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Sonntag, 24. Februar 2013

[Wer "A" sagt . . .] mit Katja Brandis









Vor meiner Karriere als Autorin war ich . . . .

... wollte ich schon Stewardess, Astronautin und Journalistin werden. Wie gut, dass die NASA mich nicht wollte, ich wäre sowas von raumkrank geworden dort oben!


Mir gefällt an meinem Beruf . . . .

... dass ich jedem Tag das tun kann, was ich am liebsten mache.


Ein Tag im Leben einer Autorin . . . .

... Mich seufzend aus dem Bett wälzen, mit Mann und Sohn frühstücken und dabei viel lachen, Sohn inkl. Ranzen aus der Tür schieben, hochhechten zu meinem Schreibtisch und in die Tasten hauen. Erst arbeite ich am neusten Manuskript weiter, dann kümmere ich mich um alles andere – korrigiere Vorschautexte, gebe Interviews oder schreibe Rechnungen für gerade gehaltene Lesungen. Manchmal telefoniere ich mit meinem Agenten oder einer Kollegin. Ausklingen lasse ich den Arbeitstag mit etwas Recherche, bis mein Sohn aus der Mittagsbetreuung kommt. Dann ist Auf-dem-Teppich-raufen, Vorlesen und Durchs-Mikroskop-spähen angesagt.


Meine Ideen für ein Buch . . .

... lassen mich immer heillos entflammen, am liebsten würde ich jede jetzt und sofort anpacken. Aber meist muss ich mich bremsen und den Ideen sagen „Okay, schön nacheinander, welche will zuerst?“


Ein unvergessliches Erlebnis als Autorin . . .

... eine Lesung in der Schweiz, ich las aus Ruf der Tiefe vor einer Klasse von jungen Sportlern, die eigentlich als Nichtleser galten. Aber irgendwie funkte es zwischen mir und dieser Klasse, wir hatten höllisch viel Spaß und ein tolles Gespräch. Am Schluss gab nicht nur ich Autogramme, sondern ich ließ ganz spontan sämtliche Schüler in meinem Roman-Leseexemplar unterschreiben (eine bislang einmalige Ehre). Und einige der „Nichtleser“ hatten beschlossen, dass sie Ruf der Tiefe unbedingt lesen wollten. Aus solchen Veranstaltungen geht man beseelt und voller Energie raus.


Mein Lieblingsbuch . . .

... ist immer noch Krabat von Otfried Preussler – ich war sehr traurig über Preußlers Tod!


Als nächstes plane ich . . .

... einen Roman, der komplett auf dem offenen Meer spielt. Gerade habe ich mit der Recherche begonnen, mir tonnenweise Bücher gekauft und schon einige Interviewtermine vereinbart.









Als Kind . . . .

... war ich der klassische bebrillte Bücherwurm.


Bücher . . . .

... sind Schokolade für die Seele!


Es war einmal . . . .

... ein Mädchen, das von fernen Welten träumte.


Am liebsten . . . .

... knuddele ich meinen Mann, meinen Sohn und unsere drei Katzen. Wer eben gerade in der Nähe ist :-)


Seit gestern weiß ich . . . .

... dass meine Leser den neuen Roman anscheinend mögen!


Schon immer . . . .

... umflattern mich Geschichten.


Ich will gar nicht wissen, . . . .

... wie unsere arme Erde in hundert Jahren aussieht.







Katja Brandis wurde 1970 geboren, wuchs im Rhein-Main-Gebiet auf und studierte dort Amerikanistik, Germanistik und Anglistik. Sie begann schon als Kind Geschichten zu schreiben, die oft in fernen Welten spielten, und produzierte als Jugendliche stapelweise Manuskripte. Nachdem sie viele Jahre lang im “stillen Kämmerlein” geschrieben hatte, trat sie während des Studiums dem Frankfurter Schriftstellerkreis bei, der das Entstehen ihres ersten Romans Der Verrat der Feuer-Gilde begleitete. Heute lebt sie mit ihrem Mann und Sohn in der Nähe von München und arbeitet als freie Autorin, Lektorin und Journalistin.

Katja Brandis´ Hobbys sind Lesen, Schreiben, Schwimmen, ins Kino gehen, Tauchen und Reisen. Ihre Lieblingsautoren sind in der allgemeinen Literatur T.C. Boyle, Tracy Chevalier, Andreas Eschbach und Margaret Atwood, im Bereich Fantasy Robin Hobb, Tad Williams, George R.R. Martin (“Song of Ice and Fire”), Marion Zimmer Bradley (nur die Darkover-Bücher) und John R.R. Tolkien.
(Bild- und Textquelle: http://www.katja-brandis.de)






Da Katja Brandis schon so eine grosse Anzahl an Büchern erfolgreich veröffentlicht hat, habe ich eine bunte Auswahl getroffen.

  • Und keiner wird dich kennen     → zu meiner Rezension
  • Libellenfänger
  • Schatten des Dschungels
  • Ruf der Tiefe
  • Der Verrat der Feuer-Gilde. Kampf um Daresh 01
  • Feuerblüte 02. Im Reich der Wolkentrinker
  • Der Elefantentempel
  • Koalaträume
  • Nachtlilien (unter dem Pseudonym Siri Lindberg herausgegeben)


     
     
     




Liebe Katja, herzlichen Dank, dass du bei meiner Aktion "Wer A sagt . . " mitgemacht hast. Es war ein sehr interessanter Kontakt mit dir und ich weiss nun ganz sicher, dass ich noch mehr Bücher von dir lesen "muss". "Nachtlilien" wartet übrigens schon auf mich.


Und wer auch die anderen B-Sagerinnen kennenlernen möchte, findet diese hier: *klick*
 
 

Mittwoch, 20. Februar 2013

[Rezension] "Und keiner wird dich kennen" von Katja Brandis







Titel: Und keiner wird dich kennen
Autorin: Katja Brandis
Genre: Jugendbuch, Thriller
Verlag: Beltz & Gelberg (28. Januar 2013)
ISBN: 978-3407811301
Seiten: 400
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre


Da mir das Cover wirklich gut gefällt und die Inhaltsangabe sehr vielversprechend tönt, habe ich mein Glück bei der Bloggeraktion von Blogg dein Buch und Beltz&Gelberg versucht und wurde für die 20 Rezensionsexemplare ausgelost.






Ganz neu anfangen, alles hinter sich lassen, in eine andere Haut schlüpfen ... Was für manche ein verlockendes Gedankenspiel ist, wird für die 16-jährige Maja tödlicher Ernst. Ein packender Thriller um Identität, Stalking und die Macht des Internets.

Gute Freunde, ein schönes Zuhause und den tollsten Jungen der Welt zum Freund: Nach Jahren der Angst ist Maja endlich glücklich. Bis zu dem Tag, als der Mann aus dem Gefängnis entlassen wird, der Majas Familie einst brutal terrorisiert hatte. Er schreckt auch jetzt vor nichts zurück. Die Familie muss untertauchen: neue Stadt, neue Identität, alles auf Null. Nicht mal zu Lorenzo, ihrem Freund, darf Maja, die nun Alissa heißt, Kontakt haben. Ein neuer Albtraum beginnt: Wie soll sie Freunde finden, wenn sie nur Lügen erzählen darf und schon das kleinste Partybild auf Facebook ihr Leben in Gefahr bringen kann? Und wie könnte sie Lorenzo je vergessen? Einsam, voller Wut und Sehnsucht trifft Maja eine verhängnisvolle Entscheidung …
(Text- und Bildquelle: Beltz&Gelberg)



Einstieg ins Buch:
Als Maja die Wohnungstür aufschliesst und in den Flur tritt, spürt sie sofort, dass etwas nicht stimmt. Es ist so still.

Stalking - ein Thema das in den letzten Jahren vermehrt in den Medien präsent war. Ab und zu hört oder liest man von Fällen, die nicht gut endeten und immer mehr vernimmt man, dass Opfer alleine dastehen, da der Polizei die Hände gebunden sind, wenn noch nichts wirklich Schlimmes geschehen ist. Dieses heikle Thema einmal in einem Jugendthriller "mitzuerleben", war für mich neu und besonders interessant.

Manche Worte fressen sich in die Seele wie Säure, besser, man erspart sie sich.   (Seite 10)

Maja lebt mit ihrer Mutter Lila und ihrem kleinen Bruder Elias zusammen in Offenbach. In Lorenzo hat sie ihre grosse erste Liebe gefunden und alles könnte so perfekt sein, wenn da nicht die ständige Angst wäre . . . wenn sie nicht ständig von der Vergangenheit eingeholt würde . . .

Schon auf der ersten Seite realisiert man, dass im Hause Köttnitz etwas gar nicht in Ordnung ist. Maja kommt nach Hause und ihre Mutter sitzt reglos auf dem Sofa und raucht - raucht seit drei Jahren die erste Zigarette. Es ist ein Brief von der Polizei angekommen, in dem ihnen mitgeteilt wird, dass Robert Barsch in einigen Tagen aus der Haft entlassen würde. Und obwohl sie weggezogen sind und alles getan haben um anonym zu bleiben, sind sich Lila und Maja sicher, dass er sie wieder finden wird. Und wirklich: noch aus der Haft nimmt Robert Barsch telefonisch Kontakt auf und droht Maja, dass sie sie killen würden, wenn ihre Mutter nicht zu ihm zurückkäme . . .

Müssen sie wirklich ihr ganzes Leben zurücklassen, alles? Wieso eigentlich werden sie so furchtbar bestraft, obwohl sie nichts getan haben? Wieso sie und nicht derjenige, der ihnen das antut?   (Seite 44)

In der Geschichte begleiten wir mehrheitlich Maja und bekommen so hautnah mit, wie es in ihr aussieht. Wir erleben ihre Angst, ihre Zerrissenheit, ob sie Lorenzo wirklich aufgeben kann, um mit ihrer Familie noch einmal ganz von vorne zu begonnen, und ihren Willen, sich nicht unterkriegen zu lassen. So wird einem auch als Aussenstehender schnell klar, was es heisst, von einem Stalker terrorisiert zu werden . Und dennoch kann sich wohl kaum jemand vorstellen, was es heisst, alles hinter sich zu lassen, alles aufzugeben und eine neue Identität anzunehmen. Keinen Kontakt mehr zu anderen Familienmitgleidern, zu Freunden und Bekannten, sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen und spezielle Hobbys oder Talente, ja sich selber aufzugeben und in eine Rolle hineinzuschlüpfen.
Maja war mir sofort sympathisch, denn sie wirkt mit ihrem Gefühlschaos und mit ihrem Handeln sehr authentisch.
Kursiv gedruckt erleben wir mit ihr Rückblenden in die Vergangenheit. Immer wieder wird sie von einer beängstigenden Szene mit Robert Barsch eingeholt und so erfahren wir nach und nach, was sich alles so zugetragen hat, bevor er ins Gefängnis musste.

Einzelne Kapitel erleben wir auch an der Seite von Lorenzo und Robert Barsch. Das gibt der Story noch mehr Tiefgang, vor allem die Perspektiven des Täters finde ich sehr spannend und aufschlussreich. So erleben wir seine wirren, krankhaften Gedanken und bekommen nach und nach auch eine Ahnung davon, warum Robert Barsch so wurde.

Dauernd denkt sie darüber nach, wer ihr was gemailt haben könnte, wie viele Facebook-Postings sie verpasst, wie viele unbeantwortete SMS inzwischen aufgelaufen sein könnten. (Seite 72)

Ein weiteres Thema, dem im Buch etwas mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird, sind die neuen Medien und sozialen Netzwerke. Nach dem Neuanfang erleben wir mit, wie schwer es Maja fällt auf ihr Handy und das Internet zu verzichten. Die Abhängigkeit von Facebook & Co. ist wohl grösser als es den meisten erscheint. Das mag nachdenklich stimmen, doch wir erleben auch, wozu soziale Netzwerke gut sein können . . .

Katja Brandis hat es geschafft, dass ich das Buch kaum mehr aus den Händen legen konnte. Sie schreibt prägnant und fesselnd. Mit ihrem sehr real wirkenden Jugendthriller hat sie mich zum Nachdenken angeregt, denn genau so könnte ein "Stalking-Fall" aussehen




Das Cover war das erste, das mir ins Auge gestochen ist. Das Rot leuchtet einem direkt entgegen und wirkt mit dem Schwarz noch viel mehr. Sofort erkennt man den Fingerabdruck, in dessen Mitte ein Mädchen abgebildet ist. Das Titelbild passt ausgezeichnet zum Buchinhalt, denn es gibt wohl kein besseres Zeichen für die eigene Identität.


  



"Und keiner wird dich kennen" ist ein sehr spannender und authentischer Jugendthriller, der das heikle Thema Stalking behandelt. Hautnah erleben wir mit, wie es Opfern ergeht und bekommen auch einen interessanten Einblick in die Psyche des Täters.







Katja Brandis wurde 1970 geboren, wuchs im Rhein-Main-Gebiet auf und studierte dort Amerikanistik, Germanistik und Anglistik. Sie begann schon als Kind Geschichten zu schreiben, die oft in fernen Welten spielten, und produzierte als Jugendliche stapelweise Manuskripte. Nachdem sie viele Jahre lang im “stillen Kämmerlein” geschrieben hatte, trat sie während des Studiums dem Frankfurter Schriftstellerkreis bei, der das Entstehen ihres ersten Romans Der Verrat der Feuer-Gilde begleitete. Heute lebt sie mit ihrem Mann und Sohn in der Nähe von München und arbeitet als freie Autorin, Lektorin und Journalistin.

Katja Brandis´ Hobbys sind Lesen, Schreiben, Schwimmen, ins Kino gehen, Tauchen und Reisen. Ihre Lieblingsautoren sind in der allgemeinen Literatur T.C. Boyle, Tracy Chevalier, Andreas Eschbach und Margaret Atwood, im Bereich Fantasy Robin Hobb, Tad Williams, George R.R. Martin (“Song of Ice and Fire”), Marion Zimmer Bradley (nur die Darkover-Bücher) und John R.R. Tolkien.
(Bild- und Textquelle: http://www.katja-brandis.de)

Katja Brandis hat auch bei meiner Autoren-Aktion "Wer "A" sagt ..." mitgemacht:

 


Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an:



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