Sonntag, 7. April 2013

[Rezigramm] "Eine wie Alaska" von John Green



Titel: Eine wie Alaska
Reihe: nein
Autor: John Green
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juni 2009)
ISBN: 978-3423624039
Seiten: 304
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre


Inhalt:
Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat verknallt er sich in die schöne Alaska. Sie ist das Zentrum ihres Sonnensystems, der magische Anziehungspunkt des Internats. Wer um sie kreist, ist glücklich und verletzlich gleichermaßen, euphorisch und immer nah am Schulverweis. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Dass hinter dieser verrückten, aufgekratzten Schale etwas Weiches und Verletzliches steckt, ist offensichtlich. Wer ist Alaska wirklich?.
(Bild- und Textquelle: dtv 





Der Einstieg ins Buch ist mir nicht sofort geglückt, denn erst musste ich mir im Klaren werden, dass aus Sicht eines Protagonisten geschrieben wurde. Das ist momentan leider eher eine Seltenheit. Sobald ich mir diesem Umstand aber bewusst war, fand ich gut in die Geschichte.


Wie immer hat John Green tolle und authentische Protagonisten entworfen. Die Charaktere waren mir sofort sympathisch, denn sie sind einfach total aus dem Leben gegriffen. Ich finde es toll, dass die Jugendlichen bei John Green wirklich 16-Jährige sind . . . sie sind dürr, unsicher, launisch, Aussenseiter, starren auf Busen . . . in vielen anderen Bücher kommen mir die Jugendlichen so erwachsen vor, so perfekt . . . zu perfekt.
Gefallen haben mir auch die Eigenheiten der Protagonisten. So "sammelt" Miles die letzen Worte von Leuten und Chip lernt auswendig - vor allem die Hauptstädte aller Länder.


Der Verlauf ist eher eine hügelige Kurve. Zu Beginn brauchte ich etwas um in der Geschichte Tritt zu fassen und danach flachte sie meiner Meinung nach wieder etwas ab.
Gegliedert ist das Buch in "vorher" und "danach". Das erste Kapitel trägt so die Überschrift Einhundertsechsunddreissig Tage vorher. So ist die Spannung, was an Tag null ist, gewährleistet und man beginnt zu spekulieren.


Am meisten beeindruckt hat mich John Greens Sprache und seine aus dem Leben gegriffenen Protagonisten. Kaum einer vermag so reale Teenager zu entwerfen. Mit all ihren Macken und Launen sind sie einem doch immer gleich sympathisch.
Zudem ist der Autor ein Meister darin, einem schwere Themen mit Humor näher zu bringen. Und obwohl die Geschichte eher schwere Kost ist, liest sie sich locker und leicht, macht einem nachdenklich und lässt Raum zum denken.


"Eine wie Alaska" ist John Greens Debüt und ich finde, dass man das auch merkt. Sein Schreibstil war schon damals toll, doch wenn ich das Buch mit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" vergleiche, sind da schon Welten dazwischen. (Gut, vielleicht sollte man kein Buch mit DSiemV" vergleichen . . . ) Zwischendurch hatte ich etwas Mühe, am Buch dranzubleiben. Vor allem im zweiten Teil hatte "Eine wie Alaska" einige Längen.


Schreiben kann er einfach, der Herr Green. Feinfühlig und leicht schreibt er über schwerwiegende Themen, oft von seinem unverkennbaren Humor unterlegt.
Auch in "Eine wie Alaska" erleben wir die ganze Bandbreite an Gefühlen und John Green weiss diese wieder berührend und feinfühlig zu übermitteln.







"Eine wie Alaska" ist eine leise Geschichte um eine markante Persönlichkeit. John Green weiss mit seinem unverkennbaren, tollen Schreibstil zu punkten und erzählt einfühlsam eine nicht ganz leichte Geschichte. Trotz interessanter Story und sehr authentischen und einmaligen Charaktere weist die Geschichte meiner Meinung nach jedoch einige Längen auf.







Letzte Worte waren kein Luxus, dem ich frönte. Andere Leute assen Schokolade. Ich verschlang Sterbegelübde.     (Miles, Seite 17)

Er hatte gehört, Culver Creek sei die beste Schule in Alabama, und daraufhin hatte er einen Bewerbungsaufsatz geschrieben, in dem stand, dass er eine Schule besuchen wolle, wo man dicke Bücher las. Zu Hause, schrieb er, sei das Problem, dass sein Dad ihn mit Büchern schlug, weshalb Chip zu seiner eigenen Sicherheit nur kurze Bändchen und Taschenbücher las.     (Chip, Seite 18)

Sie sah mich an und lächelte breit, so breit, dass das Grinsen auf ihrem schmalen Gesicht vielleicht dämlich ausgesehen hätte, wäre da nicht das unantastbar vornehme Grün ihrer Augen. Strahlend wie ein Kind unter dem Weihnachtsbaum sagte sie: "Ihr raucht zum Spass, ich rauche, um zu sterben."     (Alaska, Seite 62)

Also ging ich zurück in mein Zimmer, legte mich ins Bett und dachte, wenn Menschen Niederschlag wären, wäre ich Nieselregen und sie wäre ein Hurrikan.     (Miles, Seite 122)

@ by Favolas Lesestoff

Kommentare:

  1. Hi,

    eine sehr schöne Rezension :-)
    Mir hat das Buch auch richtig gut gefallen.

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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  2. Ich hab ja gestern DSiemV gelesen und das war schon ziemlich krass geschrieben. Ich mein das letzte Drittel kann man eigentlich komplett durchheulen. Ist das bei dem Buch auch so? Ich fand es echt gut geschrieben, jedoch will ich nicht jedes mal nach einem John-Green Buch komplett mitgenommen und bedrückt sein ^^

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  3. Du sprichst mir aus der Seele. Ich kann jeden Punkt, den du nennst, so unterschreiben :-)
    Das letzte Zitat,, was du hier angebracht hast, war auch eines meiner liebsten!!!

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  4. @Jonas:
    "Eine wie Alaska" behandelt auch ein schweres Thema, aber es ist nie so emotional wie DSiemV. Ich habe bei diesem Buch keine Tränen vergossen und von daher kannst du es getrost lesen ;-)

    @Lena:
    Ja, ich dachte schon bei unseren Kommentaren, das wir das Buch etwa gleich erlebt haben. :-)
    Und tja, Nieselregen und Hurrikan . . . passt halt irgendwie schon nicht so ganz ;-)

    lg Favola

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  5. Hey,

    schönes Rezigramm :)
    Eine Freundin von mir will grade alle Bücher von John Green nacheinenader lesen und ich leih mir sie danach aus :'D
    "Eine wie Alaska" liest sie momentan :]
    Mal schauen wie ich es finden werde...
    Ich bin gespannt ^__^

    LG Toubi

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  6. Hallöchen :)

    mir hat das Buch sofort gefallen <3 Ich muss endlich dazu kommen "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" zu lesen!

    Liebste sonnige Grüße
    http://meeintagebuch.blogspot.de/

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