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Montag, 4. November 2013

[Rezension] "Schattenblüte. Die Erwählten" von Nora Melling







Titel: Schattenblüte. Die Erwählten
Reihe: Schattenblüte, Band 3 / 3
Autorin: Nora Melling
Genre: Jugendliteratur, Fantasy
Verlag: rororo (1. Oktober 2013)
ISBN: 978-3499267024
Seiten: 400



Diese Trilogie begleitet mich bis jetzt während meiner Blogzeit. "Schattenblüte. Die Verborgenen" war meine allererste 'Rezension' auf Favolas Lesestoff und nun findet die Geschichte rund um die Werwölfe in Berlin ihr Ende. 




Die letzte Schlacht beginnt: Schatten gegen Licht – Liebe gegen Schmerz.

Luisa ist zur Werwölfin geworden, nur so konnte sie überleben. Nun droht ihr ein grausames Schicksal: Bald wird sie ihre Erinnerung an ihr vorheriges Leben verlieren – auch die an ihren geliebten Bruder, der viel zu früh sterben musste. Als der Leitwolf Norrock ihr das Tor zur Unterwelt zeigt, ergreift sie die Chance: Endlich kann sie ihren Bruder wiedersehen. Sie ahnt nicht, in welch große Gefahr sie sich damit bringt – noch nie hat jemand zurückgefunden aus der Welt der Toten. Thursen, ihrer großen Liebe, gelingt es dennoch, sie zu retten. Doch damit haben sie die mächtigen Gegenspieler der Wölfe – die Shinanim – auf ihre Spur gelockt. Ihr Ziel: die Vernichtung aller Werwölfe ...
(Bild- und Textquelle: Rowohlt)






Einstieg ins Buch:
"Wann wachst du endlich auf?" Ich streiche Louisa wieder und wieder mit dem Finger durch den weichen Pelz hinter dem Ohr. Doch sie blinzelt nicht einmal.

Obwohl Band zwei "Die Wächter" recht lange zurück liegt, ist der Anschluss wieder schnell gefunden. Nora Melling setzt nahtlos da ein, wo der letzte Teil aufgehört hat. Sie schafft es, mit kurzen Rückblenden das Geschehene aufzufrischen.

Auch dieses Mal erleben wir die Geschichte aus den drei verschiedenen Perspektiven von Louisa, Thursen und Elias. So lernen wir die drei Protagonisten besser kennen und erhaschen einen Blick hinter beide Fronten, was gerade in diesem Band sehr hilfreich fürs Verständnis ist.

Ganz toll finde ich es, wie die Autorin ihre ganz persönlichen Werwölfe kreiert hat. Sie ist nicht auf ein Trittbrett aufgesprungen sondern setzt eigene Akzente. So retten die Werwölfe sozusagen total verzweifelte Menschen und können so ihre Vergangenheit hinter sich lassen und sich einfach ihren Instinkten überlassen. Als Wolf vergisst man sein Leben, sich selber und bekommt sogar einen neuen Namen.

Um Louisa zu retten, wurde sie am Ende des zweiten Bandes definitiv in einen Werwolf verwandelt. So sollen ihre Verletzungen, die ihr Nick mit seinen Kollegen zugefügt haben, heilen.  Nun sind die beiden in der umgekehrten Situation: Louisa ist nun Wolf, Thursen kann sich jedoch nicht mehr verwandeln und steckt in seiner Menschenhaut fest. Louisa ist nun Shorou, sie kann sich kaum mehr an ihr früheres Leben erinnern und ihre animalischen Instinkte treten immer mehr zu Tage.
Nora Melling ist es wirklich ausgezeichnet gelungen, den Wolf in Louisa zu Papier zu bringen, sogar der Schreibstil wurde von ihr angepasst.

"Meine Erinnerung ist wie Treibsand, ein wirres Gemisch aus Gefühlen, Bildern, alles weg!"     (Louisa, Seite 76)

Elias hat in diesem finalen Band auch eine sehr interessante Rolle und ich muss sagen, dass er mir hier viel sympathischer war als zuvor.
Da er der einzig Shinanim (Halbengel) mit Kampferfahrung gegen Werwölfe ist, bekommt er die Ehre, mit dem Erzshinam Vittorio zusammenzuarbeiten und diesen bei seiner Mission , die Menschheit von den Werwölfen zu befreien, zu unterstützen. Doch Elias gerät in einen Gewissenskonflikt. Auf der einen Seite ist er ein sehr ehrgeiziger Halbengel und nun scheinen sich all seine Träume zu erfüllen, auf der anderen Seite kann er nicht hinter Vittorios Methoden stehen, denn schliesslich ist Louisa für ihn eine gute Freundin (Oder vielleicht sogar noch mehr?).

Für Vittorio ist ganz klar, dass die Shinanim die Guten und die Werwölfe die Bösen, Dämonen, die direkt aus der Hölle kommen, sind. Als Leser ist diese Frage nicht so einfach zu beantworten und das Schwarz-Weiss-Denken verwischt in ein fleckiges Grau.

Das Ende kam dann plötzlich sehr schnell und relativ einfach daher und hätte für mich gerne noch etwas ausführlicher sein können.

"Die Erwählten" ist abwechslungsreich, spannend und weiss auch immer wieder zu überraschen. Nora Melling schreibt sehr flüssig und bildhaft, so dass ich mir Charaktere und Schauplätze sehr gut vorstellen konnte. Trotz allem fehlte mir, diese intensive Atmosphäre aus Band 1.






Mit "Die Erwählten" findet die Schattenblüten-Trilogie ihr Ende. Nora Melling hat einen wahren Pageturner geschaffen, in dem die Werwölfe um ihr Leben kämpfen müssen. Doch wer ist gut und wer böse? Diese Frage lässt sich nicht so ganz beantworten und so bekommt der Leser eine ganze neue Lösung, ein wirklich schönes Ende geboten.








  1. Schattenblüte. Die Verborgenen     → zu meiner Rezension
  2. Schattenblüte. Die Wächter     → zu meiner Rezension
  3. Schattenblüte. Die Erleuchteten





© by Dieter Kroll
Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln.

Seite der Autorin: noramelling.de






Nora Melling hat auch bei meiner Autoren-Aktion "Wer A sagt ..." mitgemacht:





Samstag, 14. Juli 2012

[Wer "A" sagt . . .] mit Nora Melling




Schon lange wollte ich eine Aktion mit Autoren auf meinem Blog einführen und so habe ich mir verschiedene Gedanken dazu gemacht. Mit Nora Melling zusammen habe ich mich dann für eine Idee entschieden und sie ist auch die erste Teilnehmerin in meiner neuen Rubrik "Wer A sagt . . ."
Nora Melling hat ihren Part auch schon seit fast drei Monaten erledigt, doch ich habe es mit dem Schlussspurt in meiner Schangerschaft und dann der Geburt einfach nicht geschafft, das Logo zu erstellen - denn ich hatte ganze genaue Vorstellungen dazu. Ganz ist es nicht so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte, doch ich wollte euch nicht mehr länger warten lassen . . .
Viel Spass mit meiner neuen Rubrik um und mit Autor/innen.






Vor meiner Karriere als Autorin . . . . 

. . . war ich schon Schülerin, Träumerin, Reitlehrin, Buchalterin, Studentin, Existenzgründungsberaterin, Referendarin und Mutter. Mutter bin ich natürlich geblieben, aber von den anderen Optionen hat die Träumerin gewonnen. Jetzt werde ich für das Träumen sogar bezahlt. :-)


Mir gefällt an meinem Beruf . . . . 

. . . dass ich endlich eine plausible Entschuldigung dafür habe, dass ich mich für alles mögliche von Wolfsrudeln über Astronomie bis zu mittelalterlichem Bogenbau interessiere. Ich könnte es ja schließlich möglicherweise noch mal für ein Buch brauchen. 
   

Ein Tag im Leben einer Autorin . . . . 

. . .  ist leider nicht halb so spannend wie ein Tag im Leben von den Leuten, die man sich als Autorin so ausdenkt. Man sitzt eben am Computer und schreibt.


Meine Ideen für ein Buch . . . . 

. . . sammle ich überall, aus Gesprächen, Zeitungsartikeln, Internet, Erzählungen, Beobachtungen,  Fernsehen und natürlich aus Büchern.


Ein unvergessliches Erlebnis als Autorin . . . . 

. . . war es, ein Bild zu Schattenblüte "die Verborgenen" zu betrachten, das eine Leserin gezeichnet hatte. Die Zeichung zeigte eine der Szenen genau so, wie ich sie beim Schreiben vor Augen gehabt hatte. Es war, als hätte diese Fremde meine Gedanken gelesen und ihnen ein Bild gegeben. Da wurde mir zum ersten Mal so richtig klar, dass Schreiben und Lesen ja tatsächlich wortwörtlich Gedankenübertragung ist.      
 

Mein Lieblingsbuch . . . . 

. . . kann ich immer noch einmal lesen. Es ist wie nach Hause zu kommen und alte Freunde wieder zu treffen.


Als nächstes plane ich . . . . 

. . . verschiedene (und natürlich noch furchtbar geheime) Projekte, von denen ich dann eines in Absprachen mit Agentur und Verlag hoffentlich auch zu einem Buch machen darf.








Als Kind . . . .

. . . wollte ich unbedingt Reitlehrerin werden und Pferdebücher schreiben.


Bücher sind . . . .

. . . fremde, neue, wunderbare „Welten zum Mitnehmen.“


Es ist an der Zeit, . . .

. . . dass ich mich endlich daran gewöhne, jetzt Autorin zu sein.


Am liebsten . . . .

. . . lese ich im Bett.


Das Buchcover . . . .

. . . ist wunderschön, aber ganz anders als ich es mir ursprünglich vorgestellt hatte.


Schon immer wollte ich einmal . . . .

. . . ins Auenland.


Ich will gar nicht wissen, . . . .

. . . wann ich einmal sterbe.



© by Dieter Kroll
Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln.

Seite der Autorin: noramelling.de






Liebe Nora, herzlichen Dank, dass du mir geholfen hast diese Rubrik ins Leben zu rufen.

Freitag, 13. April 2012

[Rezension] "Schattenblüte. Die Wächter" von Nora Melling






Titel: Schattenblüte. Die Wächter
Reihe: Schatenblüte, Band 2 / 3
Autorin: Nora Melling
Genre: Jugendliteratur, Fantasy
Verlag: Rowohlt Polaris (1. März 2012)
ISBN: 978-3862520107
Seiten: 320







Da mir der erste Band "Schattenblüte ; Die Veborgenen" sehr gut gefallen hat, habe ich mich schon lange auf die Fortsetzung gefreut. Endlich war es dann soweit . . . .



Achtung, das ist die Rezension zum zweiten Band einer Reihe!







Ein uralter Kampf. Eine unsterbliche Liebe.
Silvester in Berlin. Noch einmal sind Luisa und Thursen zurückgekehrt in den Wald. Dorthin, wo ihre Liebe begann, als Thursen noch ein Werwolf war. Luisa möchte den Tod ihres Bruders hinter sich lassen, endlich wieder glücklich sein. Doch die Vergangenheit holt sie ein: Während überall ausgelassen gefeiert wird, stoßen sie auf eine übel zugerichtete Leiche. Thursen weiß sofort: Dafür ist einer der Wölfe aus seinem alten Rudel verantwortlich. Während er immer öfter im Wald verschwindet, bleibt Luisa allein zurück. Dann lernt sie Elias kennen. Ist ihre Liebe zu Thursen stark genug? Luisa ahnt nicht, dass Thursen und Elias ein schreckliches Geheimnis verbindet ...




Bucheinstieg:
Besser noch als der Tod ist das Leben. Auch wenn es manchmal mehr schmerzt, als mit blossen Füssen über Glasscherben zu laufen.
Und manchmal, da ist es einen Moment lang wunderschön, so wie jetzt. Unwirklich, wie aus der Zeit gerutscht.

"Schattenblüte ; Die Wächter" ist die Fortsetzung des Erstlingswerk "Schattenblüte ; Die Verborgenen" von Nora Melling. Die Autorin hat einen einzigartigen Schreibstil mit hohem Wiedererkennungswert. Insgesamt wirkt die Sprache im zweiten Band sogar noch reifer und ausgeprägter.

Die Geschichte knüpft direkt an den ersten Band an und man taucht gleich wieder in Nora Mellings Welt ein. Der Einstieg ist eher ruihig gehalten. Nachdem Luisa und Thursen in der Silvesternacht einen Toten im Wald gefunden haben, erfährt man mehr über die Beziehung der beiden. Thursen nennt sich nun wieder Lars Lund und obwohl Luisa ihn definitiv in einen Menschen zurückverwandelt hat, lässt einen das Gefühl nicht los, dass in der Beziehung der zwei etwas fehlt.

Thursen wirkt sehr unnahbar und verschlossen und hat seine Verbindung zu den Wölfen anscheinend immer noch nicht ganz gekappt. Das führt zu regelmässigem Streit zwischen dem Paar. Luisa weiss nicht, was sie davon halten soll, denn immer öfter kann sie ihren Freund nicht erreichen und sie weiss, dass er dann wieder im Wald bei seinen Wölfen ist. Währenddessen lernt sie den gutaussehenden Elias kennen, der sie in allem unterstützt und ihr hilft, gegen ihre Ängste anzukämpfen. Noch ahnt sie aber nicht, dass ihn mit Thursen ein schreckliches Geheimnis aus der Vergangenheit verbindet.

Neben Luisa und Thursen rückt also auch der neue Protagonist Elias in den Mittelpunkt. Die Story wird abwechselnds aus Luisas und seiner Sicht erzählt.

Luisa ist etwas reifer geworden. Trotzdem empfinde ich sie immer noch recht naiv, draufgängerisch und selbstzerstörerisch. Einen grossen Teil der Schuld dafür tragen bestimmt die Eltern, denn ich muss ehrlich sagen, dass ich ihr Verhalten nicht verstehen kann. Es ist ganz sicher etwas vom Schlimmsten, was Eltern passieren kann, dass sie ein Kind verlieren. Aber sich selber so zu verlieren, dass nicht mehr an die Tochter gedacht wird, kann ich nicht nachvollziehen. Ich selber kenne eine Familie, die ein Kind verloren hat (dieses Kind war in meiner Klasse) und ich denke, dass genau die anderen Geschwister einem helfen, sich wieder aufzurichten und in den Alltagstrott reinzukommen. Und dass Luisa keine Hilfe in dieser schwierigen Situation bekam, ist bestimmt ein Grund wie sie nun denkt und fühlt.

Leider erfahren wir aber in diesem zweiten Band kaum etwas Neues von Thursen. Ich selber finde es schade, dass er so in den Hintergrund gerückt ist. Zudem fand ich die ewigen Streitereien der beiden recht anstrengend. Mit dem Charakter von Elias hatte ich etwas Mühe. Er war mir zu positiv, zu perfekt, zu sehr das pure Gegenteil der zwei anderen. Mit der Zeit konnte ich mich aber immer mehr mit ihm anfreunden und die Kapitel, die aus seiner Perspektive geschrieben sind, brachten Lichtblicke in Luisas negative Grundhaltung.
"Ich bin eine Taucherin, atemlos, viel zu tief hinabgetaucht ins dunkle Wasser, die im schwerelosen Nichts nicht mehr weiss, wo oben ist. Thursen war meine Luft zum Leben."

Obwohl der erste Band für mich mehr Magie besass und um einiges melodramatischer war, konnte mich seine Fortsetzung je länger das Buch dauerte immer mehr fesseln. Nach einigen zwischenzeitlichen Längen wurde es am Schluss so spannend, dass ich es kaum mehr aus der Hand legen konnte. Der zweite Band endet mit einem wirklich fiesen Cliffhänger, so dass ich am liebsten sofort wüsste, wie es weitergeht.

Das Cover gefällt mir gut und hat mit der Schattenblüte grossen Wiedererkennungswert. Schade finde ich aber, dass das Format geändert wurde. Band 1 erschien noch in flexiblem Hardcover, doch "Schattenblüte ; Die Wächter" muss sich leider mit dem schlichten Taschenbuch-Kleid begnügen.







Trotz einigen Längen ist "Schattenblüte ; Die Wächter" eine gelungene Fortsetzung. Neben einem neuen Charakter wartet Band 2 mit der einen oder anderen überraschenden Wendung auf.






  

  1. Schattenblüte. Die Verborgenen     → zu meiner Rezension
  2. Schattenblüte. Die Wächter
  3. Schattenblüte. Die Erleuchteten     → zu meiner Rezension




© by Dieter Kroll


Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln.

Seite der Autorin:  noramelling.de




Nora Melling hat auch bei meiner Autoren-Aktion "Wer A sagt ..." mitgemacht:


Donnerstag, 18. August 2011

[Rezension] "Schattenblüte. Die Verborgenen" von Nora Melling






Titel: Schattenblüte. Die Verborgenen
Reihe: Schatenblüte, Band 1 / 3
Autorin: Nora Melling
Genre: Jugendliteratur, Fantasy
Verlag: Rowohlt Polaris
ISBN: 978-3862520008
Seiten: 347









“Die Verborgenen” ist der erste Band der neuen romantischen Fantasyreihe “Schattenblüte”, die für Jugendliche wunderbar geeignet ist, aber auch Leser
jeden Alters begeistern kann. Als ich das Buch in der Tasche mit neuen Büchern für die Bibliothek entdeckte, ist mir das Cover sofort aufgefallen. Es sieht geheimnisvoll und mystisch aus und die glänzenden, erhöhten Wassertropfen machen es noch spezieller.







Die 17-Jährige Luisa hat ihren kleinen Bruder verloren. Um den Tod des Kindes zu vergessen, ziehen die Eltern mit Luisa nach Berlin um und verbannen alle Erinnerungen an Fabian. Luisa kommt damit nicht klar und kapselt sich in der fremden Stadt völlig ab. So streift sie einsam durch die Wälder von Berlin. Der Aussichtsrum im Grunewald kommt ihr daher gerade gelegen, um ihrem Elend ein Ende zu bereiten, doch ein geheimnisvoller Junge hält sie davon ab. Mit einer Gruppe Jugendlicher lebt er im Wald. “Die Verborgenen” können ihre Gestalt ändern: Sie sind Werwölfe. Aber mit jeder Verwandlung wird Thursen mehr zum Tier.




Das einzig Gute an Berlin ist, dass man untertauchen kann.

Die Geschichte überrascht zunächst nicht: Ein junges Mädchen mit Problemen wird von einem geheimnisvollen, fremden Jungen gerettet und beide verlieben sich ineinander. Das Schöne finde ich aber, dass in diesem Buch der Fremde für einmal nicht der strahlende Superheld ist. In diesem Buch stehen die Gemobbten, die Verlierer, die früheren Opfer im Mittelpunkt.
Es ist auch nicht eine klassische Werwolfgeschichte, sondern vielmehr geht es um die Gefühlswelt von Jugendlichen - nicht um blutrünstige Bestien
Nora Melling geht äusserst sensibel mit den vielen schwierigen Themen um und regt zum Nachdenken an. Der Roman ist sehr feinfühlig, mit einer wunderschön zärtlichen Liebesgeschichte.

Das Buch wird aus der Sicht von Luisa in der Ich-Form erzählt. Speziell macht es, dass es im Präsens geschrieben ist. So hat man wirklich das Gefühl, mittendrin zu sein. Die Sätze sind einfach aufgebaut und meist kurz. Manchmal sogar sehr kurz. Und genau das gibt dem Buch einen fast poetischen Klang. Mir hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen und ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen.





“Schattenblüte; die Verborgenen” ist ein traumhaftes Buch. Es hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Es ist spannend, romantisch und anderst.
Leider kommt der zweite Band der Reihe erst im März heraus.





  

  1. Schattenblüte. Die Verborgenen
  2. Schattenblüte. Die Wächter     → zu meiner Rezension
  3. Schattenblüte. Die Erleuchteten     → zu meiner Rezension







Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren und hat nach dem Abitur eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen. Zum Studium zog sie nach Berlin und blieb. Jetzt lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin Zehlendorf.

Seite der Autorin:   noramelling.de



Nora Melling hat auch bei meiner Autoren-Aktion "Wer A sagt ..." mitgemacht: