufbegehren. Ab und zu handelt sie jedoch etwas gar unüberlegt und je länger die Geschichte dauert, desto blauäugier wird sie.

"Hoffnung ist ein kostbares Gut, nicht wahr?", sagt sie leise. "Und doch wissen wir sie erst zu schätzen, wenn sie fort ist."        (Seite 312)

Ein richtiger Wermutstropfen ist für mich leider die Liebesgeschichte. Innerhalb kürzester Zeit lernen sich Violet und Ash kennen und dann ist es gleich die grosse Liebe. Für mich ist das nicht wirklich nachvollziehbar und vor allem auch kitschig. Sobald sie Ash kennenlernt, wirft sie jegliche Vorsicht über Bord und handelt immer naiver.
Bei Ash fehlte mir sowieso jegliche Substanz. Zwar hat man das eine oder andere über ihn erfahren, doch er blieb mir zu blass und konnte mich leider gar nicht überzeugen.

Viel besser gefallen hat mir da Violets beste Freundin Raven. Sie ist alles andere als auf den Mund gefallen und tritt sehr selbstsicher auf. Ich hoffe doch, dass sie im zweiten Band etwas mehr Platz bekommt.

"Es ist schwer, sich daran zu erinnern, wer man mal war, wenn man immer so tut, als wäre man jemand anders."     (Seite 327) 

Amy Ewing erzählt aus der ich-Perspektive der Protagonistin, wodurch wir ihre Gefühls- und Gedankenwelt schön geschildert bekommen. Ihr Schreibstil ist sehr schlicht, lässt sich dafür aber sehr flüssig lesen.
Zu Beginn wird man gleich in die Geschichte hineingeworfen, so dass man sich Seite um Seite in Ewings dystopische Welt einlesen muss. Dann zieht die Autorin die Spannung immer mehr an und streut regelmässig dramatische Ereignisse ein, so dass es einem bei der Lektüre nie langweilig wird. Im Gegenteil: Man möchte unbedingt alle Fragen klären und gerät dadurch in einen regelrechten Lesesog, der in einem Showdown inklusive Cliffhanger endet. So warte ich schon gespannt auf die Übersetzung von "The White Rose".





"Das Juwel - Die Gabe" ist ein vielversprechender Reihenauftakt, der mich mit einem grausamen System, vielfältigen Intrigen, einem durchdachten Weltenaufbau und einer klasse Optik überzeugen konnte. Die Liebesgeschichte lässt leider zu wünschen übrig, denn sie erscheint mir viel zu erzwungen und unglaubwürdig.
Ich bin aber schon sehr gespannt, wie es im zweiten Band weitergehen wird.









   

  1. Das Juwel - Die Gabe
  2. Die Weisse Rose






AMY EWING ist in einer Kleinstadt in der Nähe von Boston aufgewachsen und hat in New York Kreatives Schreiben studiert. Die Autorin wohnt im New Yorker Stadtteil Harlem und verbringt ihre Zeit mit Schreiben, Käse essen und gelegentlichem Schauen von »Vampire Diaries«-Folgen.

(Textquelle: Fischer Verlage)



Kommentare:

  1. Die Liebesgeschichte fand ich auch etwas seltsam :-)
    Aber jetzt können wir uns gemeinsam auf die Fortsetzung freuen.

    Liebe Grüße

    Steffi

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    1. Hoi Steffi

      Ja, ich hoffe, dass da nicht wahnsinnig viel in die Liebesgeschichte investiert wird ;-) ich würde mich viel mehr über Raven freuen ...

      lg Favola

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    2. Sabrine hat "White Rose" glaub mit in den Urlaub genommen - dann wissen wir evtl. schon etwas mehr :-)

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    3. Ah stimmt, bei ihr habe ich das Cover ja schon gesehen ....

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  2. Hallo Favola,

    das Buch dümpelt noch auf meinen Wunschzettel herum. Ich habe schon einige gute Rezensionen dazu gelesen, aber bis jetzt habe ich es noch nicht in meinen Einkaufswagen gelegt ;-)
    Ich mag solche Liebesgeschichten, die so extrem schnell gehen auch überhaupt nicht.
    Vielleicht warte ich einfach ab, wie der zweite Teil wird und überlege mir dann, ob ich die Bücher lesen möchte.

    Liebe Grüße
    Lyiane

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    1. Hey Lyiane

      Das ist doch eine gute Taktik, die ich auch ab und zu anwende.
      Die Idee, der Weltenenwurf und natürlich die Optik haben mir wirklich gefallen, doch eben, die Liebesgeschichte .... ich war froh, dass die sich erst recht spät abgezeichnet hat und ich hoffe, dass in Band 2 nicht darauf das Hauptaugenmerk liegt.

      lg Favola

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  3. Halli hallo

    Also deine Rezi könnte ich glatt unterschreiben ich hatte genau dieselben Kritikpunkte.
    Bis S.300 habe ich das Buch verschlungen und dann ahhhhh!!!
    Also diese Liebesgeschichte ging gar nicht, fehlte nur noch eine Dreiecksbeziehung und das Mass wäre definitiv voll gewesen.
    Mich störte noch eine Ungereimtheit bezüglich des medizinischen Aspektes und dem musste ich natürlich nachgehen ;)
    Anscheinend gab es da ein Missverständnis zwischen Autorin und Übersetzerin....
    Dank des Endes, dass ich echt nicht erwartet hätte reichte es dann doch für vier Sterne ;)

    Ich hoffe nun auch auf mehr Raven und Hintergrundinfos bei der Fortsetzung ;)

    Liebe Grüsse
    Bea

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    1. Hoi Bea

      Ah schön, dass wir gleicher Meinung sind. Hast du dazu eine Meinung auf LB verfasst?
      Oh ja, eine Dreiecksgeschichte wäre noch der Gipfel gewesen ... aber was nach ist, kann ja noch werden .... aber nein, wir wollen jetzt mal nicht den Teufel an die Wand malen ;-) Ich war einfach froh, dass die Liebesgeschichte doch recht spät im Buch zum Tragen kam (oder besser gesagt, alles zum Einsturz brachte ....).
      Mit medizinischen Aspekten kennst du dich natürlich aus, da kann ich gut verstehen dass dir das sofort auffällt und dann auf dem Magen liegt.
      Ich hoffe auch, dass Raven in der Fortsetzung mehr Platz bekommt und Hintergrundinfos sollten ja schon noch kommen .... also ich bin noch guten Mutes für Band 2 :-)

      lg Nicole

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    2. Ja meine Meinung steht bei L.B und der Leserunde habe ich mich dann auch noch ganz spontan angeschlossen aber erst nach dem Lesen ;)

      Liebe Grüsse
      Bea

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  4. Hallo meine Liebe,

    ich freue mich, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat! :)
    Und Band 2 ist... soooo gut! Hach..

    LG Sabrina

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    1. Huhu Sabrina :-)

      Ja, und seit du mir so von Band 2 vorgeschwärmt hast, kann ich die Fortsetzung kaum noch erwarten. Aber da muss ich mich ja noch etwas gedulden.

      lg Favola

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