
Ich weiss nicht, ob das normal ist, dass alles, was mir am Tag fehlt, in der Nacht in Hülle und Fülle da ist.
Schuhe, Essen, Klamotten, Luft, Vater, Lenny. (Seite 11)
Immer wieder erleben wir in Büchern Jugendliche, die grosse Probleme haben. Ich habe sogar das Gefühl, dass sich diese 'dramatischen Jugendbücher' häufen. Und zu diesem 'Coming-Of-Age' gehört auch "Heldentage".
Von der jugendlichen Leichtigkeit bekommt die Protagonistin Lea kaum etwas zu spüren. Im Gegenteil: Ein ganzer Berg Probleme droht sie zu begraben. Ihr Vater ist an die Sonne nach Ibizza gezogen, woraufhin sich die Mutter völlig in der Wohnung verschanzt und sich nur noch an ihren Flaschenfreunden festhält. So vertrinkt sie das wenige Geld, das die beiden zur Verfügung haben und Lea kennt das Gefühl von Hunger nur zu gut. Sie muss für ihre Mutter aufs Amt, Zigaretten und Alkohol besorgen, trägt Kleider und Schuhe für Hilfsbedürftige und hat Probleme mit der Luft, mit dem Atmen. Sie schämt sich .... für ihre ganze Situation, ihre Mutter, ihre Schuhe, ihre Haut, dass sie nicht küssen kann .... (Mein ganze Rezension gibt es hier zu lesen.)
Von Jugendproblemen in Büchern zu lesen ist das eine - aber wie werden die Jugendlichen von heute gesehen? Von ihren Eltern, Lehrern, sich selber? Aus diesem Grund habe ich die Meinung einiger Personen dazu zusammengetragen.

Mädchen erden jetzt auch immer mehr ein Thema und dann versteh mal die Weiber
Nadine ( 39 Jahre), Mutter
ine Herausforderung als Jugendliche ist es, auch für mich, selbst mit sich zufrieden zu sein. Der Körper verändert sich und während andere Mädchen im selben Alter schon mit der Pubertät oder all den Problemen durch sind, steht man selbst daneben und ist noch nicht mal annähernd am Ende der Pubertätsphase angelangt. Man vergleicht sich in dem Alter einfach ständig, möchte seinen eigenen Voraussetzungen gerecht werden, doch das ist nicht immer einfach, wenn man sieht was für eine schöne reine Haut alle haben und wie zufrieden alle scheinen. Das schlimmste ist wirklich das Aussehen, auch wenn ich finde, dass es nicht das Wichtigste ist. Sich im Jugendalter wohl zufühlen fällt schwer. Auch wenn Freunde und Familie akzeptieren wie du bist, selbst ist es viel schwerer sich so zu akzeptieren wie man ist. Auch wenn man weiß, dass die Phase irgendwann vorüber ist. Sport, gesunde Ernährung.. Eine weitere Herausforderung sind auch die Freunde. Ab der ersten Klasse hat man eine beste Freundin und mittlerweile haben sich alle verändert, auch die beste Freundin und man muss einfach los lassen, denn mit der Zeit wächst man aus solchen Freundschaften raus und merkt das aus vielen ein ganz anderer Mensch geworden ist. Dies war nicht immer einfach, doch im Endeffekt war es die richtig Entscheidung. Auch die Schule ist eine Herausforderung. Man möchte am liebsten alle Aufgaben richtig lösen und möchte sich keinen Fehler leisten. Leistet man sich einen, dann wird mich dieser in den nächsten 3 Wochen verfolgen. Andere machen sich über Fehler nicht lustig, aus Fehlern lernt man. Doch mit sich selbst ist man viel zu kritisch. Das weiß man, doch man kann es erstmal nicht ändern. Eine kleine Herausforderung ist auch der Klamottengeschmack, solangsam finden man seinen Stil und zwei Wochen später kann der Schrank wieder ausgemistet werden. Echt nervig! Natürlich erlebt man in diesem Alter viele schöne Dinge, doch dies waren ein paar Antworten auf die Frage. In dem Alter ist es nicht immer einfach, doch bald werde ich 16, nächstes Jahr 17 und ich denke, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.
Jenna (15 Jahre), Schülerin
s gibt wohl kaum eine andere Lebensphase, in der so starke Veränderungen und Unsicherheiten mit der Notwendigkeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen, zusammenfallen wie die Pubertät.
Schulen wie Elternhaus stellen oft hohe schulische Erwartungen an die Jugendlichen, um ihnen einen möglichst optimalen Übertritt in die Berufswelt zu ermöglichen. Während der Suche dann nach einer geeigneten Lehrstelle stehen sie unter hohem Wettbewerbsdruck, der sich über viele Monate hinziehen kann, oft begleitet von Absagen, die den Jugendlichen sehr zu schaffen machen.
Die Gesellschaft erwartet von Jugendlichen verstärkt , dass sie Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen. Dies ist oft auch sehr anspruchsvoll, da ihr Alltag geprägt ist von ihrem kulturellen wie sozialen Hintergrund. Es entsteht vermehrt der Wunsch nach mehr Autonomie, was dann zu Auseinandersetzungen mit den Eltern führen kann.
Die Jugendlichen müssen lernen sich im Informationsüberschuss zurechtzufinden, wo die Gefahr gross ist, Verlockungen nicht widerstehen zu können. Virtuelle Welten, kommerzielle Interessen und Konsumangebote sind überall in Lauerstellung und buhlen um sie.
Mit der stetigen Ablösung ihrer familiären Bindung wird für viele Jugendliche die Cliqué zur neuen Bezugsgruppe. Werte und Verhalten werden vornehmlich von Gleichaltrigen beeinflusst. Aber auch innerhalb der Peer-Group müssen sie sich positionieren und definieren. Risikoreiches Verhalten und Entscheiden können zu negativen Folgen führen. Auch der Kontakt mit dem anderen Geschlecht wird zu einer weiteren gossen Herausforderung.
Die An- und Herausforderungen an Jugendliche mit ihrem bestehenden Erfahrungsschatz sind in unserer hektischen und schnell wechselnden , sehr individualisierten und wertevielfältigen Zeit sehr anspruchsvoll geworden - eine grosse Herausforderung für Eltern, Schulen und Gesellschaft, Jugendliche für ihr eigenständiges Leben gut vorzubereiten!
Christian (56 Jahre), Reallehrer - 9. Klasse
Nicki (18 Jahre), angehende Studentin
as Erwachsenwerden ist seit jeher eine Zeit, die junge Menschen vor große Herausforderungen stellt. Diese ändern sich jedoch stetig. Im Zeitalter von sozialen Netzwerken und einer großen Medienpräsenz ist es oft schwierig für die Jugendlichen, sich selbst und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Die größte Herausforderung ist aber wohl, den Eindruck habe ich zumindest bei meiner Arbeit gewonnen, einen möglichst hohen Schulabschluss zu erreichen. Viele Arbeitgeber verlangen heute für Ausbildungen einen sehr guten Realschulabschluss oder sogar das Abitur. Ein Haupt- oder gar Förderschulabschluss ist kaum noch etwas wert und macht die Ausbildungsplatzsuche sehr schwer. Viele Jugendliche flüchten sich in Aushilfsjobs oder Jobs für ungelernte Kräfte, um ohne Ausbildung erst einmal über die Runden zu kommen, und bleiben dann dort hängen. Aber auch wenn sie einen Ausbildungsplatz finden stehen sie weiter unter Druck, denn die Anforderungen sind hoch.
Eva ( 33 Jahre), Jugendpflegerin
Carmen ( 49 Jahre), Mutter
Verena ( 37 Jahre), Lehrerin an einer Realschule plus
Was ist eure Meinung: Welchen Herausforderungen müssen sich Jugendliche von heute stellen?
Morgen gibt es dann noch mehr Lesefutter von Sabine Raml. Ihre Kurzgeschichte »Easy« gibt es exklusiv auf diesen Blogs:









