Dienstag, 11. Oktober 2016

[Rezension] "Mord ist nichts für junge Damen" von Robin Stevens





Titel: Mord ist nichts für junge Damen
Reihe: Ein Fall für Wells & Wong, Band 1
Autorin: Robin Stevens
Übersetzerin: Nadine Mannchen
Genre: Krimi
VerlagKnesebeck (18. August 2016)
ISBN: 978-3868739046
Seiten: 288
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre








"Mord ist nichts für junge Damen" hatte ich ganz überraschend vom Verlag erhalten, da ich das Buch in meinem Wunschzettelalarm erwähnt hatte. So war ich ich schon sehr gespannt auf den ersten Fall, den Daisy Wells und Hazel Wong lösen müssen.




Deepdean-Mädchenschule, 1934. Als Daisy Wells und Hazel Wong ihr eigenes, streng geheimes Detektivbüro gründen, gibt es zuerst gar kein wirklich aufregendes Verbrechen zum Ermitteln. Doch dann entdeckt Hazel die Lehrerin Miss Bell tot in der Turnhalle. Zuerst denkt sie, es sei ein schrecklicher Unfall gewesen. Aber als Daisy und sie fünf Minuten später zurückkommen, ist die Leiche verschwunden. Jetzt sind die Mädchen sicher: Hier ist ein Mord geschehen ! Und nicht nur eine Person in Deepdean hätte ein Motiv gehabt ...
Nun haben Daisy und Hazel nicht nur einen Mordfall aufzuklären – zuerst müssen sie beweisen, dass es überhaupt ein Mord war. Fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, bevor der Mörder wieder zuschlagen kann (und bevor die Polizei eingeschaltet wird, natürlich), müssen Hazel und Daisy nach Beweisen suchen, Verdächtige ausspionieren und all ihre Intuition einsetzen. Doch werden sie Erfolg haben? Und wird ihre Freundschaft diese Herausforderung bestehen?
(Bild- und Textquelle: Knesebeck)





Einstieg ins Buch:
Folgender Bericht handelt vom ersten Mord, den die Detektei Wells & Wong  je untersucht hat -  wie günstig, dass Daisy mir ein neues Fallbuch gekauft hat.

Ist "Mord ist nichts für junge Damen" etwas Neues auf dem Buchmarkt? Eigentlich müsste man ja sagen, dass es etwa Altes ist, denn Robin Stevens lässt eine Mischung aus Internatsgeschichte wie 'Hanni und Nanni' und einem Kriminalroman à la Aghata Christi wieder auferstehen.

Daisy Wells und Hazel Wong gründen im Jahre 1934 im Mädcheninternat Deepdean einen Detektivclub. Die hübsche und überall beliebte Daisy ist die Vorsitzende und hat somit das Sagen, Hazel ist die Schriftführerin und das Buch ist sozusagen ihr Fallbericht. Somit ist die Geschichte aus ihrer ich-Perspektive geschildert.

Daisy findet, das macht sie zu Sherlock Holmes und mich zu Watson. Das geht wohl auch in Ordnung. Schliesslich bin ich viel zu klein, um in dieser Geschichte die Heldin zu spielen, und überhaupt: Wer hat je von einem chinesischen Sherlock Holmes gehört?     (Seite 14)

Nach der Gründung des geheimen Detektivclubs lasen Daisy und Hazel zuerst das Tagebuch einer Neuntklässlerin oder merkten sich zur Übung die Kennzeichen sämtlicher Automobile, die sie sahen. Doch dann änderte sich am Montag, 29. Oktober alles. Hazel hatte nämlich ihren Pullover vergessen und musste nochmals in die Turnhalle. Und da fand sie dann die Leiche von Miss Bell. Schockiert holte sie Hilfe, doch als sie mit Daisy kurz darauf zurückkam, war die Leiche verschwunden und die Detektei Wells & Wong hatte ihren ersten richtigen Fall.

"Mord ist nichts für junge Damen" ist humorvoll, aber auch spannend. Und dazu tragen vor allem die beiden unterschiedlichen Protagonistinnen viel bei. Daisy, ein Mädchen aus reichem Hause, verkörpert für die Chinesin Hazel die perfekte Engländerin - vor allem optisch. Sonst lässt sie nämlich sehr gerne andere nach ihrer Pfeife tanzen und ist sehr von sich selbst eingenommen. Sie kann aber auch ausserordentlich gut beobachten und kombinieren, so dass auch Hazel findet, dass Daisy das schlauste Mädchen an der Deepdean ist.
Hazel ist sehr ruhig und macht eigentlich alles für ihre Freundin. Dadurch, dass sie die Geschichte erzählt, erfahren wir vieles über ihre Vergangenheit und ihre Ängste. Das Mädchen aus Hongkong im britischen Internat ist ganz klar der Sympathieträger der Geschichte.

"Sollten wir nicht einfach die Polizei rufen?"
"Sei kein Esel", meinte Daisy streng. "Wir haben noch keinen einzigen Beweis. Nicht mal eine Leiche [...] Und mal ganz davon abgesehen, das hier ist unser Mordfall."     (Seite 49/50)

Der erste Fall für Wells & Wong liest sich äusserst unterhaltsam und bringt einen immer wieder zum Schmunzeln. Die Autorin hat den Charme der 30er-Jahre toll eingefangen und so trifft man auf das Fräulein für Leibeserziehung, einen Mann mit hinreissendem Schnurrbart, der sein Haar mit Brillantine geölt hat und immer wieder auf Hazel, die höchst undamenhaft ausser Puste gerät.

Im Original erscheint am 20. Oktober bereits der 5. Band "Mistletoe and Murder", Wells & Wong kommen da sehr gut an. Bei uns wird der zweite Band "Teestunde mit Todesfall" im Frühjahr 2017 erscheinen.






Was ist das Rezept für "Mord ist nichts für junge Damen"?
Man nehme zwei erfolgreiche Komponenten von früher - hier zum Beispiel Hanni und Nanni und Miss Marple -, schüttle sie kräftig durch und reichere sie mit eigenen Ideen an.
Obwohl der Kriminalfall nicht mit Pauken und Trompeten sondern mit Befragungen und Kombination gelöst wird, liest sich der erste Fall von Wells & Wong sehr spannend. Robin Stevens überzeugt jedoch auch mit dem Charme der 30er-Jahre, zwei sehr eigenen, aber tollen Protagonistinnen und einem feinen Gespür für Humor.
Ich freue mich schon auf weitere Fälle der Detektei Wells & Wong.








      

  1. Mord ist nichts für junge Damen
  2. Teestunde mit Todesfall
  3. Mord erster Klasse     (Erscheinungstermin 21.9.2017)





Robin Stevens wurde zwar in Kalifornien geboren, wuchs aber in einem College in Oxford, gleich neben dem Wohnhaus von Alice im Wunderland, auf. Schon in frühester Kindheit wollte sie entweder Hercule Poirot oder
Agatha Christie werden. Als das mit dem beeindruckenden Schnauzbart nichts wurde, entschied sie sich für eine Karriere als Krimiautorin.

Weitere Informationen zu Robin Stevens und ihren Büchern findet ihr unter:
http://robin-stevens.co.uk/blog/

(Textquelle: Knesebeck)



© Favolas Lesestoff


1 Kommentar:

  1. Das Buch bzw. die Reihe klingt total klasse und ich denke, dass ich auch meine Mädels dafür begeistern könnte. Wir haben vor längerer Zeit mal "Flora Fox und das verflixte Vorgestern" von Kate Saunders gelesen. Das spielt auch in dieser Zeit, hat aber ein anderes Thema. Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war auf jeden Fall interessant, da sie in Kinderbüchern nicht so häufig behandelt wird. Es ist ja immer ganz spannend, wie Kinder früher gelebt haben.

    Liebe Grüße
    Mona

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