Dienstag, 16. April 2013

[Rezension] "Die Auserwählte" von Jennifer Bosworth










Titel: Die Auserwählte
Autorin: Jennifer Bosworth
Originaltitel: Struck
Genre: Endzeitroman - Urban Fantasy
Verlag: Goldmann Verlag (18. Februar 2013)
ISBN: 978-3442477012
Seiten: 416



Das Thema mit den Blitzen hat mich sehr gereizt . . . wieder einmal etwas anderes . . .









Mia Price liebt es, vom Blitz getroffen zu werden. Es löst in ihr eine überwältigende Energie aus, nach der sie sich immer öfter sehnt. Als aber ein gewaltiges Erdbeben ihre Heimat Los Angeles fast komplett zerstört, geht es nur noch ums Überleben. Im Chaos der Nachbeben werben zwei rivalisierende fanatische Gruppen um Gefolgsleute. Beide versprechen, dass nur ihre Anhänger den nahenden Weltuntergang überleben werden, und beide wollen Mia auf ihre Seite ziehen. Ist sie etwa die Schlüsselfigur der bevorstehenden Apokalypse?(Bild- und Textquelle: Goldmann)





Einstieg ins Buch:
Wenn man so oft vom Blitz getroffen wurde wie ich, rechnet man irgendwann ständig mit dem schlimmsten. Man ist sich nie sicher, wann wieder einer jener gezackten, mit Millionen Volt elektrischer Spannung aufgeladenen Linien weissen Feuers vom Himmel herabschiessen und einen treffen wird.

Los Angeles wurde erst von einem gewaltigen Gewitter heimgesucht, das danach auch noch ein heftiges Erdbeben auslöste, so dass das Stadtzentrum verwüstet wurde. Es herrschen Zustände wie in Kriegszeiten, es werden sogar Essensrationen verteilt. Und in genau solchen Situationen kehrt der Mensch zum Glauben zurück und das nutzt Prophet aus. Am Strand hat er sein Zelt aufgeschlagen und bekehrt immer mehr Bürger - vor Ort und via Fernsehpredigt. Die weissen Jünger werben ganz in weiss gekleidet recht aufdringlich neue Mitglieder - an der Schule, überall.
Die 'Gegengruppe' nennt sich der Kreis der Suchenden. Beide Gruppierungen haben einiges gemeinsam: Sie sind sich einig, dass es noch ein Unwetter geben wird, das Los Angeles dem Erdboden gleich machen wird. Zudem sind sie auf der Suche nach Personen mit dem Funken. Mia Price hat ihn, den Funken, und so buhlen beide Parteien um sie. So gerät sie in ein riesiges Dilemma und steht zwischen den Fronten der beiden Parteien, die es beide auf Mia abgesehen haben.

Blitze können einen in eine Art menschliche Batterie verwandeln, können Energie in einem speichern und einem das bleibende Gefühl vermitteln, dass man jeden Moment aus heiterem Himmel in Flammen aufgehen könnte. Dass eine Bombe in einem hochgehen und das tun könnte, was Bomben nun einmal am besten können.     (Seite 10)

Mia Price ist süchtig nach Blitzen. Ihr ganzer Körper ist übersät von Lichtenberg-Figuren (Narben von Blitzeinschlägen - Beispiel). Nach und nach erfahren wir mehr über ihre Blitz-Sucht und auch über ihre Vergangenheit, die das eine oder andere dunkle Kapitel enthält.
Mia ist sich ganz sicher, dass sie keiner der beiden Gruppierungen beitreten will. Beide sind fanatisch und ihr nicht geheuer. Ihr Mutter leidet am Erdbebenfieber und ist nur noch der Schatten ihrer selbst. Die meiste Zeit sitzt sie vor dem Fernseher und schaut sich die Predigten von Prophet an. Parker, Mias Bruder, möchte unbedingt etwas unternehmen und ist fasziniert von den Suchenden. Mia möchte ihre Familie zusammen- und die beiden aus den beiden sektenähnlichen Gruppen heraushalten.

Ich war immer davon ausgegangen, Tragödien würden Menschen einander näherbringen, doch Parker zog sich zurück, genau wie Mom. Eigentlich hätte ich der Klebstoff sein sollen, der uns zusammenhielt, aber offenbar war ich nicht klebrig genug.   (Seite 33)

Die prägnantesten Protagonisten sind eindeutig Mia und Prophet. Die anderen Charaktere sind zwar interessant skizziert, blieben mir im Allgemeinen aber leider etwas zu sehr an der Oberfläche.
Das apokalyptische Los Angeles wird von der Autorin sehr gut beschrieben, so dass ich den Schauplatz wirklich vor Augen hatte.

Am Ende ging alles sehr, sehr schnell und ich muss leider zugeben, dass mich der Abschluss des Buches nicht ganz zufrieden stellen konnte. Es blieben noch einige Fragen offen und mir war es definitiv zu viel Friede, Freude, Eierkuchen ...

Jennifer Bosworths Schreibstil ist einfach gehalten und so lässt sich das Buch flüssig lesen. Zwischendurch hatte es für mich einige Längen, vor allem bei den Erläuterungen zu Prophet und seiner Sekte.
Die Idee und das Grundgerüst der Story finde ich sehr gelungen und wieder einmal etwas anderes auf dem Buchmarkt. Die Ausführung ist meiner Meinung nach jedoch nur befriedigend ausgefallen und konnte mich nicht ganz überzeugen. Trotzdem hat mir "Die Auserwählte" kurzweilige Lesestunden beschert.




Das dunkle Cover passt sehr gut zur düsteren Stimmung in diesem Endzeitroman.


düster, apokalyptisch, unterhaltsam
Jennifer Bosworth mischt in "Die Auserwählte" Endzeitroman mit Urban Fantasy, was eine tolle Grundidee ist. Heraus kam eine kurzweilige Geschichte, mit düsterer Atmosphäre, die jedoch einige Schwächen aufweist und aus der man definitiv mehr hätte herausholen können.













Jennifer Bosworth lebt in Los Angeles, Kalifornien, wo der Blitz nur äusserst selten einschlägt. Aber wenn es ein Gewitter gibt, dann bringt sie sich selbst schnell in Sicherheit. Zusammen mit ihrem Mann Ryan Bosworth bildet sie ein erfolgreiches Autoren- und Regieteam. 

mehr Infos zum Buch und zur Autorin gibt es auf ihrer Homepage: *klick*  




Kommentare:

  1. Liebe Favola,

    das hast Du sehr treffend formuliert. Prophet und Mia stechen eindeutig aus der Masse hervor. Dass sogar Mias Gegenpart flach erscheint, ist wirklich traurig.

    Die Atmosphäre hat mir sehr gut gefallen und das ist, meiner Meinung nach, Bosworth am Besten gelungen..im Nachhinein merkt man auch, dass sie aus 'nem Mehrteiler ein Einzelband gemacht hat.

    Normalerweise gebe ich auch nur gerade Zahlen, aber 3 Bücher fand ich im Vergleich zu anderen doch sehr hart, 4 aber zu gut :D

    Liebe Grüße

    Rica

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  2. Mich hat persoenlich gestoert, dass es am Anfang nach einer komplexen Grundidee aussah, im Nachinein, aber das Buch zu Ende war und viele Frage unbeantwortet blieben. Es wurde einfach nicht richtig ausgearbeitet was ich sehr schade fand.

    Liebe Grüße, Ana

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  3. Wääääh! Ich hab es auf dem SuB :'(
    Jetzt will ich nicht mehr... :-(

    lg
    Steffi

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